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Eine lebenswerte Energiezukunft gestalten.

Full text: Integrierter Geschäftsbericht ... (Rights reserved) Issue 2019 Eine lebenswerte Energiezukunft gestalten. (Rights reserved)

Eine lebenswerte Energiezukunft gestalten. Unser Antrieb. Unsere Energie. Integrierter Geschäftsbericht 2019 Integrierter VERBUND-Geschäftsbericht Im vorliegenden Bericht fassen wir unsere jährliche Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammen. Wie nutze ich den Bericht? Die Informationen in diesem Integrierten Bericht fokussieren auf wesentliche Aspekte in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Ergänzende Informationen zu den hier dargestellten Inhalten finden sich • im „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen, • im GRI- und TCFD-Inhaltsindex auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen, • im NFI-Download auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen und • an anderen Stellen im Web, auf die gesondert verwiesen wird. Gestaltungskonzept Diagramme und Tabellen Säulen-/Balkenbreite Breite Säulen oder Balken stellen physisch zählbare Messgrößen dar. Beispiele: MW, GWh, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mittelbreite Säulen oder Balken stellen aggregierte Werte dar. Beispiele: Tsd. €, Mio. €, Mrd. € Schmale Säulen oder Balken stellen Werte in Euro pro Einheit dar. Beispiele: €/Aktie, €/MWh Linien oder Punktlinien stellen Anteile, Quotienten oder Indizes dar. Beispiele: Dividendenrendite in %, Aktienkurs indexiert, BIP-Wachstum in % Farben Aktuelles Jahr GRI-Indikatoren, SDGs und TCFD in der Marginalie weisen auf entsprechende Inhalte im Text hin. Neutral Der Integrierte Geschäftsbericht steht Ihnen unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen auch online zur Verfügung. Planwerte Vorjahre VERBUND Hervorhebung Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten. VERBUND ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen. In diesem Bericht werden daher wesentliche Teile geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit wird an anderen Stellen des Berichts nur die männliche Form angeführt, stets sind aber Männer wie Frauen angesprochen. Fünf-Jahres-Vergleich Wirtschaft Umsatzerlöse 1 Einheit 2015 2016 2017 2018 2019 Mio. € 2.969,6 2.795,9 2.913,2 2.671,1 3.895,0 EBITDA Mio. € 888,7 1.044,2 922,3 864,2 1.183,5 Bereinigtes EBITDA2 Mio. € 838,8 894,5 899,7 863,5 1.183,5 Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. € 410,6 615,1 400,1 655,1 865,9 Operatives Ergebnis vor Werthaltigkeitsprüfungen Mio. € 528,6 704,9 581,0 536,9 819,3 Konzernergebnis Mio. € 207,7 424,4 301,4 433,2 554,8 Bereinigtes Konzernergebnis2 Mio. € 268,9 325,9 354,5 342,2 549,0 Bilanzsumme Mio. € 11.763,0 11.538,2 11.283,6 11.704,8 11.838,6 Eigenkapital Mio. € 5.433,3 5.529,5 5.690,8 5.941,0 6.568,0 Nettoverschuldung (Net Debt) Mio. € 3.685,4 3.221,7 2.843,8 2.560,7 2.256,1 Zugänge zum Sachanlagevermögen Mio. € 269,3 255,3 231,0 292,5 438,9 Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 674,0 804,3 640,6 664,1 1.204,3 Free Cashflow vor Dividende Mio. € 551,4 580,7 416,1 415,3 817,4 Free Cashflow nach Dividende 639,3 Mio. € 392,7 415,7 293,5 237,2 EBITDA-Marge1 % 29,9 37,3 31,7 32,4 30,4 EBIT-Marge1 % 13,8 22,0 13,7 24,5 22,2 Return on Capital Employed (ROCE)1 % 3,9 5,7 4,2 5,6 7,8 Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 4,7 8,4 5,4 8,2 10,2 Eigenkapitalquote (bereinigt) % 48,2 50,0 52,4 52,7 57,7 Nettoverschuldungsgrad % 67,8 58,3 50,0 43,1 34,4 Net Debt/EBITDA X 4,1 3,1 3,1 3,0 1,9 FFO/Net Debt (Net Debt Coverage) % 23,9 32,1 30,0 28,7 44,3 Gross Debt Coverage (FFO) % 22,8 30,4 28,1 25,7 41,0 Gross Interest Cover (FFO) X 5,2 8,7 8,1 7,3 11,9 Schlusskurs € 11,86 15,18 20,15 37,24 44,74 Marktkapitalisierung Mio. € 4.120,4 5.272,0 6.998,7 12.937,8 15.543,4 Ergebnis je Aktie € 0,60 1,22 0,87 1,25 1,60 Cashflow je Aktie € 1,94 2,32 1,84 1,91 3,47 Buchwert je Aktie3 € 13,75 14,05 14,58 15,27 16,95 Kurs/Gewinn-Verhältnis (Ultimo) X 19,83 12,42 23,22 29,87 28,02 Kurs/Cashflow-Verhältnis X 6,11 6,55 10,93 19,48 12,91 Kurs/Buchwert-Verhältnis3 X 0,86 1,08 1,38 2,44 2,64 (Vorgeschlagene) Dividende je Aktie € 0,35 0,29 0,42 0,42 0,69 Dividendenrendite % 3,0 1,9 2,1 1,1 1,5 Ausschüttungsquote vom Konzernergebnis % 58,5 23,7 48,4 33,7 43,2 Entity Value/EBITDA X Ø Betriebswirtschaftlicher Personalstand Stromabsatz Erzeugungskoeffizient (Wasser) 1 GWh 8,8 8,1 10,7 17,9 15,0 3.089 2.923 2.819 2.742 2.772 51.375 55.189 58.518 58.908 62.179 0,93 1,00 0,99 0,94 1,01 2 3 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2019 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2018 retrospektiv angepasst. // bereinigt um außergewöhnliche Effekte // Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2017 gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst. Umwelt Erzeugung Wasserkraft 1 Einheit 2015 2016 2017 2018 2019 30.660 GWh 28.098 29.809 29.687 28.684 Erzeugung Windkraft GWh 8822 8352 952 834 929 Erzeugung Wärmekraft GWh 2.259 1.351 2.227 1.611 1.570 % 93 96 93 95 95 g CO2e/kWh 56 31 41 34 32 24.167 25.457 23.666 22.411 24.071 93 93 100 100 100 Anteil erneuerbare Erzeugung Spezifische THG-Emissionen (Scope 1/Gesamtstromerzeugung)3 Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern4 kt CO2 Anteil ISO-14001- und EMAS-zertifizierte Standorte5 % Soziales Einheit 2015 2016 2017 2018 2019 Arbeitsrechtlicher Personalstand6 Personen 3.098 2.952 2.819 2.784 2.843 Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in7 Stunden 33,6 35,2 36,0 33,6 40,0 Lost Time Injury Frequency (LTIF)8 Anzahl 11,9 8,9 10,1 5,4 6,4 % 17,8 17,5 17,5 17,6 17,8 Jahre 19,2 18,9 18,8 18,1 17,6 % 2,7 2,7 2,8 2,1 2,0 Frauenanteil Durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit9 Fluktuationsrate10 1 2 3 inkl. Bezugsrechten // inkl. der bis zum Verkauf zur Verfügung gestandenen Photovoltaikerzeugung in Spanien (Verkauf erfolgte Mitte Dezember 2016) // Gesamtstromerzeugung inkl. Bezugsrechten ohne Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme. Vorläufige Daten vor Prüfung // 4 Berechnung anhand des Anteils thermischer Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix // 5 Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit < 51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12. des Jahres // 6 per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Altersteilzeit // 7 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen // 8 Anzahl Arbeitsunfälle ab dem ersten Krankentag, bezogen auf eine Million Arbeitsstunden ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern. Grundlage für die Berechnung der Arbeitsstunden wird ab 2017 mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr (vorher 1.618) branchenweit festgelegt, ab 2018 inkl. Fremdfirmen. // 9 Änderung der Berechnungsmethodik im Jahr 2016: Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt. // 10 ohne Pensionierungen, inkl. Abgängen in der Probezeit GRI 102-7 Basisinformationen Kapitalmarktkalender 2020 Grundkapital (€) 347.415.686 Termin Aktien (Stück) 347.415.686 Jahresergebnis 2019 18.3.2020 Veröffentlichung Integrierter Geschäftsbericht 18.3.2020 Nachweisstichtag Hauptversammlung 18.4.2020 Hauptversammlung 28.4.2020 Börsennotierung Wien VER Ex-Dividendentag Datum 5.5.2020 Informationssysteme Nachweisstichtag Dividenden Bloomberg VER AV Dividendenzahltag 18.5.2020 Reuters VERB.VI Zwischenbericht Quartal 1/2020 13.5.2020 Zwischenbericht Quartale 1– 2/2020 30.7.2020 Zwischenbericht Quartale 1– 3/2020 5.11.2020 ISIN AT0000746409 6.5.2020 VERBUND Integrierter Geschäftsbericht 2019 Inhalt Zum integrierten Bericht .............................................................................................................................................................. 7 Vorwort des Vorstands ................................................................................................................................................................. 10 Bericht des Aufsichtsrats ............................................................................................................................................................. 13 Unternehmen und Strategie ...................................................................................................................................................... 16 VERBUND-Strategie 2030 .................................................................................................................................................. 18 Unternehmensziele .............................................................................................................................................................. 20 Investor Relations........................................................................................................................................................................... 22 Konsolidierter Corporate Governance Bericht .......................................................................................... 25 Konzernlagebericht............................................................................................................................... ................... 46 Rahmenbedingungen................................................................................................................................................................... 47 Finanzen............................................................................................................................................................................................. 56 Segmentbericht ............................................................................................................................................................................... 70 Erneuerbare Erzeugung ..................................................................................................................................................... 70 Absatz ......................................................................................................................................................................................... 79 Netz ............................................................................................................................................................................................. 87 Alle sonstigen Segmente .................................................................................................................................................... 95 Chancen- und Risikomanagement ...................................................................................................................................... 102 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ....................................................................................................... 109 Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital .................................................................................................................. 110 Innovation, Forschung und Entwicklung .......................................................................................................................... 112 Ausblick ........................................................................................................................................................................................... 117 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag .................................................................................................................................... 119 Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) .............................................................. 120 Wesentlichkeit .............................................................................................................................................................................. 122 Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung ........................................................................................ 130 Compliance ................................................................................................................................................................................... 134 Umwelt ............................................................................................................................................................................................ 137 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ....................................................................................................................................... 146 Gesundheit und Sicherheit ..................................................................................................................................................... 156 Menschenrechte .......................................................................................................................................................................... 160 Lieferkette ....................................................................................................................................................................................... 161 Unabhängiger Prüfungsbericht ............................................................................................................................................. 165 Konzernabschluss ............................................................................................................................. .................. 167 Gewinn- und Verlustrechnung .............................................................................................................................................. 169 Gesamtergebnisrechnung ....................................................................................................................................................... 170 Bilanz ................................................................................................................................................................................................ 171 Geldflussrechnung ..................................................................................................................................................................... 172 Entwicklung des Eigenkapitals .............................................................................................................................................. 174 Konzernanhang............................................................................................................................................................................ 176 Bestätigungsvermerk ................................................................................................................................................................. 284 ..................................................................................... 291 ............................................................................................................................. ......................................... 295 VERBUND-Kraftwerke und APG-Netzanlagen Glossar 6 INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Zum integrierten Bericht 7 Zum integrierten Bericht Der vorliegende Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht enthält den VERBUND-Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019, den konsolidierten Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) sowie den VERBUND-Konzernabschluss inkl. des Anhangs. Die Prinzipien des fairen Wirtschaftens von VERBUND werden im Corporate Governance Bericht angeführt. Damit umfasst dieser Integrierte Geschäftsbericht nicht nur die wirtschaftlichen und rechtlichen Informationen des Konzerns, sondern auch die darüber hinausgehenden Aspekte der Nachhaltigkeit und ordentlichen Geschäftsgebarung. In diesem Bericht sind die Aktivitäten aller Gesellschaften, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind, enthalten. Dies gilt auch für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Veränderungen innerhalb der Berichterstattung im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode sind in den jeweiligen Kapiteln angeführt. Wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen werden ebenfalls dargestellt, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben. Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das abgeschlossene Kalenderjahr 2019. Der aktuellste vorausgehende Bericht über das Geschäftsjahr 2018 erschien am 13. März 2019. Um die Aktualität zu gewährleisten, wird über besondere Ereignisse bei VERBUND nach dem 31. Dezember 2019 bis zur Freigabe zur Veröffentlichung am 13. Februar 2020 ebenfalls berichtet. Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und auf der VERBUND-Webseite unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen. GRI 102-46 GRI 102-48 GRI 102-50 GRI 102-51 GRI 102-52 Stakeholder-Interessen im Mittelpunkt der integrierten Berichterstattung Unterschiedlichen Informationsansprüchen von Investoren, Eigentümern, Kunden, Mitarbeitern und weiteren Interessengruppen entspricht VERBUND mit den jeweils wesentlichen Inhalten, die 2019 wieder im Zuge einer umfangreichen Stakeholder-Befragung erhoben und in der VERBUNDWesentlichkeitsmatrix zusammengefasst wurden. Die Nachhaltigkeitsbeiträge für den Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht werden jährlich auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI), der Stakeholder-Befragung, der VERBUND-internen Medienanalyse und wichtiger Themen aus den Stakeholder-Dialogen festgelegt. Die Wesentlichkeitsanalyse ist im Kapitel „Wesentlichkeit“ dargestellt Berichterstattung gemäß dem österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) Entsprechend der EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller sowie die Diversität betreffender Informationen (NFI-Richtlinie) und deren Umsetzung im österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) fasste VERBUND die geforderten Informationen im Kapitel „Bericht über nichtfinanzielle Informationen“ (NFI-Bericht gemäß § 267a UGB) in diesem Integrierten Geschäftsbericht zusammen. Dazu zählen insbesondere Umweltbelange, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Wahrung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption. Der Abschlussprüfer prüfte die Vollständigkeit des NFI-Berichts und hielt das Ergebnis in einem unabhängigen Prüfungsbericht fest, der dem Aufsichtsrat im Anschluss vorgelegt wurde. Der Aufsichtsrat prüfte den NFI-Bericht und berichtet darüber in der auf das Berichtsjahr folgenden Hauptversammlung. GRI 102-32 8 Standards und Richtlinien GRI 102-54 GRI 102-55 Alle Daten und Berechnungsgrundlagen dieses Integrierten Geschäftsberichts sind an nationalen und internationalen Standards sowie Leitlinien der Finanz- (u. a. den Rechnungslegungsstandards IFRS) und der Nachhaltigkeitsberichterstattung (den Global Reporting Initiative Standards und den G4 Sector Disclosures „Electric Utilities“) ausgerichtet. Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den GRIStandards 2016 sowie 2018 (betreffend GRI 303: Wasser und Abwasser), Option „Kern“, erstellt. Der aktuelle GRI-Inhaltsindex mit dem erstmals 2019 erstellten TCFD-Index ist auf der VERBUND-Webseite einsehbar. Die bei der Berechnung von Kennzahlen verwendeten Methoden, Standards und Faktoren sowie die getroffenen Annahmen können jederzeit im Unternehmen in den Bereichen Investor Relations und Nachhaltigkeit nachgefragt werden. In den Marginalien dieses Berichts werden neben den Hinweisen auf die GRI-Angaben auch VERBUND-Beiträge zu den jeweiligen Sustainable Development Goals (SDGs) und den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN angeführt. Zusätzlich wird hier auf jene Inhalte verwiesen, bei denen VERBUND den Empfehlungen der Task Force on Climate–Related Financial Disclosures (TCFD) im Hinblick auf klimabezogene finanzielle Risiken folgt. VERBUND ist Unterzeichner des UN Global Compact und unterstützt die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Dieser Integrierte Geschäftsbericht ist zugleich der VERBUNDFortschrittsbericht zum UN Global Compact (Communication on Progress). INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Zum integrierten Bericht 9 Externe Prüfung Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der NFI-Bericht werden inhaltlich einer externen Prüfung durch den unabhängigen Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH unterzogen. Sprachliche Gleichbehandlung ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen. Daher werden in diesem Bericht wesentliche Teile – wie beispielsweise jene, die die VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter betreffen – geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit wird an anderen Stellen des Berichts nur die männliche Form angeführt. Stets sind aber Männer wie Frauen gemeint. VERBUND VERBUND-Kraftwerks-App Besuchen Sie mit Ihrem mobilen Gerät die virtuelle Welt von VERBUND. Die zugehörige App für Android und iOS erhalten Sie unter www.verbund.com/app. Wir laden Sie zu einem spannenden virtuellen Einblick in die Welt von VERBUND ein, der Ihnen neue Perspektiven eröffnet. Mit der diesem Bericht beiliegenden Landkarte oder dem QR-Code in der Marginalie, können Sie direkt in die VERBUND-Welt eintauchen. GRI 102-56 Siehe „Unabhängiger Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk“ 10 Vorwort des Vorstands Geschätzte Damen und Herren! GRI 102-14 Das Geschäftsjahr 2019 war für uns sehr wichtig und erfreulich. Wichtig, weil wir weitere wesentliche strategische Zielsetzungen beschlossen haben, die die Zukunft des Konzerns nachhaltig positiv gestalten werden. Erfreulich, weil wir, wie in den beiden Geschäftsjahren davor, wieder eine höchst beachtliche wirtschaftliche Entwicklung vorweisen konnten, die unsere eingeschlagene Strategie bestätigt. Diese spiegelte sich auch in unserem Aktienkurs wider. Die VERBUND-Aktie verzeichnete 2019 – bedingt durch das unverändert günstige Marktumfeld für Erzeuger erneuerbarer Energien – einen Kursanstieg in Höhe von 20,1 % und setzte damit die positive Entwicklung von 2018 fort. Aus der positiven Entwicklung an der Börse ergab sich auch die Aufnahme der VERBUND-Aktie in den ATX five, den Aktienindex der fünf wertvollsten Unternehmen im ATX. Wir sind überzeugt davon, dass VERBUND mit nahezu 100 % erneuerbaren Energieträgern ideal für eine dekarbonisierte, dezentrale und digitalisierte Energiezukunft positioniert ist. VERBUND-Strategie weiterentwickelt und geschärft. Unsere Strategie basiert auf fünf strategi- schen Stoßrichtungen: der umweltfreundlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft, dem nachhaltigen Ausbau und effizienten Betrieb des österreichischen Hochspannungsnetzes, dem Ausbau der neuen erneuerbaren Stromerzeugung aus Wind und Sonne, dem Einsatz unserer flexiblen Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie der Bereitstellung einer breiten Produktpalette an Energielösungen für unsere Kunden. Ergänzt wird die Strategie durch wesentliche Themenbereiche in der Innovation (z. B. der grüne Wasserstoff oder die neuen Speichertechnologien) sowie in der Digitalisierung, die unser Geschäftsmodell optimal ergänzen. In allen Bereichen der Strategie wurden 2019 weitere wesentliche Entscheidungen getroffen. Im Bereich der umweltfreundlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft setzen wir den Schwerpunkt auf den Substanzerhalt in Verbindung mit Effizienzsteigerungen in bestehenden Kraftwerken bzw. auf den selektiven Neubau von Wasserkraftwerken. 2019 erfolgte der Baustart des Wasserkraftprojekts Töging in Bayern. Das 1924 am Innkanal errichtete Laufwasserkraftwerk mit einer Leistung von rund 85 MW wird erweitert und modernisiert. Nach einer rund vierjährigen Investitionsphase und einem geplanten Investitionsvolumen in der Höhe von rund 250 Mio. € werden ab 2023 ca. 32 MW an zusätzlicher Leistung zur Verfügung stehen. 2019 fand zudem die Eröffnung des Wasserkraftwerks Gries statt. Mit einer Investitionssumme im Ausmaß von rund 50 Mio. € wird das Kraftwerk zukünftig in etwa 10.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom aus Wasserkraft versorgen. In den kommenden drei Jahren planen wir insgesamt rund 650 Mio. € in den weiteren Ausbau und die Erhaltung der Wasserkraft zu investieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Im Bereich des österreichischen Hochspannungsnetzes, welches von unserer 100 -%-Tochter Austrian Power Grid AG betrieben wird, wurden 2019 ebenfalls wesentliche Entscheidungen zum Ausbau getroffen. So sind im österreichischen Hochspannungsnetz umfassende Investitionen notwendig, um die zunehmende Menge an neuen erneuerbaren Energien in das europäische Stromnetz zu integrieren, die daraus resultierenden Volatilitäten im Stromnetz zu reduzieren und den 380-kV-Ringschluss in Österreich zu vollziehen. 2019 erfolgte der Beschluss zum Bau der 380-kV-Leitung in Salzburg, ein rund 890-Mio.-€-Projekt im Rahmen eines ca. 2,9 Mrd. € umfassenden Netzentwicklungsplans, den die Austrian Power Grid AG in den kommenden zehn Jahren realisieren will. Wir werden zukünftig einen weitaus stärkeren Fokus auf den Ausbau der neuen erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne legen. Die geschärfte VERBUND-Strategie sieht vor, dass rund 20 % bis 25 % INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Vorwort des Vorstands unserer Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 aus neuen erneuerbaren Energiequellen stammen sollen. Dahingehend wurde im Geschäftsjahr 2019 auch eine neue VERBUND-Tochtergesellschaft gegründet. Die Bereiche Photovoltaik und Onshore-Windparks gewinnen für VERBUND vermehrt an Bedeutung. Wir sind der Meinung, dass die zunehmende Marktfähigkeit der neuen erneuerbaren Energien uns große Potenziale eröffnet. Zudem möchten wir unser Produktportfolio damit in Europa regional stärker diversifizieren. VERBUND-Projekte sind auch wesentliche Bausteine zur Erreichung der österreichischen wie europäischen Klimaziele. Dazu notwendig sind der Ausbau aller erneuerbaren Energieträger, der Ausbau der Infrastruktur, der Ausbau der Speicher sowie Investitionen in die Energieeffizienz. Downstream-Projekt fokussiert Vertriebsaktivitäten. Im Bereich des Absatzes haben wir 2019 im Rahmen eines Downstream-Projekts unsere Vertriebsaktivitäten fokussiert. Zielsetzung dabei war die Ausrichtung des Produktportfolios und der Organisationsstruktur auf die Anforderungen unserer Kunden und die neuen Herausforderungen in der Energiewelt. Gleichzeitig wurden Prozesse optimiert, um einen nachhaltigen Ergebnisbeitrag sicherzustellen. Neben dem Produkt Strom wird VERBUND zukünftig Photovoltaik- und Batterielösungen für seine Kunden anbieten sowie seine Lösungen für die Vermarktung von Flexibilitäten der Kunden ausweiten. Im Privatkundenbereich haben wir per 31. Dezember 2019 die 500.000 Strom- und Gaskundenmarke überschritten. Strategische Weiterentwicklung durch Digitalisierung sowie Innovation. Die Digitalisierung und die Forschung an neuen Speichertechnologien und am grünen Wasserstoff wurden seitens VERBUND im Jahr 2019 ebenfalls weiter vorangetrieben. Die Digitalisierung steht bei VERBUND in allen Geschäftsbereichen im Mittelpunkt der Aktivitäten mit dem Ziel, hocheffizient und effektiv für die Energiezukunft aufgestellt zu sein. Unsere Arbeitsweise im Bereich der Digitalisierung wird u. a. am Beispiel des „Digitalen Kraftwerks“ im steirischen Pilotkraftwerk Rabenstein sichtbar. Speichertechnologien sind für die Umsetzung der Energiewende unumgänglich. Neben den Pumpspeicherkraftwerken sollen neue Speichertechnologien VERBUND dabei unterstützen, die volatile Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien auszugleichen. Diese werden z. B. im Projekt BlueBattery durch die Integration eines Großbatteriespeichers in das bestehende Laufkraftwerk Wallsee-Mitterkirchen getestet. Der grüne Wasserstoff als Energieträger steht für VERBUND in seinen Forschungsarbeiten ebenfalls im Vordergrund. So wurde am voestalpine-Standort in Linz im aktuellen Geschäftsjahr eine der weltweit größten ProtonExchange-Membrane-Elektrolyseanlagen (PEM) mit 6 MW Leistung in Betrieb genommen. Darüber hinaus forscht VERBUND am Kraftwerksstandort Mellach gemeinsam mit der TU Graz ebenfalls zum Thema grüner Wasserstoff. VERBUND und OMV evaluieren weiters gemeinsam den möglichen Bau einer elektrolytischen Wasserstoffproduktion. Starkes Commitment zur sozialen Verantwortung. Wir bei VERBUND nehmen unsere gesellschaftli- che Verantwortung sehr ernst. So wird das Thema Nachhaltigkeit seit mehreren Jahrzehnten in unserem Unternehmen gelebt. Unseren ersten Umweltbericht haben wir bereits 1994 herausgebracht. Damit waren wir Trendsetter in der Darstellung von umweltrelevanten Faktoren in Österreich. Dem steigenden Bedarf an ganzheitlichen Unternehmensinformationen für unsere Anspruchsgruppen entsprechen wir seit 2015 mit einem integrierten Geschäftsbericht. Zudem entwickeln wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie laufend weiter und gehen intensiv auf unsere Stakeholder-Gruppen ein. Als Leuchtturmprojekte unserer Aktivitäten im sozialen Bereich sind zwei Projekte besonders zu erwähnen. So sind wir seit zehn Jahren Partner der Diakonie. Im Zuge dessen setzen wir uns gemeinsam für den Rechtsanspruch 11 12 auf assistierende Technologien und unterstützte Kommunikation für behinderte Personen in Österreich ein. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas unterstützt armutsgefährdete Menschen rasch und unbürokratisch. Seit Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2009 profitierten insgesamt 4.500 Haushalte mit insgesamt 11.500 in den Haushalten lebenden Personen vom Angebot des VERBUND-Stromhilfefonds. Sehr gute Geschäftsentwicklung. Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 war äußerst erfreulich. Alle steuerungsrelevanten Kennzahlen des Konzerns konnten erheblich verbessert werden. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Realisierung der stark gestiegenen durchschnittlichen Absatzpreise, bedingt durch ein höheres Strompreisniveau auf dem Großhandelsmarkt für Strom, zurückzuführen. Der durchschnittliche Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte um 9,7 €/MWh auf 39,0 €/MWh gesteigert werden. Auch die Erzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,01 um 7 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres und um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt. Der Ergebnisbeitrag aus dem Segment Netz fiel aufgrund höherer temporärer Mehrerlöse ebenfalls besser aus als in der Berichtsperiode des Vorjahres. Das EBITDA, das operative Ergebnis vor Abschreibungen, stieg um 36,9 % auf 1.183,5 Mio. €, und das Konzernergebnis erhöhte sich um 28,1 % auf 554,8 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Nach Bereinigung der Ergebnisse um positive Einmaleffekte stieg das EBITDA um 37,1 %, das Konzernergebnis konnte sogar um 60,4 % auf 549,0 Mio. € gesteigert werden. Erheblich verbessert werden konnte neben der Ertragslage auch die Finanzlage des Konzerns. Der operative Cashflow stieg um 81,3 % auf 1.204,3 Mio. €, der Free Cashflow nach Dividende erreichte einen Rekordwert von 639,3 Mio. €. Mit dieser Finanzkraft konnte die Verschuldung weiter reduziert werden. Das Net Debt/EBITDA lag zum 31. Dezember 2019 bei 1,9 und zählt damit zu den Top-Werten aller europäischen Versorger. Auch hinsichtlich der Rentabilität und Profitabilität erzielt der Konzern Spitzenwerte. Der Return on Capital Employed (ROCE) bzw. die Eigenkapitalrentabilität verbesserten sich auf 7,8 % bzw. 10,2 %. Die EBITDA-Marge liegt bei attraktiven 30,6 %. Dividende. In der Hauptversammlung am 28. April 2020 werden wir für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von 0,69 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis, beträgt für 2019 somit 43,7 % (bezogen auf das berichtete Konzernergebnis 43,2 %). Unser großer Dank gilt allen unseren Kundinnen und Kunden sowie allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Investoren, unseren Lieferanten und unseren Kooperationspartnern. Lassen Sie uns gemeinsam die Kraft und den Mut aufbringen, weitere Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen! INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Bericht des Aufsichtsrats 13 Bericht des Aufsichtsrats VERBUND, Österreichs führendem Stromunternehmen, gelang es im Geschäftsjahr 2019, die positiven energiewirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen zu nutzen und erneut ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. So konnte die profitable und nachhaltige Entwicklung erfolgreich fortgesetzt werden. Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Erfüllung der Aufgaben Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 95 %. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand in wesentlichen zukunftsorientierten Fragen, insbesondere zu Struktur und Strategie des Unternehmens, beraten und entsprechend der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Im Zuge dessen wurde nach einem ausführlichen Strategieprozess die überarbeitete Unternehmensstrategie verabschiedet. Die Kontrolle fand in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt und gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Die wesentlichen Beschlussfassungen des Aufsichtsrats sind im konsolidierten Corporate Governance Bericht 2019 dargestellt. Zwischen den Sitzungen gab es regelmäßig Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Mitgliedern des Vorstands, insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden. Neues Präsidium des Aufsichtsrats Anstelle des aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Dr. Gerhard Roiss wurde in der Hauptversammlung am 30. April 2019 MMag. Thomas Schmid in den Aufsichtsrat und anschließend einstimmig zu dessen Vorsitzenden gewählt. Anstelle des ebenfalls ausgeschiedenen Prof. Dr. Michael Süß wurde als weiterer Kapitalvertreter Mag. Martin Ohneberg in den Aufsichtsrat und zum 1. Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt. Bei den Arbeitnehmervertretern wurde Veronika Neugeboren mit Wirkung vom 30. April 2019 anstelle von Dipl.-Ing Hans Pfau in den Aufsichtsrat entsendet. Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats Als eines der führenden börsennotierten Unternehmen bekannte sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und ist bestrebt, den Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden die Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, grundsätzlich eingehalten. Gemäß der Anforderung des Kodex (Regel 36) führte der Aufsichtsrat wieder eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit, vor allem seiner Organisation und Arbeitsweise, durch. Die Evaluierung wurde mit einem umfangreichen schriftlichen Fragebogen, der von den Mitgliedern beantwortet wurde, vorgenommen. Die Ergebnisse der Auswertung erörterte der Aufsichtsrat in einer Sitzung. Im Zusammenhang mit der Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern nahestehen, GRI 102-26 14 setzte sich der Aufsichtsrat erneut auch mit möglichen Interessenkollisionen auseinander. Dabei stellte er keine Interessenkonflikte fest, die über einzelne Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr drei Sitzungen ab. Er befasste sich dabei vor allem mit den Quartalsabschlüssen, dem Budget und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Chancen- und Risikomanagement und dem Kontroll- und Revisionssystem sowie mit den Prüfungen durch die Interne Revision. Der Strategieausschuss des Aufsichtsrats ist vor allem zuständig für die Abstimmung der Unternehmensstrategie mit dem Vorstand sowie für die jährliche Überprüfung der Strategie und Begleitung allfälliger Anpassungen. Im Berichtsjahr hielt der Strategieausschuss für die Begleitung der Überarbeitung der Konzernstrategie sowie für einzelne strategisch relevante Themen drei Sitzungen ab. Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Dringlichkeitsausschuss sowie ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet. Der Vergütungsausschuss hielt eine Sitzung ab, welche insbesondere die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variable Vergütung des Vorstands zum Gegenstand hatte. Der Nominierungsausschuss und der Dringlichkeitsausschuss traten im Berichtsjahr nicht zusammen. Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem konsolidierten Corporate Governance Bericht 2019 zu entnehmen. Jahresabschluss und Konzernabschluss Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat den zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss gemäß Artikel 11 der Abschlussprüfer-VO gelegt und über das Ergebnis der Abschlussprüfung schriftlich berichtet. Er hat festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er bestätigt, dass der Lagebericht und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2019 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht hat der Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie den vom Vorstand vorgelegten konsolidierten Corporate Governance Bericht und den gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Es gab keinen Anlass zu wesentlichen Beanstandungen. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Bericht des Aufsichtsrats Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2019 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen. Wien, im März 2020 MMag. Thomas Schmid Vorsitzender des Aufsichtsrats 15 16 VERBUND auf einen Blick. Unternehmen und Strategie Am Strom der Zukunft. UNSER ANTRIEB. UNSERE ENERGIE. Auf Basis regionaler Wasserkraft gestaltet verbund mit maßgeschneiderten, verlässlichen Energielösungen die lebenswerte Energiezukunft. AKTIONÄRSSTRUKTUR Republik Österreich 51 % Streubesitz < 20 % TIWAG > 5% Mit sauberem Strom und innovativen Lösungen geben wir der Zukunft Energie – das ist unsere Mission. VERBUND ist einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Die Wertschöpfungskette von VERBUND umfasst Erzeugung, Transport, Handel und Vertrieb von elektrischer Energie sowie sonstige Energieträger und Energiedienstleistungen. Das Unternehmen erzielte 2019 mit rund 2.800 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 3,9 Mrd. €. Seit 1988 notiert VERBUND an der Börse Wien; 51 % des Aktienkapitals besitzt die Republik Österreich. Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke > 25 % Kontakt VERBUND AG, Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich +43(0)50313-0 information@verbund.com www.verbund.com GRI 102-1, GRI 102-2, GRI 102-3, GRI 102-4, GRI 102-5, GRI 102-6 ERZEUGUNG Alle Werte 2019 verbund ist Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Wasser- und Windkraft sind die wichtigsten Erzeugungstechnologien – rund 95 % seines Stroms erzeugt verbund aus diesen erneuerbaren Quellen. Langfristig soll eine zu 100 % CO2-freie Stromerzeugung Realität werden. Wasserkraft1 92 % der Stromerzeugung 131 Wasserkraftwerke 30.660 GWh Erzeugung Windkraft 3 % der Stromerzeugung 153 Windkraftanlagen 929 GWh Erzeugung Wärmekraft 5 % der Stromerzeugung 2 Wärmekraftwerke 1.570 GWh Erzeugung 1 inkl. Bezugsrechten INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Unternehmen und Strategie 17 Kernmärkte inkl. Erzeugungsund Handelsaktivitäten Erzeugungskapazitäten und/oder Handelsaktivitäten HANDEL UND VERTRIEB TRANSPORT ENERGIENAHE DIENSTLEISTUNGEN Privatkunden beziehen Strom aus 100 % Wasserkraft und klimaneutrales Erdgas sowie eine Reihe von innovativen Lösungen für den smarten Haushalt. Für Industrie- und Gewerbekunden entwickelt verbund unter anderem maßgeschneiderte Lösungen für Energieeffizienz und flexibles Energiemanagement. In Österreich hat verbund bei Strom im Kleinkundensegment einen Marktanteil von 8 %, im Großkundensegment von 20 %. In Deutschland ist verbund der führende Grünstromanbieter für Wiederverkäufer und Großkunden. Die Handelsaktivitäten von verbund konzentrieren sich auf zwölf Länder. Die Austrian Power Grid (APG) ist die 100%ige Netztochter der VERBUND AG und betreibt das österreichische Übertragungsnetz mit einer Trassenlänge von rund 3.400 km sowie 64 Umspannwerken und Schaltanlagen. Im Herzen Europas integriert es Strom aus erneuerbaren Energien in die europäische wie österreichische Stromversorgung und hilft maßgeblich mit, die Energiewende zu verwirklichen. Das leistungsfähige Netz gewährleistet die Versorgungssicherheit und ist eine Grundlage für die Entwicklung eines EU-weit liberalisierten Strommarkts. Mit neuen Energiedienstleistungen und smarten Produkten gestaltet verbund schon heute aktiv die Energiezukunft. Wir arbeiten an technischen und ökonomischen Lösungen für eine sichere, bezahlbare und umweltschonende Energieversorgung. Das Angebot reicht von Convenience-Services über dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung bis hin zur Energieoptimierung für Haushalte ebenso wie für Gewerbeund Industriekunden. 18 VERBUND-Strategie 2030 TCFD Die VERBUND-Strategie basiert auf fünf wesentlichen strategischen Stoßrichtungen: der effizienten Stromerzeugung aus Wasserkraft, dem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Windenergie und Photovoltaik, dem nachhaltigen Ausbau und sicheren Betrieb des österreichischen Hochspannungsnetzes, dem Einsatz der flexiblen Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in Österreich und dem Absatzbereich mit der Bereitstellung kundenorientierter und innovativer Produkte und Lösungen. Als einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa ist und bleibt die effiziente Stromerzeugung aus Wasserkraft das Herzstück unseres Unternehmens. Dafür legen wir den Fokus sowohl auf den Substanzerhalt der bestehenden 131 Kraftwerke als auch auf die permanente Optimierung der flexiblen Erzeugungsanlagen, um auch in Zukunft eine CO2-freie Grund- und Spitzenlasterzeugung in unseren Kernmärkten Österreich und Deutschland gewährleisten zu können. Durch neue Initiativen, wie zum Beispiel das Pilotprojekt „Digitales Wasserkraftwerk“, setzen wir neue Maßstäbe im Bereich der Digitalisierung von Wasserkraftwerken. Neben Substanzerhalt und Optimierung des bestehenden Erzeugungsportfolios steht auch die umweltverträgliche Nutzung noch vorhandener Wasserkraftpotenziale in unserem Fokus. Ergänzend zur Wasserkraft setzen wir in den kommenden Jahren verstärkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Onshore-Wind und Photovoltaik. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf dem organischen Wachstum in unseren bestehenden Kernmärkten, sondern auch auf Akquisitionen attraktiver Wind- und Photovoltaikanlagen in Europa. Langfristig streben wir den wirtschaftlichen Aufbau eines Onshore-Wind- und Photovoltaikportfolios an, das bis zum Jahr 2030 einen Anteil von rund 20 % bis 25 % an der Gesamterzeugung von VERBUND ausmacht. Vor allem in Kombination mit unseren flexiblen Erzeugungsanlagen können wir dadurch einen großen Beitrag zur Dekarbonisierung in Österreich und Europa leisten. Unsere 100-%-Tochter Austrian Power Grid AG (APG) ist Regelzonenführer und betreibt das österreichische Übertragungsnetz. Mit einer Trassenlänge von 3.428 km sowie 64 Umspannwerken und Schaltanlagen bildet das APG-Netz das Rückgrat der heimischen Stromversorgung. Es stellt den überregionalen innerösterreichischen sowie den internationalen Stromaustausch zwischen Erzeugern und Verbrauchern sicher und gewährleistet eine stabile Versorgung der Verteilnetze. Die APG steht für Versorgungssicherheit, ist eine Marktplattform und von zentraler Bedeutung für die Umsetzung der Energiewende. Dafür sind im österreichischen Übertragungsnetz umfassende Investitionen notwendig, die durch die Umsetzung des Netzentwicklungsplans sichergestellt werden. Dieser nachhaltige Ausbau des Übertragungsnetzes ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung der österreichischen Klimaziele. Unsere flexiblen thermischen Kraftwerke leisten im Rahmen des Engpassmanagements einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich. Zur weiteren Dekarbonisierung stellen wir das Fernheizkraftwerk Mellach nach Auslaufen der Heizperiode 2019/20 auf reinen Gasbetrieb um. In Zukunft werden am Standort Mellach erfolgversprechende Technologien für die Energiezukunft erforscht und getestet. Wir verstehen uns als Partner für unsere Kunden im Energiebereich, speziell bei der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen. Unsere Aktivitäten im Stromhandel dienen zum einen der optimierten Vermarktung unserer Eigenerzeugung, zum anderen steigern wir mit innovativen Grünstrom- und Flexibilitätsprodukten die Wertigkeit unseres Stroms und bauen mit kundennahen INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Unternehmen und Strategie 19 Handelsprodukten sowie neuen Dienstleistungen unser Portfolio kontinuierlich aus. Im Vertriebsbereich erhalten unsere Endkunden sauberen Strom und klimaneutrales Gas sowie energienahe Angebote und innovative Lösungen zur effizienten Energienutzung. Speziell mit sektorenübergreifenden Projekten rund um die Themen alternative Energieträger und neue Speichertechnologien positionieren wir uns als führendes Unternehmen im Bereich der Sektorenkopplung, gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft. VERBUND ist Katalysator der Energiezukunft in Österreich, der die sichere Versorgung der Wirtschaft und Gesellschaft mit elektrischer Energie gewährleistet. Wir unterstützen maßgeblich die Systemintegration volatiler erneuerbarer Erzeugung und gestalten als Treiber der Sektorenkopplung die Energiewirtschaft in Europa. Die strategischen Stoßrichtungen der VERBUND-Strategie 2030 Effiziente Wasserkrafterzeugung Neue erneuerbare Erzeugung Substanzerhalt der bestehenden Wasserkrafterzeugung und Optimierung des flexiblen Erzeugungsportfolios sowie Nutzung der noch vorhandenen Wasserkraftpotenziale Langfristiger wirtschaftlicher Aufbau von rund 20 % bis 25 % der Gesamterzeugung aus OnshoreWindkraftanlagen und Photovoltaik als Beitrag zur Dekarbonisierung Sicherer Netzbetrieb Versorgungssicherheit Kundenorientierte Lösungen Nachhaltiger Ausbau des Übertragungsnetzes als Grundlage einer sicheren Betriebsführung und eines liquiden Strommarkts in Österreich und Europa Einsatz der bestehenden, flexiblen Gaskraftwerke im Engpassmanagement Innovativer Partner für Kunden im Energiebereich und Entwicklung nachhaltiger Lösungen mit alternativen Energieträgern und neuen Speichern Die VERBUND-Strategie 2030 ist für den gesamten Konzern handlungsleitend. Dies ist durch die Definition von verbindlichen, operativen Zielvorgaben für alle Wertschöpfungsstufen sichergestellt. 