„Noch hat erst schlechter Gesellen Mund wider Ritter gezeugt,
und der ist nicht beweiskräftig. =- Wenn es sich
aber wirklich also verhielte, Herr Markgraf, =- wer hätt' es
verschuldet? Mich dünkt es, kein anderer als der Landesfürst,
welcher seinen Vasallen keine edlere Arbeit verschafft,
um ihren Thatendrang zu befriedigen!“
Ehe Otto von Wittel8bach zu erwidern vermochte,
ward er von den Beraubten umringt.
„Herr, erbarmt Euch unserer Not!“ rief es. „Wir
sind an den Bettelstab gebracht! . . . Seht unser Elend
-- unsere Wunden!“ fügten andere hinzu.
„Man wird zusehen, wie euch zu helfen ist!" tröstete
der Markgraf. „Zu euerm Schuße werde ich einige
Knechte zurücklassen, für die Verwundeten sofortige Sorge
tragen und morgen die Fährte der Räuber aufspüren.“
Wardenberg war vom Rosse gesprungen. Ohne besonderen
Befehl abzuwarten, erkundete er die Richtung, von
welcher die Räuber gekommen waren und nach welcher
sie sich entfernt hatten. Dann wählte er den umsichtigsten
der Knechte aus, um mit einigen seiner Genossen
bei den Wagen zu verbleiben und zugleich weitere Beobachtungen
anzustellen, da die Vermutung nahe lag, daß
die Räuber, durc< die Annäherung des Markgrafen gestört,
später wieder zurückkehren würden. Mehrere übel
zugerichtete Burschen ließ er von anderen Knechten auf ihr
Roß nehmen, um sie sofort mit nach Luckau zu führen.
Alles wurde von dem Ritter mit gewohnter Umsicht
vollbracht, und bald schwang er sich wieder auf sein
Pferd und meldete dem Fürsten, daß der Ritt fortgeseht
werden könne.