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kannst du gewiß sein: Unrühmlich werd' ich nicht
enden!“
Der 24. August war erschienen. Aus dem Nebel,
der die aufgehende Sonne umwogte, erhob sich ein klarer,
überaus heißer Tag. Schon am Vorabende war der
Bürgermeister von seinem Schwager Selchow benachrich-
tigt worden, daß das Aufgebot der Berliner den Magde-
burgern gegenüber stände und eine Schlacht unmittelbar
zu erwarten wäre. Er hoffte, daß niemand außer ihm
und Rathenow dies erfahren habe, und harrte nun mit
banger Sorge der weiteren Kunde. Nach Möglichkeit
war für die Sicherheit der Stadt gesorgt. Denn die
Wachtmannschaften waren in zuverlässigen Händen, und
auf dem Alten Markte stand unter Botels Führung eine
bewaffnete Bürgerschar bereit, um den Befehlen Warden-
bergs sofort zu entsprechen. Seine Familie hatte er in-
der Stille entfernt.
Da, in der dritten Nachmittagsstunde, sprengte ein
Reiter von Westen heran. Sein Roß war in Schweiß
gebadet, er selbst bis zur Unkenntlichkeit mit Staub be-
de>t. Kaum war er zum Thore herein, als er nach
dem Bürgermeister fragte. Dieser war soeben am Tel-
tower Thore angelangt und ließ nun den Boten sofort
vor. In einem Seitengemache des Thorhauses empfing
er ihn.
„Woher kommst du?" fragte er hastig.
„Aus der Schlacht wider die Magdeburger,“
sagte der Reiter, „und Euer Schwager hat mich gesendet!“
„Bringst du Sieg oder Verderben?" forschte er
weiter.