20 Unternehmensziele GRI 102-14 TCFD Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse und der Unternehmensziele festgelegt: Wesentliche Themen VERBUND-Strategie wurden folgende mittelfristige Unternehmensziele Finanzielle Stabilität: Net Debt/EBITDA < 3,0 Wertsteigerung des Unternehmens1 Kapitalrentabilität: ROCE > 7,0 % Anstreben/Absichern eines Ratings im A-Bereich Versorgungssicherheit Substanzerhalt und weiterer Ausbau im Erzeugungsbereich Wasserkraft Bereitstellung flexibler Erzeugungseinheiten Sicherer Netzbetrieb Umsetzung des Netzentwicklungsplans Neue erneuerbare Erzeugung 20– 25 % der Gesamterzeugung bis 2030 stammen aus Wind und Photovoltaik Kundenbeziehungen Customer-Loyalty-Index: ≥ 75 Punkte Entwicklung und Umsetzung eines VERBUND-Start-up-EngagementProgramms Innovation Abschluss einer internationalen Innovationspartnerschaft Entwicklung und Start von neuen Leuchtturmprojekten entlang der strategischen Innovationsfelder (Weiter-)Entwicklung eines Innovationsindex von VERBUND Durchführung von Projekten mit Fokus auf Einführung digitaler Lösungen entlang der Wertschöpfungskette im Konzern Digitalisierung, Informationssicherheit und Datenschutz Aufbau eines Technologieradars für die proaktive Identifizierung und Bewertung innovativer digitaler Lösungen Erreichung von 100 % der relevanten Mitarbeiter in Bezug auf die Awareness zu Daten- und Informationssicherheit Umsetzung der geplanten Informationssicherheitsprojekte Klimaschutz Ausstieg aus der Strom- und Fernwärmeerzeugung aus Steinkohle 2020 Verringerung der spezifischen Emissionen < 10 g CO2e/kWh (Scope 1) bis 2021 Reduktion der Energieintensität um 25 % (2015– 2021) Energie- und Ressourcenverbrauch Reduktion der Wasserintensität um 50 % (2015– 2021) Reduktion der Materialintensität in thermischen Kraftwerken um 80 % (2015– 2021) Umsetzung der wirtschaftlichen Effizienzmaßnahmen aus Energieaudits Investitionen von rund 280 Mio. € bis 2027 in ökologische Maßnahmen an Flüssen, wie z. B. Fischwanderhilfen oder Renaturierungen Steigerung der Anzahl der Fischwanderhilfen um 50 % (2015– 2021) Umwelt- und Naturschutz Reduktion der NOx-Emissionen um 80 % (2015– 2021) Reduktion der SO2-Emissionen um 100 % (2015– 2021) Reduktion der Staubemissionen um 90 % (2015– 2021) INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Unternehmen und Strategie Gesundheit und Sicherheit Lost Time Injury Frequency (LTIF) ≤ 5 Schrittweise ISO-45001-Zertifizierung aller VERBUND-Standorte bis 2025 Fluktuationsrate < 5 % Attraktiver Arbeitgeber 38,5 Bildungsstunden pro Mitarbeiter pro Jahr 35 neue Lehrlinge pro Jahr Frauenanteil > 20 % Diversität und Inklusion im Unternehmen Ausgewogene Altersstruktur der Beschäftigten (Benchmark: unselbstständig Erwerbstätige nach Altersgruppen in Österreich) Erfüllung der gesetzlich vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderung (derzeit: 4 % in AT, 5 % in DE) Compliance 1 100 % Teilnahmequote bei verpflichtenden Compliance-Schulungen Auf Basis der bestehenden Asset- und Wertschöpfungsstruktur 21 22 Investor Relations Internationales Kapitalmarktumfeld 2019 Nächste Termine: Nachweisstichtag Hauptversammlung: 18.4.2020 Hauptversammlung: 28.4.2020 Ex-Dividendentag: 5.5.2020 Nachweisstichtag Dividenden: 6.5.2020 Dividendenzahltag: 18.5.2020 Ergebnis Quartal 1/2020: 13.5.2020 Das Börsenjahr 2019 war insgesamt betrachtet rekordverdächtig. Trotz Rezessionsängsten, des Brexits sowie des Handelskonflikts zwischen den USA und China wird das Geschäftsjahr 2019 den Investoren als fantastisches Jahr in Erinnerung bleiben. Positive Impulse kamen vor allem vonseiten der Notenbanken, die aufgrund der sich verlangsamenden Weltwirtschaft ihre geldpolitischen Maßnahmen verstärkten. Die expansive Geldpolitik dürfte auch unter der neuen EZB-Präsidentin Christine Largarde in Europa bis auf Weiteres fortgeführt werden. Besonders gegen Jahresende 2019 verhalfen die Einigung auf ein Teilabkommen und die damit einhergehende Beruhigung im Handelsstreit der USA mit China den Börsen zu neuen Rekorden. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial beendete das Jahr 2019 dadurch mit einem Plus in Höhe von 22,3 %. Der Eurostoxx 50 entwickelte sich sogar noch etwas besser und verzeichnete eine Performance von +24,8 % im Vergleich zum Jahresultimo 2018. Die Entwicklung des japanischen Aktienindex Nikkei 225 verlief nicht ganz so gut. Dennoch konnte auch hier das Jahr mit einem Plus in Höhe von 18,2 % beendet werden. Einzig in den Emerging Markets waren die Kursentwicklungen verhaltener. Der MSCI Emerging Markets Index beendete das Jahr mit +15,4 % gegenüber seinem Letztstand von 2018. Der ATX verlief im Gleichklang mit der globalen Kursentwicklung und verzeichnete 2019 ein Plus von 16,1 %. Sein Letztstand zum Jahresultimo 2019 betrug 3.186,9 Punkte. VERBUND-Aktie Schlusskurse VERBUND-Aktie in €/Aktie 44,7 37,2 20,1 17 18 19 Die VERBUND-Aktie entwickelte sich 2019 – bedingt durch das positive Marktumfeld für Erzeuger aus erneuerbaren Energieträgern – weiterhin sehr erfreulich und setzte die gute Entwicklung des Jahres 2018 fort. Der Kurs stieg beinahe durchgehend bis zu seinem Höchststand Anfang September. Danach folgte eine Korrekturphase bis Mitte November 2019, die in eine Seitwärtsbewegung bis Jahresende überging. Die Aktie beendete das Geschäftsjahr 2019 mit einem Schlusskurs von 44,7 € und verzeichnete damit ein Plus von 20,1 % gegenüber dem Kurs vom 31. Dezember 2018. Damit lag die Performance der VERBUND-Aktie über dem österreichischen Börsenindex ATX (Gesamtjahresperformance +16,1 %), aber unter dem europäischen Branchenindex DJ STOXX Utilities (Gesamtjahresentwicklung +24,6 %). Mit einer Marktkapitalisierung von 15,5 Mrd. € zählte VERBUND 2019 zu den größten heimischen börsennotierten Unternehmen. Aus der positiven Entwicklung an der Börse ergab sich auch die Aufnahme in den ATX five. VERBUND-Aktie: Relative Kursentwicklung 2019 175 VERBUND 150 125 +24,6% +20,1% +16,1% 100 DJ STOXX Utilities 75 1.1. 1.2. 1.3. 1.4. ATX 1.5. 1.6. 1.7. 1.8. 1.9. 1.10. 1.11. 1.12. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Investor Relations 23 Aktienkennzahlen Einheit 2018 2019 Veränderung Höchstkurs € 44,8 55,3 23,4 % Tiefstkurs € 20,0 38,0 90,2 % Schlusskurs € 37,2 44,7 20,1 % Performance % 84,9 20,1 – Mio. € 12.937,8 15.543,4 20,1 % % 6,2 6,2 – Mio. € 3.803,0 4.399,9 15,7 % Stück 459.485 379.239 – 17,5 % Marktkapitalisierung Gewichtung ATX Umsatz Wert Umsatz Stück/Tag Aktivitäten des Investor-Relations-Teams 2019 Die aktive und offene Kommunikation mit Investoren, Analysten und Kleinaktionären im Rahmen von Roadshows, Conference Calls und persönlichen Gesprächen ist VERBUND ein wichtiges Anliegen. Im Jahr 2019 war das Investor-Relations-Team von VERBUND auf Roadshows in Europa und den USA und nahm an mehreren großen Investorenkonferenzen teil. Gemeinsam mit dem Vorstand informierte das Team Investoren aus aller Welt über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung von VERBUND. Auf der Website www.verbund.com finden sich im Bereich „Investor Relations“ umfangreiche Informationen wie die Geschäfts- und Zwischenberichte, die Finanztermine und Veranstaltungen, aktuelle Aussendungen, Präsentationen und Excel-Datensheets sowie die Dokumente zu den VERBUNDHauptversammlungen der vergangenen Jahre. Die Bekanntheit der VERBUND-Aktie am Kapitalmarkt wird aufgrund der Beobachtung durch 15 renommierte heimische und internationale Investmentbanken fortlaufend gesichert. Folgende Investmenthäuser analysierten zum 31. Dezember 2019 unser Unternehmen: Alpha Value (Auguste Deryckx Lienart) Barclays (Peter Crampton) Berenberg Bank (Lawson Steele) Commerzbank (Tanja Markloff) Credit Suisse (Wanda Serwinowska) Erste Group (Petr Bártek) Exane BNP Paribas (Sofia Savvantidou) HSBC (Adam Dickens) IR-Kontakt: Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement, M&A und Investor Relations Tel.: +43 (0)50 31352604 E-Mail: investorrelations@verbund.com Kepler Cheuvreux (Ingo Becker) Macquarie (Martin Brough) Mainfirst (Martin Tessier) Morgan Stanley (Robert Pulleyn) Oddo BHF (Louis Boujard) Raiffeisen Centrobank (Teresa Schinwald) Société Générale (Lueder Schumacher) Aktuelle Ratings Die Ratings von VERBUND zum 31. Dezember 2019 lauteten wie folgt: • Standard & Poor’s: A/stable outlook • Moody’s: Baa1/positive outlook Nähere Informationen zum Rating finden Sie im Kapitel „Finanzen“ > Finanzierung 24 VERBUND in Nachhaltigkeitsindizes und -ratings Im Jahr 2019 standen nachhaltige Investments am Kapitalmarkt weiterhin hoch im Kurs. Sowohl Kunden als auch Initiativen der Europäischen Kommission zu Sustainable Finance veranlassten die Investoren, verstärkt auf ökologische, ethische und soziale Kriterien zu setzen. Die konsequente Verfolgung eines nachhaltigen Geschäftsmodells wirkte sich positiv auf die Nachhaltigkeitsratings von VERBUND aus. So verbesserte sich VERBUND beim Rating von Sustainalytics auf 20,2 von 100 Punkten (2018: 23,8; Anmerkung: je niedriger, desto besser) und untermauert damit sein starkes Management bei der Handhabung von Nachhaltigkeitsrisiken. Besondere Stärke attestierte Sustainalytics VERBUND dabei vor allem im Umgang mit Emissionen, Abwasser und Abfällen. Auch ISS-oekom und die Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis aktualisierten 2019 ihre Ratings von VERBUND und bestätigten erneut den hohen Standard des Nachhaltigkeitsmanagements. Bei EcoVadis erreichte VERBUND neuerlich den GOLD-Status und gehört damit weiterhin zu den Top-10Prozent von mehr als 50.0000 bewerteten Unternehmen. ISS-oekom bewertete VERBUND wieder mit der Note „B“ und hob das starke Umweltmanagement und den Beitrag von VERBUND zum Klimaschutz besonders hervor. Der amerikanische Finanzdienstleister MSCI vergab bei seinem ESG-Rating die sehr gute Gesamtnote „AA“ an VERBUND und unterstrich dabei die starken Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Effizienzsteigerung. VERBUND nutzt erneuerbare Energieträger für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zeichnet jedes Jahr die besten Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen mit dem Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) aus. VERBUND erreichte im Jahr 2019 in der Kategorie „Integrierte Geschäftsberichte“ den hervorragenden zweiten Platz. Die Jury würdigte den Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht 2018 für die lange Tradition der Berichterstattung und die übersichtlichen Abbildungen mit Tabellen und Grafiken. Besonders positiv hervorgehoben wurde die Darstellung von Chancen und Risiken des Klimawandels für VERBUND. Siehe auch: www.voenix.at VERBUND war per 31. Dezember 2019 Mitglied in folgenden Nachhaltigkeitsindizes: • VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex) • Ethibel Sustainability Index (ESI) Excellence Europe • FTSE4Good Index Series INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Investor Relations Konsolidierter Corporate Governance Bericht 25 26 Konsolidierter Corporate Governance Bericht gem. § 267b UGB Corporate Governance – Rahmen Die VERBUND AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen und europäischen Recht, insbesondere aus dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, dem Unternehmensgesetzbuch und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK). Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex Entsprechenserklärung Der Österreichische Corporate Governance Kodex liegt in der aktuellen Fassung vor und ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporategovernance.at abrufbar bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat sehen es als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Der Kodex wurde im Geschäftsjahr 2019 in seiner Fassung vom Jänner 2018 angewandt und nach Maßgabe der in diesem Bericht angeführten Erläuterungen eingehalten. Die aktive Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens sicherstellen und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder schaffen. Auch im Geschäftsjahr 2020 wird VERBUND die Einhaltung des Kodex in seiner aktuellen Fassung aktiv fortsetzen. Seine möglichst lückenlose Umsetzung bildet einen wesentlichen Baustein zur Stärkung des Vertrauens der Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen. VERBUND Erweiterte Berichterstattung Den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend wird ein konsolidierter Corporate Governance Bericht vorgelegt, der als kombinierter Bericht auch den Bericht gemäß § 243c UGB mitumfasst und in wesentlichen Berichtspunkten über die börsennotierte Muttergesellschaft hinaus auch den gesamten Konzern miteinbezieht. Dabei wurde hinsichtlich der inhaltlichen Anforderungen der Stellungnahme 22 des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC) gefolgt. Der vorliegende konsolidierte Corporate Governance Bericht enthält nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sondern auch die vom Corporate Governance Kodex zusätzlich vorgesehenen Inhalte. Darüber hinaus sind weitere Informationen zu den einschlägigen Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI), des internationalen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, angeführt. Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse finden sich in den Kapiteln „Vorstand“ und „Aufsichtsrat“. Für weitergehende Informationen zu den Organen Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung sowie zu ihrem Zusammenwirken siehe im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 27 Abweichungen VERBUND befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der R-Regeln annähernd lückenlos. Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2019 sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Lediglich bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es eine etwas abweichende Handhabung, die zum Teil aus gesetzlichen Gegebenheiten resultiert und im Folgenden im Sinne des Grundsatzes „Comply or Explain“ erläutert und begründet wird: C-Regel 2: Das Prinzip „one share – one vote“ wird bei der VERBUND-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im „Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden“, und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: „Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“ C-Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit zwei Ausnahmen von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Die zwei betreffenden Aufsichtsratsmitglieder üben jeweils leitende Organfunktionen in Unternehmen aus, die Aktionäre der VERBUND AG sind. Sollte bei ihnen in einem konkreten Anlassfall ein Interessenkonflikt bestehen, werden vom Vorsitzenden entsprechende Maßnahmen verfügt (wie z. B. Vorenthaltung bestimmter Unterlagen, Nichtteilnahme an Abstimmungen oder Verlassen der Sitzung). Dies war im Berichtsjahr einmal erforderlich. Vorstand Zusammensetzung des Vorstands Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2019 aus vier Mitgliedern zusammen. Der Aufsichtsrat bestellte in seiner Sitzung am 13. Juni 2018 folgende Personen zu Mitgliedern des Vorstands per 1. Jänner 2019: Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber zum Vorsitzenden, Mag. Dr. Michael Strugl zum Vorsitzenden-Stellvertreter, Dr. Peter F. Kollmann und Mag. Dr. Achim Kaspar. GRI 102-18 GRI 405-1 28 Der Vorstand Name Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender 1956 1.1.2009 31.12.2020 Vorstandsdirektor Mag. Dr. Michael Strugl Vorsitzender-Stellvertreter 1963 1.1.2019 31.12.2021 Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1962 1.1.2014 31.12.2021 Vorstandsdirektor Mag. Dr. Achim Kaspar 1965 1.1.2019 31.12.2021 Konzerninterne Organfunktionen von Vorstandsmitgliedern GRI 102-25 Name Konzerngesellschaft Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber VERBUND Hydro Power GmbH VERBUND Thermal Power GmbH Ennskraftwerke AG Mag. Dr. Michael Strugl VERBUND Trading GmbH Austrian Power Grid AG VERBUND Hydro Power GmbH VERBUND Sales Deutschland GmbH VERBUND Sales GmbH VERBUND Solutions GmbH E-Mobility Provider Austria GmbH SMATRICS GmbH & Co KG Funktion Aufsichtsrat, Generalversammlung Aufsichtsrat Aufsichtsrat Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender 1. Vors.Stellvertreter Aufsichtsrat, Generalversammlung Aufsichtsrat Aufsichtsrat Generalversammlung Generalversammlung Generalversammlung Generalversammlung Vorsitzender Vorsitzender Mitglied Mitglied Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender Vors.Stellvertreter Vors.Stellvertreter Gesellschafterversammlung Dr. Peter F. Kollmann Austrian Power Grid AG VERBUND Hydro Power GmbH VERBUND Services GmbH VERBUND Trading GmbH Aufsichtsrat Aufsichtsrat Generalversammlung Aufsichtsrat Vorsitzender Mitglied Vorsitzender 1. Vors.Stellvertreter Mag. Dr. Achim Kaspar Ennskraftwerke AG VERBUND Hydro Power GmbH Aufsichtsrat Aufsichtsrat VERBUND Innkraftwerke GmbH Aufsichtsrat, Gesellschafterversammlung Aufsichtsrat, Generalversammlung Aufsichtsrat Aufsichtsrat Aufsichtsrat Aufsichtsrat Mitglied 1. Vors.Stellvertreter Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender 1. Vors.Stellvertreter Grenzkraftwerke GmbH Innwerk AG Donaukraftwerk Jochenstein AG Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG VERBUND Thermal Power GmbH INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 29 Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern Name Gesellschaft Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Universität Salzburg (Universitätsrat) Mitglied Dr. Peter F. Kollmann Telekom Austria AG Mitglied Mag. Dr. Achim Kaspar KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft1 Mitglied 1 Funktion VERBUND war per 31. Dezember 2019 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt. Arbeitsweise und Geschäftsverteilung Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt das Unternehmen nach außen. In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften. Die Geschäftsordnung wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 neu gefasst. Die Änderungen betrafen im Wesentlichen die Organisation der Vorstandssitzungen, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat und die genehmigungspflichtigen Geschäfte. Die Geschäftsverteilung des Vorstands bildet einen Bestandteil der Geschäftsordnung und legt die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands fest. Geschäftsverteilung Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender; Corporate Development (inkl. Strategie, Corporate Responsibility), Corporate Office (inkl. Legal Affairs, Corporate Affairs, Compliance & Audit) Mag. Dr. Michael Strugl Vorsitzender-Stellvertreter; Energiewirtschaft und Geschäftssteuerung, Strategisches Personalmanagement, Corporate Innovation & New Business, Kommunikation Trading, Sales, New Business Solutions Dr. Peter F. Kollmann Finanzmanagement, Mergers & Acquisitions und Investor Relations, Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement Services, Netz Mag. Dr. Achim Kaspar Informationssicherheit und Digitalisierung Erneuerbare Erzeugung, Thermische Erzeugung, Tourismus Vergütung für den Vorstand Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 3.549.980 € (Vorjahr: 5.599.347 €), darin enthalten sind 50.708 € (Vorjahr: 79.237 €) an Sachbezügen. Im Gesamtbetrag des Vorjahres waren auch sonstige Bezüge in Höhe von 828.016 € betreffend Urlaubsersatzleistung für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder enthalten. 30 Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge) in € 2018 Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Michael Strugl Dr. Peter F. Kollmann Dr. Achim Kaspar fixe Bezüge variable Bezüge 849.770 563.457 0 0 806.096 382.089 2019 Sonstiges fixe Bezüge variable Bezüge 0 750.000 577.594 0 685.000 0 0 620.000 391.678 0 0 0 475.000 0 Dr. Johann Sereinig 813.641 385.665 598.682 0 0 Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 604.733 286.643 229.334 0 0 Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2019 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2018. Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2018 betrug dieser Prozentsatz zwischen 50 % und 70 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2018 zu 35 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 30 % auf der Erreichung des Free Cashflows (dreijähriges Ziel 2016 bis 2018) und zu 35 % auf qualitativen Zielen: Arbeitssicherheit (10 %), Strategie (15 %) und Nachfolgeplanung (10 %). Die festgestellte Gesamtzielerreichung für 2018 betrug 82,5 %. Ab der aktuellen Berichtsperiode 2019 wurde das System der variablen Bezüge neu geregelt und neben der kurzfristigen Remuneration (einjährige Ziele) ein grundsätzlich dreijähriges Long Term Incentive Program (LTIP) vereinbart. Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz bei voller Zielerreichung einheitlich 70 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2019 zu 70 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 30 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Sicherheit (10 %), Nachfolgeplanung (5 %), Innovation (5 %), Innovationsprojekte (5 %) und Digitalisierung (5 %). Beim Long Term Incentive Program können maximal 55 % der jeweiligen Fixbezüge als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristiger Performancekriterien zur Auszahlung gelangen, der konkrete Betrag ist nicht nur von der individuellen Zielerreichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Als mehrjährige Ziele wurden zu gleichen Teilen der Total Shareholder Return, der Free Cashflow, die Produktivität und das EBITDA aus Wachstumsprojekten festgelegt. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der individuellen Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurteilungszeitraums erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein. Im Jahr 2019 gelangten daher noch keine langfristigen variablen Bezüge zur Auszahlung. Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2019 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 253.000 € (Vorjahr: 225.992 €) bezahlt. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 31 In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur Anwendung. In der Berichtsperiode 2019 sind 380.637 € (Vorjahr: 376.224 €) für Pensionen und 0 € (Vorjahr: 2.189.150 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt. Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 8.388 € (Vorjahr: 45.486 €) erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 58.608 € (Vorjahr: 47.481 €). An die Leitungsorgane des Konzerns und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte. Grundsätze der Vergütungspolitik in den Tochtergesellschaften Hinsichtlich der Vergütung für die Führungskräfte (Geschäftsführer) in den Tochtergesellschaften des Konzerns gelten im Wesentlichen dieselben Grundsätze wie oben beim Vorstand dargestellt. Neben Fixbezügen kommen betraglich limitierte variable Bezüge zur Anwendung, deren Höhe von der Erreichung vereinbarter Ziele (Unternehmensziele und individuelle Ziele) abhängt. Auch in den Tochtergesellschaften besteht die betriebliche Altersvorsorge im Wege einer Pensionskassenregelung. D&O-Versicherung Bei VERBUND besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zugunsten der leitenden Organe. Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und leitende Angestellte der VERBUND AG sowie alle Mitglieder des Vorstands, Aufsichtsrats, Beirats und der Geschäftsführung sowie die Prokuristen und sonstige leitende Angestellte der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Aufsichtsrat Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz und dem Unternehmensgesetzbuch, dem Arbeitsverfassungsgesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats geworden. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vor, dass sich der Aufsichtsrat aus den von der Hauptversammlung gemäß den Vorgaben des Aktiengesetzes gewählten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und aus den von der Arbeitnehmervertretung entsendeten Mitgliedern zusammensetzt. Persönliche Angaben, Vorsitz und andere Organfunktionen Der Aufsichtsrat wird vom Vorsitzenden geleitet. Der Vorsitzende und seine zwei Stellvertreter werden vom Aufsichtsrat alljährlich aus seiner Mitte gewählt. Der Aufsichtsrat besteht per 31. Dezember 2019 aus insgesamt 15 Mitgliedern – zehn von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und fünf vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern. GRI 102-18 GRI 102-22 GRI 102-23 GRI 102-24 32 In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats kam es im Berichtsjahr zu folgenden Änderungen: In der o. HV am 30. April 2019 wurden anstelle von Dr. Gerhard Roiss und Prof. Dr. Michael Süß als Kapitalvertreter MMag. Thomas Schmid und Mag. Martin Ohneberg in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Arbeitnehmervertretern wurde Veronika Neugeboren mit Wirkung vom 30. April 2019 als Nachfolgerin von Dipl.-Ing. Hans Pfau in den Aufsichtsrat entsendet. Name Ende der laufenden Funktionsperiode Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Dr. Gerhard Roiss 1952 5.4.2017 30.4.2019 Prof. Dr. Michael Süß 1963 22.4.2015 30.4.2019 1975 30.4.2019 o. HV 2024 Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co KG, der HENN GmbH bzw. der HENN GmbH & Co KG; Aufsichtsrat der Aluflexpack AG, Schweiz (Verwaltungsratspräsident) und der ASTA Energy Transmission Components GmbH (Mitglied) 1971 30.4.2019 o. HV 2024 Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß 2. Vorsitzender-Stellvertreterin CEO der Fronius International GmbH; Aufsichtsrat der Wels Betriebsansiedelungs-GmbH (Vorsitzende); Mitglied des Board of Trustees des Institute of Science and Technology 1970 22.4.2015 o. HV 2020 Mag. Harald Kaszanits Wirtschaftskammer Österreich 1963 7.4.2010 o. HV 2020 Mag. Werner Muhm Aufsichtsrat der Wiener Städtische Versicherung AG, der AWH Beteiligungsges.m.b.H. und der KA Finanz AG; Vorstand der Leopold Museum Privatstiftung (Mitglied); Kuratorium der Österreichische Nationalbibliothek (Stv. Vorsitzender) 1950 22.4.2015 o. HV 2020 MMag. Thomas Schmid Vorsitzender Vorstand der Österreichische Beteiligungs AG; Aufsichtsrat der OMV AG (Stv. Vorsitzender), der Telekom Austria AG (Mitglied), der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (Vorsitzender), der ARE Austrian Real Estate GmbH (Vorsitzender) und der Österreichische Lotterie GmbH (Mitglied) Mag. Martin Ohneberg 1. Vorsitzender-Stellvertreter INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 33 Name Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode Dr. Susanne Riess Vorsitzende des Vorstands der Bausparkasse Wüstenrot AG; Aufsichtsrat der Wüstenrot Versicherungs-AG (Vorsitzende), der Wüstenrot stambena štedionica d.d., Kroatien (Vorsitzende), der Wüstenrot životno osiguranje d.d., Kroatien (Vorsitzende), der Wüstenrot Fundamenta-Lakáskassza Zrt., Ungarn (Stv. Vorsitzende), der Wüstenrot stavebná sporiteľňa a.s., Slowakei (Stv. Vorsitzende); der Wüstenrot poisťovňa a.s., Slowakei (Mitglied), der SIGNA Development Selection und Prime Selection (Mitglied), der Einlagensicherungsgesellschaft Austria GmbH (Mitglied) und der IHAG Privatbank Zürich (Verwaltungsratsmitglied) 1961 22.4.2015 o. HV 2020 Mag. Jürgen Roth Geschäftsführender Gesellschafter der Tank Roth GmbH; Aufsichtsrat der ICS Internationalisierungscenter Steiermark GmbH (Vorsitzender) und der ELG (Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H.) 1973 22.4.2015 o. HV 2020 Mag. Stefan Szyszkowitz Sprecher des Vorstands der EVN AG; Aufsichtsrat der Burgenland Holding Aktiengesellschaft (Vorsitzender), der EVN Macedonia AD (Vorsitzender), der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Vorsitzender), der RAG Austria AG (Vorsitzender), der Energie Burgenland AG (Stv. Vorsitzender), der Netz Niederösterreich GmbH (Stv. Vorsitzender); Aufsichtsrat der Österreichische Post AG und der Wiener Börse AG/CEESEG AG (Mitglied) 1964 23.4.2018 o. HV 2020 Christa Wagner Geschäftsführende Gesellschafterin der Wagner - Josko Immobilien GmbH; Gesellschafterin der Josko Fenster und Türen GmbH; Aufsichtsrat der exceet Card Group AG (Mitglied) 1960 7.4.2010 o. HV 2020 Dipl.-Ing. Peter Weinelt Geschäftsführer der Wiener Stadtwerke GmbH und der Wiener Stadtwerke Planvermögen GmbH; Aufsichtsrat der Wien Energie GmbH (Vorsitzender), der Wiener Netze GmbH (Vorsitzender) und der B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe GmbH (Vorsitzender); Aufsichtsrat der Burgenland Holding Aktiengesellschaft (Mitglied) 1966 5.4.2017 o. HV 2020 Hinsichtlich der (Neben-)Funktionen sind Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in börsennotierten Gesellschaften und in anderen wesentlichen Gesellschaften angeführt. Soweit zutreffend, sind hauptberufliche Funktionen angegeben. 34 Arbeitnehmervertreter Name Geburtsjahr Datum der Entsendung Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Aufsichtsrat der Stadtwerke Voitsberg GmbH und der Sparkasse Voitsberg/Köflach Bankaktiengesellschaft 1964 seit 8.3.2004 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Doris Dangl Zentralbetriebsratsvorsitzende Vorsitzende der Konzernvertretung der Arbeitnehmer 1963 seit 5.4.2018 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Dr. Isabella Hönlinger Betriebsratsvorsitzende 1971 seit 1.9.2016 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Ing. Wolfgang Liebscher Zentralbetriebsratsvorsitzender 1966 seit 1.11.2013 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Dipl.-Ing. Hans Pfau Betriebsratsvorsitzender 1953 von 1.9.2016 bis 30.4.2019 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Veronika Neugeboren Betriebsratsvorsitzende 1967 seit 30.4.2019 von der Arbeitnehmervertretung entsendet Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden. Ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, zwei Drittel über 50 Jahre. Unabhängigkeit Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat bereits im Jahr 2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt: • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein. • Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig. • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein. • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist. • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten. • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Geschwister, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht Auf Basis dieser Leitlinien für die Unabhängigkeit (Anlage zum Österreichischen Corporate Governance Kodex) haben alle zehn Kapitalvertreter eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit abgegeben. Acht davon haben sich als unabhängig erklärt, zwei Aufsichtsratsmitglieder haben sich (lediglich hinsichtlich des Kriteriums „Geschäftsverhältnisse mit nahestehenden Unternehmen“) als nicht unabhängig eingestuft. Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als 10 %): Ohneberg, Engelbrechtsmüller-Strauß, Kaszanits, Muhm, Riess, Roth und Wagner. Damit werden beide in den Regeln 53 und 54 des Kodex geforderten Quoten für die Unabhängigkeit erfüllt. Sitzungen des Aufsichtsrats Das Plenum des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2019 fünf Sitzungen ab. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 95 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil. Neben der laufenden Abstimmung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit dem Vorstand sind als Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats im Berichtsjahr insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen zu nennen: • Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2018 • Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung • Vorschlag für die Gewinnverteilung gemäß § 96 (1) AktG • Wahl des Aufsichtsratspräsidiums und Konstituierung der Ausschüsse • Prüfungsauftrag an die Abschlussprüfer • Erweiterung und Effizienzsteigerung Innkraftwerk Jettenbach/Töging • Untere-Tuxbach-Überleitung – Anpassung Projektkosten • Personalplan 2019 – Erweiterung • Erteilung von Handlungsvollmachten • Darlehensgewährung an Energji Ashta Shpk • Optionsausübung zur Anteilsaufstockung beim Mur-Kraftwerk Graz • Genehmigung des Konzernbudgets für 2020 (siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrats) Der Aufsichtsrat erhält jedes Jahr im Zuge der Abschlussprüfung einen gesonderten Bericht des Abschlussprüfers über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements. Darin sind auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt, ebenso wie in den schriftlichen Quartalsberichten über das operative Risikomanagement, die der Aufsichtsrat in jeder seiner Sitzungen behandelt. Zusätzlich zu den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse (siehe unten) gab es regelmäßig Besprechungen oder Telefonkonferenzen des Vorsitzenden mit dem Vorstandsvorsitzenden und einige Besprechungen auch mit einzelnen Vorstandsmitgliedern. 35 36 Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats GRI 102-28 Eine Beurteilung der Leistung des Aufsichtsrats findet jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung statt, in der die Aktionäre über die Entlastung des Aufsichtsrats abstimmen. In der 72. Hauptversammlung vom 30. April 2019 wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern die Entlastung erteilt. Darüber hinaus evaluiert der Aufsichtsrat seine Tätigkeit, vor allem seine Organisation und Arbeitsweise, gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) auch selbst. Diese Selbstevaluierung wurde auf Basis eines umfangreichen schriftlichen Fragebogens durchgeführt, die Ergebnisse dieser Evaluierung wurden in der Aufsichtsratssitzung im März 2019 behandelt. Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse Entsprechend den Bestimmungen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat (Fassung vom 23. April 2018) wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung die Mitglieder für einen Prüfungsausschuss, einen Strategieausschuss, einen Dringlichkeitsausschuss, einen Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss. Darüber hinaus kann er für bestimmte Vorhaben und Themenbereiche spezifische Ausschüsse dauernd oder vorübergehend einrichten. Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten. In dringenden Fällen berichtet der Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorweg. Prüfungsausschuss Der Prüfungsausschuss ist gemäß § 92 Abs. 4a AktG eingerichtet und setzt sich gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat aus vier von den Aktionären gewählten Aufsichtsratsmitgliedern und zwei Arbeitnehmervertretern gemäß § 92 Abs. 4 AktG zusammen. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Der Prüfungsausschuss nimmt die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie gemäß Regel 40 des ÖCGK wahr. Er verfügt über die von Gesetz und Kodex geforderte Finanzexpertin, die auch den Vorsitz führt. Mitglieder des Prüfungsausschusses Name Funktion Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Vorsitzende MMag. Thomas Schmid stellvertretender Vorsitzender Mag. Werner Muhm Mitglied Mag. Jürgen Roth Mitglied Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin Kurt Christof Arbeitnehmervertreter Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2019 drei Sitzungen ab. Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren: • Vorbereitung der Beschlussfassung über den Konzernabschluss 2018 und den Jahresabschluss 2018 der VERBUND AG inkl. Gewinnverwendung • Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers • Monitoringbericht Investitionen • Risikomanagement inkl. Analyse zum Kontrahenten-Risiko, Preisrisiko und strategische Risiken INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht • • • • • • • • • • Abschlussbericht Projekt Risikomanagement Excellence Kenntnisnahme des Halbjahresabschlusses 2019 Prüfungsablauf und Prüfungsschwerpunkte 2019 (Abschlussprüfer) Rechnungslegungsprozess Performance Management SAP Abschlussprüfung und Nichtprüfungsleistungen Kenntnisnahme der Berichte des Vorstands Budget 2020 und Finanzbericht Kenntnisnahme des Prüfprogramms und des Prüfungsberichts der Internen Revision Strategieausschuss Gemäß der geltenden Geschäftsordnung ist ein Strategieausschuss eingerichtet. Ihm gehören vier von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder und zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Dem Strategieausschuss obliegen die Erarbeitung einer Unternehmensstrategie zusammen mit dem Vorstand und die jährliche Überprüfung der Strategie und Begleitung allfälliger Anpassungen. Weiters die Befassung mit Themen, die im Hinblick auf wettbewerbsrechtliche Aspekte sowie Interessenkonflikte nicht im Gesamtaufsichtsrat behandelt werden sollen. Der Strategieausschuss hielt dafür im Berichtsjahr drei Sitzungen ab. Mitglieder des Strategieausschusses Name Funktion MMag. Thomas Schmid Vorsitzender Mag. Martin Ohneberg stellvertretender Vorsitzender Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Mitglied Mag. Harald Kaszanits Mitglied Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin Ing. Wolfgang Liebscher Arbeitnehmervertreter Dringlichkeitsausschuss Der Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) ist ein Ausschuss zur Entscheidung in dringenden Fällen. Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in allen jenen Fällen, in denen zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Dem Dringlichkeitsausschuss gehören vier von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder sowie zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Der Ausschuss trat im Berichtsjahr nicht zusammen. 37 38 Mitglieder des Dringlichkeitsausschusses Name Funktion MMag. Thomas Schmid Vorsitzender Mag. Martin Ohneberg stellvertretender Vorsitzender Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Mitglied Christa Wagner Mitglied Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin Kurt Christof Arbeitnehmervertreter Vergütungsausschuss Der Aufsichtsrat bestellt entsprechend seiner Geschäftsordnung einen Vergütungsausschuss gemäß ÖCGK, der sich aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Diesem Ausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen: • • • • Vorstandsverträge Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder Regelmäßige Überprüfung der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder Mitglieder des Vergütungsausschusses Name Funktion MMag. Thomas Schmid Vorsitzender Mag. Martin Ohneberg stellvertretender Vorsitzender Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Mitglied Der Vergütungsausschuss verfügt mit Mag. Engelbrechtsmüller-Strauß über die in Regel 43 ÖCGK geforderte Expertin. Im Geschäftsjahr 2019 fand eine Sitzung des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand der Sitzung waren die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variable Vergütung des Vorstands. Nominierungsausschuss Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie drei weitere von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder und zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG angehören. Den Vorsitz führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter wird durch den Ausschuss gewählt. Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand und hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 39 Mitglieder des Nominierungsausschusses Name Funktion MMag. Thomas Schmid Vorsitzender Mag. Martin Ohneberg stellvertretender Vorsitzender Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Mitglied Dr. Susanne Riess Mitglied Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin Ing. Wolfgang Liebscher Arbeitnehmervertreter Der Nominierungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2019 nicht zusammen. Zustimmungspflichtige Verträge – Interessenkollisionen Im Geschäftsjahr 2019 lagen die nachfolgenden vom Aufsichtsrat der VERBUND AG entsprechend Aktiengesetz und Österreichischem Corporate Governance Kodex (Regel 49) genehmigten Verträge bzw. Geschäftsfälle zwischen dem VERBUND-Konzern und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen mit Nahebeziehungen zu Aufsichtsratsmitgliedern vor: Aufsichtsratsmitglied Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Die vom Aufsichtsrat im Jahr 2015 erteilte Rahmengenehmigung für die Lieferung von Wechselrichtern durch die Fronius Gruppe (über konzernfremde Zwischenhändler bzw. die 50-%-Tochter Solavolta) in Höhe von 600 Tsd. € pro Jahr sowie für die Lieferung von Kleingeräten an Gesellschaften von VERBUND von jährlich 60 Tsd. € wurde im Geschäftsjahr 2019 nur teilweise ausgenutzt. Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß ist CEO der Fronius Gruppe. Aufsichtsratsmitglied Mag. Stefan Szyszkowitz Zwischen VERBUND und dem Konzern der EVN, deren Vorstandssprecher Mag. Stefan Szyszkowitz ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits vor der Mitgliedschaft von Mag. Szyszkowitz im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2019 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 527 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Strom-, Gas- und Netzbezüge sowie Benützungsgebühren für verschiedene Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen betreffend die VERBUND Innkraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, an der die EVN zu 45 % beteiligt ist. Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Peter Weinelt Zwischen VERBUND und dem Konzern der Wiener Stadtwerke, deren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Peter Weinelt ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits vor der Mitgliedschaft von Dipl.-Ing. Peter Weinelt im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2019 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 844 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Stromrechnungen und Netzgebühren sowie Betriebsführungen für Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen betreffend die VERBUND Innkraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen GRI 102-25 40 über Stromlieferungen mit der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, an der die Wiener Stadtwerke zu 45 % beteiligt sind. Der Aufsichtsrat befasste sich auch im Geschäftsjahr 2019 mit möglichen (anderen) Interessenkollisionen bei Aufsichtsratsmitgliedern, die sich insbesondere aus Aktivitäten bzw. Beteiligungen im Energiebereich oder an Unternehmen, die in einem Konkurrenzverhältnis zum VERBUNDKonzern stehen, ergeben könnten. Abgesehen von einer offengelegten 25 %igen Beteiligung von Fronius am Grünstromanbieter aWATTar wurden seitens der Aufsichtsratsmitglieder keine Interessenkonflikte gemeldet. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats besteht kein grundlegender Interessenkonflikt, der Maßnahmen nach sich ziehen müsste. Sollte es in Zukunft zu entsprechenden Konflikten kommen, werden rechtzeitig geeignete Maßnahmen, wie z. B. Stimmenthaltung oder Nichtteilnahme bei der Beratung und Abstimmung zu einzelnen Tagesordnungspunkten, zu setzen sein. Ein nach dem Rechnungshofbericht 2018 eingeholtes Gutachten bestätigt, dass seitens des Unternehmens ausreichende und angemessene Vorkehrungen getroffen wurden, damit mögliche Interessenkonflikte im Aufsichtsrat in angemessener Weise bewältigt werden. Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen im Jahr 2019 insgesamt 316.262,33 € (Vorjahr: 348.934 €). In der Hauptversammlung am 17. April 2013 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, welches die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festlegt. Vergütungsschema Aufsichtsrat in € Jährliche Aufwandsentschädigung Vorsitzende(r) 25.000 Vorsitzende(r)-Stellvertreter(in) 15.000 Mitglied 10.000 Sitzungsgeld 500 Diese Höhe der Vergütung kommt jeweils auch für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss und im Strategieausschuss zur Anwendung. Für die Tätigkeit in anderen Ausschüssen erfolgt wie bisher keine gesonderte Vergütung. An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind in die bei VERBUND bestehende D&O-Versicherung einbezogen. Für das Geschäftsjahr 2019 wurden im Einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrats folgende Vergütungen ausbezahlt: INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 41 in € Vergütung an die Mitglieder des Aufsichtsrats Name (ohne Titel) Jährliche Aufwandsentschädigung Sitzungsgelder 21.667 1.500 8.000 800 (die Vergütung wird an die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) ausbezahlt) 43.333 4.000 Martin Ohneberg, 1. Vors.-Stv. (ab 30.4.2019) 20.000 2.500 Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, 2. Vors.-Stv. 50.000 5.000 Harald Kaszanits 20.000 4.000 Werner Muhm 20.000 4.000 Susanne Riess 10.000 2.000 Jürgen Roth 16.667 3.500 Stefan Szyszkowitz 10.000 2.500 Christa Wagner 13.333 3.000 Peter Weinelt 10.000 2.500 Gerhard Roiss, Vors. (bis 30.4.2019) Michael Süß, Vors.-Stv. (bis 30.4.2019) Thomas Schmid, Vors. (ab 30.4.2019) Arbeitnehmervertreter Kurt Christof 4.000 Doris Dangl 5.500 Isabella Hönlinger 2.500 Wolfgang Liebscher 3.500 Veronika Neugeboren (ab 30.4.2019) 2.000 Hans Pfau (bis 30.4.2019) 500 Hauptversammlung In der Hauptversammlung, die mindestens einmal jährlich stattfindet, nehmen die Aktionäre ihre Rechte wahr und üben ihr Stimmrecht aus. Dabei haben alle Aktionäre die Möglichkeit, im Rahmen ihres Auskunfts- und Antragsrechts mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Dialog zu treten und ihre Stellungnahmen abzugeben bzw. ihre Anliegen vorzubringen. Zu den wichtigsten Aufgaben bzw. Kompetenzen der Hauptversammlung gehören die Entscheidung über die Gewinnverwendung, die Wahl des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung. Die Tagesordnung und die gefassten Beschlüsse der 72. o. Hauptversammlung vom 30. April 2019 sowie die Abstimmungsergebnisse können auf der Website unter www.verbund.com > Investor Relations > Hauptversammlung eingesehen werden. Nähere Informationen zur Hauptversammlung sind in den „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar 42 Diversitätskonzept zur Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat (§ 243c Abs. 2 Z. 3 UGB) GRI 405-1 GRI 103-2 SDG 5 Studien belegen, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen und über eine höhere Effektivität und Innovationskraft verfügen als homogen zusammengesetzte Gruppen. Das gilt auch für die Leitungsorgane von Unternehmen. Daher sollen bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats zusätzlich zu den allgemeinen und unternehmensspezifischen Anforderungen zur fachlichen und persönlichen Qualifikation auch die folgenden Grundsätze Anwendung finden, um die Vorteile unterschiedlicher Perspektiven für unternehmerische Entscheidungen optimal nutzen zu können: Aufsichtsrat Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats sind das Lebensalter seiner Mitglieder und die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, die ausgeglichene Vertretung der Geschlechter, die Internationalität sowie ein ausgewogener Ausbildungs- und Berufshintergrund der Mitglieder. Alter: Angestrebt wird eine ausgewogene Altersstruktur der Mitglieder, wobei zwischen dem ältesten und dem jüngsten Mitglied ein Altersunterschied von rund 10 Jahren liegen soll, um die verschiedenen Sichtweisen der Generationen einfließen zu lassen. Kein Mitglied soll mehr als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Beide Grundsätze wurden im Berichtsjahr eingehalten. Vertretung der Geschlechter: Die seit Jänner 2018 geltende gesetzliche Quote von 30 % des im Aufsichtsrat geringer vertretenen Geschlechts (bei VERBUND also Frauen) wird im Aufsichtsrat der VERBUND AG (Gesamtbetrachtung) seit 2018 eingehalten. Zielsetzung ist, dass dem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2011 entsprochen wird: In Aufsichtsräten von Bundesbeteiligungen sind bis 2018 mindestens 35 % der Kapitalvertreter Frauen. Internationalität: Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern angehören (mindestens drei), die einen wesentlichen Teil ihrer beruflichen Tätigkeit im Ausland verbracht oder langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben. Dieser Anforderung wurde im Berichtsjahr entsprochen. Ausbildungs- und Berufshintergrund: Angestrebt wird, dass die Aufsichtsratsmitglieder über möglichst breit gestreute Ausbildungen und Erfahrungen aus unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten verfügen. Im Aufsichtsrat soll ausgewiesene Kompetenz und Expertise in jedem der folgenden Bereiche von mindestens einem Aufsichtsratsmitglied eingebracht werden: • Rechtswissenschaften, Kapitalmarkt, Industrieexpertise, technische Fachkenntnisse, Finanzierungsexpertise, Expertise im Bereich Vertrieb, Digitalisierung und Innovation, Erfahrung mit regulierten Unternehmen, finanzwirtschaftliche Erfahrung sowie Erfahrung in strategischen Projekten (z. B. M&A), Erfahrung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt und Stakeholder Management Diese Diversitätskriterien wird der Aufsichtsrat bei seinen Vorschlägen zu den nächsten Wahlen in den Aufsichtsrat beachten. Die Funktionsperiode von acht der zehn aktuellen Aufsichtsratsmitglieder läuft bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2020. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht 43 Vorstand Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Vorstands sind ein ausgewogener Ausbildungs- und Berufshintergrund, die Internationalität sowie die Dauer der unveränderten Zusammensetzung. Ausbildungs- und Berufshintergrund: Neben umfangreicher Managementerfahrung und umfassenden Branchenkenntnissen sollen Vorstandsmitglieder eine fundierte Ausbildung und einschlägige Berufserfahrung entweder im technischen oder im kaufmännisch-administrativen Bereich aufweisen. Vertretung der Geschlechter: Es wird angestrebt, dass dem Vorstand mittelfristig eine Frau angehört. Internationalität: Ein Teil der Vorstandsmitglieder soll einen wesentlichen Teil seiner beruflichen Tätigkeit im Ausland verbracht oder langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben. Dauer der Zusammensetzung: Der Vorstand soll nicht länger als zehn Jahre in unveränderter Zusammensetzung bzw. Ressortverteilung arbeiten. Bei der Bestellung des Vorstands im Jahr 2018 hat der Aufsichtsrat diese Aspekte beachtet. Maßnahmen zur Förderung von Frauen (§ 243c Abs. 2 Z. 2 UGB) Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich VERBUND gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. VERBUND behandelt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten. Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Hauptversammlung fällt bzw. von der Entsendung durch die Arbeitnehmervertretung abhängt. Mit Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Susanne Riess und Christa Wagner sowie den Arbeitnehmervertreterinnen Doris Dangl, Isabella Hönlinger und Veronika Neugeboren gehören dem Aufsichtsrat der VERBUND AG sechs Frauen an, das entspricht einem Frauenanteil von 40 %. Per 31. Dezember 2019 sind konzernweit acht Frauen in leitenden Positionen (erste und zweite Führungsebene) beschäftigt. Somit beträgt der Frauenanteil in leitenden Positionen 9,0 %. Der Frauenanteil am gesamten konzernweiten Mitarbeiterstand beträgt 17,8 %. Seit 2012 übt eine weibliche Führungskraft ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Um die nachhaltige Verankerung und die Weiterentwicklung des betrieblichen Diversity Managements sicherzustellen, werden sämtliche Gleichbehandlungsagenden umfassend von der Diversity und Inclusion Managerin wahrgenommen. GRI 405-1 Detaillierte Informationen zu den Frauenförderungsmaßnahmen finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ 44 VERBUND fördert Frauen durch verschiedene Maßnahmen, die hier exemplarisch aufgezählt werden: • Im Rahmen der VERBUND-Diversitätsstrategie ist die Dimension Geschlecht eine Schwerpunktdimension, für die Ziele und Maßnahmen vereinbart und umgesetzt werden. • Führungskräfte der ersten Führungsebene werden seit 2017 an Zielen zur Förderung der Gleichbehandlung von Frauen gemessen. • Das VERBUND-Frauennetzwerk setzt sich mit der laufenden Entwicklung einer nachhaltigen Strategie zum Thema VERBUND-Frauenförderung auseinander. • VERBUND vergibt jährlich ein Stipendium an hochqualifizierte Technikstudentinnen. • VERBUND nimmt am Töchtertag teil, um bereits früh Schülerinnen anzusprechen und sie für die spannenden technischen Berufe zu begeistern. • VERBUND hat 2018 bereits zum vierten Mal das Zertifikat „Audit berufundfamilie“ erhalten. • VERBUND erstellt regelmäßig den Einkommensbericht zum Vergleich der Gehälter von Männern und Frauen. INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht Externe Evaluierung Der Österreichische Corporate Governance Kodex sieht in der C-Regel 62 eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung des Kodex durch das Unternehmen vor. Diese wurde durch den Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH durchgeführt und ergab keine Beanstandungen hinsichtlich der öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex betreffend den Abschlussprüfer wurden durch den Prüfungsausschuss untersucht. Diesbezüglich hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat berichtet, dass die Evaluierung für 2019 keine Abweichung von den Kodex-Regeln ergeben hat. Der vollständige Bericht über die externe Evaluierung ist auf der Website www.verbund.com > Investor Relations > Corporate Governance einsehbar. Wien, am 13. Februar 2020 Der Vorstand Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands Mag. Dr. Michael Strugl Stv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mag. Dr. Achim Kaspar Mitglied des Vorstands 45 46 Konzernlagebericht KONZERNLAGEBERICHT Der Konzernlagebericht bezieht sich auf den Konzernabschluss von VERBUND. Dieser wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Für Links und Verweise auf externe Quellen im Konzernlagebericht wird keine Haftung übernommen. VERBUND hat sich entschieden, anstelle einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht laut § 267a UGB zu erstellen. Dieser Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) findet sich als separates Kapitel im Anschluss an den Lagebericht. Rahmenbedingungen Im Geschäftsjahr 2019 sanken die Rohstoffpreise für Erdöl, Erdgas und Kohle, während die Preise für CO2-Zertifikate weiter anstiegen. Uneinheitliche Signale waren hingegen am Stromgroßhandelsmarkt zu beobachten. Einerseits war ein deutlicher Preisanstieg am Terminmarkt zu sehen, während andererseits am Spotmarkt ein ebenso deutlicher Preisrückgang zu verzeichnen war. Die gesamte österreichische Stromnachfrage war 2019 leicht zurückgegangen. Die Stromerzeugung lag 2019 hingegen deutlich über jener von 2018, wodurch der Importsaldo im Vergleich zu 2018 wesentlich reduziert werden konnte. Wir bauen neue erneuerbare Energien und Energiespeicher aus und treiben Dekarbonisierung und Digitalisierung voran. Konjunkturelle Rahmenbedingungen Gedämpfte Weltwirtschaft 2019 Die Weltkonjunktur verlor im Jahr 2019 weiter an Schwung. Der Handelskonflikt und die damit verbundenen steigenden Zölle zwischen China und den USA, geopolitische Spannungen sowie die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit dämpften die Investitionsnachfrage international, was sich wiederum negativ auf die weltweite Industrieproduktion und den Welthandel auswirkte. Das bis 2018 relativ stabile Wirtschaftswachstum ging 2019 zurück. Die Prognosen für 2020 liegen unter den Werten der Vorjahre. Das weltweite Wirtschaftswachstum befand sich 2019 mit 2,9 % auf dem niedrigsten Niveau seit 2008/09. Für 2020 wird ein leichter Anstieg auf 3,3 % erwartet. Für die Jahre 2021 bis 2024 prognostizierte der IWF eine leicht höhere Wachstumsrate. In den USA wuchs die Wirtschaft 2019 mit + 2,3 % nach + 2,9 % im Vorjahr. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums im Euroraum ist noch deutlicher. Von + 1,9 % im Jahr 2018 reduzierte sich das Wirtschaftswachstum auf + 1,2 % im Jahr 2019. Das chinesische Wirtschaftswachstum erreichte seit 2009 mit + 6,1 % einen neuen Tiefstand, was vor allem auf den Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die schwächere externe Nachfrage zurückzuführen war. 47 48 Das schwächere Wachstum im Euroraum lag neben den Unsicherheiten durch den Brexit und die internationalen Handelskonflikten in der schwächeren Auslandsnachfrage begründet. In einigen Ländern des Euroraums war auch eine schwächere private Nachfrage zu beobachten. Der IWF korrigierte seinen Konjunkturausblick für Deutschland für 2020 um 0,6 Punkte auf + 1,1 %. Für 2021 sieht der IWF mit + 1,4 % eine leichte Erholung. In Österreich kühlte sich die Konjunktur im Frühjahr 2019 ebenfalls ab. Das Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion war im Quartal 2/2019 mit + 0,3 % gegenüber dem Vorquartal so niedrig wie zuletzt im Jahr 2015, wobei insbesondere die Exporte beträchtlich an Dynamik verloren. Die Konjunktur blieb in Österreich im Vergleich zu Deutschland jedoch 2019 vergleichsweise robust. Die schwächere Entwicklung in der Sachgütererzeugung wurde durch die Entwicklungen in den Bereichen Bauwirtschaft und Dienstleistungen überwiegend ausgeglichen. Auch der private Konsum stützte die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Insgesamt erwartet das WIFO ein Wachstum des BIP 2019 um + 1,7 % und 2020 um + 1,2 %. Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen Deutliche Verbesserung des Importsaldos in Österreich Österreichs Stromverbrauch (ohne Verbrauch für Pumpspeicherung) lag im Jahr 2019 um 433 GWh (– 0,7 %) unter jenem des Vorjahres (gesamte Elektrizitätsversorgung, Inlandsstromverbrauch ohne Verbrauch für Pumpspeicherung). Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag im Jahr 2019 mit + 8,0 % über den Erzeugungswerten des Vorjahres. Insbesondere ab Juni 2019 übertrafen die Erzeugungswerte jene von 2018. Lediglich in den Wintermonaten Jänner und Februar sowie im Mai und Dezember 2019 waren die Erzeugungswerte niedriger als im Vorjahr. Die Stromproduktion aus thermischen Kraftwerken übertraf im Jahr 2019 mit + 6,2 % deutlich die Werte aus dem Jahr 2018. Einzig im Februar und März sowie im November und Dezember 2019 lag die thermische Stromerzeugung unter jener von 2018. Die Erzeugung aus Windkraftanlagen übertraf mit 20,6 % am deutlichsten die Vorjahreswerte. Vor allem in der ersten Jahreshälfte 2019 überstieg das Winddargebot jenes der Vorjahreswerte. Von Juni bis November 2019 lagen die Werte auf ähnlichem oder leicht niedrigerem Niveau, ab November wieder über den Vorjahreswerten. Die „sonstige Erzeugung“ stieg in 2019 leicht um + 1,1 % und umfasste die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse – diese fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen. Insgesamt lag die Stromproduktion in Österreich 2019 um + 8,0 % über dem Vorjahreswert. Die Stromimporte sanken in 2019 um 7,2 %. Die Stromexporte hingegen stiegen um 19,8 %. Der Importsaldo erreichte 2019 3.129 GWh. Dies stellte gegenüber 2018 somit eine deutliche Verbesserung dar. Ölpreis: Preisrückgang gegenüber dem Jahr 2018 Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2019 rund 64 $/bbl gegenüber knapp 72 $/bbl im Jahr 2018. Dies entspricht einem Preisrückgang von 11 %. Der Ölmarkt war im Jahr 2019 zum einen durch den nach wie vor schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China und die damit einhergehenden Konjunktursorgen geprägt. Dies wirkte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2019 belastend auf die Ölpreise. Andererseits führten der Ausstieg der USA aus dem Iran-Abkommen und den dadurch wieder einsetzenden Sanktionen der USA KONZERNLAGEBERICHT gegenüber dem Iran sowie die US-Sanktionen gegen Venezuela in den ersten vier Monaten des Jahres 2019 zu steigenden Preisen am Ölmarkt. Ausgehend von einem Ölpreis von 55 $/bbl zu Jahresbeginn stieg der Ölpreis auf sein Jahreshoch von 75 $/bbl im April 2019. Der weitere Verlauf des Ölpreises war vor allem von den laufenden Handelsgesprächen zwischen den USA und China geprägt. Je nach verlautbarten Informationen führte dies zu steigenden bzw. fallenden Preisen. Insgesamt war aber in der zweiten Jahreshälfte 2019 zunächst eher eine fallende Tendenz zu verzeichnen. Mitte September 2019 gab es noch einmal einen starken Anstieg der Ölpreise auf fast 70 $/bbl, ausgelöst durch einen Drohnenangriff auf saudische Ölanlagen. Der Preisausschlag war aber nur von kurzer Dauer, und der Lieferrückgang konnte rasch wieder ausgeglichen werden. Anfang Oktober 2019 lag der Ölpreis dann bei 58 $/bbl. Im letzten Quartal erholte sich der Ölpreis aber wieder und lag zu Jahresende 2019 bei rund 66 $/bbl. Preisrückgang bei Gas Am europäischen Handelspunkt NCG lagen die Preise am gut versorgten Spotmarkt im Jahresdurchschnitt 2019 bei rund 14 €/MWh und damit um gut 9 €/MWh bzw. 39 % unter dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden 2019 Lieferkontrakte für das kommende Jahr (NCG-Frontjahr) mit rund 19 €/MWh abgerechnet. Das sind knapp 2 €/MWh bzw. 10 % weniger, als 2018 für das NCG-Frontjahr bezahlt werden musste. Trübe Konjunkturaussichten, der gefallene Ölpreis und die deutlich niedrigeren Preise für Liquified Natural Gas (LNG) wirkten 2019 belastend auf die Gaspreise in Europa. Rückgang beim Preis für Kraftwerkskohle In 2019 kam es gegenüber dem Vorjahr auch bei Kraftwerkskohle zu einem deutlichen Preisrückgang. Mit durchschnittlich 69 $/t lag der Kohlepreis am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 18 $ oder 20 % unter dem Vorjahreswert. Auch die Kohlepreise am Spotmarkt gaben deutlich nach. Diese lagen 2019 mit durchschnittlich 61 $/t um über 30 % unter den durchschnittlichen Notierungen des Vorjahres. Die Kohleverstromung in Europa ging aufgrund der vermehrten erneuerbaren Erzeugung sowie der teureren CO2-Zertifikate zurück. Auch aus anderen Teilen der Welt waren keine Impulse für den Kohlemarkt zu verzeichnen. Die Kohlelager waren voll, die Konjunkturaussichten eher getrübt, und die Rohstoffwerte litten 2019 generell unter einem Überangebot. 49 50 Preisentwicklung Kohle, Öl und Gas in €/MWh thermisch 50 40 Heizöl 1,0 % 30 20 Kohle ARA Gas NCG 10 0 2015 2016 2017 Monatsdurchschnittspreise, Terminmarkt Frontjahr 2018 2019 Quelle: ICE, EEX Weiter steigender CO2-Preis CO2Zertifikatepreise in €/t CO2 25,2 16,1 Die 2018 eingeleitete Reform des Emissionshandelsregimes wirkte auch in 2019 preisstützend auf den Emissionshandelsmarkt. Die Reform führte bereits 2018 zu einer beinahen Verdreifachung der CO2Preise gegenüber 2017. 2019 lag der CO2-Preis mit durchschnittlich 25 €/t dann noch einmal um 56 % über dem Wert von 2018 (Terminmarkt Frontjahr). Kurzzeitig stieg der Preis Ende Juli 2019 sogar auf über 30 €/t. Danach wirkte aber die sich fortsetzende Unsicherheit bezüglich des Brexits und damit die Frage nach dem Weiterverbleib Großbritanniens im Emission Trading System (ETS) bzw. der konkreten Ausgestaltung des britischen Emissionshandelssystems belastend auf die CO2-Preise. 5,9 Uneinheitliche Signale am Stromgroßhandelsmarkt 17 18 EUA Front-Year-Future; Jahresdurchschnittswerte 19 Quelle: ICE Der Stromgroßhandelsmarkt war 2019 einerseits geprägt von einem deutlichen Preisanstieg am Terminmarkt, andererseits war am Spotmarkt ein ebenso deutlicher Preisrückgang zu verzeichnen. Am Terminmarkt wurde der Preisrückgang bei Kohle und Gas durch den Preisanstieg bei den CO2Zertifikaten mehr als kompensiert. So stiegen die Produktionskosten sowohl für Gas- als auch für Kohlekraftwerke an. Am Spotmarkt fiel der Preisrückgang bei den Primärenergieträgern wesentlich stärker aus. Dies führte zumindest bei Gaskraftwerken dazu, dass sie trotz der gestiegenen Preise für CO2 günstiger produzieren konnten als im Jahr 2018. Zusammen mit der vermehrten Erzeugung der Erneuerbaren in Verbindung mit ihren geringen Grenzkosten führte das im Jahr 2019 zu einem Strompreisrückgang am Spotmarkt. Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX SPOT für Grundlaststromlieferungen (Base) im Marktgebiet Österreich lag im Jahr 2019 mit 40,1 €/MWh um 14 % unter jenem des Vorjahres. Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit 46,4 €/MWh ebenfalls um 14 % unter dem Mittelwert von 2018. Für das Marktgebiet Deutschland lag der durchschnittliche Preis für sofortige Grundlaststromlieferungen (Base) im Jahr 2019 bei 37,7 €/MWh, jener für Spitzenenergie (Peak) bei 44,5 €/MWh. Das entspricht einem Rückgang von jeweils 15 %. KONZERNLAGEBERICHT 51 Strompreisentwicklung am Spotmarkt (Base) in €/MWh 80 Base AT 64 48 Base DE 32 16 0 2015 2016 2017 2018 2019 Bis 30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Monatsdurchschnittspreise Quelle: EPEX Spot Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2019 für das Marktgebiet Österreich Grundlast für 2020 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 51,2 €/MWh und Spitzenenergie (FrontjahrPeak) mit 62,1 €/MWh gehandelt. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10 % bei Frontjahr-Base bzw. 9 % bei Frontjahr-Peak. Für das Marktgebiet Deutschland lagen die Preise für Frontjahr-Base im Jahr 2019 im Durchschnitt bei 47,8 €/MWh und für Frontjahr-Peak bei 57,7 €/MWh. Das entspricht einem Anstieg von 9 % bzw. 7 %. Strompreisentwicklung am Terminmarkt (Base) in €/MWh 100 80 60 Front-Year-Base AT 40 Front-Year-Base DE 20 0 2015 2016 2017 2018 2019 2014-2017 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Achsenbezeichnung bezieht sich auf den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauffolgenden Jahr. Monatsdurchschnittspreise Quelle: EEX vermarktet den Großteil der Stromerzeugung im Voraus am Terminmarkt, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2019 hatte nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode. VERBUND 52 Politische und regulatorische Rahmenbedingungen In Österreich wurde die Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ im Mai 2019 vorzeitig beendet. Ein Expertenkabinett übernahm in weiterer Folge die Führung der Amtsgeschäfte. Die Intention der Übergangsregierung war es, die kommende Bundesregierung politisch bzw. budgetär nicht zu präjudizieren. Infolgedessen wurden keine Regierungsvorlagen mit politisch richtungsweisenden Entscheidungen vorgelegt. Auf Beamtenebene wurden jedoch die Arbeiten beispielsweise am nationalen Energie- und Klimaplan und an der Wasserstoffstrategie fortgesetzt. EU-Energiepolitik Wahlen zum Europa-Parlament Im Mai 2019 fanden die Wahlen zum Europäischen Parlament für die Legislaturperiode 2019 bis 2024 statt. Die Europäische Volkspartei EVP ging mit rund 24 % als stärkste Fraktion hervor, gefolgt von den Sozialdemokraten mit rund 20 %. Die Liberalen erhielten 14 %, die Grünen rund 9 % der Stimmen. Im Gesamtergebnis stellen EVP und S&D gemeinsam erstmals nicht mehr die Mehrheit der Abgeordneten, sondern benötigen zwingend eine dritte Partei als Mehrheitsbeschafferin. Neubesetzung der EU-Kommission und geplante Arbeitsschwerpunkte Am 27. November 2019 wurde die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen durch das Europäische Parlament bestätigt. Am 1. Dezember 2019 trat sie ihr Amt an. Die Zuständigkeit für Energie- und Umweltfragen wurde dabei neu strukturiert. Während Frans Timmermans als Executive VicePresident für den Green Deal die strategische Gesamtaufsicht über Klima- und Energiefragen übernommen hat, verantwortet Kadri Simson das Dossier Energie und ihr Kollege Virginijus Sinkevič ius das Dossier Umwelt. Eines der wichtigsten Ziele der Kommission von Ursula von der Leyen ist der Kampf gegen den Klimawandel. Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzabkommens schlug die neue Kommissionspräsidentin eine Anhebung des CO2-Einsparziels für 2030 von derzeit 40 % (bezogen auf 1990) auf mindestens 50 % bis 55 % vor. Formale Finalisierung Clean Energy Package Die unter der österreichischen Ratspräsidentschaft politisch endverhandelten Rechtsakte des Clean Energy Packages (Binnenmarkt-VO, Binnenmarkt-Richtlinie, Risikovorsorge-VO, ACER-VO) wurden im Frühjahr 2019 von EU-Parlament und Ministerrat final beschlossen. Diese sind nun – sofern nicht direkt anwendbar – in nationales Recht umzusetzen. Das Clean Energy Package sieht zudem eine Reihe von delegierten Rechtsakten vor, die in den kommenden Monaten vorbereitet werden. Veröffentlichung des Evaluierungsberichts zur Wasserrahmenrichtlinie Die EU-Kommission veröffentlichte im Februar 2019 den fünften Umsetzungsbericht zur Wasserrahmen- und zur Hochwasserrichtlinie. Im Bericht werden die Bemühungen der Mitgliedsstaaten im Bereich der Gewässerökologie anerkannt, gleichzeitig wird aber auch das Fehlen von messbaren Ergebnissen kritisiert. Für Österreich empfiehlt die Kommission eine Kontinuität bei der Förderung der notwendigen Gewässerschutzmaßnahmen. KONZERNLAGEBERICHT Sustainable Finance In Umsetzung des Klimavertrags von Paris hat die EU-Kommission im März 2018 das Sustainable Finance Package vorgelegt, um Kapitalflüsse künftig in nachhaltige Investitionen zu lenken. Ziel ist ein gemeinsames EU-weites System, das auf Basis einheitlicher, transparenter Kriterien festlegt, unter welchen Bedingungen ökonomische Aktivitäten zu ökologischen Zielen beitragen. Die Taxonomieverordnung bildet die legistische Grundlage dafür. Eine von der EU-Kommission eingesetzte Expertengruppe erarbeitete Vorschläge für Kriterien in verschiedenen Sektoren, die einer öffentlichen Konsultation unterzogen wurden. Im Dezember 2019 konnte eine politische Einigung zwischen Rat und Parlament zur Taxonomieverordnung erzielt werden. Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich VERBUND-Positionierung zu energie- und klimapolitischen Schwerpunkten für die kommende Legislaturperiode Im Hinblick auf den Wahlkampf und die Regierungsverhandlungen hat VERBUND ein Standpunktepapier mit energie- und klimapolitischen Schwerpunkten für die kommende Bundesregierung erarbeitet. Zentrale VERBUND-Forderungen betreffen die folgenden Themen: die adäquate Bepreisung von CO2 in allen Sektoren, die Forcierung des Ausbaus erneuerbarer Energien unter Ausnutzung aller Potenziale, die Umstellung auf ein auf strategischen Maßnahmen basierendes System im Bereich der Energieeffizienz, die verstärkte Berücksichtigung von Sektorkopplung und Sektorintegration mithilfe grünen Wasserstoffs, die Ausgestaltung der Regelungen für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, die Verankerung der Netzreserve im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) sowie die Nutzung von Green Finance zur Lenkung von Investitionsströmen in nachhaltige Projekte. Erneuerbaren-Ausbau-Paket verschoben Durch die vorzeitig ausgerufenen Neuwahlen konnte das Erneuerbaren-Ausbau-Paket, mit dem ein neues System der Erneuerbaren-Förderung beschlossen und das ElWOG sowie das GWG novelliert werden sollten, unter anderem nicht mehr vorgelegt werden. Die Vorbereitungsarbeiten wurden 2019 aber auf Beamtenebene fortgeführt, und das Paket wird von der neuen Bundesregierung 2020 auf den Weg gebracht. Geplant ist, das Erneuerbaren-Ausbau-Paket sowie das novellierte Energieeffizienzgesetz im ersten Halbjahr 2020 in Begutachtung zu schicken. Die noch ausstehenden Rechtsakte aus dem Clean Energy Package, insbesondere die Energiebinnenmarkt-Richtlinie und Verordnung, sollen im zweiten Halbjahr 2020 in Angriff genommen werden. Novelle Ökostromgesetz 2019 Um den für die Energieziele der #mission2030 notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien angesichts der Verzögerungen im Hinblick auf das EAG nicht zum Stocken zu bringen, wurde im Parlament über den Sommer 2019 über eine Reihe von Anträgen eine Überbrückungsförderung verhandelt. Im Oktober 2019 wurde folglich eine Reform des Ökostromgesetzes beschlossen. Im Bereich Wind- und Kleinwasserkraft wurden Mittel für den Abbau der Warteschlange durch Vorziehen von Kontingenten bzw. Umstellung der Kontingentberechnung freigemacht. Für Photovoltaik werden 36 Mio. € Investitionsförderungen (24 Mio. € für Photovoltaik, 12 Mio. € für Speicher) bereitgestellt. Die Fördertöpfe für die mittlere Wasserkraft wurden um 30 Mio. € aufgestockt und die Fördersätze von 10 % auf 15 % erhöht. 53 54 Zudem wurde ein Sonderkontingent für Biomasse-Nachfolgetarife in der Höhe von 8,7 Mio. € geschaffen. Gaskennzeichnungs-VO der E-Control Im September 2019 wurde die Gaskennzeichnungsverordnung durch die E-Control verabschiedet. Die Verordnung definiert drei Kategorien von Gasen, nämlich einerseits Erdgas bzw. synthetisches Gas auf Basis von Erdgas, erneuerbares Gas (darunter erneuerbarer Wasserstoff, Biogas sowie synthetisches Gas auf Basis von erneuerbarem Wasserstoff) sowie die Kategorie sonstige Gase (dekarbonisiertes Gas, also konventionell erzeugter Wasserstoff mit CCS/CCU). Die Verordnung trat am 1. Jänner 2020 in Kraft und sieht vor, dass jene erneuerbaren Gasmengen, die in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden bzw. daraus entnommen werden, zunächst freiwillig, bei Erreichen eines bestimmten Schwellenwerts verpflichtend zu kennzeichnen sind. Die erneuerbaren Gase müssen mit Herkunftsnachweisen belegt werden. In der Endkundenrechnung ist die Gasherkunft tabellarisch auszuweisen. Die Ausstellung, Übertragung und Entwertung der Herkunftsnachweise erfolgt mittels der Registerdatenbank der E-Control. Vorbereitungsarbeiten für eine österreichische Wasserstoffstrategie Im März 2019 begannen die Vorbereitungen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) für die Erarbeitung einer österreichischen Wasserstoffstrategie. Diese soll sich mit den technischen, regulatorischen und ökonomischen Aspekten einer Infrastruktur zur Erzeugung von Wasserstoff mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen sowie dessen Speicherung auseinandersetzen. Maßnahmen für die Strategie wurden unter breiter Stakeholder-Beteiligung in vier Arbeitsgruppen erarbeitet. Auf Basis dieser Analysen und Empfehlungen wird nun auf ministerieller Ebene mit der Erstellung der eigentlichen österreichischen Wasserstoffstrategie begonnen. Die Strategie soll 2020 durch die neue Bundesregierung beschlossen werden. Nationaler Energie- und Klimaplan Das BMNT schickte den nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) im November 2019 in Begutachtung. Gemäß den Vorgaben der EU Governance-Verordnung sind die Mitgliedsstaaten veranlasst, ihre Beiträge zu den europäischen Energie- und Klimazielen in Form von nationalen Plänen bis Ende 2019 an die EU-Kommission zu melden. Angesichts der politischen Sondersituation im Zusammenhang mit dem Übergangskabinett fanden sich im Plan keine weitreichenden neuen bzw. budgetrelevanten Maßnahmen. Viele Aspekte wurden lediglich als Maßnahmenoption aufgenommen. Der NEKP soll nach Vorliegen eines Regierungsprogramms aktualisiert und überarbeitet werden. Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland Der Umbau des Energiesystems hat im Jahr 2019 deutlich Fahrt aufgenommen. Bis 2038 sollen die letzten Kohlekraftwerke in Deutschland aus dem Markt genommen werden. Neben gesellschaftspolitischen Fragen wirft diese Zielvorgabe vor allem Fragen der Versorgungssicherheit in den Bereichen Strom und Wärme auf. Denn bereits bis 2022 sollen gegenüber 2017 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 12,6 GW vom Netz gehen. Die Zukunft nach dem Kohleausstieg soll von erneuerbaren Energien dominiert werden, die durch Gaskapazitäten abgesichert sind und deren Gasherkunft durch Power-toGas optimiert werden soll. KONZERNLAGEBERICHT Auch das Klimapaket der Deutschen Bundesregierung hat im Geschäftsjahr 2019 neue Fakten geschaffen, wenngleich einige Punkte zunächst vom Bundesrat an den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat verwiesen wurden. Nicht betroffen davon war die Einführung eines nationalen Emissionshandels durch CO2-Bepreisung inklusive nationalen CO2-Zertifikate-Systems ab 2021. Begleitend wurden verpflichtend Sektoren-Emissionsziele festgeschrieben, deren Einhaltung überwacht und deren Erreichung durch verpflichtende Sofortprogramme bei drohender Nichterreichung sichergestellt werden soll. Übergeordnetes Ziel des Klimaschutzgesetzes ist die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2050. 55 56 Finanzen Einflussfaktoren auf das Ergebnis Großhandelspreise für Strom kontrahierte den Großteil der eigenen Erzeugung des Jahres 2019 bereits 2017 und 2018 am Terminmarkt. Aufgrund der Trennung der gemeinsamen Preiszone Deutschland und Österreich stellten sich ab Oktober 2018 in Österreich eigene, höhere Preise ein. Die Preise für Frontjahr-Base AT 2019 (gehandelt 2018) erreichten im Jahresdurchschnitt 46,6 €/MWh, die Preise für Frontjahr-Base DE lagen bei 43,8 €/MWh. Damit stiegen die Terminmarktpreise um 44,0 % bzw. 35,4 % gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein gemeinsamer Preis quotierte (32,4 €/MWh). Frontjahr-Peak AT wurde 2018 mit durchschnittlich 56,8 €/MWh, Frontjahr-Peak DE mit 54,0 €/MWh gehandelt. Damit lagen die Terminmarktpreise um 40,3 % bzw. 33,2 % über dem Vorjahresniveau (40,5 €/MWh). Am Spotmarkt AT sowie am Spotmarkt DE lagen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom in den Quartalen 1– 4/2019 unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für Grundlast gingen in Österreich um durchschnittlich 13,5 % auf 40,1 €/MWh, in Deutschland um 15,3 % auf 37,7 €/MWh, jene für Spitzenlast in AT um 14,1 % auf 46,4 €/MWh, in DE um 14,7 % auf 44,5 €/MWh zurück. VERBUND Futurespreise €/MWh Frontjahr-Base DE Spotmarktpreise €/MWh Frontjahr-Base AT Spot Base DE 47 44 35 15 31 16 27 17 35 32 18 19 Spot Base AT 15 31 16 27 17 32 18 19 46 44 32 29 15 16 38 34 17 18 19 32 29 15 16 34 17 18 40 19 Futurespreise im Jahr vor der Lieferung gehandelt. Die angegebenen Jahre sind jeweils die Lieferjahre. 2015-2018: Marktgebiet Deutschland/Österreich. Quelle: EEX, EPEX Spot 2019: Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich. Spotpreise: 1.1.2015 - 30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich. Durchschnittswerte. Entwicklung der Wasserführung Die Wasserführung der Flüsse ist für VERBUND von besonderer Bedeutung, da rund 90 % des Stroms aus Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00 steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2019 lag der Erzeugungskoeffizient der Laufund Laufschwellkraftwerke mit 1,01 leicht über dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar (Quartal 1: 1,21 (Vorjahr: 1,17), Quartal 2: 1,05 (1,03), Quartal 3: 0,85 (0,74) und Quartal 4: 0,99 (0,86)). KONZERNLAGEBERICHT 57 Erzeugungskoeffizient (Monatsdurchschnittswerte) 2,0 langjähriges Maximum seit 1926 langjähriger Durchschnitt 1,5 1,0 0,5 langjähriges Minimum seit 1926 0,0 2015 2016 2017 2018 2019 Stromaufbringung und -absatz Stromaufbringung und -absatz in TWh 63,3 63,2 Aufbringung Absatz und Eigenbedarf nach Herkunft nach Kundenbereich 66,3 66,3 58,9 Eigenbedarf/ Regelenergie nach Ländern (inkl. Eigenbedarf und Regelenergie) 66,3 8,3 Sonstige Länder und Eigenbedarf/ Regelenergie 23,5 Deutschland 34,5 Österreich 55,2 14,5 33,1 33,2 15 16 17 18 19 Endkunden Fremdbezug Eigenerzeugung 19,9 Händler 27,8 Weiterverteiler 19 19 Die Eigenerzeugung von VERBUND stieg in den Quartalen 1– 4/2019 um 2.029 GWh bzw. 6,5 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 auf 33.159 GWh. Die Erzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode um 1.976 GWh. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,01 um 7 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres und um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke ging in den Quartalen 1– 4/2019 wegen vermindertem Wälzbetrieb und Speicheraufbau um 2,2 % zurück. Die Windkraftanlagen von VERBUND produzierten in den Quartalen 1– 4/2019 – aufgrund des besseren Windaufkommens – um 95 GWh mehr Strom. 58 Die Erzeugung aus Wärmekraft wurde in den Quartalen 1– 4/2019 um 42 GWh verringert. Das GasKombikraftwerk Mellach produzierte 2019 um 27 GWh weniger Strom. Das Steinkohlekraftwerk Mellach hatte eine um 15 GWh geringere Erzeugung. Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb stieg um 2.018 GWh. Der Fremdbezug von Strom für die Verlust- und Regelenergie ging hingegen um 950 GWh zurück. Stromaufbringung Konzern Wasserkraft1 Windkraft Wärmekraft GWh 2018 2019 Veränderung 28.684 30.660 6,9 % 834 929 11,4 % 1.611 1.570 – 2,6 % Eigenerzeugung 31.130 33.159 6,5 % Fremdbezug Handel & Vertrieb 27.039 29.056 7,5 % 5.026 4.077 – 18,9 % 63.195 66.292 4,9 % Fremdbezug Verlust- und Regelenergie Stromaufbringung 1 inkl. Bezugsrechten Der Stromabsatz von VERBUND ist in den Quartalen 1– 4/2019 um 3.270 GWh gestiegen. Die an Endkunden gelieferten Strommengen stiegen um 1.988 GWh. Dabei wurde der leichte Rückgang im Inlandsgeschäft durch eine deutliche Steigerung der Abgabe an Auslandskunden in Deutschland und Rumänien mehr als ausgeglichen. Im Privatkundenbereich belief sich der Kundenstock per 31. Dezember 2019 auf rund 500.000 Strom- und Gaskunden. Der Absatz an Weiterverteiler sank im Vergleich zum Vorjahr um 649 GWh, hauptsächlich bedingt durch die geänderte Zuordnung im rumänischen Vertriebsgeschäft von den Weiterverteilern zu den Endkunden. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen stiegen bedingt durch deutlich höhere Spothandelsmengen um 1.930 GWh. Der Eigenbedarf an Strom stieg geringfügig um 33 GWh. Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern GWh 2018 2019 Veränderung Endkunden 12.490 14.478 15,9 % Weiterverteiler 28.455 27.806 – 2,3 % Händler 17.964 19.894 10,7 % Stromabsatz 58.908 62.179 5,6 % Eigenbedarf 3.145 3.178 1,1 % Regelenergie 1.141 935 – 18,1 % 63.195 66.292 4,9 % Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf VERBUND setzte in den Quartalen 1– 4/2019 rund 55 % des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (49 %) resultierte aus der bevorzugten Abgabe in der österreichischen Preiszone. Der deutsche Markt bildete mit rund 85 % der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten im Jahr 2019. KONZERNLAGEBERICHT 59 Stromabsatz nach Ländern GWh 2018 2019 Österreich 28.615 34.475 20,5 % Deutschland 26.022 23.511 – 9,6 % Frankreich 3.036 3.301 8,7 % Rumänien 1.044 865 – 17,2 % Sonstige Veränderung 192 26 – 58.908 62.179 5,6 % 2018 2019 Veränderung EBITDA 864,2 1.183,5 36,9 % Bereinigtes EBITDA 863,5 1.183,5 37,1 % Operatives Ergebnis 655,1 865,9 32,2 % Konzernergebnis 433,2 554,8 28,1 % Bereinigtes Konzernergebnis Stromabsatz Ertragslage Ergebnispositionen Mio. € 342,2 549,0 60,4 % Ergebnis je Aktie in € 1,25 1,60 28,1 % (Vorgeschlagene) Dividende je Aktie in € 0,42 0,69 64,3 % Ergebnisentwicklung Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 war äußerst erfreulich. Das EBITDA stieg um 36,9 % auf 1.183,5 Mio. €, und das Konzernergebnis erhöhte sich um 28,1 % auf 554,8 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Ergebnisse – insbesondere das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2018 – waren von positiven Einmaleffekten beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2019 resultierten diese Effekte aus Wertaufholungen im Wasserkraftbereich in Österreich und Albanien sowie im Windkraftbereich in Rumänien hervorgerufen durch die gesunkenen Kapitalkosten und das gestiegene Preisniveau für Strom. Gegenläufig wirkte die Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung. Insgesamt waren 2019 im Konzernergebnis positive Einmaleffekte in Höhe von 5,8 Mio. € zu verzeichnen. Im Jahr 2018 resultierten die Einmaleffekte insbesondere aus Wertaufholungen im Wasserkraftbereich in Österreich und Deutschland sowie im Windkraftbereich in Rumänien. Insgesamt waren 2018 im Konzernergebnis positive Einmaleffekte in Höhe von 91,0 Mio. € zu verzeichnen. Bereinigt um diese Einmaleffekte stieg das EBITDA um 37,1 %, das Konzernergebnis erhöhte sich um 60,4 % auf 549,0 Mio. €. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf den gestiegenen durchschnittlichen Absatzpreis, bedingt durch ein höheres Strompreisniveau auf dem Großhandelsmarkt für Strom, zurückzuführen. Der Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte um 9,7 €/MWh auf 39,0 €/MWh gesteigert werden. Auch die Erzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,01 um 7 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres und um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke war hingegen leicht rückläufig. Insgesamt erhöhte sich die Erzeugung aus Wasserkraft um 1.976 GWh. 60 Der Ergebnisbeitrag aus dem Segment Netz fiel aufgrund höherer temporärer Mehrerlöse ebenfalls besser aus als in der Berichtsperiode des Vorjahres. Leicht rückläufig waren hingegen die Erlöse aus Flexibilitätsprodukten. Dividende In der Hauptversammlung am 28. April 2020 wird eine Dividende von 0,69 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 2019 43,2 %, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis 43,7 %. Im Jahr 2018 war eine Dividende von 0,42 € pro Aktie ausgeschüttet worden, die Ausschüttungsquote lag bei 33,7 % bezogen auf das berichtete Konzernergebnis bzw. bei 42,6 % bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis. Dividende je Aktie in € 0,69 0,42 Erlöspositionen 0,42 2019 Veränderung 2.011,3 3.190,8 58,6 % Netzerlöse 537,2 566,6 5,5 % Sonstige Erlöse 122,6 137,6 12,2 % 2.671,1 3.895,0 45,8 % Stromerlöse 17 18 19 Mio. € 2018 Umsatzerlöse1 1 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2019 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2018 retrospektiv angepasst. Stromerlöse Die Stromerlöse von VERBUND stiegen 2019 um 1.179,5 Mio. € auf 3.190,8 Mio. €. Der mengenmäßige Stromabsatz ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3.270 GWh bzw. 5,6 % gestiegen. Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte um 9,7 €/MWh auf 39,0 €/MWh gesteigert werden. Dieser deutliche Anstieg resultierte aus den gestiegenen Terminmarktpreisen auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Ein weiterer Grund liegt in der Änderung einer Bilanzierungsmethode im Bereich der Energiederivate (Details sind im Anhang dargestellt). Netzerlöse Im Jahr 2019 sind die Netzerlöse gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres um 29,4 Mio. € auf 566,6 Mio. € gestiegen. Wesentliche positive Effekte ergaben sich aus höheren internationalen Erlösen aus der Versteigerung von Grenzkapazitäten sowie der Inter-TSO-Compensation. Ein Anstieg war auch bei den nationalen Netzerlösen aus der Weiterverrechnung von Ausgleichsenergie und höheren Tariferlösen zu verzeichnen. Negativ wirkte hingegen der Rückgang der Systemdienstleistungserlöse aufgrund geringerer Tarife. Sonstige Erlöse und sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen Erlöse stiegen im Wesentlichen aufgrund höherer Erlöse aus dem Verkauf von Grünstromzertifikaten um 15,0 Mio. € auf 137,6 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 8,6 Mio. € auf 74,1 Mio. €. Dies ist unter anderem auf höhere Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen sowie auf gestiegene Erträge aus der Auflösung von Baukostenbeiträgen zurückzuführen. KONZERNLAGEBERICHT 61 Aufwendungen Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug1 Mio. € 2018 2019 Veränderung 1.183,9 2.086,3 76,2 % Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 125,8 116,9 – 7,0 % Personalaufwand 322,8 332,4 3,0 % Sonstige betriebliche Aufwendungen 239,8 250,0 4,2 % 1 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2019 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2018 retrospektiv angepasst. Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug Die Aufwendungen für den Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug stiegen um 902,4 Mio. € auf 2.086,3 Mio. €. Der Fremdstrombezug für das Handels- und Vertriebsgeschäft sowie für die Verlust- und Regelenergie erhöhte sich insgesamt um 1.068 GWh. Aufwandserhöhend wirkten darüber hinaus die höheren Beschaffungspreise, bedingt durch das insgesamt gestiegene Großhandelspreisniveau für Strom. Die Aufwendungen für den Strombezug stiegen daher gegenüber dem Vorjahr um 868,8 Mio. €. Die Aufwendungen für Netzbezug stiegen um 32,2 Mio. €, die Aufwendungen für den Gasbezug waren im Berichtsjahr 2019 um 0,6 Mio. € geringer. Brennstoffeinsatz Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatz-/umsatzabhängigen Aufwendungen sanken um 8,9 Mio. € auf 116,9 Mio. €. Deutlich aufwandsmindernd wirkte der geringere Erdgaseinsatz aufgrund des Rückgangs der Gaspreise in 2019. Negativ wirkten hingegen die gestiegenen Aufwendungen für Emissionszertifikate aufgrund des starken Anstiegs des CO2-Preises sowie der höhere Kohleaufwand bedingt durch den gestiegenen Kohlebezugspreis. Personalaufwand Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Mio. € auf 332,4 Mio. €. Der Anstieg im aktiven Aufwand (– 12,6 Mio. €) ist im Wesentlichen auf die KV-Erhöhung von 3,4 % und den Personalaufbau zurückzuführen. Weiters belasteten aktualisierte Prämissen bei der Rückstellungsberechnung den Personalaufwand (– 2,6 Mio. €). Gegenläufig wirkte im Sozialkapital der Entfall der Rückstellungen für den Sozialplan im thermischen Bereich (+ 1,5 Mio. €). Zusätzliche Verbesserungen ergaben sich durch eine aktualisierte Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen (+3,0 Mio. €). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 10,1 Mio. € auf 250,0 Mio. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf gestiegene Instandhaltungen von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte und höhere Informatikdienstleistungen zurückzuführen. Positiv wirkte hingegen die erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Details zur Erstanwendung von IFRS 16 sind im Anhang dargestellt). EBITDA Infolge dieser Entwicklungen stieg das EBITDA um 36,9 % auf 1.183,5 Mio. €. 62 Abschreibungen Die Abschreibungen stiegen um 36,9 Mio. € auf 364,2 Mio. €. Dies resultierte überwiegend aus den Abschreibungen auf Nutzungsrechte, bedingt durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Details zur Erstanwendung von IFRS 16 sind im Anhang dargestellt). Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind im Vergleich zur Vorjahresperiode geringfügig gestiegen. Wertminderungen Im Geschäftsjahr 2019 waren nur geringfügige Wertminderungen in Höhe von 1,2 Mio. € zu verzeichnen. Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 9,0 Mio. € betrafen im Wesentlichen die Laufwasserkraftwerke Gries und Graz. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt. Wertaufholungen in Mio. € 127,2 78,2 47,8 17 18 Wertaufholungen Die Wertaufholungen in Höhe von 47,8 Mio. € resultierten aus der Wertaufholung der Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf in Höhe von 9,6 Mio. €, des Laufwasserkraftwerks Gries in Höhe von 9,7 Mio. € und der Windparks in Rumänien in Höhe von 28,6 Mio. €. Die Wertaufholungen im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 127,2 Mio. € resultierten vor allem aus der Wertaufholung der Grenzkraftwerke in Höhe von 55,8 Mio. €, der Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach in Höhe von 20,6 Mio. €, der Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf in Höhe von 12,5 Mio. € und der Windparks in Rumänien in Höhe von 26,5 Mio. €. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt. 19 Finanzergebnis Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Sonstiges Beteiligungsergebnis Zinsertrag Zinsaufwand Übriges Finanzergebnis Wertminderungen Wertaufholungen Finanzergebnis Mio. € 2018 2019 Veränderung 28,4 40,8 43,5 % 8,8 6,1 – 30,9 % 32,1 32,8 2,1 % – 127,4 – 110,4 – 13,4 % 7,8 – 39,1 – – 2,2 0,0 – 0,3 16,4 – – 52,1 – 53,4 2,5 % KONZERNLAGEBERICHT 63 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stieg um 12,4 Mio. € auf 40,8 Mio. €. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Ergebnisbeiträge der KELAG in Höhe von 38,5 Mio. € (2018: 29,9 Mio. €). Beteiligungsergebnis Inland in Mio. € Zinsertrag und Zinsaufwand Der Zinsertrag stieg gegenüber 2018 um 0,7 Mio. € auf 32,8 Mio. €. Der Zinsaufwand verringerte sich um 17,0 Mio. € auf 110,4 Mio. €. Dies ist insbesondere auf den Rückgang der Zinsen für Anleihen und Bankkredite aufgrund planmäßiger Tilgungen zurückzuführen. 28 29 Übriges Finanzergebnis 17 18 Das übrige Finanzergebnis verringerte sich um 46,9 Mio. € auf – 39,1 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung (– 61,0 Mio. €), der Bewertung von nicht derivativen Finanzinstrumenten (– 20,7 Mio. €) sowie aus höheren Erträgen aus Wertpapieren und Ausleihungen (+41,7 Mio. €). 37 19 nach der Equity-Methode Wertaufholungen im Finanzergebnis Die Wertaufholungen in Höhe von 16,4 Mio. € (2018: 0,3 Mio. €) resultierten aus der Wertaufholung der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt. Finanzergebnis Das Finanzergebnis verringerte sich somit von – 52,1 Mio. € um 1,3 Mio. € auf – 53,4 Mio. €. Konzernergebnis Nach Berücksichtigung eines Effektivsteuersatzes in Höhe von 21,1 % und der nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 85,9 Mio. € ergibt sich ein Konzernergebnis in Höhe von 554,8 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 28,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,60 € (2018: 1,25 €) bei einer Aktienstückzahl von 347.415.686. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis betrug 549,0 Mio. € und lag damit um 60,4 % über dem Wert der Vergleichsperiode. Konzernergebnis in Mio. € 555 433 301 17 18 19 64 Vermögenslage Bilanz in Mrd. € Aktiva Passiva 11,1 (10,7) Langfristiges Vermögen Kurzfristiges Vermögen Zur Veräußerung gehalten 0,8 (1,0) 6,6 (5,9) Eigenkapital Langfristige Schulden – ( –) Kurzfristige Schulden 4,1 (4,0) 1,2 (1,8) Werte in Klammern sind Vorjahreswerte. Konzernbilanz (Kurzfassung) Langfristiges Vermögen Kurzfristiges Vermögen Aktiva Mio. € 2018 Anteil 2019 Anteil Veränderung 10.702,7 91 % 11.061,9 93 % 3,4 % 1.002,1 9% 776,7 7% – 22,5 % 11.704,8 100 % 11.838,6 100 % 1,1 % Eigenkapital 5.941,0 51 % 6.568,0 55 % 10,6 % Langfristige Schulden 3.968,0 34 % 4.107,4 35 % 3,5 % Kurzfristige Schulden Passiva 1.795,8 15 % 1.163,2 10 % – 35,2 % 11.704,8 100 % 11.838,6 100 % 1,1 % Aktiva SDG 8 Das langfristige Vermögen von VERBUND erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2018 geringfügig. Im Sachanlagevermögen standen Zugängen in Höhe von 438,9 Mio. € planmäßige Abschreibungen in Höhe von 322,1 Mio. € gegenüber. Werthaltigkeitsprüfungen des Sachanlagevermögens ergaben bei mehreren österreichischen Laufwasserkraftwerken, nach Abzug allfälliger, unmittelbar damit in Zusammenhang stehender Baukostenbeiträge, insgesamt einen Zuschreibungsbedarf von 19,3 Mio. €. Bei den rumänischen Windparks führten die Werthaltigkeitsprüfungen zu einer Zuschreibung in Höhe von 28,6 Mio. €. Die wesentlichsten Zugänge zum Sachanlagevermögen betrafen Investitionen in das österreichische Übertragungsnetz sowie Erneuerungsinvestitionen in österreichische und deutsche Wasserkraftwerksanlagen. Aus der Erstanwendung von IFRS 16 resultierte zum 31. Dezember 2019 eine Erhöhung des langfristigen Vermögens um 133,4 Mio. €. Der Rückgang des kurzfristigen Vermögens ist vor allem auf die Verwendung von kurz- und mittelfristig veranlagten liquiden Mitteln zur Tilgung einer Anleihe sowie auf niedrigere positive beizulegende Zeitwerte von derivativen Absicherungsgeschäften zurückzuführen. KONZERNLAGEBERICHT 65 Passiva Die Erhöhung des Eigenkapitals gegenüber dem 31. Dezember 2018 ist im Wesentlichen auf das Periodenergebnis 2019 sowie auf positive Effekte aus der Bewertung von Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis zurückzuführen, dem Dividendenausschüttungen und negative Effekte im sonstigen Ergebnis aus Zinssatzanpassungen im Sozialkapital eigenkapitalmindernd gegenüberstanden. Die Reduktion der lang- und kurzfristigen Schulden resultierte vor allem aus niedrigeren negativen beizulegenden Zeitwerten von derivativen Absicherungsgeschäften sowie einer Anleihentilgung, während die Erstanwendung von IFRS 16 und gestiegene Sozialkapitalrückstellungen sowie die Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung gegenläufig wirkten. Finanzlage Geldflussrechnung in Mio. € 2018 Liquide Mittel 1.1. 2019 28,6 39,3 +664,1 Cashflow aus operativer Tätigkeit +1.204,3 –333,8 Cashflow aus Investitionstätigkeit Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –319,6 Liquide Mittel 31.12. 39,3 –321,7 –877,4 44,6 Geldflussrechnung (Kurzfassung) Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 2018 2019 Veränderung 664,1 1.204,3 81,3 % Cashflow aus Investitionstätigkeit – 333,8 – 321,7 – 3,6 % Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 319,6 – 877,4 – Veränderung der liquiden Mittel 10,8 5,3 – 50,8 % Liquide Mittel am Ende der Periode 39,3 44,6 13,4 % Cashflow aus operativer Tätigkeit Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2019 1.204,3 € und lag damit um 540,2 Mio. € über dem Vorjahreswert. Dieser Unterschied ist hauptsächlich auf einen deutlich höheren erzielten Durchschnittspreis für Strom zurückzuführen. Darüber hinaus lag der Erzeugungskoeffizient mit 1,01 um 7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Weitere positive Effekt resultierten aus den geringeren Ertragssteuerzahlungen sowie dem gestiegenen operativen Cashflow der APG. Cashflow aus Investitionstätigkeit Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2019 – 321,7 Mio. € (2018: – 333,8 Mio. €). Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die gestiegenen 66 Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (– 95,6 Mio. €), die gesunkenen Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (– 42,0 Mio. €) sowie auf die höheren Nettoeinzahlungen in Zusammenhang mit Finanzanlagen (+150,2 Mio. €) zurückzuführen. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2019 – 877,4 Mio. € und veränderte sich somit um – 557,8 Mio. €. Die Veränderung ergab sich durch die gestiegenen Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten (– 468,7 Mio. €), höhere Nettoeinzahlungen aus Geldmarktgeschäften (+ 43,3 Mio. €) und die Auszahlungen für die Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten (– 32,3 Mio. €), die aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse seit 1. Jänner 2019 im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden. Die gezahlten Dividenden lagen mit 178,1 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Kennzahlen und Financial Governance Die wesentlichen Kennzahlen zur Darstellung der Geschäftstätigkeit von VERBUND sind: Net Debt/EBITDA und damit einhergehend die Verbesserung des Free Cashflows. Die Zielsetzung der Wertschaffung misst VERBUND über den ROCE. Ab der Berichtsperiode 2019 wird der ROCE, rückwirkend ab der Vergleichsperiode 2018, nur mehr für den nicht regulierten Bereich von VERBUND berechnet. Net Debt/EBITDA und Free Cashflow Net Debt/EBITDA 3,1 3,0 1,9 17 18 19 VERBUND hat sich die Schuldenreduktion zum Ziel gesetzt und strebt ein Net Debt/EBITDA von < 3,0 an. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Augenmerk insbesondere auf die Verbesserung des Free Cashflows gelegt. Das Net Debt/EBITDA lag zum 31. Dezember 2019 bei 1,9 (2018: 3,0). Die Verbesserung resultierte sowohl aus dem gestiegenen EBITDA als auch einem Rückgang des Net Debt. Die Veränderung des EBITDA wird im Kapitel „Ertragslage“ erläutert. Die Net-Debt-Reduktion resultierte im Wesentlichen aus der Reduktion der Verbindlichkeiten durch den positiven Free Cashflow. Der Free Cashflow nach Dividende betrug zum Ende der Berichtsperiode 639,3 Mio. € (2018: 237,2 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf den Anstieg des operativen Cashflows aufgrund deutlich höherer erzielter Durchschnittspreise für Strom zurückzuführen. Gegenläufig wirkten die gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. KONZERNLAGEBERICHT 67 ROCE Der ROCE zeigt die Rentabilität des im Konzern betrieblich gebundenen Vermögens. So betrug der ROCE für den nicht regulierten Bereich von VERBUND Ende 2019 7,8 % (2018: 5,6 %). Der ROCE soll sich langfristig auf mehr als 7,0 % belaufen. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt durch Division des Net Operating Profit After Tax (NOPAT) durch das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Employed). Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern. Am Ende des Geschäftsjahres 2019 lag der NOPAT für den nicht regulierten Bereich von VERBUND bei 684,6 Mio. € (2018: 409,5 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Veränderung des Ergebnisses vor Ertragsteuern zurückzuführen und wird im Kapitel „Ertragslage“ erläutert. Das Geschäftsvermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche nicht zur Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden. Das durchschnittliche Capital Employed für den nicht regulierten Bereich von VERBUND lag Ende 2019 bei 8.816,4 Mio. € (2018: 7.291,3 Mio. €). Die Konzernrendite lag im Jahr 2019 über den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des Konzerns (derzeit 4,00 %). Nettoverschuldungsgrad Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich wie folgt: Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung) Finanzverbindlichkeiten Mio. € 2018 2019 Veränderung 1.792,5 1.111,5 – 38,0 % Verzinsliche Rückstellungen 812,9 908,0 11,7 % Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 217,0 400,7 84,6 % – 49,8 % Cross Border Leasing 32,1 16,1 – 39,2 – 44,5 13,5 % – 211,5 – 133,1 – 37,1 % – 43,1 – 2,6 – 94,0 % Verzinsliche Nettoverschuldung 2.560,7 2.256,1 – 11,9 % Eigenkapital 5.941,0 6.568,0 10,6 % 43,1 % 34,4 % – Liquide Mittel Wertpapiere Sonstige liquide Finanzaktiva Nettoverschuldungsgrad (Gearing) ROCE 7,8 5,6 4,2 17 18 Die Berechnung wurde im GJ 2019 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2018 retrospektiv angepasst. 19 68 Finanzierung Finanzierungsstrategie Die Finanzierungsstrategie von VERBUND basiert in einem volatilen energiewirtschaftlichen Umfeld auf drei Säulen: 1. Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven unter verstärktem Einsatz innovativer, nachhaltiger Finanzinstrumente, 2. Absicherung eines langfristig soliden Ratings sowie 3. Optimierung der Kapitalstruktur. Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven TCFD Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND oberste Priorität. Per 31. Dezember 2019 verfügte VERBUND über einen ESG-linked syndizierten Kredit (Environmental, Social, Governance) in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2023 mit zusätzlich zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit für je ein Jahr und wird von zwölf nationalen und internationalen Banken mit guter Bonität zur Verfügung gestellt. Zusätzlich standen VERBUND Ende 2019 nicht kommittierte Kreditlinien in Höhe von rund 500,0 Mio. € zur Verfügung. Diese Linien waren per 31. Dezember 2019 in Höhe von 65 Mio. € ausgenutzt. VERBUND ist Innovationsführer im Bereich grüne Finanzierung und hat den Green-Finance-Markt maßgeblich mitentwickelt. Absicherung eines langfristig soliden Ratings Stand zum 31.12.2019: S&P: A/ stable outlook Moody’s: Baa1/ positive outlook Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet VERBUND u. a. am Kapitalmarkt unterschiedliche Finanzierungsinstrumente. Die Kreditwürdigkeit von VERBUND wurde zum 31. Dezember 2019 mit einem Langfristrating von „A mit stabilem Ausblick“ (Standard & Poor’s/S&P) bzw. „Baa1 mit positivem Ausblick“ (Moody’s) bewertet. Die Ratingeinstufung bei S&P wurde im Dezember 2019 von „A–“ auf „A mit stabilem Ausblick“ angehoben. Moody’s beließ das Rating im Jahr 2019 unverändert und hob im Jänner 2020 das Rating von „Baa1/positive outlook“ auf „A3/stable outlook“ an. Langfristig strebt VERBUND ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert sich VERBUND bei der Konzernsteuerung unter anderem auf die Optimierung des Free Cashflows und auf die zwei wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Net Debt. Finanzierungsmaßnahmen Hinsichtlich der Finanzierung des laufenden Investitionsprogramms und der weiteren Entschuldung des Konzerns konnte VERBUND auch 2019 auf seine starke Innenfinanzierungskraft zurückgreifen. Der operative Cashflow belief sich per 31. Dezember 2019 auf 1.204,3 Mio. € und der Free Cashflow vor Dividende auf 817,4 Mio. €. Im Rahmen eines aktiven Liability Managements unterzieht VERBUND seine Finanzverbindlichkeiten permanent einem Monitoring, um Möglichkeiten zur Optimierung des Zinsaufwands (z. B. durch vorzeitige Tilgungen) zu evaluieren. KONZERNLAGEBERICHT 69 VERBUND wird auch in Zukunft eine „grüne“ nachhaltige Finanzierungsstrategie verfolgen. Nach einigen innovativen Transaktionen in den vergangenen Jahren, wie z. B. der Begebung des ersten Green Bonds im deutschsprachigen Raum, des ersten digitalen grünen Schuldscheins weltweit, der über eine Plattform begeben wurde, und dem ersten syndizierten Kredit, dessen Margenstruktur während der Laufzeit ausschließlich an das ESG-Rating (Nachhaltigkeitsrating) von VERBUND gekoppelt ist, kam es in 2019 aufgrund der hervorragenden Liquiditätssituation zu keinen Aufnahmen neuer Finanzmittel am Kapitalmarkt. Das Fremdmittelportfolio von VERBUND setzte sich per 31. Dezember 2019 zu 63 % aus Anleihen und zu 37 % aus Krediten zusammen. Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten ohne ehemalige Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und exklusive Kommanditanteilen. Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von VERBUND zum 31. Dezember 2019 betrug 1.112,1 Mio. €. Davon waren 100 % in Euro finanziert. 91 % dieser Finanzverbindlichkeiten waren fix und 9 % variabel verzinst. Für alle Verbindlichkeiten belief sich die Duration zum Stichtag 31. Dezember 2019 auf 4,1 Jahre. Die durchschnittliche Restlaufzeit betrug 4,2 Jahre. Die Effektivverzinsung lag bei 2,79 %. Grüne Finanzierungsmaßnahmen: Green Bond, digitaler grüner Schuldschein und ESG-linked Kredit TCFD Finanzverbindlichkeiten in Mrd. € 1,9 1,1 17 Tilgungen und Tilgungsstruktur Im Geschäftsjahr 2019 wurden 718 Mio. € langfristige Fremdmittel getilgt. Für 2020 bestehen geplante Fälligkeiten im Ausmaß von 234 Mio. €. Im Jahr 2021 werden geplante Tilgungen in der Höhe von 30 Mio. € anfallen. Tilgungen in Mio. € 525 234 162 2020 30 25 25 2021 2022 2023 2024 20 12 10 2025 2026 2027 > 2027 1,8 Buchwerte 18 19 70 Segmentbericht Erneuerbare Erzeugung Im Segment Erneuerbare Erzeugung werden die Erzeugungstechnologien Wasser und Wind gebündelt. Rund 95 % des Stroms erzeugte VERBUND im Geschäftsjahr 2019 aus diesen erneuerbaren Quellen. VERBUND ist einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Die Wasserkraft bildet speziell in Österreich die Basis der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern und bietet viele Vorteile: Sie ist erneuerbar, sauber, zuverlässig, flexibel und liefert sowohl wertvolle Spitzen- als auch Grundlast. Die starke Wasserkraftbasis von VERBUND – mit einem sehr breiten Portfolio aus Grundlast, Spitzenlast, Flexibilität und Speicherkapazität – bietet eine hervorragende Wettbewerbsbasis, um auf die Bedürfnisse eines modernen Energiemarkts wirtschaftlich reagieren zu können. Windkraft ergänzt das erneuerbare Produktionsportfolio von VERBUND. Das Potenzial der Windenergie mit einem flexiblen Kraftwerkspark wird dabei optimal genutzt. VERBUND hat die Kraft, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen. Betriebswirtschaftliche Entwicklung Kennzahlen – Segment Erneuerbare Erzeugung Einheit 2018 2019 Veränderung Gesamtumsatz Mio. € 903,8 1.232,5 36,4 % EBITDA Mio. € 514,5 859,7 67,1 % Equity-Ergebnis Mio. € 0,0 3,7 – Capital Employed Mio. € 6.602,2 6.566,8 – 0,5 % Das EBITDA des Segments Erneuerbare Erzeugung stieg um 345,2 Mio. € auf 859,7 Mio. €. Ursache dafür waren im Wesentlichen die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren erzielten Durchschnittspreise für Strom. Der Erzeugungskoeffizient betrug in den Quartalen 1– 4/2019 1,01 nach 0,94 in den Quartalen 1– 4/2018. Das Equity-Ergebnis des Segments Erneuerbare Erzeugung betraf überwiegend das Ergebnis der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Das Capital Employed des Segments Erneuerbare Erzeugung sank um 35,4 Mio. € auf 6.566,8 Mio. €. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine Verminderung der Sachanlagen zurückzuführen, dem der Ansatz von Nutzungsrechten aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse seit 1. Jänner 2019 sowie niedrigere unverzinsliche Schulden gegenüberstehen. KONZERNLAGEBERICHT 71 Energieaufbringung GRI EU1 GRI EU2 Überblick Energieerzeugung Eigenstromerzeugung Anzahl1 Engpassleistung in MW1 Wasserkraft2 131 8.222 Windkraft 113 418 Summe 1 142 2 Regelarbeitsvermögen in GWh 2017 Erzeugung in GWh 2018 Erzeugung in GWh 2019 Erzeugung in GWh 29.071 29.687 28.684 30.660 952 834 929 30.639 29.518 31.589 8.640 29.071 3 per 31.12.2019 // inkl. Bezugsrechten // Anzahl bezieht sich auf die Anzahl der Windparks Die Wasserführung war im ersten Halbjahr 2019 inklusive einiger Extremdargebote sehr gut. In den Sommermonaten war es, wie schon im Jahr 2018, sehr trocken. Das Dargebot im Herbst 2019 war wieder durchschnittlich. Mit 31.589 GWh lag die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bei VERBUND im Geschäftsjahr 2019 um mehr als 2 TWh über dem Vorjahreswert von 29.518 GWh. Dies ist vor allem auf eine bessere Wasserführung (insbesondere im Quartal 1/2019) und ein besseres Winddargebot zurückzuführen. Die Wasserkrafterzeugung stieg um 6,9 % auf 30.660 GWh. Der Erzeugungskoeffizient (die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken) lag im Jahr 2019 mit 1,01 um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt und um 7 Prozentpunkte über dem Wert des erzeugungsschwachen Vorjahres. Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar (Quartal 1/2019: 1,21, Quartal 2/2019: 1,05, Quartal 3/2019: 0,85 und Quartal 4/2019: 0,99). In VERBUND-Windkraftanlagen lag die Erzeugung im Jahr 2019 mit 929 GWh um 11,4 % über dem Vorjahreswert. Die Wasserkraftwerke von VERBUND verfügten per 31. Dezember 2019 über eine Leistung von 8.222 MW (Engpassleistung = maximale Dauerleistung). In VERBUND-Windkraftanlagen waren per 31. Dezember 2019 418 MW installiert. Kapazitätsentwicklung 2018 bis 20211 Wasserkraft2 Windkraft Photovoltaik Summe 1 SDG 7 MW 2018 2019 2020 2021 8.215 8.222 8.248 8.341 418 418 418 520 – – 15 50 8.633 8.640 8.681 8.911 2 jeweils per 31.12. jeden Jahres // inkl. Bezugsrechten Die Darstellung der Kapazitätsentwicklung des VERBUND-Kraftwerksparks beruht auf der aktuellen Investitionsplanung und berücksichtigt die bis 31. Dezember 2019 fertiggestellten Neubau- und Effizienzsteigerungsprojekte. Auf Basis der festgelegten Strategie wird zukünftig ein stärkerer Fokus auf den Ausbau der Erzeugung aus den neuen erneuerbaren Energieträgern Wind und Sonne gelegt. Die geschärfte Strategie von VERBUND sieht vor, dass 20 % bis 25 % der Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 aus neuen erneuerbaren Energiequellen stammen sollen. Um diesem Ziel Rechnung zu tragen, gründete GRI EU10 GRI EU1 SDG 7 72 eine neue Tochtergesellschaft, die sich für die Entwicklung und den Ausbau von Photovoltaikanlagen und Onshore-Windparks verantwortlich zeigt. Der Kapazitätszuwachs im Bereich der Wasserkraft im Jahr 2019 beruht auf den Inbetriebnahmen der Kraftwerke Gries, Graz (VERBUND-Anteil von 12,5 %) und Reißeck-Mühldorferseen. Im Jahr 2020 wird einerseits die Ausübung der Option beim Kraftwerk Graz auf 25,1 % wirksam, und andererseits kommt es zu Kapazitätserhöhungen aus fertiggestellten Revitalisierungsprojekten (u. a. die Revitalisierungen Häusling, Kaprun und Malta). Zusätzliche Steigerungen des Regelarbeitsvermögens und der Kapazität werden für das Jahr 2020 aufgrund der laufenden Projekte erwartet. VERBUND Wasserkraft Verfügbarkeit der Wasserkraftwerke GRI EU30 SDG 7 VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammte 2019 aus 94 Lauf- und 23 Speicherkraftwerken. Dazu kamen Bezugsrechte an 14 Laufwasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG. Das Regelarbeitsvermögen – die Erzeugungsmöglichkeit mit durchschnittlichem Wasserdargebot innerhalb eines Regeljahres – beläuft sich auf 29.071 GWh. Die durchschnittliche Verfügbarkeit der österreichischen Lauf- und Speicherkraftwerke der VERBUND Hydro Power GmbH lag im Jahr 2019 bei nur 92,7 %. Dieser Verfügbarkeitswert war etwas schlechter als jener im Mittel der Jahre 2014 bis 2018 (93,4 %), und auch die Verfügbarkeit im Jahr 2018 (95,1 %) wurde damit deutlich verfehlt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die mit 91,2 % sehr geringe Verfügbarkeit der Speicherkraftwerke (2018: 95,9 %, Fünfjahresmittel 93,2 %). Deutlich zu Buche schlugen dabei lange Stillstände von leistungsstarken Maschinen bzw. Kraftwerken. Hierzu zählten Stillstände aufgrund der Effizienzsteigerung beim Kraftwerk Häusling (sechs Monate) und der Totraumentleerung beim Kraftwerk Mooserboden (sechs Wochen, Kaprun-Oberstufe und Limberg II) sowie ein Stillstand bei der Malta-Hauptstufe (drei Monate). Die Verfügbarkeit der Laufkraftwerke war mit 94,5 % im Geschäftsjahr 2019 etwas besser als im Vorjahr (94,2 %) und im Fünfjahresmittel (93,6 %). Dies war auf die Optimierung der Instandhaltungszyklen bei den Laufkraftwerken (Verlängerung der Revisionsintervalle von sechs auf neun Jahre) ab Herbst 2014 zurückzuführen. Bei den Grenzkraftwerken (Bayern/Österreich) am Inn und an der Donau konnte für 2019 eine gute Verfügbarkeit von 94,4 % erzielt werden, da im Jahr 2018 bereits einige Umbaumaßnahmen (vorwiegend Leittechnikumbauten) abgeschlossen werden konnten. Der Wert von 2019 lag damit sowohl über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre (92,9 %) als auch über dem Wert von 2018, in dem eine Verfügbarkeit von 93,9 % aufgrund von vielen Umbaumaßnahmen verzeichnet worden war. Die bayerischen Laufkraftwerke der VERBUND Innkraftwerke GmbH erreichten 2019 eine Verfügbarkeit von 91,5 %. Auch wenn sich in diesem Wert noch das forcierte Leittechnikerneuerungsprogramm und die Erneuerung des Kraftwerks Töging deutlich niederschlugen, war der Umfang der Umbaumaßnahmen 2019 bereits geringer als in den Jahren zuvor. So lag der Wert für 2019 etwas über dem Mittelwert der Jahre 2014 bis 2018 (90,8 %). Die Verfügbarkeit aus dem Jahr 2018 mit 91,1 % (hier fanden viele Leittechnikumbauten statt) wurde ebenfalls übertroffen. Neue Kraftwerksprojekte Im Jahr 2019 konnte VERBUND folgende wichtige Projekte fortführen bzw. abschließen: KONZERNLAGEBERICHT 73 Laufwasserkraftwerk Gries VERBUND und die Salzburg AG realisierten gemeinsam das Projekt zur Errichtung des neuen Salzachkraftwerks Gries. Die Arbeiten an dem seit Sommer 2016 in Bau befindlichen Kraftwerk wurden im Sommer 2019 plangemäß abgeschlossen, nachdem der kommerzielle Betrieb bereits mit Ende des Jahres 2018 begonnen hatte. Die feierliche Eröffnung fand am 13. Juni 2019 statt. Während der gesamten Bauzeit wurde in der baubegleitenden Öffentlichkeitsarbeit besonderer Wert auf die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Land sowie auf Regionalität und Bürgernähe gelegt. Die für die Baustelle eingerichteten Diskussionsplattformen wurden in bewährter Weise genutzt, um aktuelle Informationen an die Bürger zu bringen und Anregungen von den Bürgern abzuholen. Die hohe Akzeptanz der Baustelle und des Kraftwerks durch die regionale Bevölkerung bestätigt die Richtigkeit der Vorgehensweise in der Öffentlichkeitsarbeit. Das Salzachkraftwerk Gries erzeugte im Herbst 2018 erstmals Strom und versorgt mit einer Jahreserzeugung von 42 GWh und einer Engpassleistung von 8,8 MW mehr als 10.000 Haushalte mit sauberem Strom aus Wasserkraft. GRI 413-1 Murkraftwerk Graz Am Murkraftwerk Graz, mit einer Engpassleistung von 17,7 MW und einem Regelarbeitsvermögen von 78,9 GWh, sind mit Jahresende 2019 neben der Energie Steiermark Green Power GmbH (75,0 %) auch die VERBUND Hydro Power GmbH (12,5 %) und die Energie Graz GmbH & Co KG (12,5 %) beteiligt. Die VERBUND Hydro Power GmbH übte dabei im Dezember 2019 ihre Option zum Anteilserwerb von 12,6 % und somit zur Aufstockung der Anteile auf 25,1 % aus (mit Wirksamkeit 2020). Die Projektabwicklung durch die Energie Steiermark Green Power GmbH war seit Jänner 2017 plangemäß erfolgt, sodass das Kraftwerk nach Abschluss des Probebetriebs ab September 2019 offiziell in Betrieb genommen wurde. Die Betriebsführung erfolgt durch die VERBUND Hydro Power GmbH auf Bestandsdauer des Kraftwerks. Für den Stakeholder-Dialog war während der gesamten Bauzeit der Projektpartner Energie Steiermark verantwortlich. Die Feier zur Inbetriebnahme fand am 9. Oktober 2019 statt. Weitere Informationen unter www. murkraftwerkgraz.at Neubauprojekte Neben den oben genannten, in Umsetzung befindlichen Projekten hat VERBUND weitere Kraftwerksprojekte in Planung. So gibt es Überlegungen, an der Grenzsalzach im Tittmoninger Becken ein ökologisches Vorzeigeprojekt zu realisieren, welches eine Kombination aus Flusssanierung und Energienutzung („Fließgewässerkraftwerk“) durch Integration von Energieeinheiten in geplante Rampenbauwerke darstellt und an drei Standorten jeweils rund 34 GWh an Stromerzeugung ermöglicht. Es wurden Gespräche mit den Wasserwirtschaftsämtern aus Oberösterreich, Salzburg und Bayern initiiert, mit dem Ziel, ein Genehmigungsverfahren unter der Federführung von VERBUND (Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG) zu starten. Beim geplanten Kraftwerk Stegenwald an der mittleren Salzach, gemeinsam mit der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation, konzentrierten sich die Arbeiten 2019 auf die Fortführung des Genehmigungsverfahrens. Im wasserrechtlichen Verfahren langte der positive Bescheid im Mai 2019 ein. Der naturschutzrechtliche Bescheid war zum Berichtsstichtag noch ausständig. Das Projekt hat eine geplante Leistung von 14,5 MW und ein Regelarbeitsvermögen von 72 GWh. Für das genehmigte Mur-Kraftwerk Gratkorn, ein weiteres Kooperationsprojekt mit der Energie Steiermark AG, mit einer Leistung von 11 MW und einem Regelarbeitsvermögen von 54 GWh, befanden GRI 413-1 74 sich die neuen Rahmenbedingungen für eine Realisierung aufgrund der Novelle des Ökostromgesetzes Ende 2019 in Prüfung. Projekte zur Erweiterung und Revitalisierung Unterer Tuxbach GRI 413-1 SDG 15 Im September 2016 war der Baubeschluss zur Realisierung des Erweiterungsprojekts Unterer Tuxbach gefasst worden. Mit einem zusätzlichen Regelarbeitsvermögen von 48 GWh stellen die geplanten Maßnahmen gemeinsam mit dem Projekt zur Wiederverleihung des Wasserrechts für das Kraftwerk Bösdornau eine energetische Aufwertung des bestehenden Kraftwerksparks im Zillertal dar. Nachdem bereits im Juli 2018 der Fräsvortrieb mit der Tunnelbohrmaschine in Richtung Tuxertal abgeschlossen worden war, erfolgte Anfang Mai 2019 der Durchbruch beim Fräsvortrieb in Richtung Stillup. Die beim Vortrieb in Richtung Tuxertal angetroffene geologische Situation und die damit verbundenen zusätzlichen Injektionen und Innenschalenabschnitte wurden evaluiert und führen zu einer Streckung der Bauzeit mit einer geplanten Inbetriebnahme im Sommer 2020. Die Auskleidungsarbeiten sowie die Injektionen in den Stollen Zemm-Tux verliefen bis zum Berichtsstichtag plangemäß. Der Antransport der Stahlrohre für die beiden Rohrstollen war per Ende Dezember 2019 abgeschlossen. Die Montage begann Anfang 2020. Die Montagearbeiten im Krafthaus des Kleinkraftwerks Stillup verliefen ebenfalls nach Plan, und die Trocken-Inbetriebsetzung startete. Die ökologischen Begleitmaßnahmen für das Projekt Unterer Tuxbach werden plangemäß durchgeführt. Zudem wurde mit den Strukturierungsmaßnahmen Zemm/Ziller begonnen. Mit der Ausstellung der Genehmigungsbescheide und der Unterfertigung des Zillertalvertrags II, der Partnerschaftsverträge mit den Gemeinden und dem Tourismusverband sowie der Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen VERBUND und den Stadtwerken Schwaz (diese erhalten ein jährliches Strombezugsrecht) wurde die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Projektbegleitend finden Informationsveranstaltungen, Presseaussendungen und Projektsprechstunden statt. Hinsichtlich des Kraftwerks Bösdornau wurden die Unterlagen für die Wiederverleihung bei der zuständigen Behörde eingereicht. Mit den erforderlichen Rückbaumaßnahmen wurde im Juni 2019 begonnen und als eine der ersten Maßnahmen die Bachfassung Stillupp außer Betrieb genommen. Mit den Umbauarbeiten am Kraftwerk Bösdornau selbst soll im Quartal 2/2020 begonnen werden, die Inbetriebnahme ist bis Ende 2020 vorgesehen. Töging GRI 413-1 Das Gesamtprojekt zur Erneuerung und Revitalisierung des bestehenden Innkraftwerks Töging und der Wehranlage Jettenbach umfasst den Neubau des Kraftwerks und der Wehranlage, die Erhöhung der Dichtung des Innkanals sowie Hochwasserschutzmaßnahmen im Stauraum Jettenbach. Nach derzeitigem Plan soll sich die Gesamterzeugung nach Fertigstellung um 139 GWh auf 696 GWh erhöhen und die installierte Kraftwerksleistung um 32,4 MW auf 117,7 MW steigen. Seit dem 22. Juli 2019 liegt der rechtskräftige Planfeststellungsbeschluss im Wasserrechtsverfahren vor. Die Nebenbestimmungen bzw. Auflagen entsprechen in Inhalt und Umfang den bekannten Vorschlägen der Fachbehörden. Am 13. September 2019 fand daher die Auftaktveranstaltung zum Projekt statt, und am 14. September 2019 hatte die Öffentlichkeit am Tag der offenen Tür Gelegenheit, das bestehende Kraftwerk Töging und die Fortschritte auf dem Baufeld zu besichtigen. KONZERNLAGEBERICHT 75 Beim Projekt selbst wurden die im Herbst 2018 begonnenen bauvorbereitenden Arbeiten im Jahr 2019 plangemäß fortgesetzt. Im Baubereich Wehr Jettenbach erfolgte im August 2019 die Wiederinbetriebnahme des Restwasserkraftwerks, und die Betonierarbeiten am rechten Wehrpfeiler wurden Ende 2019 abgeschlossen. Daneben wurde mit der Herstellung der Wehrfelder 3 und 4 begonnen. Die Arbeiten am Stauhaltungsdamm Fraham (Baubereich Stauraum Jettenbach) wurden im September 2019 gestartet und werden bis zum Quartal 2/2020 andauern. Im Baubereich Oberwasserkanal wurde die Dichtungserhöhung inklusive der zugehörigen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen abgeschlossen. Die Baugrube des Einlaufbauwerks im Baubereich Kraftwerk Töging wurde 2019 fertiggestellt. Mit den Betonbauarbeiten außerhalb der Hauptbaugrube wurde im Jänner 2020 begonnen. Zusätzlich wird dieses Projekt von einer Vielzahl ökologischer Schutz-, Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet. Dazu zählen unter anderem: Stillgewässer als Laichhabitate und Fischlebensräume, die Wiesenentwicklung an den Dammböschungen zur Förderung der Artenvielfalt, die Herstellung von Reptilienhabitaten sowie Struktur- und hydromorphologische Verbesserungen. Für die Schlingnatter, die Zauneidechse und den dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling wurden bereits Maßnahmen für den dauerhaften Erhalt der ökologischen Funktion umgesetzt. Auf Basis der Vereinbarung mit dem Freistaat Bayern werden in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft ergänzende Umweltmaßnahmen in der Ausleitungsstrecke entwickelt und umgesetzt. SDG 15 Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit werden monatliche Projektinformationsveranstaltungen während der gesamten Bauphase abwechselnd in Jettenbach und Töging durchgeführt. Zur kontinuierlichen Erläuterung des Projekts bietet VERBUND auch regelmäßig Sprechstunden an. Darüber hinaus fanden Anwohnertermine zu Beginn von neuen Bauphasen statt. Das Bürgertelefon steht für Anliegen der Anwohner und Bürger zur Verfügung. GRI 413-1 Projekte zur Revitalisierung Revitalisierung in Ybbs-Persenbeug Österreichs ältestes Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wird seit 2012 stufenweise modernisiert. Nach dem Umbau von drei der sechs Hauptmaschinen konnten die Arbeiten im Nordkraftwerk im Frühjahr 2017 beendet werden. Mit der Erneuerung des letzten Hauptumspanners und dem Austausch der letzten 220-kV-Energieableitung wurden die hochspannungsseitigen Arbeiten Ende 2018 abgeschlossen. Im Herbst 2019 startete die Modernisierung der noch verbliebenen drei Maschinensätze des Südkraftwerks mit der Demontage der zweiten Hauptmaschine. Nach Abschluss der Revitalisierungsmaßnahmen an allen sechs vertikalen Maschinensätzen wird sich das Regelarbeitsvermögen um 77 GWh und die Engpassleistung um 18 MW erhöhen. Weitere in Umsetzung bzw. in Vorbereitung befindliche Projekte zur Revitalisierung Neben der Fortführung der Arbeiten am bereits erwähnten Projekt in Ybbs wurden die Revitalisierungsarbeiten des ersten Maschinensatzes im Kraftwerk Häusling im Frühjahr 2019 erfolgreich abgeschlossen. 2020 wird der zweite Maschinensatz revitalisiert. Bei den übrigen laufenden Revitalisierungsprojekten (unter anderem in Kaprun, Malta, Salza, Arnstein, Ottensheim-Wilhering und Ering-Frauenstein) wurden die Planungs- und Designarbeiten fortgesetzt und erste Bestellungen der Hauptkomponenten durchgeführt. Allein diese sieben Revitali- 76 sierungsmaßnahmen werden in den nächsten Jahren im Bereich der Laufwasserkraftwerke zu einem Plus von rund 66 MW an Turbinenleistung und rund 106 GWh an zusätzlichem Regelarbeitsvermögen führen. Im Bereich der Speicherkraftwerke wird sich ein Plus von rund 130 MW Turbinenleistung, rund 314 MW Pumpleistung und rund 24 GWh an zusätzlichem Regelarbeitsvermögen ergeben. Darüber hinaus werden technisch erforderliche Erneuerungen von Generatoren und/oder Maschinen (welche das Ende der Lebensdauer erreichen) weiterhin zum Anlass genommen, um ergänzend verschiedene Maßnahmen zur Revitalisierung durchzuführen. Mit den entsprechenden Planungen und Vorbereitungen weiterer Revitalisierungsprojekte sowohl an österreichischen als auch bayerischen Anlagen wurde bereits begonnen. Umweltmaßnahmen – weiterhin gute Fortschritte bei der Renaturierung GRI EU13 Maßnahmen zum Naturschutz siehe www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt SDG 15 GRI 413-1 Für die Umsetzung der Vorgaben aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) werden bei VERBUND bis zum Jahr 2027 Gesamtkosten von bis zu 280 Mio. € erwartet. Dazu kommen die laufenden Aufwendungen beim Betrieb und der Instandhaltung. Ausgewählte Aktivitäten zum Naturschutz sind auf der VERBUND-Webseite dargestellt. Zu den umfangreichsten Einzelmaßnahmen zählten im Jahr 2019 die Fertigstellung der groß angelegten Renaturierungsmaßnahmen mit naturnahen Umgehungsgewässern und einem weitläufigem Inselnebenarmsystem beim Grenzkraftwerk Ering-Frauenstein. Beim Donaukraftwerk Abwinden-Asten wurden die Arbeiten zur Herstellung der Durchgängigkeit im Rahmen des LIFE+ Netzwerks Donau fortgesetzt. An der Drau erfolgte die Fertigstellung der Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Edling, und beim Kraftwerk Annabrücke starteten die technischen Hauptarbeiten zur Umsetzung der Durchgängigkeit. An der Mur wurden die Arbeiten zur Herstellung der Durchgängigkeit am Kraftwerk Lebring weitergeführt, womit die Fischpassierbarkeit der Mur nahezu vollständig erreicht sein wird. Darüber hinaus konzentrierten sich die Arbeiten auf die Planung weiterer Wanderhilfen an der Donau, dem Grenz-Inn, dem bayerischen Inn und der Drau sowie auf das Monitoring bereits errichteter Aufstiegshilfen. In mehreren Forschungsprojekten werden offene Fragen aus den Vorgaben der EU-WRRL umfassend evaluiert. So werden im CD-Labor Sediment durch die Universität für Bodenkultur über mehrere Jahre die Möglichkeiten einer Verbesserung des Sedimenthaushalts entlang der kraftwerksbeeinflussten Fließgewässer in Österreich systematisch untersucht. Im Berichtsjahr 2019 erfolgte eine externe fachliche Evaluierung und nach der sehr positiven Bewertung der wissenschaftlichen Zwischenergebnisse ist die finanzielle Ausstattung für die kommenden Jahre sichergestellt. Darüber hinaus werden in Forschungsarbeiten weiterhin die Auswirkungen des Fischabstiegs durch Turbinen auf den Fischbestand geprüft, und die gewässerökologische Wirkung schwalldämpfender Maßnahmen an Pilotstrecken (wie der Mittleren Salzach) wird getestet. Zu bestimmten Anlässen (wie der Eröffnung der Fischwanderhilfe in Edling oder der Spatenstichfeier für die Organismenwanderhilfe am Kraftwerk Abwinden-Asten) wurden Bürgerveranstaltungen abgehalten, bei denen sich Interessierte direkt bei den zuständigen Fachexperten informieren konnten. Nachhaltige Planung und Stakeholder Management GRI 102-43 GRI 103-2 Bei allen Projekten nimmt VERBUND schon in frühen Phasen seine Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt wahr. In sämtlichen Planungs- und Umsetzungsschritten wird auf eine möglichst rücksichtsvolle Bauausführung und den umweltschonenden Betrieb Wert gelegt. KONZERNLAGEBERICHT 77 VERBUND setzt bei seinen Projekten zudem stark auf den Dialog mit den Bürgern. In regelmäßigen Abständen werden die Anrainer informiert und Treffen mit Bürgermeistern und Tourismusverbänden sowie Gemeinderatsinformationen durchgeführt. 2019 wurde an drei ausgewählten Standorten anlässlich von Tagen der offenen Tür und von Nachbarschaftstreffen der direkte Kontakt mit der Bevölkerung gesucht. Im laufenden Betrieb wird die Einhaltung höchster Umweltstandards durch interne und externe Auditoren regelmäßig überprüft. Aufarbeitung der Hochwässer an Donau 2013 und Drau 2012 Im Zusammenhang mit dem Donauhochwasser 2013 hat der Oberste Gerichtshof mit Beschluss vom 27. Mai 2019 die außerordentliche Revision der Stadtgemeinde Klosterneuburg gegen das Urteil des Landesgerichts Wien abgewiesen und als unzulässig zurückgewiesen. Und auch die restlichen im Zusammenhang mit dem Donauhochwasser 2013 geführten Klagen wurden wegen Verjährung der Ansprüche vom Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien rechtskräftig abgewiesen. Damit sind sämtliche Forderungen aus dem Donauhochwasser 2013 endgültig zugunsten von VERBUND abgeschlossen. Aus dem Drauhochwasser 2012 sind wegen Schadenersatzforderungen noch insgesamt 94 Zivilverfahren in Österreich und Slowenien gerichtsanhängig. In Slowenien befinden sich die Verfahren im Stadium des Beweisverfahrens in erster Instanz. Konstruktive Maßnahmen zur Reduktion der Schallemissionen beim Kraftwerk Malta-Hauptstufe Mit dem Pumpspeicherkraftwerk Malta-Hauptstufe betreibt VERBUND seit 1979 im Kärntner Mölltal Österreichs leistungsstärkstes Wasserkraftwerk. Neben vier Turbinen verfügt das Kraftwerk auch über zwei Pumpen, deren Betrieb in bestimmten Konstellationen einen tieffrequenten Ton (75 Hz) erzeugt. Dieser wurde von der lokalen Bevölkerung zunehmend als stark störend wahrgenommen und auch als langfristig gesundheitsgefährdend eingestuft. Diese Lärmemissionen des Pumpspeicherkraftwerks Malta-Hauptstufe konnten mittlerweile durch technische Maßnahmen deutlich reduziert werden, was auch durch Messungen bei Anrainern und durch Sachverständigengutachten bestätigt wurde. Somit besteht nun kein Risiko einer Gesundheitsgefährdung. Im April 2019 wurden die Ergebnisse in einer öffentlichen Veranstaltung den Gemeinden präsentiert. Weiters wurde darüber informiert, dass nach dem Einbau neuer Pumpen im Rahmen der Revitalisierung der Kraftwerksgruppe Malta ab 2021 mit einer zusätzlichen Lärmreduktion zu rechnen sein wird. GRI 102-44 GRI 413-1 Windkraft Mit Windkraftanlagen in Österreich, Deutschland und Rumänien verfügt VERBUND über eine installierte Windkraftleistung von 418 MW. Die durchschnittliche Verfügbarkeit der Windkraftanlagen lag im Jahr 2019 bei 97,7 %. In Österreich wurden 2019 zusätzlich zu den schon seit 2018 durch VERBUND selbst instandgehaltenen 37 Windturbinen auch die noch verbleibenden sieben Windturbinen durch eigenes Personal gewartet. VERBUND entschloss sich, gemeinsam mit dem Partner Axpo Romania S.R.L. in den rumänischen Endkundenmarkt für Großkunden einzusteigen. Im Geschäftsjahr 2019 konnten dadurch fast 1 TWh und rund 330.000 Grünzertifikate geliefert bzw. transferiert werden. GRI EU30 GRI EU1 SDG 7 78 Umweltmaßnahmen In den Windparks Petronell-Carnuntum, Hollern II und Bruck-Göttlesbrunn erfolgt ein jährliches bzw. zweijährliches ornithologisches Monitoring durch einen Experten, um Auswirkungen auf das Habitat und das Brutverhalten verschiedener Vogelarten zu untersuchen. Schallemissions- und Schallimmissionsmessungen an den Windkraftanlagen nach Inbetriebnahme stellten sicher, dass es zu keiner erhöhten Beeinträchtigung der Umgebung kommt. Die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und die Umweltzertifizierung des Betriebs der österreichischen Windparks gewährleisten zudem, dass über den gesamten Lebenszyklus der Windkraftanlagen höchste Umweltstandards eingehalten werden. Stakeholder Management GRI 413-1 setzt auch beim Betrieb von Windparks stark auf den Dialog mit den Bürgern. Im Windpark Bruck/Leitha werden geführte Besichtigungen auf ein Windrad mit Aussichtsplattform angeboten. Das bietet Interessierten die einmalige Möglichkeit, das Thema Windenergie von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. VERBUND KONZERNLAGEBERICHT 79 Absatz Im Segment Absatz sind alle Handels- und Vertriebsaktivitäten von VERBUND zusammengefasst. Durch den Handel mit Strom, Gas, Herkunftsnachweisen, CO2-Zertifikaten, Transportkapazitäten sowie innovativen Grünstrom- und Flexibilitätsprodukten hat VERBUND eine starke Präsenz auf den wichtigsten außerbörslichen Over-the-Counter-Märkten (OTC-Märkten) sowie auf den Börsenplätzen Europas. Dies stellt auch für die optimale Vermarktung der VERBUND-Erzeugung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Das gewonnene Know-how stärkt die Position von VERBUND am Strommarkt und ermöglicht, auf Veränderungen am Markt unmittelbar zu reagieren. VERBUND ist der führende Anbieter von Flexibilitäts- und Grünstromprodukten sowie von umfassenden Dienstleistungen für die Energiewirtschaft in Österreich und Deutschland. Die VERBUND-Schwerpunkte im Stromhandel liegen in den folgenden Bereichen: im optimalen Einsatz der eigenen Kraftwerke, in der bestmöglichen Vermarktung der konzerneigenen Erzeugung, in der optimalen Strombeschaffung und in der Absicherung des Vertriebs. Darüber hinaus nutzt VERBUND die sich aus der Energiewende ergebenden Wachstumschancen. Sein energiewirtschaftliches Know-how bietet VERBUND seinen Kunden in Form von neuen Produkten und Dienstleistungen an. So unterstützt VERBUND seine Kunden bei der Vermarktung ihrer Erneuerbaren-Energien-Anlagen oder bietet ihnen beispielsweise Flexibilitätsprodukte zur Reduzierung ihrer Ausgleichsenergierisiken an. Beim Vertrieb von Strom und Erdgas an Endkunden stehen innovative Produkte, faire Geschäftspraktiken und die Prinzipien der Nachhaltigkeit für VERBUND im Vordergrund. Die Kernmärkte der VERBUNDVertriebsaktivitäten liegen in Österreich und Deutschland. VERBUND beliefert das Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe (in welchem seine Standardlastprofilkunden gebündelt sind) in Österreich ausschließlich mit Strom aus Wasserkraft. In Deutschland beliefert VERBUND Industrieunternehmen und Weiterverteiler. Betriebswirtschaftliche Entwicklung Kennzahlen – Segment Absatz Einheit 2018 2019 Veränderung Gesamtumsatz Mio. € 1.914,9 3.149,0 64,4 % EBITDA Mio. € 83,4 55,3 – 33,6 % Equity-Ergebnis Mio. € 0,0 0,0 – Capital Employed Mio. € 290,9 102,8 – 64,6 % Das EBITDA des Segments Absatz lag mit 55,3 Mio. € um 28,1 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Die wesentlichsten Ursachen dafür waren Aufrollungen der Verrechnung von Stromlieferungen der Vorjahre sowie geringere erzielte Margen. Das Capital Employed des Segments Absatz lag um 188,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Ursache dafür waren im Wesentlichen Veränderungen im Working Capital sowie der Rückstellungen für latente Steuern. 80 Energiehandel und -vertrieb Stromhandel Wirtschaftliche Drehscheibe für den Konzern Die Entwicklung der europäischen Strommärkte, die Änderungen des Marktdesigns und die Veränderungen in den Bereichen Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien stellen den Stromhandel vor vielfältige Herausforderungen. Die Komplexität der Vermarktung steigt insbesondere aufgrund der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem kurzfristigen und flexiblen Einsatz der Kraftwerkskapazitäten als auch mit der optimalen Steuerung und langfristigen Vermarktung der Erzeugungsanlagen. Der Stromhandel fungiert als wirtschaftliche Drehscheibe im Konzern. VERBUND als Asset Optimizer bietet im Bereich der Energiewirtschaft eine umfassende Palette an maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen an. Diese werden laufend an die geänderten Marktanforderungen angepasst. Das Spektrum dabei reicht von der Einsatzoptimierung und dem Marktzugang (Market Access) über flexible Vermarktungs- und Absicherungsangebote bis hin zu Prognosedienstleistungen und regulatorischen Services. Dabei legt VERBUND besonderen Wert darauf, seine innovativen Produkte für die unterschiedlichsten Kundenanforderungen maßzuschneidern. Anerkannter Partner am europäischen Energiemarkt Die VERBUND Trading GmbH ist ein anerkannter Player auf den europäischen Energiemärkten und gilt als verlässlicher Handelspartner mit hoher Kompetenz in den Bereichen Asset-Vermarktung und Flexibilitätsmanagement sowie bei Grünstromprodukten. Zu den VERBUND-Kunden zählen vor allem europäische Großhandelspartner, andere Energiehandelsunternehmen sowie Weiterverteiler und Stadtwerke. Darüber hinaus gehören Netz- und Kraftwerksbetreiber bzw. Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energien (insbesondere im Bereich der Windkraft, der Photovoltaik und der Kleinwasserkraft) zum Kundenportfolio von VERBUND. Dem aktuellen Markttrend entsprechend liegt der Fokus der Akquisitionstätigkeit auf Kunden mit neuen Produktanforderungen bzw. auf Marktteilnehmern mit neuen Rollen und Geschäftsmodellen (u. a. „Prosumer“ und dezentrale Erzeuger). Optimale Vermarktung der VERBUND-Eigenerzeugung Im Hinblick auf die Dynamik der Energiemärkte und die Volatilität der Strompreise optimiert VERBUND seine Vermarktungsaktivitäten, um so die bestmögliche Vermarktung und Preisabsicherung der Eigenerzeugung gewährleisten zu können. Die diversifizierte Absatzstrategie wird regelmäßig überprüft und laufend weiterentwickelt. Die Vermarktung richtet sich dabei unter anderem nach der Charakteristik der Eigenerzeugungsanlagen. Weiters werden die saisonalen Schwankungen der Wasserführung berücksichtigt und dynamische Absicherungskonzepte verfolgt, die auf Marktpreisschwankungen reagieren. Dies soll eine stabile Ergebnisentwicklung gewährleisten. Die Marktnähe der VERBUND Trading GmbH ermöglicht VERBUND die laufende Analyse der Entwicklung der Fundamentaldaten und des energiewirtschaftlichen Umfelds. Dies versetzt VERBUND in die Lage, Marktsignale frühzeitig zu erkennen und ermöglicht dem Unternehmen ein rasches Reagieren auf Markttrends. Die Entwicklung auf den Energiemärkten und an den Börsen in den vergangenen Jahren – hin zu immer kurzfristigeren Geschäften bei anhaltend hoher Volatilität der Preise – bestätigt die Richtigkeit der Strategie. KONZERNLAGEBERICHT Die VERBUND Trading GmbH stellt zudem die marktgetriebene Steuerung und Optimierung des Einsatzes aller VERBUND-Kraftwerke sicher. Die dafür erforderlichen präzisen Zufluss- und Wetterprognosen werden anhand von zum Teil konzernintern entwickelten Modellen erstellt. Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen dafür ihr energiewirtschaftliches und meteorologisches Know-how ein. Optimierungsrechnungen mit entsprechenden Strompreismodellen vervollständigen die Systemlandschaft zur bestmöglichen Asset-Vermarktung. Alle Handelsaktivitäten finden im Rahmen eines umfassenden, strengen und laufend aktualisierten Risikoregelwerks statt. VERBUND-Expertise für die Vermarktung erneuerbarer Energien VERBUND verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs bei der Vermarktung neuer erneuerbarer Energien für Drittanlagen. Diese Offensive mit einer attraktiven Preisgestaltung, gezielten Marketingaktivitäten und einem aktiven Kundenmanagement für das Kundensegment „Erneuerbare Energien“ wurde auch 2019 fortgesetzt. Dabei standen vor allem Wind- und Kleinwasserkraft, Photovoltaik und Biomasse im Fokus. Diese erfolgreichen Produkte zur Vermarktung von Drittanlagen baut VERBUND aktiv und kundenorientiert weiter aus. Die Betreiber der Anlagen profitierten dabei von der energiewirtschaftlichen Expertise von VERBUND. Die Marktanteile in Österreich und in Deutschland konnten trotz eines starken Preis- und Wettbewerbsdrucks in den letzten Jahren gesteigert bzw. gehalten werden. In Luxemburg ist VERBUND weiterhin führend bei der Vermarktung von Strom aus Windkraft. Grünstromvermarktung weiter wichtiger Bestandteil des Produktportfolios Das VERBUND-Produktportfolio umfasst den Handel mit Emissionszertifikaten und Herkunftsnachweisen (Grünstrom). Dem steigenden Bewusstsein für die Produktionsart und den Ursprung der Energie Rechnung tragend, unterstützt VERBUND den Trend hin zu erneuerbaren Energien, nachhaltigen Erzeugungstechnologien und Klimaneutralität. VERBUND zählt in Österreich und Deutschland zu den führenden Anbietern von zertifizierter Erneuerbarer Erzeugung (Wasserkraft aus Österreich und aus Deutschland) und beliefert in diesen Märkten mehr als 160 Stadtwerke und Weiterverteiler mit dem Premiumprodukt H2Ö. Durch u. a. die Diversifizierung und Erweiterung der Absatzkanäle konnte das Absatzniveau im Jahr 2019 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigert werden. Dynamische Märkte erfordern die Bereitstellung von Flexibilitäten Mit den Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken ist VERBUND einer der führenden Anbieter von Produktionsflexibilitäten. Die hochflexiblen Kraftwerke bieten die Möglichkeit, kurzfristige Leistungsanpassungen vorzunehmen, die der Markt mit steigendem Anteil volatiler neuer erneuerbarer Erzeugung benötigt. Die Vermarktung erfolgt dabei auf den Spotmärkten für Day Ahead und Intraday. Zusätzlich werden Systemdienstleistungen wie Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung angeboten, die bei Abruf durch den Regelzonenführer APG einen kurzfristigen Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch gewährleisten. Darüber hinaus stellt VERBUND auch Kraftwerksleistung für Netzdienstleistungen wie die Blindleistungserbringung, das Störungsmanagement und die Schwarzstartfähigkeit bereit. Gemeinsam mit dem Gas-Kombikraftwerk Mellach (GDK Mellach) werden die Pumpspeicherkraftwerke auch für das Engpassmanagement eingesetzt. Der Regelzonenführer APG fordert dazu bei den 81 82 unterschiedlichen Kraftwerksbetreibern entsprechende Betriebsarten an, um ungünstige Lastflüsse im europäischen Hochspannungsnetz zu vermeiden bzw. auszugleichen. VERBUND bietet seinen Kunden mit dem Produkt „Virtuelles Kraftwerk“ die Möglichkeit, die Flexibilität kleinerer Erzeugungsanlagen zu bündeln und kurzfristig zu vermarkten oder Portfolios gegen Strompreisschwankungen abzusichern. Virtuelle Pumpspeicher werden kundenorientiert mit definierten Pump- und Turbinenleistungen und unterschiedlichen Vorlaufzeiten in der Produktnominierung angeboten. Innovative Dienstleistungen und Produkte VERBUND stellt seinen Partnern ein exzellentes und fundiertes energiewirtschaftliches Know-how in Form von unterschiedlichen Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem: der Market Access mit Börsenzugängen am Intraday-, Spot- und Terminmarkt, Prognosedienstleistungen, das Bilanzgruppenmanagement, das integrierte Portfoliomanagement, regulatorische Services (z. B. REMIT) oder Gesamtpakete für das Segment Bahnstrom. Im Bereich der Energiedienstleistungen wurde von VERBUND die zentrale Kundenplattform VISION unter Einbindung des bestehenden Order-Management-Systems zur webbasierten Kommunikation mit seinen Großkunden entwickelt. VISION ermöglicht VERBUND-Kunden nicht nur, Strom- oder Gasprodukte online zu platzieren und deren Status bis zur Erfüllung in Echtzeit zu verfolgen, sondern bietet auch Module für Demand Response, FixTrades, ein kundenspezifisches Document Center sowie Informationen über Marktdaten. Weiters wird ein umfassendes Energiedatenmanagement ermöglicht. Eine Stromlieferung kann so von der Anfrage über die Preisgestaltung und den Börsenzukauf bis hin zum Reporting und der Abrechnung online und hoch automatisiert abgewickelt werden. Die Aktivitäten von VERBUND basieren auf einer konsequenten Weiterentwicklung der Digitalisierungsund Automatisierungsstrategie für den Stromhandel. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf bedarfsorientierten Kundenlösungen (wie der Plattform VISION) und der Entwicklung innovativer Systeme und Projekte. Diese betreffen beispielsweise die Bereiche der neuen Speicher (grüner Wasserstoff, Batterien), der E-Mobilität oder der innovativen Energietechnologien. Eine rasche Marktintegration wird gewährleistet, und die optimale Nutzung der Effizienzpotenziale für Kunden, Markt und Konsumenten soll ermöglicht werden. Stromvertrieb Weiterer Ausbau des Kundenstamms Endkunden in Tsd. 447 17 469 18 500 19 Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe Der Markt im Business- und Industriekundensegment blieb im Geschäftsjahr 2019 weiterhin sehr kompetitiv. Dennoch gelang es VERBUND, seine langjährigen, guten Kundenbeziehungen zu intensivieren und die führende Marktposition im österreichischen Industriekundensegment weiter auszubauen. Im Segment Business- und Industriekunden ist VERBUND mit neuen Dienstleistungen und innovativen Produkten als erfahrener und zuverlässiger Dienstleister am Markt positioniert. Im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe erreichte VERBUND bei der Studie „ServiceChampions 2019“ die Kategorie „Gold“. Im Zuge der breit angelegten Kundenbefragung zum erlebten Service wurden rund 108.000 Kundenurteile eingeholt und im Branchenvergleich der Energieversorger 18 Unternehmen geprüft. Dabei erreichte VERBUND wie 2017 und 2018 den ersten Platz und wurde Branchengewinner. Diese Auszeichnung bestätigt die Servicequalität von VERBUND. Auch in Zukunft gilt es, diese sehr guten Ergebnisse abzusichern und weiter zu verbessern. KONZERNLAGEBERICHT Die Anzahl der Kunden konnte im Geschäftsjahr 2019 weiter gesteigert werden. Zum Jahresende bezogen im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 424.000 Kunden VERBUNDStrom aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Im Haushaltskundensegment betrug der Marktanteil 2019 rund 8 %. Klimaneutrales Erdgas von VERBUND bezogen im Jahr 2019 im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 76.000 Kunden. Der gesamte Kundenstock konnte somit um 7 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 ausgebaut werden. Mitverantwortlich für diesen Erfolg waren die im Frühjahr und Herbst 2019 durchgeführten Werbekampagnen sowie der weitere Ausbau des Direktvertriebs mit attraktiven Neukundenangeboten. Die Erhöhung der Kundenbindung trug ebenfalls zu diesem Erfolg bei. 83 GRI EU3 Herkunftszertifizierung von Strom aus VERBUND-Kraftwerken ist Vorreiter bei der Herkunftszertifizierung von Strom. Seit 1999 lässt VERBUND als erstes österreichisches Stromunternehmen die gesamte Wasserkraftproduktion vom TÜV SÜD zertifizieren und entwickelte damit die Kennzeichnung der Stromherkunft in Österreich wesentlich mit. Mit seinem Gütesiegel bestätigt der TÜV SÜD als neutrale Institution, dass der von Endkunden oder Weiterverteilern bestellte Grünstrom in der entsprechenden Qualität und Menge in den Wasserkraftwerken von VERBUND erzeugt und ins Netz eingespeist wird. VERBUND Beim Vertrieb von Strom an Industriekunden in Österreich ist VERBUND führend. Die Erzeugungszertifizierung des TÜV SÜD bezieht sich auf konkrete Erzeugungsquellen. Sie garantiert dem Kunden die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Energien. Insgesamt 128 Wasserkraftwerke in Österreich und in Bayern erfüllen die Kriterien EE und EE+. Der Standard „Erzeugung EE“ teilt sich wie folgt auf: in „allgemeine Anforderungen“ an das Unternehmen des Zertifikatnehmers, in „spezielle Anforderungen“ an die Produktion und Produktionserfassung der Anlagen und in „optionale Anforderungen“. Letztere sind für die Zusicherung von Arbeits- und Leistungszusagen (Modul „Erzeugung EE+“) sowie für den Nachweis als Neuanlage (Modul „Erzeugung EEneu“) definiert. Im Jahr 2018 lag die gesamte TÜV-SÜD-zertifizierte Wasserkrafterzeugung von VERBUND bei 23.596 GWh. Werte für 2019 liegen noch nicht vor, da die Berechnungen des TÜV SÜD immer im Nachhinein (im zweiten Quartal des Folgejahres) erfolgt. Die TÜV-SÜD-Nettoberechnung entspricht im Wesentlichen der Bruttoerzeugung aus der Wasserkraft abzüglich des Eigenbedarfs, der Servitute und des Pumpaufwands. Sauberer Strom „Danke Wasserkraft“ Die innovativen Produkte • H2Ö-Austrian Hydro Power aus TÜV-SÜD-zertifizierten österreichischen Wasserkraftanlagen und • H2Ö-German Hydro Power aus TÜV-SÜD-zertifizierten deutschen Wasserkraftwerken GRI 417-1 84 sind seit Jahren erfolgreich am Markt. Mit ihnen stellte sich VERBUND frühzeitig auf die Energiewende ein. Davon profitieren seine Kunden (Stadtwerke, Weiterverteiler, Industrie-, Gewerbe- und Haushaltskunden) bereits heute. VERBUND wird zudem auch zukünftig seine führende Rolle als Grünstromanbieter in Österreich und Deutschland weiter ausbauen. Stromkennzeichnung in Österreich GRI 417-1 SDG 12 Die Stromkennzeichnung in Österreich ist auf der Stromrechnung für Endkunden angegeben. Im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe liefert VERBUND seit jeher Strom aus 100 % Wasserkraft. In 2018 belieferte VERBUND seine Kunden aus diesem Segment auch mit Sonnenstrom aus Photovoltaikanlagen von anderen VERBUND-Kunden. Dieser Anteil liegt jedoch gerundet unter 0,01 % und ist daher in der Stromkennzeichnung nicht auszuweisen. Der an das Segment Business und Industrie gelieferte Strom beruhte im Jahr 2018 zu 57,59 % aus erneuerbaren Energieträgern. Die eingesetzten Herkunftsnachweise stammten zu 29,83 % aus Wasserkraftwerken, zu 9,93 % aus Windkraftanlagen, zu 15,08 % aus fester oder flüssiger Biomasse, zu 1,48 % aus Sonnenenergie und zu 1,26 % aus Biogas bzw. aus sonstiger Ökoenergie. Die verbleibenden 42,41 % entfielen auf Erdgas. In Österreich bilden das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und die Stromkennzeichnungsverordnung die Rechtsgrundlagen der Stromkennzeichnung. Das österreichische Stromkennzeichnungsmodell ist ein nachweisbasiertes System. Allen an Endverbraucher in einem Kalenderjahr gelieferten Strommengen müssen gesetzeskonforme Nachweise zugeordnet werden („Graustromverbot“). Stromkennzeichnung in Deutschland GRI 417-1 SDG 12 Die Herkunft der in Deutschland von VERBUND im Jahr 2018 an Business- und Industriekunden gelieferten Strommengen setzte sich wie folgt zusammen: 25,9 % erneuerbare Energien (gefördert nach dem EEG), 8,2 % sonstige erneuerbare Energieträger, 2,8 % sonstige fossile Energieträger, 17,4 % Erdgas, 33,9 % Kohle und 11,8 % Kernenergie. Dieser Mix liegt darin begründet, dass die Industriekunden in Deutschland überwiegend keinen zertifizierten Strom nachfragen. Daher hat der an deutsche Industriekunden gelieferte Strom den gesamtdeutschen Erzeugungsmix als Basis. Somit sind neben Strom aus Windkraft und Photovoltaikanlagen auch Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken beinhaltet. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung sind in Deutschland in folgenden Gesetzen geregelt: im § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) für den gelieferten Strom und im § 78 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den zwingend auszuweisenden Anteil des nach EEG geförderten Stroms. KONZERNLAGEBERICHT 85 Klimaneutrales Erdgas VERBUND hat bereits 2014 die Produktpalette für Haushaltskunden um klimaneutrales Erdgas erweitert. Damit war VERBUND einer der ersten Energiedienstleister in Österreich, der seinen Haushaltskunden klimaneutrales Erdgas und Strom aus 100 % österreichischer Wasserkraft aus einer Hand anbot. Die durch die Verwendung von Erdgas entstehenden Emissionen werden bei den klimaneutralen Erdgasprodukten durch die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien im Wasserkraftwerk Ashta in Albanien kompensiert. Eine offizielle Bestätigung dafür erfolgt durch die unabhängige Prüfgesellschaft TÜV NORD aus Deutschland. In Summe wurden im Berichtsjahr 1.083 GWh Erdgas verkauft. Die Höhe der CO2-Kompensationen dafür lag bei 198 kt CO2e. Gasverkäufe in GWh 1.083 915 697 17 18 Das Energieeffizienzgesetz und dessen erfolgreiche Umsetzung ist als Energielieferant verpflichtet, eine jährliche Einsparung von 0,6 % des Vorjahresabsatzes bei seinen Endkunden zu erwirken. Somit ergab sich für das Jahr 2019 eine Zielvorgabe in Höhe von mehr als 45 GWh. VERBUND übertraf dieses Ziel durch aktives Handeln und durch gute Zusammenarbeit mit seinen Kunden in 2019 deutlich. Industriemaßnahmen, die zum allergrößten Teil in den Industrie- und Gewerbeunternehmen direkt gesetzt wurden, wurden bereits frühzeitig von VERBUND-Industriekunden an unser Unternehmen übertragen. Für die erforderlichen Haushaltsmaßnahmen (mindestens 40 % aller Maßnahmen) schloss VERBUND mehrere Kooperationen mit verschiedenen Partnern. In den Bereichen Kühl- und/oder Gefriergeräte, Beleuchtung und Heizsysteme wurde der Umstieg auf hocheffiziente Alternativen finanziell unterstützt. Durch die günstige Beschaffung von Maßnahmen in allen Kundensegmenten konnte VERBUND erreichen, dass die Kosten für die Energieeffizienzmaßnahmen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 nochmals deutlich sanken und weit unter der gesetzlichen Ausgleichszahlung von 20 Cent/kWh lagen. VERBUND GRI EU-DMA vormals EU7 Kundenzufriedenheit und Kundenbeziehung Kundenzufriedenheit und Loyalität gemeinsam weiter gesteigert Kundenzufriedenheit wird bei VERBUND großgeschrieben. Sie dient als Indikator, wie gut VERBUND seine Arbeit als serviceorientierter Energiedienstleister für alle seine Kunden tatsächlich meistert. Maßgebend für die Zufriedenheit von VERBUND-Kunden und somit für die Beziehung zu ihnen sind ihre Erfahrungswerte mit VERBUND-Leistungen, -Produkten und -Services. Um diesen komplexen Vorgang darstellen zu können und zu messen, befragt VERBUND jährlich gemeinsam mit dem renommierten Marktforschungsinstitut marketmind mehr als 1.000 Kunden aus dem Privat- und Gewerbekundensegment. Im Zentrum des Befragungsmodells steht der Customer Loyalty Index (CLI), der als wichtigste Mess- und Steuerungskennzahl dient. Die Berechnung des Indexes erfolgt über die Auswertung von Kundenbefragungen und gilt daher als verlässliches Bewertungsmodul für Kundenzufriedenheit im Energiedienstleistungsbereich. Bei der diesjährigen Customer-Experience-Management-Studie erreichte VERBUND bei der GesamtKundenzufriedenheit einen Ergebniswert von 1,9 bei Privatkunden und von 1,8 bei Gewerbekunden (fünfstufige Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden). Damit konnte VERBUND beide Spitzenwerte des Vorjahres halten. Auch den hohen Wert des in 2018 erstmals gemessenen Net Promotion Score (NPS) steigerte VERBUND in 2019 erfreulicherweise auf einen Wert von 10 bei Privatkunden (2018: 8). Insgesamt verankerte VERBUND den CLI in beiden Segmenten ungefähr auf dem GRI 102-44 19 86 Niveau der Vorjahre. Dieser lag im Bereich der Privatkunden bei 72 und im Bereich der Gewerbekunden bei 75 (auf einer Skala von 0– 100). Einen weiteren wesentlichen Teil der Befragung stellt eine Einschätzung der Kunden hinsichtlich der Charakteristika der Marke VERBUND dar. Die Befragten sahen VERBUND in 2019 vor allem als das führende und zuverlässige Energieunternehmen Österreichs, das durch nachhaltiges Handeln Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernimmt und als Nummer 1 für österreichische Wasserkraft innovative Lösungen im Energiebereich fördert. Customer Relationship In mehreren Schwerpunktkampagnen wurden die Kunden von VERBUND in den Mittelpunkt gestellt. Ebenso wurden sie in der Wahl von VERBUND als ihrem Energielieferanten bestärkt. In der Frühjahrskampagne 2019 wurde VERBUND als verantwortungsvolles Unternehmen positioniert. Im Rahmen dieser Kampagne wurde für jeden Bestandskunden, der ein Onlineformular ausgefüllt hat, 1 Euro an den VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas gespendet. Insgesamt konnten dadurch knapp 50.000 € an den Stromhilfefonds gespendet werden. Im Herbst 2019 wurde der Fokus auf die Bewerbung des Kundenclubs sowie der VERBUND-Online-Services gelegt. Im Dezember 2019 konnten Kunden bei der VERBUNDWeihnachtsaktion an verschiedenen Gewinnspielen teilnehmen und ihren Weihnachtsbonus einlösen. Ziel der Kampagnen war es, die emotionale Bindung an VERBUND zu erhöhen. Kundenbetreuung Die kostenlose VERBUND-Serviceline 0800 210 210 steht Bestandskunden in Österreich für alle Fragen zur Verfügung und bietet potenziellen Kunden Beratung zum Thema Strom- und Erdgasanbieterwechsel. Die VERBUND-Website www.verbund.at bietet zudem einen Überblick über das Produktportfolio, Details zum einfachen Wechsel zu VERBUND und Antworten zu häufig gestellten Fragen. Dabei stehen den Kunden u. a. leicht verständliche Erklärungsvideos zur Verfügung. Energieberatung In allen österreichischen Bundesländern unterstützen geprüfte Energieberater Klienten der Caritas kostenlos im Rahmen des VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas. Sie beraten dabei, wie und wodurch Energie eingespart werden kann. Mehr dazu findet sich im Kapitel „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ sowie „Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung“. Zahlungsverzögerungen GRI EU27 VERBUND hilft bei einer Zahlungsverzögerung mit einer Vereinbarung von Ratenzahlungen, die ohne Verzugszinsen verrechnet werden. Bei Zahlungsrückständen wird der Kunde über ein dreistufiges Mahnsystem informiert, bevor es zu einer Kündigung des Energieliefervertrags aufgrund von Zahlungsverzögerungen kommt. Die Belieferung wird fortgesetzt, wenn der Kunde der Zahlungsaufforderung in einer der Stufen nachkommt. Im Jahr 2019 musste bei 6.664 Haushalten eine Stromabschaltung vorgenommen werden. Dies entspricht einer Steigerung von 2.990 Abschaltungen im Vergleich zum Jahr 2018 (3.674 Abschaltungen). Bei Gas kam es 2019 mit 2.036 Abschaltungen zu 920 Abschaltungen mehr als im Jahr 2018 (1.116 Abschaltungen). KONZERNLAGEBERICHT 87 Netz Die Austrian Power Grid AG (APG) betreibt als unabhängige Netztochter von VERBUND das überregionale österreichische Stromtransportnetz. Ihre zentrale Aufgabe ist der permanente Ausgleich zwischen Stromerzeugung und -verbrauch und damit die Aufrechterhaltung des Systemgleichgewichts in jeder Sekunde. Durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger steigen die Anforderungen an das Stromnetz stetig. Die rasche Umsetzung des APG-Netzentwicklungsplans, der den nötigen Ausbau des heimischen Stromnetzes definiert, ist daher essenziell. Zentrale Leitungsbauten wie die Salzburgleitung sind wichtige Energiewendeprojekte, deren Umsetzung eine wesentliche Voraussetzung zur Erreichung der österreichischen Klimaziele ist. Betriebswirtschaftliche Entwicklung Kennzahlen – Segment Netz Einheit 2018 2019 Veränderung Gesamtumsatz Mio. € 902,5 811,8 – 10,1 % EBITDA Mio. € 242,4 257,8 6,3 % Equity-Ergebnis Mio. € 0,1 0,1 – Capital Employed Mio. € 1.311,9 1.459,6 11,3 % Das EBITDA des Segments Netz stieg um 15,4 Mio. € auf 257,8 Mio. €. Wesentlichste Ursache dafür waren höhere Ergebnisse aus dem Engpassmanagement. Gegenläufig wirkte der gesunkene Ergebnisbeitrag des Regelenergiegeschäfts. Das Capital Employed lag mit 1.459,6 Mio. € um 147,7 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Die wesentlichsten Ursachen dafür waren ein Anstieg des Sachanlagevermögens durch die Nettoinvestitionen und der Ansatz von Nutzungsrechten aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse seit 1. Jänner 2019. Gegenläufig wirkten vor allem Veränderungen im Working Capital. 88 Technische Entwicklungen GRI EU4 Netzdaten APG Spannungsebene Leitungen Leitungen Umspannwerke/ Trassenlänge/km Systemlänge/km Netzschaltanlagen 380-kV 1.156 2.583 220-kV 1.613 3.206 110-kV 656 1.170 Freileitung Kabel 110-kV Summe 3 6 3.428 6.965 64 Betriebliche Entwicklungen TCFD Als Regelzonenführer in Österreich ist die APG dafür verantwortlich, Engpässe im Übertragungsnetz zu ermitteln und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nur so kann das nationale Übertragungsnetz sicher betrieben werden. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr waren hierfür umfangreiche netztechnische und kraftwerksseitige Maßnahmen (Redispatch) notwendig. Die dynamischen energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Europa – insbesondere in Verbindung mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik – führen zu massiv steigenden, weiträumigen Stromflüssen. Da der erforderliche Netzausbau aufgrund langer Behördenverfahren nicht mit diesen Entwicklungen Schritt hält, sind vermehrt Engpässe (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Netzgebiets der APG) die Folge. Die oben genannten Eingriffe in den Kraftwerkspark (Redispatch) sind erforderlich, um Überlastungen der bestehenden Netzinfrastruktur zu vermeiden. Insbesondere im Sommer 2019 war die Netzsituation im APG-Netz aufgrund einer hohen Speichererzeugung in Österreich und in der Schweiz, gepaart mit überregionalen West-Ost-Stromflüssen, äußerst kritisch. Neben den netztechnischen und kraftwerksseitigen Engpassmanagementmaßnahmen (EPM) war es zur Gewährleistung der Netzsicherheit zeitweise erforderlich, Kürzungen von Grenzkapazitäten durchzuführen. Die Kraftwerke in Österreich mussten 2019 zudem häufig für die Beherrschung von Netzengpässen außerhalb Österreichs (vorwiegend in Deutschland) eingesetzt werden. Redispatch-Mengen Redispatch-Mengen (in GWh)1 1 nur Mengen aus Leistungserhöhungen 2017 2018 2019 4.628,0 3.461,7 2.417,4 KONZERNLAGEBERICHT 89 Versorgungsunterbrechungen 2019 kam es im Netz der APG zu zwei Versorgungsunterbrechungen mit Auswirkungen auf Endverbraucher im Ausmaß von 31 Minuten. Die Auswirkungen eines Komponentenausfalls im Übertragungsnetz der APG auf Endkunden werden anhand der „nicht gelieferten MWh“ beziffert. Eine Zählung erfolgt ab dem Zeitpunkt der Nichtversorgung von Endkunden, welche eindeutig auf einen vorangegangenen Fehler im Übertragungsnetz zurückgeführt werden kann. Im Jahr 2019 transportierte die APG rund 46.731 GWh auf der Netzebene 1 (380-kV und 220-kV). Nicht geliefert werden konnten 2,41 MWh, also 0,000005 % der transportierten Menge. In den Jahren 2018 und 2017 gab es jeweils eine bzw. 2016 zwei Unterbrechungen. GRI EU28 GRI EU29 Stromtransport und Netzverluste Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Transportmenge der Netzebene 1 (380-kV und 220-kV) im Geschäftsjahr 2019 um 0,9 %. Die Abgabemenge im Inland betrug 27.680 GWh. Die Regelzone APG importierte im Geschäftsjahr 2019 auf Basis der angemeldeten Fahrpläne österreichischer und internationaler Marktteilnehmer 28.332,6 GWh und exportierte 22.994,5 GWh. Dies ergibt einen Importüberhang von 5.338,1 GWh. Weitere Informationen zum Übertragungsnetz: www.apg.at Stromtransport in TWh Ausland Inland Einspeisung 18,8 28,7 Abgabe 19,1 27,7 Netzverlust (0,7) Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Netzverluste um 12,1 %. Der Anteil der Netzverluste an der transportierten Menge betrug 1,6 %. Verluste im Übertragungsnetz Transportierte Strommenge1 Netzverluste1 Anteil der Netzverluste an der transportierten Menge 1 GRI EU12 Einheit 2017 2018 2019 GWh 49.446 47.149 46.731 GWh 760 677 758 % 1,54 1,44 1,62 Netzebene 1 Vertragliche Absicherung von systemrelevanten Kraftwerken – Vorhalteleistung zur Engpassvermeidung (EPV) Die Systemsicherheit im Stromnetz der APG hängt zunehmend von der Verfügbarkeit von flexibel einsetzbaren Kraftwerken im Osten Österreichs ab. Aufgrund der marktwirtschaftlich schwierigen Situation ist diese Verfügbarkeit jedoch stark rückläufig und muss vertraglich abgesichert werden, um 90 die Einsetzbarkeit für notwendige Redispatch-Abrufe zu gewährleisten. Zur mittelfristigen Absicherung der notwendigen Redispatch-Kapazitäten wurde die Verfügbarkeit der erforderlichen Kraftwerke von der APG in enger Abstimmung mit der E-Control für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2021 (sowie eine Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre) vertraglich sichergestellt. Diese kontrahierte Vorhalteleistung kam 2019 regelmäßig im Zuge des Redispatch zum Einsatz und musste zeitweise sogar zur Gänze abgerufen werden. Projekte und Stakeholder Management GRI 413-1 Die APG als Übertragungsnetzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, die Stromnetzinfrastruktur vorausschauend und für die Erfordernisse der Versorgungssicherheit und des Strommarkts zu erhalten und auszubauen. Seit 2011 ist die APG gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Netzentwicklungsplan zu erstellen. Dieser weist aus, welche wichtigen Übertragungsinfrastrukturen in den nächsten zehn Jahren errichtet oder ausgebaut werden müssen (gem. § 37 ElWOG 2010). Aufgrund der langen Umsetzungszeiträume für Leitungsbauprojekte, der steigenden Herausforderungen durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Veränderungen am europäischen Strommarkt bedarf dies einer umfassenden Planung. Das APG-Zielnetzkonzept sieht die Schaffung eines 380-kV-Rings in Österreich sowie eine leistungsfähige 380-kV-Anbindung von Westösterreich an das übrige Österreich und zu den Nachbarstaaten vor. Damit werden wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Netz- und Systemsicherheit, die Netzintegration der erneuerbaren Energieträger und die Marktintegration geschaffen. Mehrere APG-Leitungsprojekte wurden seitens der Europäischen Kommission als TEN-Projekt (Trans-European Networks for Energy) sowie im Rahmen der europäischen EnergieinfrastrukturVerordnung als Project of Common Interest (PCI) klassifiziert und somit als besonders dringlich eingestuft. Weiters sind die Projekte des Netzentwicklungsplans Teil des Zehn-Jahres-Netzausbauplans (Ten-Year Network Development Plan) des Verbands der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) und europaweit abgestimmt. Der Netzentwicklungsplan 2019 der APG sieht in den nächsten zehn Jahren Investitionen von rund 2,9 Mrd. € vor. Mit diesen Investitionen wird jene Netzinfrastruktur entwickelt, die Österreich zukünftig sicher mit Strom versorgen kann. 2019 wurden insgesamt 249,1 Mio. € (Bruttoinvestitionen) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert (2018: 181,3 Mio. €). Die größten Investitionen waren: KONZERNLAGEBERICHT Erweiterungsinvestitionen 91 Mio. € 380-kV-Salzburgleitung NK St. Peter–Tauern 54,2 Netzraum Weinviertel 30,2 Umspannwerk Villach Süd: 220-/110-kV-Netzabstützung KNG-Kärnten Netz Betriebsinvestitionen 9,2 Mio. € Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter–Ernsthofen 45,2 Ersatzneubau Umspannwerke 34,2 Erneuerung in der Sekundärtechnik (Leittechnik/Schutz/Zählung) 9,7 Zu den vorrangigen APG-Leitungsbauprojekten zählen die Salzburgleitung, die Deutschlandleitung und die Weinviertelleitung sowie die Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter–Ernsthofen. Diese Projekte befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. 380-kV-Salzburgleitung Die Errichtung der 114 km langen 380-kV-Salzburgleitung zwischen den Umspannwerken Salzburg und Tauern wird einen bedeutenden Beitrag zur leistungsfähigen Verbindung der Ballungsräume und Lastzentren mit den großen (Pumpspeicher-)Kraftwerksstandorten sowie zur Integration erneuerbarer Energieträger leisten (z. B. Windkraft im Osten Österreichs). Das Fehlen einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur (insbesondere der Salzburgleitung) hat massive Engpassmanagementmaßnahmen und -kosten zur Folge. Bei der Planung wurde größter Wert auf die Einbeziehung aller vom Projekt berührten Anrainer und Gemeinden gelegt. Neben der Kontaktaufnahme mit den Grundeigentümern und Gemeinden wurden 13 Informationsveranstaltungen in den betroffenen Bezirken abgehalten, im Zuge derer umfangreich über das Projekt informiert wurde. Im März 2019 wurde mit dem Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts die positive UVPGenehmigung der Salzburgleitung bestätigt. Nach umfangreichen Vorbereitungen über den Sommer wurde der Baubeschluss für die Salzburgleitung im September gefasst. Im Oktober 2019 wurde mit den bauvorbereitenden Maßnahmen gestartet. Die Inbetriebnahme ist im Quartal 2/2025 geplant. Deutschlandleitung Mit der 380-kV-Deutschlandleitung St. Peter–Staatsgrenze wird eine Erhöhung und Leistungssteigerung der Kuppelkapazitäten nach Deutschland einhergehen. Eine leistungsstarke Verbindung zwischen den erneuerbaren Energieträgern in Deutschland und Nordeuropa mit den österreichischen Lastzentren sowie den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen stellt einen wichtigen Beitrag für die (europäische) Energiewende dar. Nach umfangreichen Abstimmungen mit dem deutschen Partner-TransmissionSystem-Operator (TSO) TenneT GmbH erfolgte auf österreichischer Seite bereits im Dezember 2018 der Baubeginn im Umspannwerk St. Peter. Die Inbetriebnahme des gemeinsamen Projekts mit TenneT ist bis Ende 2023 geplant. Weinviertelleitung Die Netzintegration der Windkraft im Weinviertel erfordert den Ersatzneubau der aus den 1950erJahren stammenden 220-kV-Leitung in Richtung der windreichen Regionen des nördlichen Weinviertels. Dabei handelt es sich um ein Schlüsselprojekt für die Integration der Windkraft im Osten SDG 8 92 Österreichs. Dazu wurden von der APG eine leistungsfähige 380-kV-Leitung auf optimierter Trasse vom Abzweigpunkt Seyring bis hin zum neuen Umspannwerk Zaya und eine neue 220-kV-Verbindung zur Staatsgrenze geplant. Die alte und sanierungsbedürftige 220-kV-Leitung wird anschließend demontiert. Damit werden Siedlungsräume sowie hochwertige Naturschutz- und Vogelschutzgebiete entlastet. Bei zahlreichen Gesprächen mit Grundeigentümern sowie Informationsveranstaltungen in den Gemeinden wurden Verbesserungsvorschläge für die Trassenführung bereits in der Planungsphase eingebracht und berücksichtigt. So konnten insgesamt 53 Masten und 11 km Leitung eingespart werden. Nach dem zügigen UVP-Verfahren seitens der Niederösterreichischen Landesregierung und dem Bundesverwaltungsgericht wurde im Frühjahr 2019 mit dem Bau der Anlagen (Baufelderrichtung UW Zaya und Wegebau/Zufahrten für die Leitungsteile) begonnen. Der offizielle Spatenstich für das Bauprojekt erfolgte am 18. November 2019 unter Beteiligung der Landespolitik, von Vertretern der Projektgemeinden und der Projektpartner. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2022 geplant. Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter–Ernsthofen Da wesentliche Abschnitte den heutigen statischen Auslegungen von Leitungsmasten nicht mehr entsprechen, erfolgt eine Generalerneuerung und die Auflage einer modernen Beseilung auf der 111 km langen Bestandstrasse. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens im Jahr 2017 findet seit April 2018 die Umsetzung über mehrere Bauabschnitte hinweg statt. Die Generalerneuerung verläuft planmäßig und wird im Quartal 3/2020 abgeschlossen sein. Zusätzlich zu den Umsetzungsmaßnahmen erfolgen umfangreiche Aktivitäten zur Projektbegleitung sowie zur Betreuung der involvierten Gemeinden und Grundeigentümer. Nachhaltiges Trassenmanagement GRI 102-43 Weitere Informationen zum Thema Naturschutz finden Sie unter www.apg.at Details zum nachhaltigen Trassenmanagement siehe DMA Die APG legt bei Leitungsprojekten neben den technisch-wirtschaftlichen Kriterien den Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dabei müssen teilweise divergierende Erwartungen und Anforderungen der Behörden, der Grundeigentümer, der Bevölkerung, verschiedener Interessengruppen (z. B. Landund Forstwirtschaft, Tourismus, Umweltschutz) sowie die technischen Anforderungen berücksichtigt werden. Bereits im Jahr 1997 hatte die APG das Forschungsprojekt „Ökologische und ökonomische Trasseninstandhaltung“ initiiert. In diesem Projekt waren vier Mustertrassen von unterschiedlichen Fachdisziplinen auf ihren ökologischen und sozioökonomischen Wert sowie ihre ökologische Einbindung in die Landschaft hin untersucht worden. Mit dem Projekt „Nachhaltiges Trassenmanagement“ wurde diese Arbeit inhaltlich weiterentwickelt, räumlich auf das gesamte Übertragungsnetz der APG ausgedehnt und in die operative Trasseninstandhaltung integriert. Damit hat die APG nun bereits über 20 Jahre Erfahrung mit nachhaltigem Trassenmanagement und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Nutzung von Leitungstrassen als Lebensraum für (gefährdete) Tier- und Pflanzenarten. Ökostromabwicklung und Windvermarktung Um die Fehlbilanzen der Winderzeugung sowie der gesamten Regelzone der APG zu reduzieren, vermarktet die APG seit 2015 die Mengen aus den Prognoseabweichungen von Ökostrom am europäischen Intraday-Markt. Seit 2016 erfolgt die Vermarktung kontinuierlich (24/7). Dadurch konnten 2019 rund 4,3 Mio. € an direkten Einsparungen für die OeMAG-Bilanzgruppe erzielt werden. Zusätzlich führte die Windstromvermarktung 2019 zu weiteren, indirekten Einsparungen in Höhe von 6,8 Mio. € KONZERNLAGEBERICHT aufgrund geringerer Abrufe von Regelreserven. In Summe konnten damit rund 11 Mio. € eingespart werden. Durch diese Vermarktungsaktivitäten am Intraday-Markt werden die Kosten für die Ökobilanzgruppe verringert. Gleichzeitig führt dies zu einer Verbesserung der Regelqualität bei der APG. Entwicklung am europäischen Strommarkt Europäische Richtlinien und Verordnungen schreiben im Bereich der Marktintegration zahlreiche Maßnahmen vor. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019 konnten bei der Umsetzung der Vorgaben für die Kapazitätsvergabe für den Day-ahead- und Intraday-Handel sowie bei regelzonenüberschreitenden Kooperationen zur Beschaffung und Aktivierung von Regelreserve wesentliche Fortschritte erreicht werden. Nach mehr als zweijähriger Vorbereitungszeit wurde mit 2. Juli 2019 die Teilnahme mehrerer Strombörsen in Österreich am europäischen Day-ahead Market Coupling sichergestellt, wodurch der Wettbewerb zwischen den Strombörsen ermöglicht wurde. Aktuell sind in Österreich EPEX SPOT, EXAA und Nord Pool am gekoppelten Day-ahead-Markt aktiv. Die APG stellt damit entsprechend den europäischen Vorgaben allen in Österreich aktiven Strombörsen einen diskriminierungsfreien Zugang zu Grenzkapazitäten in der Region Central West Europe (CWE) zur Verfügung. Am 19. November 2019 wurde ein wesentlicher Schritt zur weiteren Integration der europäischen Intraday-Märkte erreicht. Über die zentrale europäische Intraday-Plattform (XBID) konnte die APG bereits seit 2018 den österreichischen Markt über die Grenze zu Deutschland an den europäischen Intraday-Markt koppeln. 2019 wurde die bestehende Kooperation um sieben, vorwiegend osteuropäische Länder erweitert. Österreich ist seitdem auch an den Grenzen zu Ungarn, Tschechien und Slowenien in den erweiterten europäischen Intraday-Markt integriert. Österreichischen Marktteilnehmern steht damit der direkte Zugriff auf zusätzliche Gebote (Kauf und Verkauf) aus dem Ausland zur Verfügung. Der Intraday-Spotmarkt ist der einzige Strombörsenmarkt, auf dem 15-Minuten-Produkte grenzüberschreitend (an den Grenzen Österreich/Deutschland und Österreich/Slowenien) gehandelt werden können. Dadurch können gerade in Hinblick auf die volatile Einspeisung erneuerbarer Energie die Erzeugungsrampen (Sonnenauf- bzw. -untergang, Durchzug einer Windfront) besser marktseitig abgebildet werden. Im Bereich der Regelreservemärkte waren die Entwicklungen im Geschäftsjahr 2019 von europäischen Verpflichtungen zur Schaffung zentraler europäischer Plattformen zur Kostenoptimierung von Regelreserveabrufen geprägt. Gleichzeitig wurde auf europäischer Ebene auch an den gemeinsamen Vorschlägen für die Preisfindung von Regelenergie, für Aktivierungsgründe und für die Harmonisierung der Grundsätze der Ausgleichsenergiebewirtschaftung zur Genehmigung gearbeitet. Daneben konnte die APG auch bei neuen und bestehenden internationalen Regelreservekooperationen wesentliche Meilensteine erreichen. Im Oktober 2019 wurde der operative Testbetrieb für den gemeinsamen Abruf von Tertiärregelreserve mit Deutschland erfolgreich gestartet. Außerdem wurde an der Erweiterung der Sekundärregelungskooperation mit Deutschland gearbeitet, um die gemeinsame Beschaffung von Leistungsvorhaltung vorzubereiten. Von beiden Initiativen wird erwartet, dass sie die aktuell niedrige Kostenstruktur im Regelreservemarkt bestmöglich stabilisieren. Beide Kooperationen sind in ihrer Art bisher einzigartig in Europa. Deutschland und Österreich nehmen dadurch im Bereich der Regelreservekooperationen eine Vorreiterrolle in Europa ein, und die beiden Länder setzen im Hinblick auf Produktanforderungen, Prozessdesign, Harmonisierung und Marktintegration neue Maßstäbe. Durch 93 94 diese und eine Vielzahl anderer Optimierungsmaßnahmen konnten die Kosten für Regelreserve seit dem Jahr 2014 von 203 Mio. € pro Jahr auf rund 53 Mio. € im Jahr 2019 gesenkt werden. Markttransparenz und Veröffentlichungspflichten Durch die Einbettung des Themas Transparenz und REMIT in die bestehende Compliance-Struktur der APG (inklusive der dazugehörigen REMIT-Richtlinie und der Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) wird die Einhaltung der Verordnung (EU) 1227/2011 (REMIT-VO), der Verordnung (EU) 1348/2014 (REMIT-Durchführungsverordnung) und der Verordnung (EU) 543/2013 (Transparenzverordnung-EMFIP) gewährleistet. Im Speziellen wird den Verpflichtungen aus dem Artikel 15 (REMITVO) für sogenannte Persons Professionally Arranging Transactions (PPATs) dahingehend Rechnung getragen, dass bei der APG eine operative Marktüberwachung mit den entsprechenden ComplianceStrukturen eingeführt wurde. KONZERNLAGEBERICHT 95 Alle sonstigen Segmente Unter dem Sammelbegriff „Alle sonstigen Segmente“ werden (mangels Überschreitung der quantitativen Schwellenwerte) die Segmente Energiedienstleistungen, Thermische Erzeugung, Services sowie Beteiligungen zusammengefasst. Im Segment Energiedienstleistungen wird über die neuen Dienstleistungen von VERBUND für den Strommarkt der Zukunft berichtet. Das Segment Thermische Erzeugung umfasst die Strom- und Wärmeerzeugung aus den Brennstoffen Kohle und Gas. Die überwiegend konzerninternen Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH werden im Segment Services berichtet. Das Segment Beteiligungen besteht aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, die keinem anderen Segment zugeordnet wurden. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 zählte dazu ausschließlich die Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. Betriebswirtschaftliche Entwicklung Kennzahlen – Alle sonstigen Segmente Einheit 2018 2019 Veränderung Gesamtumsatz Mio. € 251,3 226,7 – 9,8 % EBITDA Mio. € 57,3 45,1 – 21,4 % Equity-Ergebnis Mio. € 28,4 37,0 30,3 % Capital Employed Mio. € 502,7 529,7 5,4 % Das EBITDA der sonstigen Segmente sank um 12,2 Mio. € auf 45,1 Mio. €. Ursache dafür war im Wesentlichen das geringere EBITDA des Segments Thermische Erzeugung (– 11,8 Mio. €) aufgrund einer Umstellung im Engpassmanagement-Vergütungssystem. Das Equity-Ergebnis der sonstigen Segmente lag über dem Niveau des Vorjahres und wurde von der KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft generiert. Das Capital Employed stieg im Vergleich zum Vorjahr um 27,1 Mio. € auf 529,7 Mio. €. Der wesentlichste Grund dafür war der Anstieg des Working Capitals. Energiedienstleistungen neu denken Geschäftsmodelle für die Energiezukunft Die zentrale Rolle der 2014 gegründeten VERBUND Solutions GmbH (VSO) ist die Entwicklung und Vermarktung neuer Energiedienstleistungen. Im Zentrum steht die Geschäftsmodellentwicklung mit und für Kunden mit Fokus auf Photovoltaik, Speicher und grünen Wasserstoff. B2B-Dienstleistungen wie Demand Response und Industrial IoT ergänzen das Portfolio. Über die Beteiligungen an dem E-Mobility Provider SMATRICS oder an dem Photovoltaikdienstleister SOLAVOLTA treibt die VSO die Elektrifizierung anderer Sektoren wie Mobilität und Industrie aktiv voran. Grüner Wasserstoff, der Stoff für die Energiezukunft Um das österreichische Klimaziel zu erreichen, den Strombedarf bis 2030 zu 100 % (bilanziell) aus erneuerbaren Quellen zu decken, bedarf es weiterer Anstrengungen. In einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem wird grüner Wasserstoff laut Experten eine zentrale Rolle als Prozessgas, als Energieträger und als (Langzeit-)Speichermedium spielen. Elektrolyseure, die zur Herstellung von Wasserstoff TCFD 96 eingesetzt werden, können zusätzlich am Regel- und Ausgleichsenergiemarkt genutzt werden. VERBUND ist in Österreich beim Thema grüner Wasserstoff federführend. Im Rahmen mehrerer Projekte wie H2FUTURE (Fokus Stahlindustrie), H2Zillertal (Fokus Bahnbetrieb), HotFlex (Fokus Hochtemperaturelektrolyse) und H2Pioneer (Fokus Halbleiterindustrie) gestaltet VERBUND diese Themenführerschaft gemeinsam mit Kooperationspartnern aktiv mit. Zur Jahresmitte 2019 wurde eine Kooperation mit der OMV mit der Zielsetzung gestartet, den möglichen Bau einer Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff gemeinsam zu evaluieren. Batteriespeicher – Brücken für die Energiezukunft Die Zukunft liegt in der intelligenten Verknüpfung unterschiedlicher strombasierter Services. Ein höherer Anteil an erneuerbarer volatiler Energie und an Elektromobilität erfordert ein höheres Maß an Flexibilität im Stromnetz und größere Energiespeicher. Diese sind ein Schlüsselelement, um bislang getrennte Sektoren wie Energie und Mobilität miteinander zu verbinden. Hier setzt VERBUND an und forciert die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle mit und für Kunden aus Industrie, Gewerbe und Mobilität. Die Neugestaltung der Energieinfrastruktur verlangt neue, sektorübergreifende Lösungen. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts SYNERG-E wurden im Herbst 2019 die ersten drei Großbatteriespeicher an Ultra-E-Schnellladestandorten am Verteilerkreis in WienFavoriten, in Feldkirchen bei Graz und Innsbruck in Betrieb genommen. Weitere Projekte mit Industriepartnern sind derzeit im Aufbau. Neue Marktzugänge für Industrie und Stadtwerke Mit dem VERBUND-Power-Pool, der das größte Portfolio von industriellen Lasten und Erzeugern sowie Ökostromanlagen in Österreich quer über alle Branchen bündelt, hat das Demand-Response-Team von VERBUND das bisher beste Jahresergebnis von 2018 deutlich übertroffen. Nahezu gleichzeitig hat es mit den SYNERG-E-Batterien die ersten drei Großbatteriespeicher in Österreich präqualifiziert und vermarktet diese bereits aktiv am Regelenergiemarkt. Damit ist VERBUND neuerlich First Mover am österreichischen Strommarkt. Zusätzlich wurde das Angebot für Industriekunden und Stadtwerke erweitert. Das Know-how aus den bestehenden Energiemärkten verknüpft VERBUND mit einer kontinuierlichen Schärfung der Prozesse und Visionen hinsichtlich der Zukunftsmärkte – wie Intraday- und Day-aheadMarkt. Alle Pool-Teilnehmer und das Stromnetz profitieren von dieser einzigartigen Konstellation, dem VERBUND-Power-Pool. Die Mitarbeit an Forschungs- und Entwicklungsprojekten wie SYNERG-E und H2FUTURE eröffnet neue Anwendungen und Geschäftsmodelle sowie neue energiewirtschaftliche Prozesse für die Energiezukunft. KONZERNLAGEBERICHT Die Elektrifizierung der Mobilität dynamisieren Der E-Mobility-Provider SMATRICS, ein Joint-Venture von OMV, VERBUND und Siemens, positionierte sich als Technologie- und Servicepartner in EU-Projekten, in großen Kundenprojekten und als Taktgeber für die Elektromobilität und damit verbundene digitale Geschäftsmodelle. SMATRICS erweiterte sein Portfolio im Bereich Managed Infrastructure im Jahr 2019 um namhafte Kunden wie ERSTE BANK, UNIQA und Hornbach. Mit den Tankstellenbetreibern Genol und Turmöl (Marke Turmstrom) wurden weitere Standorte „powered by SMATRICS“ errichtet. Österreichweit konnten zudem 45 Park-and-RideStandorte der ÖBB mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Der deutsche Markt wurde 2019 mit Fokus auf Stadtwerke bearbeitet, und der VERBUND-Kundenstock um die Stadtwerke Uelzen und Bühl erweitert. Im öffentlichen Ladenetzwerk wurden 2019 zusätzlich im Rahmen des EU-Förderprojekts ultra-E vier High-Power-Charging-Standorte (Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck) mit bis zu 350 kW Ladeleistung errichtet. Neben der Vernetzung der Ladenetze von SMATRICS und den Partnerunternehmen des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) konnten wesentliche internationale Roamingpartner (Ionity, Innogy, Charge I, Enel, EnBW) angebunden werden. Photovoltaik gewinnt an Strahlkraft Strom zur Nutzung für den direkten Eigenverbrauch – auf Basis dieses Konzepts befinden sich rund 15 MWp bereits in Umsetzung. Im Rahmen der Energiekooperation mit der OMV wird Österreichs größte Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet. Parallel dazu wurden mit mehreren Industriekunden Verträge über PV-Betreibermodelle abgeschlossen. Für die Folgejahre ist ein massiver Ausbau geplant. SOLAVOLTA, das VERBUND-Tochterunternehmen (50 %) und der führende Full-Service-Anbieter für Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen, konnte 2019 den Umsatz um rund 60 % gegenüber dem Gesamtumsatz im Jahr 2018 steigern. Die Verkaufszahlen bei Speichern stiegen im Berichtszeitraum um rund 125 % im Vergleich zu jenen des Vorjahres. 97 98 Thermische Erzeugung VERBUND sieht sich bereits seit einigen Jahren mit sehr herausfordernden Markt- und Branchenbedingungen konfrontiert. Daher leitete VERBUND die zügige Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs frühzeitig ein und nahm den Verkauf bzw. die Schließung thermischer Kraftwerke vor. Ende 2019 betrieb VERBUND zwei Wärmekraftwerke und eine Heizkesselanlage am Standort Mellach/Werndorf. Energieaufbringung GRI EU1 GRI EU2 Überblick Energieerzeugung Eigenstromerzeugung Anzahl1 Engpassleistung 2017 in MW1 Erzeugung in GWh 2018 Erzeugung in GWh 2019 Erzeugung in GWh 888 GDK Mellach (Erdgas) 1 848 1.465 915 FHKW Mellach (Steinkohle) 1 246 761 696 681 Summe 2 1.094 2.227 1.611 1.570 1 per 31.12.2019 Die thermische Erzeugung sank im Berichtsjahr 2019 um 2,6 % auf 1.570 GWh. Der Rückgang ist vor allem auf die gesunkene Erzeugung im Gas-Kombikraftwerk Mellach (– 3 %) zurückzuführen. Das Kohlekraftwerk Mellach hatte eine um 2,2 % niedrigere Erzeugung. Die Fernwärmeerzeugung fiel 2019 mit 789 GWh um 2,9 % geringer aus als in der Berichtsperiode des Vorjahres. Kapazitätsentwicklung GRI EU1 Die Engpassleistung der von VERBUND per 31. Dezember 2019 betriebenen Wärmekraftwerke – des GasKombikraftwerks Mellach (GDK Mellach) und des Steinkohlekraftwerks Mellach (FHKW Mellach) – belief sich auf insgesamt 1.094 MW. Die beiden Linien des GDK Mellach werden ausschließlich im Rahmen des Engpassmanagements betrieben, was die Notwendigkeit der thermischen Kraftwerke für die Netzstützung unterstreicht. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach sowie das Kohlekraftwerk Mellach wurden für den Zeitraum von drei Jahren (1. Oktober 2018 bis 30. September 2021) von der APG in Zusammenhang mit der Engpassvermeidung (Netzreserve) kontrahiert. Der Betrieb des FHKW Mellach soll nach der Heizperiode 2019/20 mit Gas erfolgen. Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs Die im Jahr 2014 begonnene Restrukturierung des thermischen Bereichs wurde 2019 fortgesetzt. An den weiteren von VERBUND durchzuführenden Stilllegungsmaßnahmen wird gearbeitet. 2020 wird der Kohlebetrieb des FHKW Mellach eingestellt. Die Verwertung der noch im Eigentum befindlichen Flächen an den Standorten Pernegg, Zeltweg und St. Andrä wird fortgesetzt. Das Rückbauprojekt Werndorf wurde 2019 vorangetrieben. Die Rückbauarbeiten selbst werden im Quartal 2/2020 beginnen und laut Planung im Dezember 2021 abgeschlossen sein. Am Standort Dürnrohr wurde 2019 mit der Schad- und Störstoffanalyse ein wichtiger Schritt abgeschlossen. 2020 werden die in den Gebäuden installierten technischen Einrichtungen entfernt. Ein kompletter Rückbau ist nicht geplant. KONZERNLAGEBERICHT 99 Bei allen in Schließung befindlichen oder bereits geschlossenen Standorten konnten sozial verträgliche Lösungen für die VERBUND-Mitarbeiter gefunden werden. Verfügbarkeit der bestehenden Wärmekraftwerke Die durchschnittliche zeitliche Verfügbarkeit der thermischen Kraftwerke (FHKW Mellach, GDK Mellach) erreichte 2019 87,3 %. Sie lag damit etwas unter dem Vorjahreswert von 91,4 %. Die Zuverlässigkeit betrug im Mittel 87,8 % (2018: 99,8 %). Weitere Projektthemen Beim Projekt Gaskesselanlage Werndorf konnte nach Einholung aller behördlichen Bewilligungen der Baubeginn Anfang Oktober 2017 erfolgen. Die Gaskesselanlage wurde im Leistungsbetrieb in den Randmonaten 2019 betrieben. Dabei zeigten sich Mängel, die unter anderem zu einer Leistungsreduktion führten. Mit einer vollständigen Wiederinbetriebnahme kann bis Herbst 2020 gerechnet werden. Für das FHKW und das GDK Mellach wurde anstelle der bestehenden Vollentsalzungsanlage am Standort Werndorf eine neue Vollentsalzungsanlage am Standort Mellach errichtet. Die neue Anlage verfügt über eine andere Technologie (Umkehrosmose, Elektrodeionisation), wodurch der Chemikalieneinsatz deutlich verringert werden kann. Diese neue Vollentsalzungsanlage am Standort Mellach wurde im August 2019 nach einem Probebetrieb in Betrieb genommen und löst damit die Vollentsalzungsanlage Werndorf ab. 2019 startete am Kraftwerksstandort Mellach (nach Projektvorarbeiten in 2018) ein ambitioniertes Forschungsprojekt. Am Gasturbinenkraftwerksareal wird eine Pilotanlage für die Hochtemperaturelektrolyse und den Brennstoffzellenbetrieb errichtet. In dieser Forschungsanlage sollen die beiden Betriebsmodi Elektrolyse und Brennstoffzelle in einer Zelle reversibel umschaltbar abgedeckt werden. Dieses Forschungsprojekt ist eine Kooperation zwischen dem Hersteller, dem Institut für Wärmetechnik an der TU-Graz und VERBUND. An beiden Gasturbinen wurden „minor-inspections“ durch den Hersteller durchgeführt. An der Dampfturbine der Linie 10 trat im Frühjahr 2019 ein für die bis dahin absolvierte Einsatzzeit ungewöhnlicher Verschleißschaden auf. Dieser war wahrscheinlich auf das Betriebsregime der Netzstützung zurückzuführen. Die Reparatur dieses Schadens führte zu einem mehrwöchigen Stillstand. Alle am Standort anfallenden Nebenprodukte (Flugasche, Grobasche, Gips) sowie der Kalkschlamm aus der Kühlturmzusatzwasseraufbereitung GDK Mellach, Linie 20 werden unverändert vollständig verwertet. Der Pressfilterkuchen der Abwasserreinigungsanlage FHKW Mellach gilt unverändert als ausgestuft und damit deponierbar. Die neu hinzugekommene gefahrenrelevante Eigenschaft HP 14 „ökotoxisch“ konnte ausgeschlossen werden. Für die Fernwärmeanteile wurden fristgerecht Anträge auf Zuteilung von Gratis-CO2-Zertifikaten für die vierte Emissionshandelsperiode 2021 bis 2030 beim Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) eingereicht. Beim letzten externen Nachhaltigkeitsaudit wurde die Erreichung der für die VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG (VTP) festgelegten Ziele bestätigt. Im Oktober 2019 wurde für das Umweltmanagementsystem (nach ISO 14001:2015 und EMAS-Verordnung) ein positives externes Überwachungsaudit abgeschlossen. Bei den stillgelegten Standorten St. Andrä und Zeltweg wurden Nachsorgearbeiten durchgeführt. GRI EU30 100 Zuteilung und Zukauf von CO2-Emissionszertifikaten GRI EU5 Weitere Informationen zu Emissionen finden sich im Kapitel „Umwelt“ Direkte CO2-Emissionen aus den thermischen Kraftwerken von VERBUND fallen unter den europäischen Emissionshandel (EU ETS). Das heißt, dass für jede Tonne emittiertes CO2 ein gültiges Zertifikat vorliegen muss. Die gratis zugeteilten Emissionsrechte beliefen sich im Jahr 2019 auf lediglich 53 kt CO2, da in der dritten Phase des ETS nur eine geringe Gratiszuteilung für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erfolgte. Dies waren für VERBUND nur 5 % der benötigten Menge für die insgesamt emittierten 1.068 kt CO2. Für den verbleibenden Anteil von 95 % wurden Zertifikate im Rahmen von Auktionen oder am Markt erworben. Kennzahlen direkte CO2-Emissionen aus Wärmekraftwerken Einheit 1 2017 2018 2019 CO2-Emissionen aus Wärmekraftwerken kt CO2 1.353 1.065 1.068 Gratis zugeteilte Emissionsrechte kt CO2 76 64 53 1 vorläufige Werte vor ETS-Prüfung Services Die VERBUND Services GmbH (die Shared-Services-Gesellschaft für den Konzern) hat im Rahmen eines strategischen Projekts Maßnahmen zur Prozessoptimierung und Qualitätsverbesserung erarbeitet und mit der Umsetzung begonnen. Als Zieldimensionen wurden dabei insbesondere die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Know-hows, die Berücksichtigung der Kundenanforderungen sowie die Sicherstellung der Betriebssicherheit und der Compliance-Anforderungen identifiziert. Im Einklang mit der Strategie wurde im Sinne der Kundenorientierung eine neue Service-CenterPlattform im Intranet entwickelt und erfolgreich im April 2019 implementiert. Zudem wurde seit dem Quartal 2/2019 die Erneuerung der E-Procurement-Plattform mit moderner webbasierter Technologie und der heute gewohnten Usability eines modernen Webshops für alle Bedarfsträger umgesetzt. Das Go-live der neuen E-Procurement-Plattform ist im Quartal 1/2020 angesetzt. Beginnend mit 2017 wurde unter Koordinierung der VERBUND Services GmbH ein konzernweites Projekt zur Weiterentwicklung der Informationssicherheit gestartet. Im Rahmen dieses Projekts wurde die VERBUND Services GmbH am 3. Juli 2019 nach ISO/IEC 27001 zertifiziert. Die VERBUND Services GmbH betreibt seit 2006 bundesweit ein analoges Mobilfunksystem als Betriebs- und Notfallkommunikationsmittel für VERBUND. Im Quartal 3/2019 wurde mit der Erneuerung und Umstellung des analogen Bestandsystems auf ein digitales Funksystem mit betriebseigener Frequenz gestartet. Bei permanenter Aufrechterhaltung des Betriebs werden für den Konzern bis Ende 2020 österreichweit 115 Betriebsfunkstationen und rund 500 Endgeräte erneuert. KONZERNLAGEBERICHT 101 Beteiligungen KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Der Beitrag der KELAG zum Ergebnis aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in der Höhe von 38,5 Mio. € lag 2019 vor allem aufgrund des verbesserten energiewirtschaftlichen Umfelds über dem Vorjahreswert (2018: 29,9 Mio. €). Die anteilige Dividende für VERBUND für das Jahr 2019 betrug 14,1 Mio. €. VERBUND war per 31. Dezember 2019 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt. Die KELAG erzeugt Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien und gehört neben VERBUND zu den großen österreichischen Stromerzeugern aus Wasserkraft. Zusätzlich ist sie in der Windkraft tätig und realisiert ausgewählte Projekte im Bereich der Photovoltaik. Fernwärme wird bei der KELAG zum größten Teil aus industrieller Abwärme und Biomasse und der restliche Anteil aus Erdgas erzeugt. Strategisches Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren und den Einsatz von Bioenergie und Abwärme für die Fernwärme zu erhöhen, um die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Beteiligungsergebnis KELAG in Mio. € 39 28 17 30 18 nach der Equity-Methode 19 102 Chancen- und Risikomanagement GRI 102-11 Seit Beginn der Liberalisierung des österreichischen Strommarkts im Geschäftsjahr 2000 ist das Chancen- und Risikomanagement bei VERBUND ein eigenständiger Bestandteil des umfassenden Steuerungskonzepts. Die VERBUND-Strukturen, -Abläufe und -Produkte werden im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements laufend weiterentwickelt. Insbesondere aufgrund der – sowohl für die gesamte Energiebranche als auch für VERBUND mit Herausforderungen verbundenen – Energiewende wird das Risikomanagement laufend an die geänderten internen und externen Erfordernisse angepasst. Zudem wird seitens des VERBUNDWirtschaftsprüfers die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements im Vergleich mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000:2018 jährlich überprüft und bestätigt. Weiterentwicklung Die Arbeitsschwerpunkte des VERBUND-Risikomanagements im Geschäftsjahr 2019 lagen vor allem auf der Erarbeitung eines mehrjährigen Risikohorizonts sowie der Weiterentwicklung einer Risikotragfähigkeitsberechnung. Ein besonderer Fokus wurde hierbei auf die strategischen Risiken, welche langfristig einen wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsmodell von VERBUND haben können, sowie die Erarbeitung möglicher Maßnahmen zur Risikoreduktion gelegt. Im Zuge der Entwicklung dieser Betrachtungen wurde das VERBUND-Reporting überarbeitet und erweitert. Damit umfassen die Risikomanagementagenden von VERBUND aktuell sowohl Tätigkeiten zur Unterstützung von strategischen Entscheidungsprozessen als auch das Projektmanagement und die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit. Wesentliche Chancen und Risiken sowie Maßnahmen Die nachfolgende Tabelle zeigt einen Überblick über die innerhalb von VERBUND identifizierten Hauptrisiken, ihre Einordnung in Chancen und Risiken sowie mögliche Maßnahmen zur Risikominderung. Kategorie Beschreibung/Maßnahmen Bilanzieller Effekt Wertanpassung Ergebnisauswirkung Chance Veränderung von Vermögenswerten (Zu-/Abschreibung von Kraftwerksanlangen sowie Beteiligungsansätzen) und Vorsorgen aufgrund von Änderungen des energie- und wirtschaftlichen Umfelds (langfristige Strompreisprognose), Kapitalkosten sowie sonstiger Berechnungsannahmen (z. B. Restlebenserwartung, Pensionsverpflichtungen) X Risiko X Maßnahmen: - Abschluss langfristiger Verträge (Kunden, Netzstützung) Strompreisrisiko Preisschwankung Chance Risiko Abweichung zwischen erwarteten (geplanten) und realisierten Verkaufspreisen Maßnahmen: - Einpreisungsstrategie - Abschluss langfristiger Lieferverträge - Abschluss von Optionen X X KONZERNLAGEBERICHT Kategorie 103 Beschreibung/Maßnahmen Mengenrisiko Mengenschwankung Wasser/Wind Chance Maßnahmen: - Ausgleich am kurzfristigen Termin- und Spotmarkt - Wetterderivate bzw. Wetterversicherungen Deckungsbeitragsrisiko Netz Planungsrisiko der Stromprodukte Engpassmanagement, Verlustenergie und Regelenergie im Netzbereich Maßnahmen: - Diskussion/Abstimmung mit Regulierungsbehörde - Internationale Kooperationen X X X X X X Schwankung des Deckungsbeitrags aus Engpassmanagement, Regelenergie, Intraday-Handel sowie Pump-/Wälzbetrieb der Speicherkraftwerke Maßnahmen: - Teilnahme an Ausschreibungen betreffend die Bereitstellung von Kapazitäten für die kurzfristige sowie die mehrjährige Stabilisierung des Netzbetriebs - Optimierungen der Handelstätigkeit Anlagen-/Infrastrukturrisiko Anlagen-/ Infrastrukturrisiko Chance Rechtliches Risiko X Chance Risiko Prozessrisiko aus diversen offenen Klagen/ Rechtsstreitigkeiten Maßnahmen: - Rechtsberatung - Bilanzielle Vorsorgen - Versicherungen - Außergerichtliche Gespräche Regulatorisches Risiko Risiko Mögliche Auswirkungen von Störungen, Schäden sowie Folgeschäden bei Anlagen Maßnahmen: - Instandhaltungen - Revisionen - Versicherungen Offene Rechtsfälle Risiko Abweichung zwischen erwarteter und tatsächlicher Wasserführung/Windmenge – notwendiger kurzfristiger Ein- bzw. Verkauf von Energiemengen TCFD Flexible Produkte Ergebnisauswirkung X X X X Chancen und Risiken aus geänderten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. Änderungen des regulatorischen Umfelds Maßnahmen: - Verstärkte Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden 104 Kategorie Beschreibung/Maßnahmen Finanzielles Risiko Kontrahentenrisiko Ergebnisauswirkung Chance Maßnahmen: - Einholung aktueller Wirtschaftsauskunft - Realisierung von bestehenden Sicherheiten - Scoring der Geschäftspartner - Regelmäßiges Monitoring Wertpapierrisiko X Kursverluste/-gewinne bei Veranlagungspositionen (z. B. Fonds) Maßnahmen: - Monitoring durch regelmäßige Value-at-RiskErmittlungen Beteiligungsrisiko Risiko Zahlungsausfall von Geschäftspartnern X X X X X X X X Wertverluste/-gewinne bei Beteiligungen, Abweichungen der Gewinn-/Dividendenziele bei Beteiligungen Maßnahmen: - Monitoring u. Frühwarnsysteme Ratingänderungsrisiko Veränderungen im Rating bewirken niedrigere bzw. höhere Refinanzierungskosten Maßnahmen: - Laufende Überwachung der relevanten Finanzund ESG-Kennzahlen Zinsänderungsrisiko Steigende bzw. sinkende Zinsaufwendungen aufgrund geänderter Marktzinsen Maßnahmen: - Hedging-Instrumente - Langfristige Fixzinsvereinbarungen Eventualverbindlichkeiten Finanzieller Schaden durch schlagend werdende Eventualverbindlichkeiten (z. B. Haftungen, Garantien) X Maßnahmen: - Selektive Vergabe von Eventualverbindlichkeiten - Laufendes Monitoring Operationales Risiko Hochwasserrisiko TCFD Cyber Risk Chance Risiko Mögliche Auswirkungen eines Hochwassers auf Dritte und auf eigene Anlagen Maßnahmen: - Bauliche Schutzmaßnahmen - Regelmäßige Schulungen und Trainings (z. B. im Zuge des Krisenmanagements) - Versicherungen Vorsätzlicher, zielgerichteter, IT-gestützter Angriff auf Daten und IT-Systeme. Mögliche Folgen: u. a. Kontrollverlust (Versorgungssicherheit), Datendiebstahl und Cyber-Erpressung Maßnahmen: - Interne Konzernprojekte - Versicherungen X X KONZERNLAGEBERICHT Compliance-Risiko 105 Verstöße gegen interne und externe Regelungen (wie z. B. Finanzmarkt-Compliance und Wettbewerbsund Kartellrecht) Maßnahmen: - Compliance-Schulungen, jährliche Risikoanalyse - Definierte Prozesse, Regelungen und Verhaltensgrundsätze zum Thema Compliance und Kartellrecht Projektrisiko Projektrisiko Chance Sonstiges Risiko X Chance Strategisches Risiko TCFD Risiko X Chance Risiko Negative/positive Auswirkungen durch technologische Innovationen und geänderte Kundenbedürfnisse Maßnahmen: - Intensive Zusammenarbeit mit externen Forschungsprojekten - Agile Anpassung an neue Technologien - Investition in eigene Forschung und Entwicklung Strategisches Risiko Geschäftsmodell X Negative wirtschaftliche Auswirkungen aufgrund einer Schädigung der Reputation des Unternehmens Maßnahmen: - Brand Monitor - Interne Kommunikations- und strenge Compliance-Richtlinien Technologie-/ Innovationsrisiko Risiko Unter-/Überschreitung von geplanten Werten betreffend Zeit, Kosten und Qualität Maßnahmen: - Vor-Projektanalyse, Projektmanagement, ProjektControlling und Projekt-Monitoring - Optimierung vertraglicher Ausgestaltungen Reputationsrisiko X X X X X Negative/positive Auswirkungen auf das Geschäftsmodell aufgrund der Änderung energiewirtschaftlicher, klimatischer, rechtlicher oder allgemein wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Maßnahmen: - Regelmäßiges Monitoring - Durchführung regelmäßiger Strategieklausuren Aktuelle Chancen- und Risikolage Chancen und Risiken aus dem Geschäftsmodell Die Geschäftstätigkeit von VERBUND ist auf einen langen Zeitraum ausgelegt und erfordert langfristige Investitionen. Diese binden hohe Finanzmittel, da u. a. die Anlagen höchste umwelttechnische Anforderungen erfüllen müssen und die Anlagenverfügbarkeit einen wesentlichen Faktor darstellt. 106 Eine erfolgreiche Realisierung neuer Projekte ist nur auf Basis einer frühzeitigen Einbindung aller Stakeholder, der Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie eines effektiven Projektmanagements möglich. Der Betrieb und die Instandhaltung dieser Vermögenswerte erfordern hochqualifizierte Mitarbeiter. Ein Erfolgsfaktor ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Wesentliche und stabilisierende Elemente sind aus Sicht der Ratingagenturen die Republik Österreich als mehrheitlicher Eigentümer von VERBUND, die kostengünstige, umweltfreundliche Erzeugung aus Wasserkraft und der regulierte Netzbereich. Wetter- und klimabezogene Chancen und Risiken GRI 201-2 SDG 13 TCFD VERBUND-Anlagen sind nicht beeinflussbaren Wetterereignissen stark ausgesetzt. Dies trifft insbesondere auf die VERBUND-Wasser- und Windkraftwerke sowie auf die APG-Hochspannungsleitungen zu. Die Erzeugung aus Laufkraftwerken unterliegt der saisonal schwankenden Wasserführung der Flüsse und kann nur im geringen Ausmaß (Schwellbetrieb) gesteuert werden. Der Klimawandel kann langfristig betrachtet das Wasser- und Winddargebot beeinflussen, und damit kann es zukünftig zu größeren saisonalen bzw. jährlichen Verschiebungen der Erzeugung sowohl bei Lauf- als auch Speicherkraftwerken kommen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich geologische Rahmenbedingungen maßgeblich verändern und Naturereignisse wie Hochwässer, Stürme, Lawinen und Muren in Zukunft einen ungeplanten Ausfall von Anlagen zur Stromerzeugung oder -übertragung verursachen und auch Folgeschäden nach sich ziehen können. VERBUND setzt auf den Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen, um einen Beitrag zu dem von der Republik Österreich gesetzten Ziel zu leisten, die Stromversorgung bis 2030 zur Gänze aus erneuerbaren Energien abzudecken. Aus der Abdeckung des kurzfristigen Strombedarfs aufgrund der volatilen Erzeugung aus Wind und Photovoltaik ergeben sich neue Ertragschancen für VERBUND: So können zusätzliche Energiemengen z. B. in Pumpspeicherkraftwerken „zwischengeparkt“ und die Netze durch flexible Kraftwerksleistung stabilisiert werden. Diese flexiblen Ergebnisbeiträge hängen wesentlich von der Häufigkeit und dem absoluten Ausmaß kurzfristiger Preisschwankungen auf den Strommärkten ab. Dennoch ist der Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen auch mit großen Herausforderungen – vor allem in Bezug auf die Netzstabilität auf internationaler Ebene – verbunden. So wurde im Juni 2019 durch eine ungeplante Abschaltung von Windkraftwerken in Deutschland die Stabilität des europäischen Strommarkts mehrfach gefährdet, und ein Blackout konnte nur durch die EU-weite Aktivierung konventioneller Netzreservekraftwerke, darunter auch des VERBUND-Kraftwerks Mellach, verhindert werden. Chancen und Risiken aus technologischer Entwicklung Die Digitalisierung zeigt sich als besondere Herausforderung und gleichzeitig als Chance für VERBUND. Moderne Informations- und Kommunikationssysteme unterstützen verstärkt die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Den steigenden Risiken aus dem Cyberbereich für kritische Infrastruktur begegnet VERBUND mit vorbeugenden Sicherheitsstrategien, internen Richtlinien und entsprechend abgesicherten Prozessen. Ein besonders hohes Augenmerk legt VERBUND auf die Sicherheit der Leittechnik bei seinen Kraftwerken sowie beim Höchstspannungsnetz der APG. Der Schutz der Verwaltungsgebäude von VERBUND und der dezentralen Werke erfolgt durch bauliche Maßnahmen und elektronische Überwachungssysteme. KONZERNLAGEBERICHT 107 Chancen und Risiken aus rechtlichen/regulatorischen Entwicklungen Die Stärkung des Emissions Trading System (ETS) durch die Europäische Union führt zu neuen Möglichkeiten, aber auch Erschwernissen. Dies bewirkt auch einen Umbau des europäischen Energiesystems und somit eine maßgebliche Veränderung der nicht direkt beeinflussbaren Risikofaktoren aus den Bereichen Politik, Volkswirtschaft, Energiewirtschaft sowie Soziales. Die zukünftige Energiewelt fordert von den Energieversorgungsunternehmen eine starke Anpassung ihrer Geschäftsmodelle und veränderte Investitionsentscheidungen. Diese könnten hohe Wertanpassungen (d. h. sprunghafte Veränderungen bilanzierter Vermögenswerte bzw. Schulden) zur Folge haben. Der hohe Regulierungsgrad und die europäischen Überkapazitäten in der Erzeugung haben die marktwirtschaftlichen Regeln der Preisbildung (Einsatz nach variablen Produktionskosten) außer Kraft gesetzt. Andererseits eröffnen sich mit dem Geschäftsmodell der energienahen Dienstleistungen neue Chancen, aber auch Risiken für VERBUND. Zusätzlich sind datenschutzrechtliche Themen wie die Umsetzung der EUDatenschutzgrundverordnung zu berücksichtigen. VERBUND versorgt täglich Menschen mit sauberer Energie. Chancen und Risiken aus wirtschaftlicher Entwicklung Dem Kontrahentenrisiko in Form von möglichen Leistungs- und Zahlungsausfällen seiner Geschäftspartner begegnet VERBUND durch ein effektives Finanzmanagement. Unter Wahrung des Vier-AugenPrinzips werden Kontrahentenlimits zentral vergeben und überwacht. Neben den Geldflüssen aus dem operativen Geschäft verfügt VERBUND über ausreichend hohe Kreditlinien, mit denen sich liquide Mittel kurzfristig bereitstellen lassen. Langfristige Verträge wurden mit Kunden, Lieferanten sowie Miteigentümern einzelner Kraftwerke abgeschlossen. Die geänderten Rahmenbedingungen beeinflussten jedoch die Wirtschaftlichkeit einiger dieser Vereinbarungen, sodass sie in den vergangenen Jahren entsprechend adaptiert wurden. In mehreren Effizienzsteigerungsprojekten optimierte VERBUND seine internen Strukturen. Dabei kam es in den vergangenen Jahren zu Schließungen von Standorten, zu Beendigungen von Abnahme- und Lieferverträgen sowie auch zur Umsetzung sozial verträglicher Personalprogramme. VERBUND bildet in Übereinstimmung mit den Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) Rückstellungen für vertraglich vereinbarte Aufwendungen aus laufenden Reorganisationsprogrammen, für Pensionen und Abfertigungen sowie für den Zeitraum nach der Stilllegung von Erzeugungsanlagen (z. B. für Abbruchkosten). Eine Abweichung der aktuellen Situation von den Annahmen für die Bildung dieser Rückstellungen kann zu Ergebnisschwankungen führen. Der möglichen Ausnutzung gegebener Sicherheiten wird laufend gegengesteuert. TCFD 108 Strategische Chancen und Risiken TCFD Der Klimawandel, Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und Änderungen im Marktumfeld können einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell und die Strategie eines Unternehmens haben. Eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit mittelfristigen und langfristigen strategischen Risiken ist daher wichtig, um eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu gewährleisten. Die relevanten strategischen Risiken bei VERBUND werden daher laufend identifiziert und bewertet. Durch diesen proaktiven Umgang mit langfristigen Risiken können deren Auswirkungen auf das Unternehmen entsprechend limitiert bzw. Chancen für ein zusätzliches Wachstum bewusst wahrgenommen werden. Risikotragfähigkeit Im Mittelpunkt des Risikotragfähigkeitskonzepts stehen das Rating der VERBUND AG und die damit einhergehende Liquidität des Unternehmens. VERBUND strebt langfristig ein stabiles Rating in der Kategorie A an. Ausblick – Entwicklung Geschäftsjahr 2020 (Sensitivität) Das geplante Konzernergebnis für 2020 verändert sich – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation der nachfolgend angeführten Faktoren (ausgehend vom Absicherungsstand zum 31. Dezember 2019 für Erzeugungsmengen bzw. Zinsen): +/– 1 % Erzeugung aus Wasserkraft: +/– 6,8 Mio. € +/– 1 % Erzeugung aus Windkraft: +/– 0,6 Mio. € +/– 1 €/MWh Großhandelspreise Strom (Erneuerbare Erzeugung): +/– 5,9 Mio. € +/– 1 Prozentpunkt Zinsen: –/+ 0,8 Mio. € KONZERNLAGEBERICHT 109 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess sind nach § 243a Abs. 2 UGB zu beschreiben. Das interne Kontrollsystem von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Der Aufbau des Risikomanagementsystems wird im „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und die Risikolage im Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ dieses Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts ausführlich erläutert. GRI 102-11 GRI 103-2 Organisatorischer Rahmen Die Konzernführung von VERBUND handelt nach den im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzipien. Der Vorstand ist für die Einrichtung und Gestaltung des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems verantwortlich. Dessen Wirksamkeit wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht. Unternehmensleitbild auf www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Unternehmensleitbild Grundlagen des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Der umfassende Rechnungslegungsprozess von VERBUND ist durch konzernweite Richtlinien und Vorgaben geregelt. Die Durchführung, die Kontrolle und die Überwachung der Geschäftsvorgänge sind strukturell voneinander getrennt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein einzelner Mitarbeiter alle Prozessschritte eines Geschäftsfalls vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann. Eine Prüfung von Berechtigungen ist im Prozess der systemtechnischen Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und die Wirksamkeit dieser Kontrollen werden periodisch überprüft. Auf Basis der Prozesslandkarte von VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert. Die Dokumentation der Ablauforganisation, der Prozesslandkarte und der Kontrollen erfolgt regelmäßig im aktualisierten Prozesshandbuch. VERBUND passt seine Organisation laufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an. Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen Die VERBUND-Quartalsberichte und der Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht vereinen Informationen aus dem Controlling, der Unternehmensrechnung, dem Finanz- und Risikomanagement sowie aus dem Bereich Corporate Responsibility. Alle Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstellungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung (Unbundling) des Netzes von der Erzeugung, dem Handel und dem Vertrieb bei vormals integrierten Energieversorgungsunternehmen. Die VERBUND-Tochter APG tritt daher seit 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber am Markt auf. Ein externer Gleichbehandlungsbeauftragter überwacht die Einhaltung der vertraglich fixierten Unbundling-Bestimmungen. Periodische Überwachung Die Interne Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die einzelnen Prüfungen erfolgen auf Basis des vom VERBUND-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramms und werden um Sonderprüfungen ergänzt. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verfügt die APG seit März 2012 über eine eigene Revision. GRI 103-3 110 Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB Aktionärsstruktur in % Streubesitz Republik Österreich TIWAG < 20 >5 51 1. Das eingeforderte und eingezahlte Grundkapital der VERBUND AG setzte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 wie folgt zusammen: 170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von der unter Punkt 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte und Pflichten. > 25 2. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: „Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“ Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt. Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke GRI 102-25 3. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der Landesenergieunternehmen Wiener Stadtwerke GmbH und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20 % des Grundkapitals sind im Streubesitz. 4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. 5. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle. 6. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den gesamten Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern inhaltlich vorbereitet. Die Regeln des ÖCGK betreffend die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden seitens der VERBUND AG eingehalten. Darüber hinaus bestehen keine, nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren, Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bezüglich der Änderung der Satzung. KONZERNLAGEBERICHT 111 7. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 7 UGB. 8. Es bestehen zudem keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich. 9. Entschädigungsvereinbarungen i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht. Der in diesem Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht 2019 enthaltene konsolidierte Corporate Governance Bericht ist auch auf der VERBUND-Webseite abrufbar. Konsolidierter Corporate Governance Bericht abrufbar unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen 112 Innovation, Forschung und Entwicklung Kennzahlen IF&E Einheit 2019 Anzahl 85 74 80 Projektvolumen gesamt1 Mio. € 179,8 177,9 192,6 Mio. € 111,7 104,5 118,2 VERBUND-Anteil gesamt1 Mio. € 53,5 61,6 58,7 Jährliche VERBUND-Aufwendungen Mio. € 9,0 10,5 17,5 1 SDG 7 SDG 9 SDG 12 SDG 17 2018 Anzahl der IF&E-Projekte davon EU-Projekte1 GRI EU-DMA, vormals EU8 2017 über die gesamte Laufzeit der Projekte Internationale Klimaschutzabkommen, nationale Strategien und Programme sowie das Engagement der Zivilgesellschaft zeigen: Die Energiewende von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern ist im Gange. Forschung, Entwicklung und Innovation tragen wesentlich dazu bei, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. VERBUND übernimmt dafür mit seinem Engagement in den Bereichen der innovativen Technologien und Geschäftsmodelle zur Dekarbonisierung unterschiedlicher Sektoren Verantwortung. Elektrifizierung des Verkehrssektors SDG 11 VERBUND setzt gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft SMATRICS und strategischen Partnern aus Europa auf die Elektrifizierung des Verkehrssektors. Ziel ist die Reduktion der noch immer steigenden Emissionen in diesem Bereich. Mit Innovationsprojekten wie EVA+ oder ultra-E (von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekte) wird ein hochleistungsfähiges Ladenetz mit bis zu 350 kW Ladeleistung für Elektroautos in ganz Österreich aufgebaut. Auch Mobilitätsservices wie die Anbindung an internationale Ladenetze (Roaming) werden entwickelt und umgesetzt. Damit können Elektroautos einfach, bequem und unabhängig von Landesgrenzen geladen werden. Dadurch wird die Langstreckenmobilität ermöglicht. In Forschungsprojekten wie NeMo (ebenfalls durch die Europäische Kommission kofinanziert) werden mit wissenschaftlichen Partnern Plattformlösungen entwickelt, die die Vernetzung der Ladenetze noch effektiver machen sollen. Mit Sektorkopplung Mehrwert schaffen Zunehmende Ladeleistungen für Elektroautos sind für die Nutzer einerseits mit mehr Komfort verbunden, da die Reichweiten der Fahrzeuge deutlich zunehmen. Andererseits bedingt dies weit größere Anschlussleistungen pro Ladestandort für die neueste Technologie an Ladehubs von bis zu 1 MW, die wiederum die Stromnetzinfrastruktur vor Herausforderungen stellen. Mit dem europäischen Innovationsprojekt SYNERG-E greift VERBUND genau diese Problematik auf. Mit lokalen Batteriespeichern an Hochleistungs-Ladehubs und dem intelligenten lokalen Managementsystem werden Lastspitzen bei gleichzeitiger Serviceleistung an den E-Mobilitätsbetreiber der Ladestation ausgeglichen. Zusätzlich werden lokale Speicherbatterien virtuell gebündelt, um Netzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. 2019 wurden drei lokale Speicherbatterien mit Leistungen von 0,3 bis 0,5 MW errichtet, sieben weitere in Österreich und Deutschland sind geplant. KONZERNLAGEBERICHT Einsatz von Batteriespeichern in der Wasserkraft Das Projekt „Blue Battery“ ist ein Forschungsprojekt zur Integration eines Großbatteriespeichers bei einem bestehenden Wasserkraftwerk. Ziel dieser Kombination ist es, sekundenschnell Primärregelleistung anbieten zu können. Durch die damit einhergehende Erhöhung der Lebensdauer der Turbinen werden die Effizienz und die Verfügbarkeit des Kraftwerks deutlich verbessert. 2019 hat der Bau am Standort Wallsee-Mitterkirchen begonnen. Der größte Batteriespeicher Österreichs mit 8 MW Primärregelleistung und einer Speicherkapazität von 14,2 MWh soll an diesem Kraftwerksstandort errichtet und betrieben werden. Multitalent grüner Wasserstoff Ziel des 2017 gestarteten H2FUTURE-Projekts ist es, gemeinsam mit europäischen Industrie- und Forschungspartnern eine 6-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseanlage am Standort der voestalpine Linz zu errichten. Nach baulichen und technischen Vorarbeiten ging die Anlage 2019 in Betrieb, und erster grüner Wasserstoff wurde produziert. Für 2020 liegt der Hauptfokus der Arbeit auf dem Test unterschiedlicher Anwendungsfälle, um die Performance der Anlage zu testen. Der grüne Wasserstoff wird primär für den Einsatz in der Stahlproduktion hergestellt. Die Anlage soll zukünftig auch für netzdienliche Services verwendet werden. Das von der Europäischen Kommission geförderte Forschungsprojekt H2FUTURE untersucht zudem weitere Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff in Sektoren wie der chemischen Industrie. Auf nationaler Ebene ist VERBUND Partner in der vom Klima- und Energiefonds geförderten Vorzeigeregion WIVA Power & Gas. Gemeinsam mit österreichischen Industrie- und Forschungspartnern sollen Wasserstoffprojekte umgesetzt und damit der Forschungs- und Innovationsstandort Österreich gestärkt werden. Per Stichtag 31. Dezember 2019 war VERBUND in zwei WIVA-Projekten engagiert, die sich mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff in der Industrie beschäftigen. Einen Meilenstein in Richtung neue Wasserstofftechnologien setzt VERBUND mit dem Projekt HOTFLEX: Am VERBUND-Standort Mellach wird gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie und mit Unterstützung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) eine neue Wasserstofftechnologie getestet. Das Herzstück der Forschungsanlage bildet das Hochtemperaturelektrolyse-/Brennstoffzellensystem mit einer Nennleistung von 150 kW. Aus den Forschungsergebnissen soll das Potenzial dieser Technologie für „Power-to-Gas-(to-Power)-Anwendungen“ wie beispielsweise der Einsatz als Notstromversorgungsanlage in Kraftwerks- und anderen Industrieanlagen abgeleitet werden. Der Einsatz von Wasserstoff im Transportbereich ist das Ziel der Kooperation mit der Zillertalbahn: Die Schmalspurbahn soll ab Ende 2022 als erste Bahn mit Wasserstoffantrieb im Probebetrieb fahren. Der grüne Wasserstoff dafür wird mit erneuerbarem Strom aus den VERBUND-Kraftwerken im Zillertal erzeugt. 113 114 VERBUND setzt auf Forschung, Entwicklung und Innovation für ein nachhaltiges Energiesystem. Fischschutz und Anströmung an Niederdruck-Wasserkraftanlagen Im Rahmen des FFG-Forschungsprojekts FINI hat VERBUND im Geschäftsjahr 2019 für Wasserkraftanlagen mit niedrigen Fallhöhen unter Verwendung numerischer und experimenteller Methoden wirksame Fischschutzkonzepte weiterentwickelt und an einer optimierten Anströmung der Turbinen geforscht. Zentrale Aspekte sind der Fischschutz und der Fischabstieg. Zustandsbasierte Instandhaltung der Rotorblätter Im Bereich Windkraft stand 2019 die zustandsbasierte Instandhaltung der Rotorblätter im Fokus. Die wichtigste Neuerung stellte die Umstellung der Prüfmethode zur Erfassung von Rotorblattschäden dar: Statt der zeit- und kostenintensiven Prüfung mittels Abseiltechnik führte VERBUND ein innovatives bildgebendes Verfahren zur vollständigen digitalen Abbildung der Rotorblattoberflächen ein. In einem Benchmark-Vergleich wurden unterschiedliche Systeme detailliert bewertet und deren Alltagstauglichkeit geprüft. Seit 2019 kommt nun ein bodenbasiertes System zum Einsatz, mit dem Servicetechniker Prüfungen vor Ort schnell und effizient durchführen können. Das Bildmaterial wird durch einen automatischen Bilderkennungsalgorithmus ausgewertet. Danach werden die vorklassifizierten Schäden von einem Experten geprüft und für den Bericht freigegeben. In Zukunft sollen der Schadensverlauf prognostiziert und Reparaturen zum kostengünstigsten Zeitpunkt geplant und durchgeführt werden. Digitalisierung und Informationssicherheit Aufgrund der steigenden Bedeutung von Digitalisierung und Informationssicherheit bei VERBUND wurde der neue Bereich „Informationssicherheit und Digitalisierung“ in der Holding eingerichtet. Dazu wurden sämtliche Kompetenzen des Unternehmens gebündelt und neue Planstellen im Bereich der Informationssicherheit (Cyber Security) geschaffen. Der Bereich Digitalisierung ist Treiber der digitalen Transformation, Impulsgeber für innovative Lösungen, und er unterstützt bei konkreten Konzernaktivitäten innerhalb von VERBUND. Digitale Innovationen, Kompetenzen und Fähigkeiten werden laufend evaluiert und weiterentwickelt. In sämtlichen Bereichen – von der Erzeugung über den Handel bis zum Vertrieb – sollen Potenziale freigesetzt werden. Digitale Lösungen sind der Katalysator für eine gelungene Energiezukunft in Österreich. Auf Basis der aktuellen VERBUND-Strategie wurde im Jahr 2019 ein Technologie-Masterplan für die Bereiche Digitalisierung, Informationssicherheit und Informationstechnologie (IT) mit einem mittelfristigen Planungshorizont entwickelt. Auf der Basis eines stabilen und leistungsfähigen IT-Betriebs und eines Managementsystems für die Informationssicherheit werden neue technologische Services etabliert und Methoden für die digitale Transformation bereitgestellt. Damit werden Projekte und Vorhaben umgesetzt, die auf die effiziente Erzeugung und den digitalen Vertrieb und Handel fokussieren. KONZERNLAGEBERICHT Im Bereich der Wasserkraft wird mit den Projekten „Digital Workforce Management“ und „Digitales Kraftwerk“ Pionierarbeit geleistet. Im Zuge dessen werden Prozesse optimiert und automatisiert. Es wird nach neuen technischen Lösungen gesucht, diese werden auf ihre Praxistauglichkeit bzw. die Ausrollung auf den Konzern getestet. Im Bereich des Handels werden bereits bestehende und innovative Kundenplattformen erweitert und mit neuen Services angereichert, um so weitere Vorteile am Markt zu erzielen. Im Bereich des Vertriebs wurde im Geschäftsjahr 2019 die bestehende CRM-Lösung um eine Kampagnenmanagementlösung ergänzt. Damit können neue Funktionen und Möglichkeiten in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Service genutzt werden. Im Bereich der Informationssicherheit wurden der aktuelle Status und die Herausforderungen erhoben: Ein Haupttreiber für die steigenden Anforderungen in der Informationssicherheit sind neue gesetzliche und regulatorische Anforderungen für Betreiber wesentlicher Dienste („Kritische Infrastruktur“), wie die NIS-Richtlinie (Netz- und Informationssystemsicherheit), und die DatenschutzGrundverordnung (DSGVO). Gemäß dem Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NISGesetz), welches das österreichische Parlament in Umsetzung der NIS-Richtlinie im Quartal 4/2018 beschlossen hat, werden Konzerngesellschaften mit relevanten Anlagen über dem Schwellenwert von 340 MW dahingehend entsprechende Bescheide erhalten. In einem VERBUND-Konzernprojekt wurden bereits im Jahr 2018 die wesentlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. In einem Folgeprojekt 2019 für die Bildung von Bescheidvorgaben wurde die vorgeschriebene Zertifizierung von 13 VERBUND-Anlagen nach internationaler Norm ISO/IEC in Österreich (in Deutschland wurde dies bereits 2018 umgesetzt) koordiniert. Weitere Haupttreiber sind die Vergrößerung der Angriffsfläche durch die zunehmende Durchdringung mit Informationstechnologie und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Verstärkend wirken die zunehmend professioneller und intensiver werdenden Aktivitäten der Cyberkriminalität. Im Hinblick auf die bevorstehenden bzw. skizzierten Anforderungen und die sich ändernde Bedrohungslage wurde eine Reihe von Projekten aufgesetzt, die zur Steigerung der Informationssicherheit und zur Erhöhung des Reifegrads im Management der Informationssicherheitsrisiken führen. Digitales Wasserkraftwerk – Hydropower 4.0 Im Rahmen des Innovationsprogramms „Digitales Wasserkraftwerk“ prüfte VERBUND 2019 verschiedene Digitalisierungsmöglichkeiten, um das Potenzial zur weiteren Verbesserung der Prozesse in Wasserkraftwerken zu identifizieren. Die Bandbreite möglicher Digitalisierungstechnologien ist groß und reicht von Plattformlösungen, Anomalie-Detektions-Modellen in Verbindung mit neuartigen Sensorikkonzepten, mobilen Assistenzsystemen, digitalen Zwillingen und Drohnen bis hin zu innovativen Inspektionstechnologien. Für aussichtsreiche Technologien wurde ein Testsystem für das Pilotkraftwerk Rabenstein konzipiert und umgesetzt. Der Fokus dieses Projekts liegt auf der technischen und wirtschaftlichen Bewertung. Kann ein Mehrwert durch Kosteneinsparung, Effizienzsteigerung oder Sicherheitserhöhung nach Abschluss dieses Projekts dargestellt werden, wird die Technologie auf weitere Wasserkraftwerke übertragen. Stromhandel: SNOWPOWER verbessert die Zuflussprognose Die Schneelage und der jährliche Schmelzzufluss zu den alpinen Speichern und Flüssen sind von großer Bedeutung für die Planung und Steuerung der Energieproduktion in den VERBUND-Wasserkraftwerken. Drohnen und Digitalkameras sind eine wirtschaftliche Methode zur Schneedeckenerfas- 115 116 sung in hochalpinen Lagen und zur Ermittlung des Abflusspotenzials. Die Schneedecke im Frühjahr variiert alljährlich aufgrund der meteorologischen Verhältnisse im vorangegangenen Winter. Mittels neuer Methoden, z. B. der Drohnentechnologie, kann die Schneedecke in alpinen Gebieten erfasst werden, um das Abflusspotenzial und den Schmelzzufluss möglichst genau zu prognostizieren und den Speichereinsatz weiter zu optimieren. Stromnetz: Automatisierte Notfallmeldung durch QR-Codes Bei Hochspannungsnotfällen zählt die rasche Erreichbarkeit der zuständigen Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Die APG, die unabhängige Stromnetztochter von VERBUND, entwickelte dafür eine neue Anwendung für das Smartphone, die in Notfällen sicher und schnell die APG und auch Blaulichtorganisationen alarmiert. Zu diesem Zweck wurden alle 12.000 Masten im APG-Netz mit QR-Codes ausgestattet. Durch das Scannen des Codes mittels Mobiltelefon ergeht automatisch eine Meldung mit den relevanten Standortinformationen an die APG, die Polizei, die Rettung und die Feuerwehr. Für die Einsatzkräfte, die diese Funktion nutzen, öffnet sich umgehend die digitale Sicherheitsplattform der APG, und die Hilfskräfte können schnell und gezielt Hilfe leisten. Neben den Möglichkeiten der Meldung eines Notfalls, der Übermittlung einer Nachricht oder eines Bilds an die Sicherheitszentrale findet sich in der App ein Merkblatt mit den einzuhaltenden Sicherheitsabständen im Bereich stromführender Anlagen. Die bereits vorhandenen Masttafeln mit der Mastnummer, der Leitungsnummer sowie einer Notfalltelefonnummer bleiben erhalten. Eine Notfallmeldung ohne Smartphone und Internetanbindung ist somit auch in Zukunft möglich. KONZERNLAGEBERICHT Ausblick Die globale Wirtschaft wird nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2020 stärker als im Jahr 2019 wachsen. Die teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen China und den USA, eine Lockerung der Geldpolitik, Maßnahmen im Rahmen der Fiskalpolitik sowie die Erwartung geringerer Auswirkungen durch einen ungeregelten Brexit sorgen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft. Der IWF warnt aber weiterhin vor den Risiken einer neuerlichen Eskalation der Handelsstreitigkeiten und geopolitischer Spannungen (z. B. zwischen den USA und dem Iran) sowie regierungskritischer Proteste (z. B. in Chile). Die globalen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie bleiben abzuwarten. Österreich weist weiterhin ein vergleichsweise robustes Wirtschaftswachstum auf, auch wenn es nach einer Phase der Hochkonjunktur schwächelt. Die Prognosen liegen für 2020 mit + 1,2 % zwar unter jenen der Vorjahre, jedoch über den Prognosewerten für Deutschland und den Euroraum. Bei den Kohlepreisen ist, im Vergleich zum Tiefstand Ende 2019, Anfang 2020 wieder ein leichter Anstieg zu beobachten, für eine nachhaltige Erholung der Kohlepreise gibt es aber keine fundamentalen Anzeichen. Der gut versorgte europäische Gasmarkt lässt auch bei den Gaspreisen keinen signifikanten Preisanstieg erwarten. Unsicher sind die Preisentwicklungen für CO2-Zertifikate. Durch den Brexit-Deal ist der Weiterverbleib Großbritanniens im ETS bis Ende 2020 fixiert, britische Unternehmen müssen für 2019 und 2020 ihre Emissionen mit European Emission Allowances (EUA) decken, gleichzeitig werden die ausgesetzten CO2-Auktionen der britischen Regierung von 2019 nun nachgeholt und somit große zusätzliche Mengen auf den Markt geworfen. Unsicher ist auch die Entwicklung am Ölmarkt: Einerseits lässt die konjunkturelle Entwicklung keinen großen Anstieg der Ölnachfrage und somit der Ölpreise erwarten, andererseits könnten die Spannungen mit dem Iran jederzeit eskalieren und den Ölpreis nach oben schießen lassen. Die Bedeutung des Erzeugungsportfolios von VERBUND steigt durch den Ausbau der volatilen neuen erneuerbaren Erzeugung. Neben Grundlastkraftwerken (Laufwasserkraft) ergänzen flexibel einsetzbare Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sowie ein hocheffizientes Gas-Kombikraftwerk (GDK Mellach) das Erzeugungsportfolio. Die APG als 100- %-Tochterunternehmen von VERBUND besitzt und betreibt das Übertragungsnetz in Österreich und nimmt damit eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der Versorgungssicherheit in Österreich und im europäischen Stromverbund ein. Die innovativen Produkte und Dienstleistungen von VERBUND für Endkunden bieten heute schon Lösungen für die Energiezukunft. 117 118 Investitionsplan 2020 bis 2022 SDG 8 Investitionsplan in Mio. € 754 709 614 20E 21E Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2020 bis 2022 sieht 2.077 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 1.287 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 790 Mio. € auf Instandhaltungsinvestitionen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 719 Mio. €). Zudem investiert VERBUND vor allem in ausgewählte Wasserkraftwerksprojekte sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerksanlagen. Zu nennen ist hier insbesondere das Laufwasserkraftwerk Töging in Deutschland. Die Investitionen betreffen die VERBUND-Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2020 plant VERBUND insgesamt rund 614 Mio. € zu investieren – davon rund 343 Mio. € in Wachstum und rund 271 Mio. € in Instandhaltungen. 22E Dividende Für das Geschäftsjahr 2019 plant VERBUND eine Dividende von 0,69 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt für 2019 somit 43,7 %. Ergebnisausblick 2020 Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft, dem Ergebnisbeitrag der Flexibilitätsprodukte und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31. Dezember 2019 waren bereits rund 65 % der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2020 kontrahiert. Der dabei erzielte Preis lag rund 10,5 €/MWh über dem im Jahr 2019 erzielten Absatzpreis. Für die noch nicht abgesicherten Mengen kalkuliert VERBUND mit den aktuellen Marktpreisen. KONZERNLAGEBERICHT 119 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zwischen dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2019 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 13. Februar 2020 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse. Wien, am 13. Februar 2020 Der Vorstand Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands Mag. Dr. Michael Strugl Stv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mag. Dr. Achim Kaspar Mitglied des Vorstands 120 Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) NFI-BERICHT 121 Bericht über nichtfinanzielle Informationen gem. § 267a UGB VERBUND nimmt seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt sehr ernst. Bereits im Jahr 1994 erstellte VERBUND als eines der ersten Unternehmen in Österreich einen Umweltbericht. Der Trend zur Darstellung von umweltrelevanten Faktoren wurde damit vorweggenommen. Dieser jährlichen Publikation folgte 2002 der erste VERBUND-Nachhaltigkeitsbericht. Dieser wurde seitdem jährlich bis zum Jahr 2014 als Ergänzung zum Geschäftsbericht veröffentlicht. Dem steigenden Bedarf an ganzheitlichen Unternehmensinformationen der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen entspricht VERBUND seit 2015 mit einem Integrierten Geschäftsbericht. Die jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung wird damit innerhalb des Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts weitergeführt. Am 6. Dezember 2016 trat das österreichische Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz in Kraft, auf Basis dessen große Unternehmen von öffentlichem Interesse ab dem Geschäftsjahr 2017 Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten veröffentlichen müssen. VERBUND verwendet dazu das internationale Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI). So wurde auch der vorliegende Bericht in Übereinstimmung mit den GRI-Standards sowie den G4 Sector Disclosures „Electric Utilities“, Option Kern, erstellt. In diesem Bericht erfolgt die Darstellung der Aktivitäten aller Gesellschaften, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind. Über wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen wird ebenfalls berichtet, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben. Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das abgeschlossene Kalenderjahr 2019. GRI 102-52 Angaben zur Nachhaltigkeit wurden in dem im unabhängigen Prüfungsbericht angegebenen Umfang extern überprüft. Der GRI- und TCFD-Index (auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen) gibt an, an welcher Stelle die VERBUND-Nachhaltigkeitsinformationen aufzufinden sind. Auf Angaben zu Themen von geringerer Relevanz wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Richtlinien in diesem Integrierten Geschäftsbericht verzichtet. Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen. GRI 102-56 GRI 102-54 GRI 102-45 GRI 102-50 Das Geschäftsmodell von VERBUND zählt zu den größten Stromerzeugern aus Wasserkraft in Europa. Seine Wertschöpfungskette umfasst die Erzeugung, den Transport, den Handel und den Vertrieb von elektrischer Energie und sonstiger Energie sowie Energiedienstleistungen. Den Kern des nachhaltigen Geschäftsmodells von VERBUND bildet die CO2-freie Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraft und in Zukunft verstärkt auch Photovoltaik. Details hierzu sind dem Segmentbericht Erneuerbare Erzeugung zu entnehmen. Auch im Segmentbericht Netz sind wichtige Nachhaltigkeitsinformationen enthalten. Die aktuellen Projekte und Ereignisse aus dem Geschäftsjahr 2019 werden hier kompakt dargestellt und um Informationen zu ausgewählten Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich ergänzt. Für weitere Details und Hintergrundinformationen wird in den Marginalien auf zusätzliche Quellen verwiesen. Da VERBUND in Europa tätig ist, wird Europa als eine Region bzw. als ein regulatorisches System verstanden. Die Hauptgeschäftsstandorte von VERBUND befinden sich in Österreich und Deutschland. Eine Übersichtskarte mit den Kraftwerksstandorten und den Netzanlagen ist am Ende dieses Berichts abgebildet. VERBUND GRI 102-2 GRI 102-4 GRI 102-6 122 Wesentlichkeit Wesentlichkeitsanalyse GRI 102-46 GRI 102-49 Im Jahr 2019 führte VERBUND eine umfassende Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse durch. Ziel war es, die Meinungen und Ansprüche der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen in Österreich und Deutschland zu identifizieren und davon die wesentlichen Themen für die Geschäftstätigkeit von VERBUND abzuleiten. Ausgangspunkte für die Stakeholder-Befragung waren die bereits 2013 durchgeführte Befragung und die jährliche Überprüfung und Vertiefung durch die Mitglieder des Nachhaltigkeitsteams, die in intensivem Kontakt mit unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen stehen. Bei der Wiederholung der Befragung wurde besonders auf die wesentlichen Entwicklungen und Trends (Dekarbonisierung, Digitalisierung, Dezentralisierung) in der Energiewirtschaft der letzten Jahre geachtet. Ebenso wurden internationale und nationale Rahmenbedingungen, allen voran der Weltklimavertrag von Paris („2-GradZiel“), und die daraus resultierenden politischen Zielvorgaben, wie z. B. die 2030-Ziele der EU und die #mission2030 in Österreich, berücksichtigt. Die Untersuchungsmethode stimmte mit der von 2013 überein. So wurden zunächst die wesentlichen Themen aufgrund neuer internationaler Anforderungen durch Investoren und Ratings, Trends und Technologien angepasst und von zwölf auf 20 Themen erweitert. Maßgeblich für die Erweiterung der Themen waren, wie auch 2013, die Vorgaben von GRI und zusätzlich die Kernthemen des CRManagementsystems nach ONR 192500. Die 20 identifizierten Themen konnten vier Bereichen zugeordnet werden: Ökologie und Energie, Ökonomie, Soziales und Governance. GRI 102-47 ÖKOLOGIE UND ENERGIE ÖKONOMIE SOZIALES GOVERNANCE Abfälle und Abwasser Informationssicherheit und Datenschutz Arbeitssicherheit und Gesundheit Compliance und Transparenz Biodiversität Innovation Attraktiver Arbeitgeber Corporate Governance Erneuerbare Energien Kundenbeziehungen Diversität und Inklusion Dialog mit Stakeholdern Klimawandel Versorgungssicherheit Gesellschaftliches Engagement Internationales Commitment Ressourcen- und Energieverbrauch Wertsteigerung des Unternehmens Nachhaltige Lieferkette Menschenrechte Die Untersuchung fand im Zeitraum von September bis Dezember 2019 statt und wurde in zwei Stufen (einer quantitativen Befragung und qualitativen Interviews) durchgeführt. Die quantitative Befragung erfolgte mittels eines Fragebogens, der aufgrund der Datenschutzbestimmungen postalisch versandt wurde. Ziel war es, die Erwartungen der Stakeholder-Gruppen zu den 20 wesentlichen Themen abzufragen. Sowohl die internen Stakeholder (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Betriebsrat, Aufsichtsrat) als auch die externen (Geschäftskunden, Branchen- und Fachverbände, Anrainergemeinden, Lieferanten, Wissenschaft und Forschung, Politik und Behörden, Kapitalmarkt, Medien) hatten die Möglichkeit, den Fragebogen händisch oder online mit einem Zugang über QRCode zu beantworten. 255 Personen beantworteten die Fragen zum aktuellen Leistungsniveau von VERBUND in den wesentlichen Themen und zum zukünftigen Handlungsbedarf für VERBUND hinsichtlich dieser Themen. NFI-BERICHT Die qualitative Befragung wurde in Form von persönlichen Tiefeninterviews mit 46 Vertretern aller internen und externen Stakeholder-Gruppen durchgeführt. Durch diese konnte eine größere Detailtiefe der Antworten und insbesondere ein individuelles Verständnis der einzelnen Themen erhoben werden. Inhalte der Interviews waren u. a. allgemeines Wissen zu Tätigkeiten von VERBUND im Bereich Nachhaltigkeit mit Fokus auf Soziales und Ökologie sowie die Rolle von VERBUND bei der Erreichung der österreichischen Klimaziele. Die Ergebnisse der Befragung werden in der nachstehenden Grafik zusammengefasst. Diese stellt das aktuelle Leistungsniveau dem zukünftigen Handlungsbedarf von VERBUND aus Sicht der Stakeholder gegenüber. Je weiter außen ein Thema abgebildet ist, desto besser wird es bereits erfüllt bzw. desto wichtiger ist es für die Zukunft. Die Darstellung zeigt, dass alle Themen Potenziale für die Zukunft bieten. Insbesondere sollte der Fokus aus Sicht der Stakeholder auf die Themen erneuerbare Energien, Klimawandel, Innovation, Versorgungssicherheit, attraktiver Arbeitgeber sowie Compliance und Transparenz gelegt werden. 123 GRI 102-44 SDG 4 SDG 7 SDG 9 SDG 13 SDG 15 SDG 16 124 SDG 4 SDG 9 SDG 13 SDG 15 SDG 17 Konkret wünschen sich die Stakeholder verstärkte Investitionen in den Ausbau von neuen erneuerbaren Energieträgern (insbesondere Photovoltaik und Wind), innovative Kooperationsprojekte zur Entwicklung neuer Speichertechnologien (z. B. Wasserstoff) und dezentrale Stromversorgung inklusive digitaler Lösungen. Sie erwarten außerdem weiterhin die Sicherstellung der Versorgungssicherheit und dass VERBUND sich verstärkt dem gesellschaftlichen Engagement und der Bewusstseinsbildung zum Themenbereich Nachhaltigkeit widmet. Um fit für die Zukunft zu sein, soll sich VERBUND zudem noch weiter zu einem attraktiven, dynamischen und modernen Arbeitgeber entwickeln. Die Stakeholder sehen VERBUND als wichtigen Akteur im Kampf gegen den Klimawandel, der einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Das kann VERBUND vor allem durch seine Positionierung als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit und durch die ökologische und sichere Umsetzung von Dienstleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien. TCFD Zusätzlich zur umfassenden Stakeholder-Befragung wurden Experten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen (Geologie, Hydrologie, Raumplanung, Klimatologie) zu einer Fokusgruppe „Klimawelt Österreich 2050“ eingeladen. Die Experten diskutierten dabei über die physischen Klimawandelrisiken, die sich für die österreichische Energieinfrastruktur und insbesondere für VERBUND bis 2050 ergeben können. Konkret wurden von den Wissenschaftlern saisonale Schwankungen in der Wasserführung, Materialströme in Flüssen, alpine Risiken (z. B. durch Steinschlag und Muren) und Extremwetterereignisse als relevanteste physische Risiken identifiziert. GRI 102-47 GRI 103-1 GRI 103-2 Im Folgenden sind die wesentlichen Themen für VERBUND und die ihnen zugeordneten SDGs und GRI-Angaben dargestellt. Alle wesentlichen Themen sind innerhalb der Organisation relevant. NFI-BERICHT WESENTLICHES VERBUNDTHEMA/SDG 125 GRI-STANDARDS SECTOR SUPPLEMENTS ZUSÄTZLICHE ANGABEN Ökologie und Energie Abfälle und Abwasser (SDG 6) GRI 306: Abwasser und Abfall Biodiversität (SDG 15) GRI 304: Biodiversität Anzahl der Fischwanderhilfen Erneuerbare Energien (SDG 7, SDG 13) GRI 201: Wirtschaftliche Leistung Ausbau und Effizienzsteigerung der Wasser- und Windkraft sowie der PV Klimawandel (SDG 13) GRI 305: Emissionen Ressourcen- und Energieverbrauch (SDG 7, SDG 12) GRI 301: Materialien EU5 Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus Erneuerbaren Anteil der ISO-14001- bzw. EMAS-zertifizierten Anlagen, Umweltkosten GRI 302: Energie GRI 303: Wasser Ökonomie Informationssicherheit und Datenschutz GRI 418: Schutz der Kundendaten Innovation (SDG 7, SDG 9, SDG 11, SDG 17) Innovation, Forschung und Entwicklung EU-DMA, vormals EU8 Kundenbeziehungen (SDG 12) GRI 102: Einbindung von Stakeholdern EU3, EU27 Versorgungssicherheit (SDG 7, SDG 9, SDG 12) Wertsteigerung des Unternehmens (SDG 7, SDG 8) Anzahl der F&E-Projekte, jährlicher VERBUNDAufwand EU1, EU2, EU4, EU10, EU28, EU29, EU30 Risiko- und Krisenmanagement GRI 201: Wirtschaftliche Leistung EU10, EU11, Financial Governance GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen EU21 Soziales Arbeitssicherheit und Gesundheit (SDG 3) GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Attraktiver Arbeitgeber (SDG 4, SDG 8) GRI 102: Organisationsprofil GRI 201: Wirtschaftliche Leistung GRI 401: Beschäftigung GRI 402: ArbeitnehmerArbeitgeber-Verhältnis Diversität und Inklusion (SDG 5, SDG 10) GRI 405: Diversität und Chancengleichheit1 Akademikerquote, Mitarbeiterbefragung 126 Gesellschaftliches Engagement (SDG 1, SDG 4, SDG 11) GRI 203: Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen VERBUND-EmpowermentFund der Diakonie VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas VERBUND-Klimaschule, VERBUND-Stromschule Nachhaltige Lieferkette GRI 204: Beschaffungspraktiken (SDG 12) GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten EU18 Governance Compliance und Transparenz (SDG 16) GRI 205: Korruptionsbekämpfung GRI 415: Politische Einflussnahme GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten GRI 406: Diskriminierungsfreiheit GRI 307: Umwelt-Compliance GRI 419: Sozioökonomische Compliance Corporate Governance (SDG 16) GRI 102: Erklärung der höchsten Entscheidungsträger GRI 405: Diversität und Chancengleichheit Dialog mit Stakeholdern (SDG 12, SDG 17) GRI 413: Lokale Gemeinschaften GRI 102: Einbindung von Stakeholdern Internationales Committment (SDG 17) Menschenrechte (SDG 16) 1 Sustainable Development Goals, UN Global Compact GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten Interne Menschenrechtsrichtlinie, Verpflichtung zum UN Global Compact Bericht zu Informationen bzgl. Lohngleichheit nur im jeweiligen Jahr des Erscheinens des zweijährlichen Einkommensberichts Nachhaltige Themen und Projekte 2019 Corporate Responsibility Seit Mai 2019 sind die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt, Arbeitssicherheit, Gesundheit und Accessibility in der Abteilung Corporate Responsibility zusammengefasst. Damit kann die unternehmerische Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Gesellschaft und Umwelt gebündelt wahrgenommen werden. Zudem können zahlreiche Schnittmengen und Synergien im Bereich des Reportings, des Datenmanagements und der Audits genutzt werden. Die Neuorganisation spiegelt sich auch in den Gremien wider: Der Nachhaltigkeitsrat und der Umweltausschuss wurden im Corporate Responsibility Committee zusammengeführt und um die Themen strategische Arbeitssicherheit, Gesundheit und Accessibility erweitert. NFI-BERICHT 127 Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) Die Umsetzung der TCFD-Empfehlungen wurde auch im Jahr 2019 weiterentwickelt. Der Fokus lag dabei vor allem auf internen Prozessen und der Bündelung von klimarelevanten Themen in den unterschiedlichen Konzernbereichen. Erstmals gibt es in diesem Bericht einen TCFD-Index, der gemeinsam mit dem GRI-Inhaltsindex veröffentlicht wird. Impact-Bewertung plant im Jahr 2020 eine Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen des Unternehmens entlang seiner Wertschöpfungsstufen. Dafür wurde im Jahr 2019 ein Vorprojekt gestartet, bei dem die Systemgrenzen für das Projekt klar abgesteckt und erste mögliche Impacts identifiziert wurden. VERBUND Interne Bewusstseinsbildung Intern wurde der Fokus verstärkt auf die Bewusstseinsbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Nachhaltigkeitsthemen gelegt. Dafür wurde im ersten Halbjahr 2019 eine Umfrage durchgeführt, bei der die Interessen zu unterschiedlichen ökologischen, sozialen und gesundheitsrelevanten Themen abgefragt wurden. Das Ergebnis zeigt, dass die VERBUND-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders an den Themen Klimawandel, Konsum, Plastik, Ernährung, Gesundheit, Mobilität und an nachhaltigem Reisen interessiert sind. Diesem Interesse wurde in monatlichen Beiträgen mit Erklärungen und Tipps im Intranet entsprochen. Auswirkungen der Geschäftstätigkeit VERBUND bekennt sich zum Vorsorgeprinzip mit dem Ziel der Vermeidung oder Verringerung von möglichen Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen. Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von VERBUND sowie die Handhabung der damit verbundenen Risiken im Sinne des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes. Dabei wurden die wesentlichen VERBUND-Themen den folgenden fünf Kategorien zugeordnet: Umweltbelange, Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen werden vom Nachhaltigkeitsteam in regelmäßigen Abständen (mindestens jedes zweite Jahr) bewertet. Die Ergebnisse der Bewertung werden an das Corporate Responsibility Committee (vormals Nachhaltigkeitsrat und Umweltausschuss) berichtet. Detailliertere Informationen finden sich in den Kapiteln „Umwelt“, „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, „Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung“, „Menschenrechte“ bzw. „Lieferkette“. GRI 102-11 GRI 102-15 siehe auch Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ TCFD 128 Umweltbelange: Abfälle und Abwasser, Biodiversität, erneuerbare Energien, Klimawandel, Ressourcen- und Energieverbrauch Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Wesentliche Umweltauswirkungen im Normalbetrieb vor allem durch Beeinflussung von Lebensräumen durch Wasserkraftwerke in Hinblick auf Gewässermorphologie und Biodiversität sowie bei thermischen Kraftwerken durch Emissionen in die Luft. Wesentliche Risiken Im Normalbetrieb keine wesentlichen Risiken der Anlagen mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Umwelt; durch die rechtskonforme Betriebsführung der Anlagen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken so gering wie möglich gehalten. Handhabung der Risiken Zertifizierte Umweltmanagementsysteme; für Extremereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein Krisenmanagementteam. Sozialbelange: Versorgungssicherheit, Wertsteigerung des Unternehmens, Kundenbeziehungen, Innovation, Dialog mit Stakeholdern, gesellschaftliches Engagement, internationales Commitment Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Systemsicherheit im österreichischen Übertragungsnetz; direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert (Löhne und Gehälter, Steuern, Dividenden, Zinsen, Investitionen); sichere und leistbare Produkte und Dienstleistungen für Kunden; Berücksichtigung von Anliegen der Anspruchsgruppen; langfristiges gesellschaftliches Engagement im Sozial- und Bildungsbereich. Wesentliche Risiken Ausfall kritischer Infrastruktur; Risiken für Informationssicherheit, Cyber Security und Datenschutz. Handhabung der Risiken Konzernweite Organisationsstrukturen für Chancen- und Risikomanagement sowie Krisenmanagement; Umsetzung und Weiterentwicklung von konzernweiten Managementsystemen für Informationssicherheit und Datenschutz (ISMS/DSMS). Arbeitnehmerbelange: Arbeitssicherheit und Gesundheit, attraktiver Arbeitgeber, Diversität und Inklusion Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Leistungsorientiertes, produktives und unternehmerisches Handeln zur nachhaltigen Absicherung des Kerngeschäfts und Nutzung neuer Geschäftschancen mit dem Ziel der Erhaltung und idealerweise Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen. Wesentliche Risiken Durch ein umfassendes Personalmanagement und die laufende Weiterentwicklung der hohen Arbeitssicherheitsstandards sowie durch die Erarbeitung von sozial verträglichen Lösungen (im Fall von Stellenkürzungen) gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung können die Risiken gering gehalten werden. Handhabung der Risiken Konzernweite Managementsysteme für Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement; Einbindung der Arbeitnehmervertretung; Personalentwicklung; Diversitätsstrategie und -konzept; Demografie- und Wissensmanagement; Employer Branding. Achtung der Menschenrechte: Menschenrechte, nachhaltige Lieferkette, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Diversität und Inklusion Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Als Unterzeichner des UN Global Compact übt VERBUND einen positiven Einfluss auf die Geschäftspartner im In- und Ausland aus. Wesentliche Risiken Die Aspekte „Gleichbehandlung“ und „Vereinigungsfreiheit“ wurden als Menschenrechtsthemen im direkten Einflussbereich identifiziert, wobei hier keine wesentlichen Risiken bestehen. Durch Beratungstätigkeiten in Schwellenländern besteht das Risiko von Menschenrechtsverletzungen durch Dritte. Risiken in der vorgelagerten Lieferkette können nicht gänzlich ausgeschlossen werden, weshalb in der Beschaffung mit gebührender Sorgfalt vorzugehen ist. Handhabung der Verhaltenskodex gibt Gleichbehandlung vor; Sanktionen für Verstöße gegen den Verhaltenskodex sind vorgesehen; Diversity Management fördert die Gleichbehandlung NFI-BERICHT 129 Risiken aller Menschen; Schulungen bezüglich der Unternehmenswerte werden durchgeführt; Hotspot-Analyse der Lieferkette; regelmäßige Evaluierung der Konzernrichtlinien, Konzernrichtlinie für Menschenrechte und Arbeitsanweisungen für den Bereich Beschaffung, Geschäftspartner-Integritätsprüfung vor der Zusammenarbeit bei Projekten. Bekämpfung von Korruption und Bestechung: Compliance und Transparenz, Corporate Governance Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Die Anwendung fairer Geschäftspraktiken hat positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wesentliche Risiken In der jährlich durchgeführten konzernweiten Compliance-Risikoerhebung werden wesentliche Korruptionsrisiken erhoben. Handhabung der Risiken Konzernweites Managementsystem für Compliance und unternehmensweites Chancen- und Risikomanagement, Durchführung von GeschäftspartnerIntegritätsprüfungen, Compliance-Schulungen. Medienanalyse Die wichtigsten in den Medien behandelten VERBUND-Themen ergänzen die Inhalte der Berichterstattung. Die Relevanz der einzelnen Themen wird anhand der Anzahl der Beiträge zum jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkt gemessen und ergab für 2019 nachstehendes Bild: • Klimawandel und Umweltschutz waren die treibenden Themen in der Berichterstattung im gesamten Jahr 2019. Der Ausbau der Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energieträgern, Effizienzsteigerungen bei bestehenden Kraftwerken, z. B. Ybbs-Persenbeug, das große Zukunftspotenzial von grünem Wasserstoff sowie der Schwerpunkt CO2-Bepreisung waren dabei dominierend. • Ein weiterer Schwerpunkt in der Berichterstattung war die Eingliederung von VERBUND in die neue Staatsholding ÖBAG. In der Folge wurde im Rahmen der Hauptversammlung 2019 der VERBUNDAufsichtsrat neu bestellt. • Positiv berichtet wurde über das Konzernergebnis, die Entwicklung des Aktienkurses und über Auszeichnungen, z. B. für Green Finance. • In der H2FUTURE-Pilotanlage wurde zum Jahresende 2019 der erste grüne Wasserstoff produziert. Weitere Berichterstattung gab es zu den Themen: • Debatte um die 380-kV-Leitung in Salzburg • Ökologisierungsmaßnahmen wie Fischwanderhilfen an VERBUND-Kraftwerken • Gemeinsame Klage mehrerer Unternehmen gegen die Strompreiszonentrennung • Erhöhung der Strom- und Gastarife • Ausstellungen der SAMMLUNG VERBUND zur feministischen Avantgarde • Extreme Wetterlage in Kärnten im Herbst 2019 und Präventivmaßnahmen von VERBUND Festlegung der Berichtsinhalte Aus den mithilfe relevanter Stakeholder-Gruppen definierten wesentlichen Themen mit Nachhaltigkeitsbezug, ergänzt um die in der Öffentlichkeit über die Medien diskutierten Themen, stellt VERBUND jährlich die zu berichtenden nichtfinanziellen Inhalte im Integrierten Geschäftsbericht zusammen. Die Vollständigkeit der Themenauswahl überprüft VERBUND zusätzlich anhand der vom NaDiVeG und den GRI-Standards vorgegebenen Belange bzw. Standardangaben. GRI 102-46 130 Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung GRI 102-43 GRI 102-44 Grundlegendes zum Stakeholder Management siehe DMA Die Basis für den Unternehmenserfolg von VERBUND bilden die guten Beziehungen zu seinen Kunden, Mitarbeitern, Anrainern, Geschäftspartnern und Eigentümern sowie zu politischen Stakeholdern, Behörden, Interessenvertretungen und NGOs. VERBUND bemüht sich um einen regelmäßigen Dialog mit einer möglichst großen Zahl von Anspruchsgruppen. Dabei informiert VERBUND auf verschiedenen Wegen über energie- und klimapolitische Entwicklungen, sucht den Diskurs über aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Energiewirtschaft und bietet konstruktive Lösungsvorschläge an. Unternehmerische Entscheidungen können umso leichter zu guten Ergebnissen führen, je besser die Bedürfnisse und Erwartungen interner und externer Interessengruppen erkannt und verstanden werden. Details dazu siehe DMA, Kapitel „Unterstützung externer Initiativen“ VERBUND bringt zudem Know-how in gesamtgesellschaftlich wichtige Prozesse ein. So wirkte VERBUND im Jahr 2019 u. a. an den Debatten zur Vorbereitung für das Erneuerbaren-Ausbau-Paket und in den Arbeitsgruppen zur Entwicklung einer österreichischen Wasserstoffstrategie mit. Die Planung und Steuerung der Beziehungen zu den VERBUND-Interessengruppen erfolgen zentral in der Holding. Die operative Umsetzung der Maßnahmen findet je nach Interessengruppe in den VERBUND-Fachbereichen und in den VERBUND-Tochtergesellschaften statt. GRI 102-43 GRI 103-2 GRI 103-3 Besonders sensibel sind Infrastrukturprojekte, die die Lebensräume von Menschen direkt berühren. Um die Qualität der Kommunikation bei diesen Projekten sicherzustellen, sind die VERBUND-Prinzipien in einer Unternehmensrichtlinie festgehalten. Diese Richtlinie ist bei allen öffentlichkeitswirksamen Investitions- und Bauvorhaben bzw. Projekten, die von VERBUND in Österreich oder im Ausland umgesetzt werden, sowie bei Gemeinschaftsprojekten einzuhalten. Dabei stellen die frühzeitige und ausführliche Information der Betroffenen sowie die Einladung zu einem offenen Dialog die zentralen Elemente dieser Richtlinie dar. VERBUND legt großen Wert darauf, dass die Betroffenen rechtzeitig und in allen Phasen des Projekts (Planungsphase, Umweltverträglichkeitsprüfung, Bauphase) informiert werden. So wird für jedes Projekt ein Kommunikationsfahrplan festgelegt, der von der Identifizierung der Betroffenen über den Zeitplan, die Verantwortlichkeiten bis zum Budget alle Aktivitäten hinsichtlich der Kommunikationsmaßnahmen enthält. Auch große Lieferanten und Generalunternehmer des Projekts werden in die Projektkommunikation eingebunden. Die Kontaktperson am Standort eines Projekts für Auskünfte aller Art – von Besichtigungswünschen über Vorschläge bis zu Beschwerden – ist entweder der regional zuständige Kommunikationsmanager oder der zuständige Projektleiter, dessen Kontaktdaten in allen Medien genannt werden. NFI-BERICHT 131 Ausgewählte Stakeholder-Aktivitäten im Jahr 2019 Im Rahmen des Stakeholder-Formats „One day at VERBUND“ besuchte Abg.z.NR Mag. Muna Duzdar, Bereichssprecherin für Energie der SPÖ-Parlamentsfraktion, den VERBUND-Hauptsitz Am Hof in Wien. Dabei gab es einen Gedankenaustausch zu aktuellen energiepolitischen und wasserkraftrelevanten Themen. GRI 413-1 Die bereits etablierten VERBUND-Stakeholder-Formate wurden auch 2019 erfolgreich durchgeführt. Dazu zählten beispielsweise das VERBUND-Energie-Frühstück, der Energie-Club München, der WasserkraftDialog, der Dialog mit Umweltorganisationen, die EU-Energieforen sowie der VERBUND-Tag in Brüssel. 2019 fand wieder die Konferenz Energy2050 in Fuschl (Salzburg) mit 250 Vertretern aus Wissenschaft, Energiewirtschaft, Industrie und Medien statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Thematik der Sektorkopplung und deren Potenzial für das Gelingen der Energiewende. VERBUND ist ein starker Partner, um mit vielen innovativen Projekten das Energiesystem der Zukunft zu gestalten. VERBUND steht zudem im laufenden Austausch mit betroffenen Anspruchsgruppen an seinen Standorten. Im gesamten Dialogprozess waren formaljuristische Standpunkte in den vergangenen Jahren bewusst in den Hintergrund gerückt worden. Im Fokus stand die Erarbeitung von Lösungen zur Verbesserung der Situation. Der konstruktive Dialog kam auch in gemeinsamen Pressegesprächen sowie in mehreren Bürgerinformationsveranstaltungen zum Ausdruck. Beim Umbauprojekt „Töging Neu“ am bayerischen Inn wurden Baustellenbesuche und Sprechstunden mit begleitender Medienarbeit durchgeführt. Anlässlich des Spatenstichs zur Fischwanderhilfe beim Donaukraftwerk Abwinden-Asten (Oberösterreich) nahmen 400 Personen am Nachbarschaftstreffen teil. Bei Tagen der offenen Tür in den Kraftwerken Fisching an der Mur und Töging am Inn konnte VERBUND 2019 in Summe 4.500 Besucher begrüßen. Interessenvertretung setzte sich auch 2019 intensiv mit den regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf EUEbene als auch in Österreich und Deutschland auseinander. Inhaltlich standen 2019 die folgenden Themen im Vordergrund: die Vorbereitung für das Erneuerbaren-Ausbau-Paket (das nun für 2020 erwartet wird), die Vorbereitungsarbeiten für eine österreichische Wasserstoffstrategie, die Aktivitäten im Bereich Green Finance, die Novelle des Ökostromgesetzes sowie die Befassung mit dem nationalen Energie- und Klimaplan des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Im Hinblick auf die vorgezogenen Neuwahlen im September 2019 erarbeitete VERBUND ein Positionspapier zu den notwendigen energie- und klimapolitischen Schwerpunkten für die Legislaturperiode 2019 bis 2024. Weitere Informationen zu der Interessenvertretung, den Mitgliedschaften und der Unterstützung von externen Initiativen durch VERBUND sind im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) zu finden. VERBUND VERBUND-Positionen zu wichtigen Themen siehe unter www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Interessenvertretung 132 Gesellschaftliche Verantwortung GRI 203-1 SDG 1 SDG 4 SDG 17 übernimmt Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft, die sauber erzeugten und verlässlich verfügbaren Strom auch als Faktor der Lebensqualität wahrnimmt. In seiner gesellschaftlichen Mitverantwortung unterstützt VERBUND darüber hinaus mehrere karitative Organisationen und stärkt das Bewusstsein von Kindern für den sorgsamen Umgang mit Energie. VERBUND Caritas und Diakonie Mehr zu den VERBUNDInitiativen mit Caritas und Diakonie unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Soziales > Corporate Citizenship GRI 203-1 SDG 11 Energiearmut und ihre negativen Folgen treten dort am ehesten auf, wo Einkommen sehr niedrig und Wohnverhältnisse schlecht sind. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas hilft rasch, unbürokratisch und vor allem dauerhaft durch finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, professionelle Energieberatung vor Ort und gratis Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2009 profitierten insgesamt 4.500 Haushalte mit insgesamt 11.500 in den Haushalten lebenden Personen vom Angebot des VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas. Anlässlich des Zehn-Jahr-Jubiläums der Kooperation luden Caritas und VERBUND zu einer gemeinsamen Veranstaltung ins Donaukraftwerk Freudenau. Kennzahlen VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas Einheit Überbrückungsfinanzierung 2017 2018 2019 Anzahl 350 306 345 € 50.600 44.200 55.500 Energieberatungen Anzahl 305 405 515 Ausgetauschte Geräte Anzahl 203 276 149 Im Jahr 2019 wurden aus dem VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie 105 Menschen mit Behinderung bei der Anschaffung von assistierenden Technologien direkt unterstützt. Dafür wendete der Soforthilfefonds 60.041 € auf. Es wurden Kommunikationsgeräte für nicht sprechende Menschen mit unterschiedlichsten Ansteuerungsmöglichkeiten sowie barrierefreie Lern- und Trainingsprogramme zur Verfügung gestellt, um Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen erlernen zu können. Der Zugang zum Computer und zum Internet wird durch spezielle Tastaturen sowie Mausersatzgeräte ermöglicht. Kennzahlen VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie Einzelförderungen Beratungen Einheit 2017 2018 2019 Personen 100 102 105 Anzahl 700 744 731 VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern VERBUND-Klimaschule im DMA und im Web: https://klima.schule/ GRI 203-1 Das Bildungsangebot von VERBUND und dem Nationalpark Hohe Tauern, das von der UNESCO als UN-Dekadenprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde, besteht seit 2010. Seit Beginn der Partnerschaft haben mehr als 24.000 Schüler vom Angebot, bei dem speziell ausgebildete Ranger des Nationalparks Projektunterricht in den Schulklassen gestalten, profitiert. Das erklärte Ziel NFI-BERICHT 133 ist, Kompetenzen für ein bewusstes Leben vermitteln und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf das Klima einschätzen können. Das Angebot des Projektunterrichts durch Ranger wird vorrangig in den Nationalpark-Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol angeboten. Seit 2018 steht das Bildungsangebot darüber hinaus auch online unter www.klima.schule zur Verfügung. Primäre Zielgruppe des ersten Onlineangebots für die Vermittlung von Klimaschutzkompetenz sind Lehrer. Daher wurde bereits in der Entwicklung größter Wert auf eine möglichst einfache Integration in den Unterricht gelegt. Die VERBUND-Stromschule macht Lust auf Technik unterstützt Lehrkräfte in der Gestaltung eines spannenden und interaktiven Physikunterrichts durch ein vielfältiges Angebot von Physik-Lernunterlagen, gekoppelt mit Kraftwerksführungen. VERBUND fördert Führungen für Schüler im Rahmen von Unterrichtsveranstaltungen ebenso finanziell. Im Bereich der Speicherkraftwerke nutzten – wie im Jahr 2018 – mehr als 2.000 Schüler das Angebot für Schulführungen. In Zusammenarbeit mit der Tageszeitung „Die Presse“ fördert VERBUND eine Lehrredaktion für Schüler, an der sich 2019 insgesamt 24 Schulklassen beteiligten. VERBUND SAMMLUNG VERBUND Die SAMMLUNG VERBUND fokussiert auf die beiden Schwerpunkte „Feministische Avantgarde der 1970erJahre“ und „Wahrnehmung von Räumen und Orten“, die von der Sammlungsdirektorin Gabriele Schor aufgebaut wurden. Im Jahr 2019 konnten diese beiden gesellschaftlich relevanten Themen einmal mehr in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden. Die SAMMLUNG VERBUND gilt als ein Kompetenzzentrum für wissenschaftliche Arbeit u. a. für die feministische Kunst in den 1970er-Jahren. Sie brachte zahlreiche Monografien hervor – beispielsweise zu Renate Bertlmann. Das Engagement der Sammlung wurde nicht zuletzt deswegen ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt, weil Bertlmann als erste Künstlerin den österreichischen Pavillon auf der 58. Biennale in Venedig bespielte. In der Vertikalen Galerie, dem Stiegenhaus des Hauptgebäudes von VERBUND Am Hof in Wien, wurden bis Mai 2019 die Kunstwerke der international renommierten amerikanischen Künstlerin Louise Lawler in der Ausstellung „She is here“ präsentiert. Die Ausstellung wurde von mehr als 1.500 externen Personen besucht. Aber auch VERBUND-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten die Werke an mehreren Terminen in der Woche im Rahmen von Kunstgesprächen kennenlernen. Seit 2010 lässt die SAMMLUNG VERBUND ihre erfolgreiche Ausstellung „Feministische Avantgarde der 1970er-Jahre“ touren – zuletzt im Juni 2019 im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona mit 300 Kunstwerken von 73 Künstlerinnen. Die Ausstellung führt vor Augen, dass die feministischen Themen der 1970er-Jahre auch heute noch von großer gesellschaftlicher Relevanz sind. Dies zeigen auch die Besucherzahlen. Allein im Zeitraum von Juni 2019 bis Jänner 2020 wurden 70.000 Besucher gezählt. Nach Barcelona übersiedelt die Ausstellung im Juni 2020 erstmals nach Amerika in das International Center of Photography in New York. VERBUND-Stromschule auf der VERBUNDWebsite und im DMA GRI 203-1 134 Compliance Compliance-Management-System, Verhaltenskodex GRI 103-1 GRI 103-2 Der VERBUNDVerhaltenskodex ist unter www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Unternehmensleitbild abrufbar Weitere Informationen zum ComplianceManagement-System finden sich im DMA Als Ausdruck seiner Unternehmensethik hat sich VERBUND zum Ziel gesetzt, faire und transparente sowie nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Aus diesem Grund wurde bereits vor einigen Jahren ein unternehmensweites Compliance-Management-System (CMS) eingerichtet. Dieses basiert auf dem Verhaltenskodex von VERBUND und soll dazu beitragen, diesen umzusetzen und Vorschriften einzuhalten. Compliance-Richtlinien präzisieren den Verhaltenskodex. Sie sehen zudem eine ComplianceOrganisation für den gesamten VERBUND-Konzern vor. Diese Organisation besteht aus einem unternehmensweiten Compliance-Team mit einem hauptamtlichen Chief Compliance Officer an der Spitze. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig schriftliche Compliance-Berichte. Bei Bedarf kommt es auch zu mündlichen Ad-hoc-Berichten. An der Weiterentwicklung des CMS wurde im Geschäftsjahr 2019 aktiv gearbeitet. Dieser Prozess der Weiterentwicklung wurde insbesondere durch verstärkte Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. standardisierte Compliance-Gespräche sowie durch einen ständigen Erfahrungsaustausch und externe Beratungen unterstützt. Compliance-Risikoerhebung GRI 205-1 SDG 16 Wie in den Vorjahren wurde auch im Jahr 2019 eine konzernweite systematische ComplianceRisikoerhebung durchgeführt. Als Risikoeigner waren alle Bereiche der Holding sowie die wesentlichen konsolidierten Tochtergesellschaften eingebunden. Sie bewerteten die Compliance-Risikofelder qualitativ nach den Kriterien Wesentlichkeit, Eintrittswahrscheinlichkeit und Reifegrad der bestehenden Maßnahmen anhand eines aktualisierten standardisierten Fragebogens. Im Anschluss an die Auswertung der Ergebnisse dieser Risikoanalysen wurde unter Anwendung eines risikoorientierten Ansatzes eine Gesamtbetrachtung vorgenommen. Diese bildete die Grundlage für die Definition jener Risikofelder, für die schwerpunktmäßig konkrete, zielgerichtete Compliance-Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. So sollen potenzielle Schäden für das Unternehmen vermieden werden. Die Ergebnisse der Compliance-Risikoerhebung flossen in das Konzernrisikomanagement ein. Ein jährliches Update der Risikoerhebungen in den Folgejahren ist vorgesehen. Im Zuge dieses Prozesses wurden im Jahr 2019 insbesondere auch die Korruptionsrisiken in allen Teilen des Unternehmens geprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse zeigten keine erheblichen Korruptionsrisiken für VERBUND. Schulung, Beratung und Information GRI 102-17 GRI 205-2 Im Vordergrund des CMS von VERBUND stehen präventive Maßnahmen. In diesem Sinn bildeten auch im Jahr 2019 Schulungen und Vorträge, zahlreiche individuelle Beratungen sowie Auskünfte zu konkreten Fragen wichtige Schwerpunkte der Compliance-Arbeit von VERBUND. Zu allen der mehr als 500 Anfragen erteilten der Chief Compliance Officer und die Compliance-Beauftragten der Konzerngesellschaften persönlich, telefonisch oder per E-Mail Auskunft über das korrekte Verhalten. Häufigste Themen dabei waren: Einladungen, Teilnahmen an Veranstaltungen, Geschenke und andere Zuwendungen sowie die Behandlung vertraulicher Informationen und die Handhabung möglicher Interessenkonflikte. NFI-BERICHT 135 Daran zeigte sich, wie sensibel Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Compliance-Themen bei VERBUND umgehen. Um die Sicherheit im Umgang mit diesen Themen weiter zu stärken, wurden die ComplianceRegelungen in einem gezielten Schulungsprogramm im gesamten Konzern behandelt. Der Chief Compliance Officer hielt im Berichtsjahr 17 Präsenzschulungen ab. Allgemeine ComplianceSchulungen fanden für den Vorstand sowie für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und neue Führungskräfte, aber auch für den Beschaffungsbereich und für einzelne Beteiligungsgesellschaften statt. Daneben gab es eine Reihe von speziellen Schulungen zum Thema Wettbewerbs- und Kartellrecht und zu behördlichen Nachprüfungen für die vorrangig betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich hielten die Compliance-Beauftragten in den Tochtergesellschaften 24 Präsenzschulungen ab. Eine wesentliche Säule des Schulungsprogramms im Jahr 2019 bildete zudem das E-LearningProgramm im Intranet. Im Berichtsjahr wurde ein neuer E-Learning-Kurs zum Thema FinanzmarktCompliance erstellt, sodass das überarbeitete E-Learning-Programm nunmehr drei Compliance-Kurse samt Befragungen enthält (Compliance-Grundlagen, Antikorruption und Finanzmarkt-Compliance). Alle Führungskräfte des Konzerns sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holding und aus besonders betroffenen Bereichen (z. B. dem Key Account Management, dem Handel und dem Einkauf) sind verpflichtet, jährlich die entsprechenden Onlinebefragungen zu absolvieren. VERBUND informiert nicht nur intern sämtliche Organe und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, sondern über seine Website auch alle externen Stakeholder. An Lieferanten werden zusätzlich Compliance- und Antikorruptionsthemen über die elektronische Lieferantenplattform ASTRAS sowie in den Allgemeinen Bestellbedingungen kommuniziert. Im Berichtsjahr wurde zudem ein eigener Supplier Code of Conduct ausgearbeitet. Geschäftspartner-Integritätsprüfungen Mit der konzernweiten Implementierung von standardisierten Geschäftspartner-Integritätsprüfungen werden bei VERBUND Integritätsrisiken aktiv gesteuert. Neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen steht dabei die Sicherstellung der Unternehmensreputation im Vordergrund. Bei den Integritätsprüfungen werden geeignete Informationen systematisch und effektiv gesammelt. Die Analyseergebnisse unterstützen die umfassendere Beurteilung von Geschäftspartnern. Der Prozess und die Inhalte der Geschäftspartner-Integritätsprüfungen wurden im Jahr 2019 weiterentwickelt, das zugrunde liegende Reglement wurde überarbeitet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr mussten keine Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption beendet werden. GRI 205-3 Korruptionsprävention, Compliance-Vorfälle Die Vermeidung von Compliance-Vorfällen ist das Ziel von VERBUND. Daher spielt die Korruptionsprävention eine wesentliche Rolle im VERBUND-CMS. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr gab es eine umfangreiche interne Kommunikation und eine Reihe von Schulungsmaßnahmen zum Thema Korruptionsprävention. Insgesamt wurden im Berichtsjahr rund 1.620 Personen (das sind rund 57 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND inkl. Führungskräften) zum Thema Antikorruption geschult. Von den Führungskräften absolvierten 69 Personen (das sind 96 %) die Schulungen. Für den Aufsichtsrat fand neben der Berichterstattung über die Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung im Jahr 2019 keine zusätzliche Schulung statt. GRI 205-2 136 GRI 202-17 GRI 205-3 GRI 406-1 GRI 415-1 GRI 102-25 SDG 16 Bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie achtet der Chief Compliance Officer insbesondere auf die genaue Einhaltung der Regelungen zur Annahme und Gewährung von Zuwendungen, Geschenken und Einladungen. Er überprüft, ob die vorgeschriebenen Wertgrenzen und Genehmigungsvorbehalte eingehalten und die verpflichtenden Dokumentationen geführt werden. Dabei wird er von den Beauftragten in den Konzerngesellschaften unterstützt. Im Berichtsjahr gab der Chief Compliance Officer in mehr als 100 Fällen die Annahme oder Gewährung von Einladungen und die Teilnahme an Veranstaltungen frei und lehnte diese in acht Fällen ab. Im Jahr 2019 gab es im Konzern zwei Verdachtsfälle von Korruption, die jeweils umgehend untersucht wurden. In einem Fall wurde als Folge das Beschäftigungsverhältnis mit einem Mitarbeiter aufgelöst, im zweiten Fall wurde Anzeige gegen eine externe Person erstattet. Klagen gegen das Unternehmen oder seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab es im Berichtsjahr nicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden weiters zwei Verdachtsfälle von Diskriminierung an die Diversity und Inclusion Managerin gemeldet. In beiden Fällen wurden die Sachverhalte geprüft und festgestellt, dass keine Diskriminierung vorlag. Trotzdem wurden in Gesprächen mit den Betroffenen bzw. Beteiligten Lösungen erarbeitet. VERBUND ist offen für den Dialog mit allen politischen Parteien und deren Organisationen. Dieser Grundsatz umfasst jedoch keine Unterstützung von politischen Parteien und Abgeordneten oder von Kandidaten im Wahlkampf. VERBUND leistet keine finanziellen Zuwendungen an politische Parteien, politische Vorfeldorganisationen oder politische Funktionsträger. Auf diese Grundsätze wurde insbesondere auch bei den im Geschäftsjahr 2019 abgehaltenen bundesweiten Wahlen geachtet. Finanzmarkt-Compliance, Marktmissbrauchsrecht Zur Erfüllung des EU-Marktmissbrauchs- und Insiderrechts sowie der österreichischen Bestimmungen wie insbesondere des Aktien- und Börsenrechts verfügt VERBUND seit vielen Jahren über ein umfangreiches Regelwerk und eine interne Organisation. Damit soll die missbräuchliche Verwendung von Insiderinformationen verhindert werden. Die neuen Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden in 2019 über die Inhalte und Anforderungen der Finanzmarkt-Compliance informiert und dabei besonders auf die Vorschriften betreffend Eigengeschäfte von Führungskräften hingewiesen. Legal Compliance GRI 417-3 GRI 206-1 GRI 416-2 GRI 417-2 GRI 419-1 Nach einer Klage eines Mitbewerbers aufgrund behaupteter irreführender Werbemaßnahmen in Bezug auf eine Preisvergleichswerbung und die Werbung mit „Gratis-Strom und -Gas“ im Dezember 2018 war ein Verfahren vor dem Handelsgericht Wien eingeleitet worden, das am 26. März 2019 durch Abschluss eines Vergleichs beendet wurde. Hinsichtlich folgender Angaben auf Basis des Standards der Global Reporting Initiative gab es im Berichtsjahr 2019 weder Verfahren noch Verstöße oder Beschwerden gegenüber VERBUND: GRI 206-1 (Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung), GRI 416-2 (Verstöße im Zusammenhang mit Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen), GRI 417-2 (Verstöße gegen Vorschriften zur Kennzeichnungspflicht) und GRI 419-1 (Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich). NFI-BERICHT Informationen über die Aufarbeitung der Hochwässer an den Flüssen Donau und Drau in den Jahren 2012 und 2013 und über diesbezügliche Verfahren finden sich im Kapitel „Erneuerbare Erzeugung“. Informationen zu GRI 307-1 (Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen) finden sich im Kapitel „Umwelt“. 137 GRI-307-1 Datenschutz Die Umsetzung der in der Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) enthaltenen Bestimmungen wird bei VERBUND sehr ernst genommen. Daher war der Datenschutz auch 2019 zentrales Thema im gesamten Unternehmen. Intern wurde ein integriertes Informationssicherheits- und Datenschutzmanagementsystem eingerichtet, in das alle Konzerngesellschaften einbezogen waren. Der Konzern-Datenschutzbeauftragte plant, steuert und koordiniert sämtliche Datenschutzbelange des Unternehmens und wird dabei durch die Datenschutzbeauftragten in den einzelnen Gesellschaften unterstützt. Es wurde zudem ein konzernweites Verarbeitungsverzeichnis entwickelt, das von allen Datenschutzbeauftragten mit den unterschiedlichsten Verarbeitungen befüllt und aktuell gehalten wird. Durch weitere EDV-technische Werkzeuge hat der Konzern-Datenschutzbeauftragte einen Überblick über alle Vorgänge, Meldungen und Beschwerden im Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden 42 Anfragen Betroffener bearbeitet und beantwortet. Es gab zwei begründete Fälle einer geringfügigen Verletzung des Datenschutzes, die jeweils eine Person betrafen. Beide Fälle wurden an die Behörde gemeldet. Darüber hinaus gab es keine Fälle von Datenlecks, Datendiebstahl oder Datenverlusten im Zusammenhang mit Kundendaten. Ein konzernweites Schulungsprogramm ermöglicht es, das Bewusstsein bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schärfen. So wurden von Februar 2018 bis März 2019 rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Konzern-Datenschutzbeauftragten in den Grundlagen des Datenschutzes geschult. Die Fortsetzungsschulung wurde bis Ende 2019 von rund 400 Personen besucht. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht darüber hinaus ein E-Training im Intranet zur Verfügung. GRI 418-1 Umwelt verpflichtet sich in allen seinen Tätigkeitsbereichen zu einem verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Mit dem VERBUND-Umweltleitbild und einer konzernweit gültigen Regelung zum Umweltmanagement wird sichergestellt, dass die Anforderungen von internen und externen Stakeholdern an ein professionelles Umweltmanagement berücksichtigt werden. Die Executive Order „Umwelt“ und weitere Umweltregelungen definieren den Rahmen für die systematische Planung, Durchführung, Bewertung und Berichterstattung der Umweltleistungen von VERBUND. Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und unternehmenseigener Standards wird durch die im Umweltmanagement vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten sichergestellt. Dazu wurden ein Entscheidungsgremium auf oberster Managementebene und ein Arbeitsteam mit internen Umweltexperten eingerichtet. Internationale Standards wie die GRI-Standards und das Greenhouse Gas Protocol bilden die Basis für die konzernweite Erhebung und Berichterstattung der VERBUND-Umweltdaten. Detailinformationen zu den VERBUND GRI 103-2 Weitere Informationen zum Managementansatz siehe DMA und unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt SDG 16 138 dabei verwendeten Standards und Faktoren können bei haltigkeitsbereich angefordert werden. VERBUND im Investor-Relations- und im Nach- Umweltauswirkungen GRI 103-1 GRI 103-3 Siehe auch DMA, Kapitel „Krisenmanagement“ Sowohl die positiven als auch die nachteiligen Umweltauswirkungen des VERBUND-Erzeugungsportfolios sind zentrales Thema der VERBUND-Umweltmanagementsysteme. Die wesentlichen nachteiligen Umweltauswirkungen von VERBUND liegen im Normalbetrieb vor allem in zwei Bereichen: in der Beeinflussung von Lebensräumen durch die Wasserkraftwerke in Hinblick auf die Gewässermorphologie und die Biodiversität sowie bei den thermischen Kraftwerken durch Emissionen in die Luft. Dabei gehen von den VERBUND-Anlagen keine wesentlichen Risiken mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Umwelt aus. Durch die rechtskonforme Betriebsführung der Anlagen hält VERBUND die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken zusätzlich so gering wie möglich. Für Extremereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein Krisenmanagementteam bei VERBUND. Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen GRI 103-2 Alle ISO-14001Zertifikate und Umwelterklärungen unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt > Umweltzertifizierungen lässt bei Erzeugungs- und Netzanlagen sowie großen Verwaltungsstandorten Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 von externen Auditoren prüfen und zertifizieren. Die thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach werden zusätzlich nach der EMAS-Verordnung validiert. Für diese Anlagen wird jährlich eine eigene Umwelterklärung auf der VERBUND-Webseite veröffentlicht. Neue Anlagen werden nach Inbetriebnahme möglichst rasch in das Umweltmanagementsystem eingebunden und beim darauffolgenden Audit in den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen. VERBUND Standorte mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS Anteil zertifizierte Standorte 1 Summe der zertifizierten Standorte 1 Einheit 2017 2018 2019 % 100 100 100 Anzahl 198 198 198 Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit <51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12. des Jahres Erzeugung und Energieeinsatz GRI 302-1 GRI 302-3 Weitere Informationen zur Erzeugung siehe Kapitel „Erneuerbare Erzeugung“ und „Alle sonstigen Segmente“, zum Energieeinsatz siehe DMA und NFI-Download SDG 12 Die Erzeugung von Strom bei VERBUND stammte 2019 zu 95 % aus Wasser- und Windkraft und zu 5 % aus thermischer Erzeugung. Der gesamte Energieverbrauch innerhalb von VERBUND blieb im Jahr 2019 trotz gestiegener Gesamterzeugungsmenge mit 24,2 Mio. Gigajoule (GJ) im Vergleich zu 2018 auf etwa gleichem Niveau. Brenn- und Treibstoffe hatten einen Anteil von 59 % am Gesamtenergieeinsatz und lagen damit bei 14,3 Mio. GJ. Für die thermische Erzeugung wurden vorwiegend die fossilen Energieträger Steinkohle und Erdgas sowie in geringem Ausmaß der erneuerbare Brennstoff Klärschlamm eingesetzt, um sowohl Strom zur Netzstützung im Rahmen des Engpassmanagements als auch Fernwärme zu erzeugen. Der Einsatz von Steinkohle im Fernheizkraftwerk Mellach verringerte sich 2019 um 7 % auf rund 7,3 Mio. GJ (2018: 7,9 Mio. GJ) und wird bis 2021 auf null reduziert. Weiters wurden 6,9 Mio. GJ Energie aus Erdgas und damit um 9 % mehr als 2018 eingesetzt (2018: 6,3 Mio. GJ). Die für den Fuhrpark und Geräte NFI-BERICHT 139 eingesetzte Menge an Treibstoffen entsprach mit 0,7 Mio. GJ etwa 0,5 % der insgesamt eingesetzten Energie aus Brenn- und Treibstoffen. Der Strombezug von VERBUND umfasst den Netzbezug für Verwaltung, Kraftwerke, Pumpen und Netzanlagen. Im Jahr 2019 betrug der Anteil des Strombezugs 41 % des Gesamtenergieeinsatzes. Vorwiegend für den Pump- und Wälzbetrieb und zum Ausgleich der Netzverluste wurde mit rund 10 Mio. GJ Strom in etwa die gleiche Menge wie im Geschäftsjahr 2018 aus dem Netz bezogen. Mehr als 70 % dieser Strommenge stammten aus erneuerbarer Erzeugung. Bei konzernweiten Energieaudits wurden 2019 die relevanten Energieeinsparpotenziale bei VERBUND erhoben. Dabei wurden Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz im Bereich der Umwandlung von Energie in Kraftwerken und in der Stromübertragung identifiziert. Für ausgewählte Projekte wurde in Summe ein Potenzial von etwa 170 Gigawattstunden pro Jahr berechnet. Die Kennzahl zur Energieintensität, die das Verhältnis von Energieeinsatz innerhalb des Unternehmens zur erzeugten Menge Strom und Fernwärme darstellt, verbesserte sich 2019 auf 0,20 (2018: 0,21). Es ist das Ziel von VERBUND, die Energieintensität im Jahr 2021 um 25 % verglichen mit 2015 zu verringern. Dies wird vor allem durch den Ausstieg aus der Erzeugung aus Steinkohle und durch die geplante Steigerung der erneuerbaren Erzeugung erreichbar. Materialeinsatz An Materialien kommen bei VERBUND Hilfs- und Betriebsstoffe für die Rauchgas- und Abwasserreinigung und die Energieerzeugung in den Kraftwerken sowie in den Netzanlagen zum Einsatz. Diese sind zu einem großen Teil aus nicht erneuerbaren Materialien hergestellt. Ein geringer Teil, vorwiegend Kopierpapier in der Verwaltung, stammt aus erneuerbaren Materialien. Der gesamte Materialbedarf sank 2019 um 7 %. Dieser Rückgang ist zum größten Teil auf den geringeren Einsatz an Hilfs- und Betriebsstoffen im Fernheizkraftwerk Mellach in 2019 zurückzuführen. Seit 2015 wurden die benötigten Mengen für die thermische Erzeugung bereits um 46 % reduziert. VERBUND plant, diesen Wert durch die Umstellung der Erzeugung von Steinkohle auf Erdgas und den Einsatz der neuen Abwasserreinigung bis 2021 um 80 % im Vergleich zu 2015 zu reduzieren. GRI 301-1 Weitere Informationen zum Materialeinsatz siehe DMA und Umwelterklärungen SDG 12 140 Kennzahlen Erzeugung, Energie- und Materialeinsatz Einheit 2017 2018 2019 GWh 32.866 31.130 33.158 % 93 95 95 GWh 943 813 789 Erzeugung Stromerzeugung (netto, gesamt)1 Anteil erneuerbare Erzeugung Fernwärmeerzeugung (netto) Direkter Energieeinsatz2 Brenn- und Treibstoffe aus nicht erneuerbaren Quellen gesamt GJ 18.598.859 14.282.852 14.277.133 Steinkohle GJ 8.665.864 7.871.731 7.305.244 Erdgas GJ 9.869.333 6.350.795 6.906.302 Treibstoffe (Diesel und Benzin) GJ 63.662 60.326 65.587 Brenn- und Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen gesamt GJ 15.279 10.327 5.615 Strom (Netzbezug)3 GJ 11.685.876 9.988.934 9.943.139 Fernwärme (Netzbezug) GJ 6.988 6.605 6.315 Energieverbrauch innerhalb des Unternehmens gesamt GJ 30.307.002 24.288.718 24.232.203 GWh/GWh 0,25 0,21 0,20 Energieintensität – Energieeinsatz pro erzeugter Menge Strom und Fernwärme Einsatz Materialien gesamt 1 t 5.874 5.429 5.026 Einsatz Hilfs- und Betriebsmittel t 5.851 5.409 5.006 Einsatz Kopierpapier t 23 20 20 2 inkl. Bezugsrechten // Eigener Energieeinsatz in allen Geschäftsbereichen. Die Berechnung für Brenn- und Treibstoffe erfolgt auf Basis der Heizwerte. 2017: Korrektur Treibstoff und Strombezugswerte; 2018: Korrektur der Dieselwerte // 3 aus dem Netz bezogene Menge für Kraftwerksbetrieb, Pumpaufwand, Verwaltung und Netzverluste, d. h. Strombezug der Austrian Power Grid AG (APG) für das gesamte von der APG betriebene Übertragungsnetz (alle Netzebenen) Treibhausgasemissionen GRI 305-1 GRI 305-2 GRI 305-3 GRI 305-4 GRI 305-5 Mehr zu THGEmissionen siehe DMA, NFI-Download und CDP-Klima-Rating SDG 13 TCFD Die Konzentration auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist für VERBUND entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Die Erzeugung von Strom bei VERBUND stammt bereits zu 95 % aus Wasser- und Windkraft. Bedingt durch den für die Netzstützung und Fernwärmeversorgung noch immer erforderlichen Einsatz der thermischen Kraftwerke, stammt der verbleibende Anteil von 5 % aus der Erzeugung aus Wärmekraftwerken. Bei dieser Erzeugungsmenge wird die Reduktion der spezifischen THG-Emissionen vorangetrieben. VERBUND trägt damit sowohl zur Vermeidung und Verringerung von Emissionen als auch zum SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ bei. Im Klimaschutzabkommen von Paris 2015 wird die Reduktion der THG-Emissionen weltweit auf ein Niveau angestrebt, welches die globale Erwärmung unter 2 Grad, besser noch unter 1,5 Grad, beschränken soll. Das Ziel von VERBUND, die THG-Emissionen ausgehend vom Basisjahr 2011 bis zum Jahr 2021 um 90 % zu reduzieren, umfasst Scope-1-, marktbasierte Scope-2- und für Energie und Flugreisen berechnete Teile der Scope-3-Emissionen (2011: 5 Mio. t CO2e). Dieses Ziel wurde im Oktober 2016 von der Science-Based-Targets-Initiative als wissenschaftsbasiert bestätigt – d. h. es entspricht den globalen NFI-BERICHT 141 Vorgaben. Das Ziel kann gemäß aktueller Planung erreicht werden. Es könnte jedoch auch noch verfehlt werden, wenn vom Netzbetreiber höhere Erzeugungsmengen aus den Wärmekraftwerken von VERBUND für das Engpassmanagement angefordert werden. Deren genaue Höhe kann von VERBUND nicht beeinflusst werden, die Lieferung ist für den sicheren Netzbetrieb und damit den Erhalt der Versorgungssicherheit in Österreich essenziell. Kennzahlen Emissionen Treibhausgasemissionen (absolut) Einheit 2017 2018 2019 1 Gesamte Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 marktbasiert, 3)2 kt CO2e 2.048 1.681 1.742 Scope 1 direkte Emissionen kt CO2e 1.358 1.070 1.073 Scope 2 indirekte Emissionen (marktbasiert) kt CO2e 312 284 312 Scope 2 indirekte Emissionen (standortbasiert) kt CO2e 452 411 392 Scope 3 weitere indirekte Emissionen2 kt CO2e 378 327 358 g/kWh 41 34 32 23.666 22.411 24.071 Treibhausgasemissionen (spezifisch)1, 3 Scope-1-Emissionen, bezogen auf Gesamtstromerzeugung Emissionsvermeidung durch erneuerbare Erzeugung4 1 2 kt CO2 3 vorläufige Daten vor ETS-Prüfung // 2018: Korrektur aufgrund von Neuberechnung der Scope-3-Emissionen // Gesamtstromerzeugung inkl. Bezugsrechten ohne Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme // 4 Berechnung anhand des Anteils thermischer Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix Bei den direkten THG-Emissionen in Scope 1 in Höhe von 1,07 Mio. t werden seitens VERBUND alle CO2- und SF6-Mengen berücksichtigt. Diese Menge blieb 2019 im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleicher Höhe. Den größten Anteil an den Scope-1-Emissionen hatten mit mehr als 99 % die CO2Emissionen aus dem Einsatz der Brennstoffe in thermischen Kraftwerken. Zusammen weniger als 1 % wurde durch Emissionen aus dem Einsatz von Treibstoffen im VERBUND-Fuhrpark sowie durch SF6-Emissionen aus Netzanlagen verursacht. Zusätzliche geringe Mengen direkter Emissionen von etwa 1000 Tonnen stammten aus der Mitverbrennung von Klärschlamm und sind daher biogenen Ursprungs und werden im NFI-Download berichtet. Bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern kommt es hingegen zu keinen direkten Emissionen. Indirekte Emissionen aus dem Strombezug in Scope 2 werden gemäß GRI-Standard mit zwei unterschiedlichen Werten angegeben: mit einem standortbasierten und einem marktbasierten Wert. Der standortbasierte Wert wird mit dem CO2-Emissionsfaktor des lokalen Stromnetzes berechnet. Dieser Wert kann sich daher nur über die Menge des bezogenen Stroms und/oder über Veränderungen 142 in der europäischen Erzeugungslandschaft ändern. 2019 lag der standortbasierte Wert von VERBUND bei 0,39 Mio. t CO2e (2018: 0,41 Mio. t). Der marktbasierte Wert hingegen kann durch den gezielten Bezug von Strom aus der Erzeugung mit geringeren Emissionen pro bezogener kWh reduziert werden. VERBUND setzt seit mehreren Jahren für den Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100 % erneuerbarer Energie ein und konnte so seine marktbasierten Emissionen stark reduzieren. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Wert gleichbleibend niedrig und lag 2019 gesamt bei 0,31 Mio. t CO2e (2018: 0,28 Mio. t). Weitere indirekte Emissionen in Scope 3 in Höhe von 0,36 Mio. t CO2e (2018: 0,33 Mio. t CO2e) umfassten vor- und nachgelagerte Emissionen in der Wertschöpfungskette. VERBUND berichtet in Scope 3 Upstream-Emissionen aus der Produktion und dem Transport der Brenn- und Treibstoffe und aus Geschäftsreisen. Bei den Downstream-Aktivitäten werden die nachgelagerten Emissionen aus der Verbrennung von Erdgas bei Kunden berichtet, die von VERBUND kompensiert werden. VERBUND leistet mit erneuerbarer Erzeugung einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele. Die Gesamtsumme der THG-Emissionen (Scope 1– 3, mit Scope 2 marktbasiert) blieb 2019 im Vergleich zum Berichtsjahr 2018 bei rund 1,7 Mio. t CO2e. Von diesem Wert entfallen 62 % (1 Mio. t CO2e) auf THG-Emissionen in Scope 1, 18 % (0,3 Mio. t CO2e) auf Scope 2 marktbasiert und 21 % (0,4 Mio. t CO2e) auf Scope 3. Ein Ziel von VERBUND ist es, bis 2021 die VERBUND-spezifischen direkten THG-Emissionen (Scope 1) für den Konzern unter 10 g CO2e pro kWh Gesamtstromerzeugung zu senken. Im Jahr 2019 betrug dieser Wert nur mehr 32 g CO2e/kWh. VERBUND lag damit bereits Ende 2019 weit unter dem spezifischen Wert für direkte THG-Emissionen des österreichischen Produktionsmix 2018 mit 142 g CO2/kWh und noch weiter unter dem deutschen Wert mit 469 g CO2/kWh. Dieser Vergleich zeigt, wie erfolgreich VERBUND auf seinem Weg zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung ist. Die strategische Ausrichtung von VERBUND sieht den Ausstieg aus der Erzeugung aus Steinkohle vor und eine Steigerung der Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Dies wird diesen Wert zusätzlich verbessern. Emissionsvermeidung durch erneuerbare Erzeugung Durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bei VERBUND wurden im Berichtsjahr 2019 24 Mio. t CO2 im Vergleich zur thermischen Erzeugung in Europa vermieden. Die Berechnung erfolgte auf Basis des durchschnittlichen Emissionswerts der thermischen Erzeugung nach ENTSO-E. NFI-BERICHT 143 Emissionen in die Luft Die Tabelle „Kennzahlen Emissionen“ zeigt die Emissionen in die Luft aus den Wärmekraftwerken von VERBUND als absolute Werte. Die vermehrten Laständerungen aller Anlagen am Standort Mellach führten zu einer Steigerung der Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) um insgesamt 13 %. Durch den verringerten Einsatz des Steinkohlekraftwerks Mellach wurden die Emissionen an Stickstoffoxiden (NOx) um 8 % reduziert. Die Schwefeldioxid (SO2)- und Staubemissionen aus dem Betrieb des Steinkohlekraftwerks Mellach sanken in der Berichtsperiode um etwa 20 %. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 wurden die SO2-Emissionen bereits um 58 %, die NOx-Emissionen um 43 % und die Staubemissionen um 79 % reduziert. Der Ausstieg aus der thermischen Erzeugung aus Steinkohle wird ab 2021 im Vergleich mit 2015 zu 90 % geringeren Emissionen von Staub und zu 80 % weniger NOx-Emissionen führen. Die SO2-Emissionen werden gänzlich wegfallen. GRI 305-7 Weitere Informationen siehe DMA SDG 3 SDG 13 Emissionen in die Luft Einheit 2017 2018 2019 CO t 84 58 65 SO2 t 129 140 112 NOX t 605 515 475 Staub t 12 14 11 Naturschutz und Biodiversität VERBUND-Kraftwerks- und -Netzanlagen liegen teilweise in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten. Informationen zur geografischen Lage der Kraftwerke sind auf der VERBUND-Webseite veröffentlicht. Die Lage der Schutzgebiete ist auf den österreichischen und bayerischen Geodatenportalen zu finden. Im Jahr 2019 wurden alle Grundlagendaten für Anlagenflächen, die in Schutzgebieten liegen, aktualisiert und die Auswertung digitalisiert. Aktuelle Beispiele für Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt – wie der Bau von Fischwanderhilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern und Maßnahmen zur Renaturierung an Gewässern – finden sich im Kapitel „Erneuerbare Erzeugung“. Die vielfältigen bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen von VERBUND in den Bereichen Naturschutz und Biodiversität werden auf den Webseiten der jeweiligen LIFE-Projekte, der Webseite der APG und auf der VERBUNDWebsite beschrieben. 2019 wurde eine weitere Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Ering-Frauenstein am Inn fertiggestellt. Damit sind nun insgesamt 54 Fischwanderhilfen in Betrieb. Mehr zum Thema „Biodiversität“ siehe DMA und unter www.verbund.com ww.apg.at www.life-traisen.at www.life-netzwerkdonau.at GRI 304-1 SDG 15 144 Kennzahlen Naturschutz und Biodiversität Einheit 2017 2018 2019 Anlagenflächen in Natura-2000-Gebieten ha 2.793 2.808 3.797 Anlagenflächen in Ramsar-Gebieten ha 646 646 824 Anlagenflächen in Nationalparks ha 68 68 88 Anlagenflächen in Naturschutzgebieten ha 1.378 1.378 1.170 Anzahl 50 53 54 Anlagenflächen in Schutzgebieten1 Fischwanderhilfen 1 2019: Neuerhebung und -berechnung; Werte mit Vorjahren nicht vergleichbar Wasser und Abwasser Mehr zum Thema Wasser siehe DMA und unter www.verbund.com GRI 303-3, GRI 303-4, GRI 303-3 EU-ADD, GRI 303-5 (2018) SDG 6 Die Berichterstattung im Bereich Wasser wurde in diesem Berichtsjahr auf den neuen GRI-Standard 2018 umgestellt und ergänzt. Die Wasserentnahmen an den VERBUND-Standorten waren im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 um 7 % geringer. Die Wasserintensität der Gesamtstromerzeugung konnte im Vergleich zu 2015 bereits um 47 % reduziert werden, das Ziel für die Reduktion liegt bei 50 % bis 2021. Etwa 94 % der Gesamtwassermenge wurden als Kühlwasser in den Wärmekraftwerken verwendet. Dieser Anteil wird aus dem Oberflächengewässer entnommen, zur Kühlung eingesetzt und chemisch unverändert wieder dorthin rückgeführt. Nur 0,3 % dieser Wassermengen werden tatsächlich verbraucht. Details zu den angewandten Behandlungsverfahren und der Wasserqualität inklusive Betrachtung der einzuhaltenden Grenzwerte werden für die thermischen Kraftwerke in der jährlichen Umwelterklärung veröffentlicht. Über die 2019 neu errichtete Anlage zur Abwasserbehandlung am Standort Mellach wird im Kapitel „Alle sonstigen Segmente“ berichtet. Die Einhaltung der Grenzwerte für Abwasserbehandlungsanlagen an allen anderen Standorten wird ebenfalls gemonitort. 2019 wurde dabei an einem Standort eine Überschreitung des Grenzwerts für den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) festgestellt. Ursache war eine Überlastung der Kleinkläranlage durch Abwasser aus Bürocontainern auf einer Baustelle. Durch eine getrennte Entsorgung dieser zusätzlichen Abwässer wird dies behoben. Für die Bestimmung, ob Standorte in Gebieten mit einem Wasserstress-Level über 40 % liegen, wurde die Lage der VERBUND-Betriebsstandorte mit der Lage der Gebiete mit hohem oder sehr hohem Wasserstress im „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resource Institute (WRI) verglichen. Diese Überprüfung zeigte, dass alle VERBUND-Betriebsstandorte in Gebieten liegen, die 2019 unter dem Schwellenwert von 40 % liegen. NFI-BERICHT 145 Kennzahlen Wasserinput und -output Einheit 2017 2018 2019 3 211.374 173.934 162.017 aus Oberflächengewässern 1.000 m3 201.973 164.261 152.869 aus Grund- und Brunnenwasser 1.000 m3 9.299 9.556 9.044 aus öffentlicher Wasserversorgung 1.000 m3 102 118 104 1.000 m3 210.739 173.540 161.575 Rückführung von Kühlwasser aus Wärmekraftwerken in Oberflächengewässer 1.000 m3 200.331 162.697 151.401 weitere Wasserrückführungen 1.000 m3 10.408 10.843 Wasserentnahme nach Quellen gesamt Wasserrückführung gesamt1 Wasserrückführung nach Qualität1 10.173 1.000 m3 161.575 Rückführung Süßwasser <1000 mg/l TDS 1.000 m3 161.516 Rückführung anderes Wasser >1000 mg/l TDS 1.000 m3 Wasserverbrauch1 1 1.000 m 1.000 m3 59 635 394 443 Änderungen der Aufteilung aufgrund GRI-Standards (2018); 2017 und 2018: Anpassung der Werte Abfälle und Nebenprodukte Die gesamte Abfallmenge lag im Jahr 2019 mit ca. 97.500 t deutlich über der 2018 erfassten Menge von 65.500 t. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die im Vergleich zum Vorjahr um 23.000 t höhere Menge an nicht gefährlichen Abfällen aus Projekten zurückzuführen. Diese Kategorie hat auch den höchsten Anteil mit 61 % der Gesamtmenge und entstand vorwiegend durch Entsorgungen im Zuge von Bautätigkeiten, wie beispielsweise bei dem Neubauprojekt Töging im Jahr 2019. Von der Gesamtmenge waren etwa 11 % den nicht gefährlichen Abfällen aus dem laufenden Betrieb zuzurechnen. Der Anteil der gefährlichen Abfälle an der Gesamtabfallmenge lag wie 2018 bei nur 1 %. Das gesammelte Rechengut ist 2019 auf 26.000 t und damit einen Anteil von 26 % gestiegen. Diese Abfallmenge ist vor allem von der Wasserführung und den Hochwasserereignissen im Berichtszeitraum abhängig. Sie wird nicht durch den Kraftwerksbetrieb verursacht und ist von VERBUND weder zu verhindern noch zu beeinflussen. Alle Abfälle werden zur Behandlung oder Entsorgung an befugte Entsorgungsunternehmen übergeben, und rund 87 % der Abfälle wurden 2019 einem Verwertungsverfahren zugeführt. In den Wärmekraftwerken von VERBUND fallen Reststoffe wie Asche und Gips an, die als Nebenprodukte gemäß Abfallwirtschaftsgesetz qualifiziert sind und als Sekundärrohstoffe verwertet werden. 2019 lag die Menge an Nebenprodukten mit ca. 41.000 t um etwa 2 % unter dem Wert von 2018. GRI 306-2 GRI 306-2 EU-ADD SDG 12 146 Kennzahlen Abfälle und Nebenprodukte Abfälle gesamt Einheit 2017 2018 2019 1 t 84.073 65.537 97.474 Gefährliche Abfälle gesamt t 1.783 1.022 1.043 aus laufendem Betrieb t 590 598 783 aus Projekten t 1.193 424 260 70.005 Nicht gefährliche Abfälle gesamt t 58.630 47.898 aus laufendem Betrieb t 9.761 11.239 10.316 aus Projekten t 48.869 36.659 59.689 t 23.660 16.618 26.426 t 50.794 42.065 41.273 Rechengut Wasserkraftwerke Nebenprodukte Reststoffe Wärmekraftwerke 1 2018: Korrektur der Abfallmengen aufgrund von Nachmeldungen Weitere Umweltkennzahlen GRI 307-1 SDG 16 Im Jahr 2019 gab es keine Umweltstrafen. Im Jahr 2018 wurde seitens VERBUND eine Umweltstrafe in Höhe von 500 € aufgrund einer Fristüberschreitung bezahlt. In den Jahren 2015 bis 2017 fielen keine Umweltstrafen an. Weitere Details zu den Umweltkennzahlen sind in folgender Tabelle, sowie auf der VERBUND-Webseite im NFI-Download und im Bereich Umwelt zu finden. Weitere Umweltkennzahlen Umweltkosten (gesamt) Einheit 2017 2018 2019 Mio. € 61,9 74,9 82,3 davon für Umweltmanagement und Vorsorge Mio. € 5,0 8,7 5,4 davon für Anlagen und Projekte Mio. € 77,0 89,6 99,4 davon Umwelterträge Mio. € – 20,1 – 23,3 – 22,5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND tragen wesentlich zur Profitabilität des Unternehmens bei. Ihr Engagement und ihr unternehmerisches Handeln ermöglichen eine laufende Weiterentwicklung und die Umsetzung der VERBUND-Strategie. NFI-BERICHT 147 Kennzahlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ø Betriebswirtschaftlicher Personalstand Arbeitsrechtlicher Personalstand 1 Einheit 2017 2018 2019 Personen 2.819 2.742 2.772 Personen 2.819 2.784 2.843 davon in Österreich Personen 2.464 2.429 2.476 davon in Deutschland Personen 344 343 355 davon in weiteren europäischen Ländern Personen 11 12 12 Vollzeitbeschäftigte Personen 2.657 2.600 2.663 Teilzeitbeschäftigte Personen 162 184 180 Neuaufnahmen Personen 117 172 205 Fluktuation ohne Pensionierungen Personen 79 59 58 Fluktuationsrate ohne Pensionierungen Fluktuation inkl. Pensionierungen Fluktuationsrate inkl. Pensionierungen Durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit2 Akademikerquote 1 Prozent 2,8 2,1 2,0 Personen 227 207 146 Prozent 8,1 7,4 5,1 Jahre 18,8 18,1 17,6 Prozent 23,2 25,1 26,5 per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Altersteilzeit // 2 Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt. Personalplanung und -management setzt auf ein modernes und nutzerfreundliches Planungs- und Reportinginstrument für Personaldaten, das 2019 um weitere Funktionalitäten erweitert wurde. Damit ist diese Applikation auf dem letzten Stand der Technik. Die integrierte Personalstands- und -aufwandsplanung stellt einen einfachen und transparenten Planungsprozess sicher. Eine konsequente und straffe Personalplanung fördert zudem den optimalen Einsatz der Ressourcen. GRI 102-8 GRI 401-1 Das Personalmanagement bei VERBUND hat Richtlinienkompetenz in allen personalwirtschaftlichen Fragen des Unternehmens. Die Schwerpunkte der Tätigkeit liegen auf den Themen Personalplanung und -entwicklung, Personalcontrolling, Recruiting, Personalmarketing und Employer Branding, Arbeits- und Sozialrecht, Vertretung des Arbeitgebers gegenüber der Arbeitnehmervertretung, Compensation and Benefits, Grundsatzfragen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie Diversitäts- und Inklusions-Management. GRI 103-2 VERBUND prüft diese Managementansätze mit verschiedenen Verfahren wie externen Auditierungen, internen Review-Prozessen bzw. Analysen von Kennzahlen inklusive der Betrachtung von internen und externen Benchmarks. Basierend auf den Ergebnissen dieser Rückmelde- und Leistungsbeurteilungsverfahren wird die Einhaltung der Richtlinien regelmäßig überprüft, und bei Bedarf werden diese adaptiert. So wurden beispielsweise vor dem Hintergrund des neuen Branchenkollektivvertrags die Funktionen mit dem globalen Stellenbewertungssystem von Willis Towers Watson neu kalibriert. GRI 103-3, Informationen zu Alter und Geschlecht siehe Kapitel „Diversity Management“ VERBUND SDG 5 SDG 8 SDG 16 148 Beschäftigungsformen und Sozialleistungen GRI 102-8 SDG 3 GRI 102-41 und EU-DMA: Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen sowie Kapitel „Menschenrechte“ GRI 401-2 Labour Management Relations inkl. Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen siehe DMA ist beinahe ausschließlich in Mitteleuropa – einer Region mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards – tätig. Grundsätzlich beschäftigt VERBUND Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Befristete Arbeitsverträge werden nur mit sachlicher Begründung abgeschlossen (z. B. bei Karenzvertretung). VERBUND strebt grundsätzlich eine langfristige Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Durch verschiedene Arbeitszeitmodelle wie Vollzeit, Teilzeit und Elternteilzeit können unterschiedliche Lebensphasen der Beschäftigten und Anforderungen des Arbeitsmarkts abgedeckt werden. Zur Überbrückung von Kapazitätsspitzen, im Zuge von Projektarbeiten und bei befristeten Karenzvertretungen werden auch Leiharbeitskräfte beschäftigt. VERBUND bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – unabhängig vom Arbeitszeitmodell – eine Reihe von freiwilligen oder kollektivvertraglich geregelten Sozialleistungen wie eine Pensionskasse, eine Krankenzusatzversicherung, ein vergünstigtes Mittagessen, eine Kinderzulage und eine Gesundenuntersuchung. VERBUND Die Beschäftigung von hoch- und höchstqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mit entsprechenden Personalkosten verbunden. Deshalb bietet VERBUND eine marktkonforme und leistungsgerechte Entlohnung. Ein auf individuelle Zielvorgaben und den Unternehmenserfolg ausgerichtetes, leistungsorientiertes Entgeltmodell sorgt daher seit 2010 auf allen Ebenen für eine faire Entlohnung. Neben den Effizienzsteigerungsprogrammen ist es für VERBUND unerlässlich, die bestehenden Entlohnungsstrukturen auf Betriebs- und Branchenebene zu modernisieren und an die Marktgegebenheiten anzupassen. Zusätzlich zur Adaptierung der internen Richtlinien zur Gehaltsfindung beteiligte sich VERBUND auf Branchenebene federführend an der Neugestaltung des Kollektivvertrags für Elektrizitätsunternehmen in Österreich, der seit 1. Februar 2019 zur Anwendung kommt. So einigte sich die Energiebranche mit den Sozialpartnern auf einen fairen und gleichzeitig dem modernen Arbeitsleben angepassten Kollektivvertrag. Eine gesamthafte Bewertung ergab, dass durch die neuen Entgeltansätze sowohl bei den Einstiegsbezügen als auch bei den Endbezügen teilweise deutliche Reduktionen erreicht werden konnten. Die neuen, an die Formulierungen der Industrie angelehnten Tätigkeitsbeschreibungen ermöglichen eine exakter abgestufte Einreihung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und daher marktnähere Bezüge vor allem in den unteren Entgeltgruppen. Mit Juni 2019 wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND unter Wahrung der mit den Gewerkschaften vereinbarten Bestands- und Erwartungsschutzregelungen in Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung in das neue Entlohnungsschema des Kollektivvertrags übergeleitet. Stärkung der Position auf dem Arbeitsmarkt – Employer Branding Um die bestehende Arbeitgebermarke von VERBUND weiterhin attraktiv auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren und ein Wunscharbeitgeber der Zukunft zu sein, investierte VERBUND 2019 in ausgewählte bestehende, aber auch neue Employer-Branding-Aktivitäten. Trotz eines weiterhin reduzierten Mitteleinsatzes zeigte VERBUND klare Präsenz auf dem Arbeitsmarkt – beispielsweise auf Bildungs- und Karrieremessen, in Print- und Onlinemedien sowie im Social-Media-Bereich mit Fokus auf den Zielgruppen IT-Fachkräfte und Lehrlinge. NFI-BERICHT 149 Insbesondere bei der Zielgruppe der Lehrlinge wurden 2019 Neuerungen umgesetzt: Eine neue Lehrlingskampagne mit Fokus auf Social Media wie z. B. Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn sprach gezielt Jugendliche an, die eine Lehre machen wollen. Ein weiterer strategischer Schwerpunkt im Employer Branding lag darauf, Frauen als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. VERBUND unterstützte im Jubiläumsjahr 2019 der TU Wien im Rahmen einer Premium-Partnerschaft das Projekt „100 Jahre Technikstudium für Frauen“. Zudem wurden 2019 bestehende Maßnahmen weitergeführt. Dazu zählten u. a. die jährliche Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums, die Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ und „Girls! Tech up“ sowie der Auftritt auf ausgewählten Bildungs- und Karrieremessen. Recruiting strebt kontinuierlich danach, den hohen Professionalisierungsgrad der Recruiting-Qualität zu halten. Um den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen (Digitalisierung, Big-Data-Technologien etc.) im Recruiting gerecht zu werden sowie dem andauernden Fachkräftemangel (insbesondere im ITBereich) proaktiv entgegenzuwirken, setzte sich VERBUND auch 2019 mit neuen Wegen im Recruiting auseinander. Im Rahmen der Weiterentwicklung bestehender Recruiting-Prozesse wurden ergänzende Maßnahmen wie Active Sourcing oder Bewerbung per Video umgesetzt. Der Schwerpunkt der Optimierungsmaßnahmen lag auf dem Personalmarketing für IT-Experten. So war VERBUND in 2019 auf speziellen Karrieremessen mit IT-Schwerpunktthemen wie der IT-Security Exchange an der FH St. Pölten, der Firmenmesse am FH Technikum Wien und der Berufsinformationsmesse fit in der HTL Spengergasse vertreten. Bereits zum achten Mal wurde VERBUND 2019 mit dem ersten Platz bei der „Career’s Best Recruiters“Studie in der Branche Energie und dem sechsten Platz im Gesamtranking honoriert. Dies ist eine außerordentliche Bestätigung für die Qualität der fokussierten Recruiting- und Personalmarketingaktivitäten. Diese Auszeichnung ist zudem eine Top-Ausgangsbasis für die Recruiting- und Personalmarketing-Aktivitäten im Hinblick auf die Wachstumskurve und den demografischen Wandel. VERBUND Personalentwicklung Die Personalentwicklung ist gerade in Zeiten neuer strategischer Ausrichtung ein zentrales Element. 2019 nahm jede VERBUND-Mitarbeiterin und jeder VERBUND-Mitarbeiter durchschnittlich 40,0 Stunden an Bildungsmaßnahmen teil. Schwerpunkte der Personalentwicklung bildeten Schulungen in den Bereichen Sicherheit, Technik und Energiewirtschaft. Da in den Bereichen Technik und Sicherheit überwiegend Männer tätig sind, spiegelte sich dies auch in den durchschnittlichen Weiterbildungsstunden wider, die bei Männern mit 41,6 Stunden leicht über jenen der Frauen mit 35,4 Stunden lagen. GRI 404-2 GRI 404-1 SDG 4 150 GRI 404-1 GRI 404-3 SDG 4 Kennzahlen Kompetenzentwicklung Einheit 2017 2018 2019 Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in (Gesamtbelegschaft)1 Stunden 36,0 33,6 40,0 Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in (ohne Führungsfunktion) Stunden 34,4 32,0 38,8 Weiterbildungsstunden Frauen Stunden 34,6 30,8 35,4 Weiterbildungsstunden Männer Stunden 36,7 34,5 41,6 Weiterbildung pro Führungskraft Stunden 79,2 82,4 82,9 Prozent 96,3 96,3 88,4 Personen 150 151 156 Personen 37 41 45 Mitarbeitergesprächsquote Lehrlinge, gesamt davon neu aufgenommen 1 GRI 404-2 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen E-Training – Digitalisierung von Lernlösungen Der digitale Wandel erfordert eine Anpassung des Lernens. Komplexeres Wissen in einem immer schnelllebigeren Umfeld muss unmittelbarer verfügbar sein. Neue Lernformate tragen den veränderten Bedürfnissen und Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechnung. Die bisher üblichen Präsenzveranstaltungen werden durch digitale Lernmethoden erweitert und teilweise ersetzt. Dadurch werden Informationen nicht nur unmittelbarer geteilt, Wissen kann auch kosten- und ressourcenschonender weitergegeben werden. Wesentlich dabei ist, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen. Den VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern steht bereits ein breites Spektum an neu aufbereiteten Kursen für Informationssicherheit, Compliance, Arbeitnehmersicherheit, Finanzkennzahlen, Energiewirtschaft sowie zur Datenschutzgrundverordnung zur Verfügung. Zudem haben sie über LinkedIn Learning – eine Online-Wissensbibliothek mit über 2.000 Inhalten – Zugang zu weiteren, unterschiedlichen Themen. Im Rahmen der Einführung des VERBUND-Learning-Management-Systems (LMS) sind für 2020 zusätzliche Inhalte geplant. Damit auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachabteilungen kurze Videos zu wichtigen Inhalten professionell, einfach und schnell selbst erstellen und veröffentlichen können, steht ab 2019 ein mobiles Filmstudio – Mastersolution 3D – zur Verfügung. Über das neue LMS können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem ganz einfach für Präsenzveranstaltungen anmelden oder ein E-Training und die Wissensüberprüfung absolvieren. In das innovative und moderne Tool werden alle bisher genutzten Systeme integriert und durch neue Funktionen erweitert. Die Verwaltung der Präsenz- und Online-Veranstaltungen im Rahmen der Personalentwicklung wird durch das LMS wesentlich vereinfacht. Führungskräfte erhalten durch verschiedene Berichte einen Überblick über die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit wird VERBUND dem digitalen Wandel und der damit einhergehenden Förderung des selbstständigen und zielgruppengerechten Lernens gerecht und fördert den Wissensaustausch untereinander. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in einzelnen Gesellschaften wurde das LMS in den Produktivbetrieb im gesamten Unternehmen übergeführt. NFI-BERICHT 151 Lehrlingsausbildung Der sichere Betrieb und die laufende Instandhaltung der VERBUND-Anlagen stellt eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens dar. Um den laufenden Generationenwechsel im Kraftwerksbetrieb optimal zu managen, bildet VERBUND seit 1983 Lehrlinge aus. Als eines der ersten Unternehmen Österreichs bietet VERUND eine vierjährige Doppelberufsausbildung (Elektrotechnik und Metalltechnik) mit ausgezeichneten Zukunftschancen für Lehrlinge an. Im ersten Lehrjahr werden die Lehrlinge in den Lehrwerkstätten ausgebildet, um ab dem zweiten Lehrjahr in einem der VERBUND-Kraftwerke ihre Ausbildung fortzusetzen. Dort erwerben sie das nötige Anlagenwissen, damit der Know-how-Transfer im technisch-gewerblichen Bereich gesichert ist. Im Jahr 2019 nahm VERBUND in Österreich und Deutschland 45 Lehrlinge neu auf. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigt sich vor allem bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der Lehrabschlussprüfungen. Traineeprogramm Durch die steigende Zahl von Digitalisierungsprojekten bei VERBUND gewinnen digitale und mobile Kompetenzen weiterhin an Bedeutung. Um mit der Weiterentwicklung digitaler Technologien Schritt halten zu können, wurde im Geschäftsjahr 2019 zum zweiten Mal ein VERBUND-Traineeprogramm mit den Schwerpunkten Informationstechnologie und SAP ausgeschrieben. Im April und Oktober 2019 starteten insgesamt sechs Trainees das 24 Monate dauernde Programm bei VERBUND. Für 2020 werden im Rahmen des strategisch relevanten Unternehmensprojekts „Transformation auf S/4 HANA“ wieder Traineestellen ausgeschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf der fachlichen Kombination von IT mit den kaufmännischen Prozessen und mit dem Projektmanagement. Das Traineeprogramm startet im Quartal 1/2020 und dauert 18 Monate. Weiterentwicklung der Unternehmenskultur Mitarbeiterbefragung Die Arbeitszufriedenheit und das Engagement der VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ist uns ein zentrales Anliegen. Sie tragen jeden Tag wesentlich zum gemeinsamen Erfolg bei. Um ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu schaffen, ist es wichtig, die vorhandenen Belastungen und das Potenzial für Verbesserungen zu kennen. Im März 2019 führte VERBUND dahingehend die vierte unternehmensweite Mitarbeiterbefragung unter dem Titel „Wie geht’s Ihnen bei VERBUND?“ durch. Knapp 58 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an dieser Befragung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beurteilung der Arbeitssituation sehr stark von der wirtschaftlichen Lage Österreichs und des Unternehmens geprägt ist. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Vorerhebung 2015 wird die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens wieder optimistischer gesehen. Auch die subjektiven Arbeitsmarktchancen werden vor diesem Hintergrund weitaus positiver eingeschätzt. Unter den abgefragten Arbeitsbelastungen stehen Bürokratie und langwierige Entscheidungsprozesse gemeinsam mit dem verspürten Zeitdruck an oberster Stelle. Diese subjektiven Arbeitsbelastungen werden jedoch durch eine Reihe von positiven Aspekten in der Arbeit mehr als kompensiert. Als besonders zufriedenstellend werden etwa die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegen, die Arbeitszeitregelung oder auch das Verhältnis zu den direkten Vorgesetzten erlebt. Mehr dazu unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Soziales > Mehrwert für Mitarbeiter/-innen 152 Im Herbst 2019 wurden mit interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zudem zahlreiche Workshops durchgeführt, um Handlungsfelder zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten, die zu einer Verbesserung des Arbeitsklimas und einer Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit beitragen. In einem weiteren Schritt werden diese Maßnahmen und Verbesserungspotenziale mit den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem VERBUND-Vorstand diskutiert. Ziel für 2020 ist der Beschluss konkreter Maßnahmen. Mindset-Initiative Die Strategische Personalentwicklung startete 2019 gemeinsam mit dem Digitalisierungs- und Innovationsbereich die Mindset-Initiative „Leaders in Transformation“. Zielsetzung ist es, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Innovations- und Digitalisierungskultur zu leisten und den Transformationsprozess im Unternehmen zu unterstützen. Die Initiative basiert auf dem Transformationsmodell New Way of Working (NWOW) von innogy. Durch „changing mindsets“ soll eine Verhaltensänderung herbeigeführt werden, um Selbstverantwortung, Innovationsfähigkeit, Kollaboration und bereichsübergreifenden Austausch bzw. Zusammenarbeit zu fördern sowie eine Lernkultur – in der aus Fehlern gelernt wird – anzustoßen. Dabei wird ein erlebbarer und praxisorientierter Projektansatz gewählt, um die Methoden und das Skill-Set anschließend bei VERBUND eigenständig weiterzuentwickeln, anzuwenden und zu skalieren. In der ersten Projektphase 2019 wurden ungünstige mentale Modelle identifiziert, die agilen Arbeitsweisen, Innovation und höherer Performance entgegenwirken können. Ausgehend von diesen mentalen Modellen wurde ein zweitägiges Bootcamp mit einer bereichs- und hierarchieübergreifenden Pilotgruppe durchgeführt, um systemische Blockaden zu reduzieren. Auch die in 2019 initiierte zweitägige Managementtagung wurde nach diesen Designkriterien des Projekts entwickelt und folgte dem Ansatz des New Way of Working. 2020 sind weitere Schritte geplant. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein familienfreundliches Unternehmen, das bestätigte auch die 2019 durchgeführte Mitarbeiterbefragung. Erneut stieg die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Seit 2009 ermöglicht das Audit „berufundfamilie“ eine bessere Strukturierung der Maßnahmen. Damit werden bedarfsorientiert weitere Möglichkeiten geschaffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. 2018 hat VERBUND dieses Audit bereits zum vierten Mal durchgeführt und das Gütesiegel für die kommenden drei Jahre erhalten. 2019 wurde die Betriebsvereinbarung „Mobile Working und Telearbeit“ modernisiert. Die Betriebsvereinbarung regelt die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitsformen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiter zu verbessern. Im Unternehmen werden auch geteilte Führungsmodelle erfolgreich umgesetzt. Nach wie vor zeigt VERBUND im Netzwerk „Unternehmen für Familien“ sein Engagement als familienfreundliches Unternehmen. VERBUND NFI-BERICHT 153 Seit mehr als 70 Jahren ist VERBUND ein Garant für saubere Energie. Diversity Management Die 2016 festgelegte Diversity-Strategie wurde 2018 mit der Zertifizierung ZukunftVIELFALT® gefestigt und 2019 mit der Umsetzung geplanter Maßnahmen in den Schwerpunktdimensionen „Alter“, „Geschlecht“ und „Behinderung“ konsequent weiterverfolgt. ZukunftVIELFALT® ist ein Managementkonzept zur Weiterentwicklung eines ganzheitlichen Diversity Managements sowie eine Auszeichnung für Organisationen, die ein solches implementiert haben. Ziel ist es, die Diversitätsstrategie im Unternehmen zu verankern und strukturiert weiterzuentwickeln. Damit fördert VERBUND die Vielfalt im Unternehmen und stellt die Gleichbehandlung sicher. Zur Unterstützung der Führungskultur setzt VERBUND verstärkt auf Information und Einbindung der Führungskräfte. Dies hat mit Initiativen wie der Verankerung der Gleichbehandlung im Unternehmensleitbild, der Bestellung einer Gleichbehandlungsbeauftragten und einer Diversity und Inclusion Managerin, der Premium-Mitgliedschaft in der „Charta der Vielfalt“ sowie der Bestellung einer Accessibility Managerin im Jahr 2012 begonnen. VERBUND ermöglicht zudem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ein Employee-AssistanceProgramm kostenlose Beratung bei beruflichen oder privaten Problemen. SDG 10 Schwerpunkt „Alter“ strebt eine ausgewogene Altersstruktur an. Das Management des demografischen Wandels soll das Wissen im Unternehmen erhalten und Leistungsträger an das Unternehmen binden. VERBUND Kennzahlen Dimension Alter – gesamt Durchschnittsalter gesamt Einheit 2017 2018 2019 43,3 Jahre 43,8 43,4 < 30 Jahre Prozent 19,0 19,2 19,3 30– 50 Jahre Prozent 38,6 40,5 41,5 > 50 Jahre Prozent 42,5 40,3 39,2 Kennzahlen Dimension Alter – Führungskräfte Einheit 2017 2018 2019 < 30 Jahre Prozent 0 0 0 30– 50 Jahre Prozent 39,5 42,9 47,2 > 50 Jahre Prozent 60,5 57,1 52,8 GRI 405-1 154 GRI EU15 Angaben zu Pensionsverpflichtungen finden sich im Anhang SDG 10 Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung fort. Rund 10 % der VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter werden in den nächsten fünf Jahren in Pension gehen. In den nächsten zehn Jahren werden es 30 % sein. Ein Schwerpunkt liegt darin, das Wissen der in Pension gehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern. Eine strukturierte Nachfolgeplanung, die in allen Ebenen implementiert ist (von Lehrlingen bis hin zu Führungskräfte), sichert den Wissenserhalt und die Wissensweitergabe. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger gesund im Arbeitsprozess zu halten, wurden die Themen Health Safety und Environment in einer VERBUND-Abteilung zusammengefasst. Weitere Informationen zum Thema Gesundheitsmanagement finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“. Schwerpunkt „Geschlecht“ GRI 405-1 Der Anteil von Frauen ist in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditionell gering. Deshalb setzt VERBUND Maßnahmen, um den aktuellen Anteil von 17,8 % bis zum Jahr 2025 auf insgesamt 20 % zu erhöhen – so wie auch der Frauenanteil in der Führungsebene auf 20 % ansteigen soll. 2019 lag der Frauenanteil bei den Neuaufnahmen bei 22,9 %. Kennzahlen Dimension Geschlecht Einheit 2017 2018 2019 Männer Personen 2.327 2.293 2.336 Frauen Personen 492 491 507 Frauenanteil gesamt Prozent 17,5 17,6 17,8 Frauenanteil bei Neuaufnahmen Prozent 15,4 20,9 22,9 Frauenanteil bei Führungskräften Prozent 11,1 9,5 9,0 Frauenanteil bei Lehrlingen Prozent 5,3 3,3 3,8 Die Maßnahmen zur Förderung der Gleichbehandlung von Frauen wurden auch 2019 fortgesetzt. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr setzte VERBUND seinen Führungskräften herausfordernde Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils bei Neuaufnahmen. Um Frauen sichtbarer zu machen, sollen insbesondere bei der Besetzung von Gremien oder Projektleiterpositionen verstärkt Frauen berücksichtigt werden. Für jene Frauen, die Interesse an einer Führungsposition haben, wurden weitere Seminare und Vernetzungstreffen angeboten. VERBUND ist überzeugt, dass der Umstieg auf ein erneuerbares Energiesystem ein Aufbruch in eine neue Wirtschaft ist. NFI-BERICHT VERBUND hat auch 2019 wieder einen Einkommensbericht erstellt, der Auskunft über die Durchschnittsgehälter von Frauen und Männern gibt. Das Verhältnis der Grundgehälter von Frauen und Männern von 1:1,03 hat sich gegenüber der letzten Berichtsperiode verbessert. Dennoch sind die gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, eine geringe Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit für Frauen, in höherbezahlte (Führungs-)Funktionen zu gelangen, nach wie vor auch bei VERBUND erkennbar. VERBUND ist es ein Anliegen, Frauen für technische Berufe zu begeistern. Daher beteiligt sich VERBUND an mehreren Initiativen wie dem Wiener Töchtertag, FIT – Frauen in die Technik und dem amaZoneAward. FIT – Frauen in die Technik soll das Interesse von Mädchen für technische Berufe wecken, motiviert Maturantinnen zum Technikstudium und stellt erfolgreiche Frauen in technischen Berufen als Vorbilder vor. Damit sollen Berührungsängste mit technischen oder naturwissenschaftlichen Ausbildungen abgebaut werden. Seit 2009 fördert VERBUND durch die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums vielseitig engagierte Studentinnen bei ihrer technischen Ausbildung. Das Stipendium soll eine zusätzliche persönliche und fachliche Weiterbildung über den Uni-Alltag hinaus ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist es, mehr technisch qualifizierte Frauen für das Unternehmen zu begeistern und sie im Idealfall als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. 155 SDG 5 SDG 8 GRI 405-2 Verleihung des amaZone-Award Die VERBUND-Lehrlingsausbildung wurde für hervorragende Leistung bei der Ausbildung von Mädchen und Frauen in der Technik ausgezeichnet. Die Lehrwerkstätte Ybbs erhielt 2019 den amaZone-Award im Bereich „Öffentliche und öffentlichkeitsnahe Unternehmen“. Mit dem amaZone-Award werden Unternehmen ausgezeichnet, die sich besonders in der Lehrlingsausbildung von Mädchen und jungen Frauen in Berufen mit einem geringen Frauenanteil engagieren. Alljährlich zeigen die besten Betriebe, dass Frauen auf jedem Ausbildungsplatz ein Team bereichern und eine Selbstverständlichkeit zum Wohle aller sein können. Damit wird ein Zeichen für moderne, innovative Arbeitswelten abseits herkömmlicher Geschlechterklischees gesetzt. Schwerpunkt „Menschen mit Behinderungen“ übernimmt soziale Verantwortung dafür, nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch in der Energiebranche für Chancengleichheit zu sorgen. VERBUND unterstützt daher seit 2019 die Branchenenquete der Energiebranche zum Thema „Chancen durch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“, die auf Initiative der Sozialpartner von Oesterrreichs Energie und der Essl Foundation veranstaltet wurde. VERBUND berichtete als Best-Practice-Beispiel aus seiner Erfahrung. VERBUND-intern ist es erklärtes Ziel, die Quoten gemäß Behinderteneinstellungsgesetz weiterhin zu erfüllen bzw. darüber hinaus Menschen mit Behinderung zu rekrutieren und zu beschäftigen. 2019 wurde ein gehörloser Mitarbeiter von einer Traineestelle in ein fixes Arbeitsverhältnis übernommen. Das Diversity Management achtet gemeinsam mit dem Accessibility Management auf die laufende Weiterentwicklung der Beschäftigung von Personen mit Behinderung. VERBUND übererfüllt die in Österreich und Deutschland gesetzlich vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen. Für VERBUND beträgt die Pflichtzahl in Österreich 108, per 31. Dezember 2019 waren 137 begünstigt Behinderte gemäß Behinderteneinstellungsgesetz bei VERBUND GRI 405-1 156 beschäftigt. In Deutschland beträgt die entsprechende Pflichtzahl für VERBUND 14, und 2019 waren 36 Menschen mit Behinderung bei VERBUND beschäftigt. Im Sommer 2019 absolvierten vier Personen mit Behinderung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen ein Ferialpraktikum bei VERBUND. Im Rahmen der Mitgliedschaft im DisAbilityWirtschaftsforum tauscht sich VERBUND zudem mit anderen Unternehmen aus und erweitert laufend sein Wissen zur Beschäftigung von Personen mit Behinderung. Weitere Informationen zum Thema Accessibility finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“. VERBUND Gesundheit und Sicherheit SDG 3 GRI 403-2 Gesunde und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für den Erfolg des Unternehmens von größter Bedeutung. Deshalb haben auch die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einen sehr hohen Stellenwert bei VERBUND. Mit gezieltem Arbeitnehmerschutz werden Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen vermieden. Dabei wendet VERBUND Arbeitssicherheitsund Gesundheitsstandards zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie des beschäftigten Fremdpersonals an. Die Bereitstellung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen, die Beseitigung von Gefahren und die Minimierung von Risiken sind uns ebenso ein Anliegen wie die Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen und Anforderungen. Kennzahlen Arbeitssicherheit Einheit 2017 2018 2019 Lost Time Injury Frequency (LTIF)1 Anzahl 10,1 5,8 6,1 Lost Time Injury Frequency (LTIF inkl. Fremdfirmen)1 Anzahl – 5,4 6,4 Unfälle Anzahl 53 32 36 Unfälle (inkl. Fremdfirmen) Anzahl – 43 56 Unfälle mit Todesfolge Anzahl 0 1 0 Unfälle mit Todesfolge (bei Fremdfirmen) Anzahl Unfallschwere2 Unfallschwere (inkl. Fremdfirmen)2 1 0 0 21,5 21,0 22,4 – 22,2 22,8 Summe unfallbedingter Ausfallskalendertage Tage 1.139 671 807 Summe unfallbedingter Ausfallskalendertage (inkl. Fremdfirmen) Tage – 955 1.275 1 Anzahl der Arbeitsunfälle ab dem 1. Krankentag, bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden; ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern. Die Grundlage für die Berechnung der Arbeitsstunden wird ab 2017 mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr (vorher 1.618) branchenweit festgelegt. // 2 durchschnittliche Ausfallstage je Unfall NFI-BERICHT 157 Unfallgeschehen 2019 Die Basis für die Berechnung der Arbeitssicherheitskennzahlen bildet der arbeitsrechtliche Personalstand inklusive Altersteilzeit, Leasingkräften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von anteilig einbezogenen Beteiligungen. Ende 2019 zählte VERBUND auf dieser Berechnungsbasis 3.417 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser Zahl waren enthalten: 187 Leasingkräfte, 262 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Altersteilzeit sowie die gesamten Belegschaften der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, der VUM Verfahren Umwelt Management GmbH, der VERBUND Tourismus GmbH, der Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H und der Energji Ashta Shpk. Das Unfallgeschehen im Geschäftsjahr 2019 entwickelte sich weiterhin positiv. Trotz eines leichten Anstiegs gegenüber 2018 wurde das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen der Aufzeichnungen erzielt. Für die Interpretation des Unfallgeschehens müssen die absoluten Zahlen der Unfälle in Relation zum Personalstand (Unfallhäufigkeit) und zu den Ausfallstagen je Unfall (Unfallschwere) gesetzt werden. Der LTIF wird als maßgebliche Kennzahl herangezogen, um Benchmarks mit nationalen und internationalen Unternehmen zu ermöglichen. Um auch den Einsatz von Fremdfirmen bewerten zu können, erhebt VERBUND seit 2018 an allen Arbeitsstätten deren Einsatzstunden und berichtet das Unfallgeschehen zudem in der Kennzahl „LTIF inkl. Fremdfirmen“. Insbesondere bei abgegrenzten Bau-, Revisions- bzw. Instandhaltungsaufträgen gelten für die von VERBUND beauftragten Leiharbeitskräfte die gleichen Sicherheitsvorschriften wie für VERBUND-Personal. Diese Personen erhalten daher auch die gleichen Sicherheitsunterweisungen. Beauftragte Fremdfirmen für die Erstellung von Gewerken sind in der Arbeitsabwicklung eigenverantwortlich tätig. Sie müssen sich aber ebenfalls an die im VERBUND festgeschriebenen Sicherheitsstandards halten und werden nach VERBUND-Regeln unterwiesen. Die Gesamtunfallhäufigkeit von 6,4 (LTIF inkl. Fremdfirmen) im Jahr 2019 zeigt im Vergleich mit anderen nationalen und internationalen Unternehmen, dass sich VERBUND auf einem guten Weg befindet. Aus der Analyse jedes einzelnen Unfalls im Unternehmen und bei beschäftigten Fremdfirmen werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor konnte auch im Jahr 2019 bei keinem Arbeitsunfall ein Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursache identifiziert werden. Dies zeigt, dass die Sicherheitsstandards im Unternehmen sehr hoch sind und die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer optimal umgesetzt werden. GRI 403-2 ADD 158 Art der Verletzungen Einheit 2017 20181 2019 Beeinträchtigung von Sinnesfunktionen Anzahl 1 0 2 Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen Anzahl 0 0 0 Elektrisierung Anzahl 1 1 1 Fremdkörperverletzung Anzahl 1 1 0 Hautverletzung, Wunde Anzahl 10 12 17 Knochenbruch Anzahl 5 4 5 Mehrere Verletzungsarten Anzahl 2 0 3 Quetschung, Prellung Anzahl 14 10 11 Übrige und unbekannte Verletzungsarten Anzahl 0 0 1 Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Erfrierung Anzahl 0 0 2 Vergiftung Anzahl 1 1 0 Verlust von Körperteilen Anzahl 2 1 0 Verstauchung, Zerrung, Verrenkung, Bänderriss, Meniskusverletzung, Muskelriss Anzahl 16 13 14 1 Ab 2018 inkl. Fremdfirmen Unfallprävention GRI 103-2 Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Der Schwerpunkt der jährlichen Weiterbildungsmaßnahmen lag 2019 auf Schulungen mit den folgenden Themen aus dem Projekt „Wir leben Sicherheit“: Wahrnehmung, Beihnaheunfälle, Nachevaluierung eines Unfalls sowie Umweltmanagement. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die praktische Umsetzbarkeit im Arbeitsalltag gelegt. Die gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsunterweisungen werden jedes Jahr entweder persönlich oder über E-Learning mit anschließendem Test von nahezu 100 % der Belegschaft erfolgreich absolviert – so auch im Geschäftsjahr 2019. Für den Bereich Arbeitssicherheit gibt es eine Vielzahl von internen Regelungen, die laufend aktualisiert und bei gesetzlichen Änderungen rasch angepasst werden. Diese Regelungen betreffen beispielsweise die nachfolgenden Themen: Arbeitsstoffmanagement, Unfallmeldungen und Verhalten nach Unfällen, Information und Unterweisung, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstung, Koordinierung auf Baustellen und bei Projekten, Umgang mit Fremdfirmen, Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumentation sowie Koordination und Aufgaben des Arbeitsmedizinischen Dienstes. Mit diesen Regelungen soll gewährleistet werden, dass unternehmensweit derselbe Standard zur Verfügung steht und angewendet wird. NFI-BERICHT 159 Sicherheitskultur Arbeitnehmerschutz und Sicherheit haben bei VERBUND dank der intensiven Bemühungen und umfangreichen Maßnahmen der letzten Jahre ein hohes technisches Niveau erreicht. Die Unfallkennzahlen der letzten fünf Jahre bis 2017 stagnierten auf einem LTIF-Wert von durchschnittlich zehn. Mit dem Start des Projekts „Wir leben Sicherheit“ konnte dieser Wert deutlich unter sieben gesenkt werden. Mit diesem Projekt wird am Verhalten und den Denkweisen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gearbeitet, was eine weitere Reduktion des Unfallgeschehens ermöglichen soll. Im Besonderen jedoch soll dieses Projekt mit dem Fokus auf Arbeitnehmerschutz, Gesundheit und Sicherheit und ein vertieftes Sicherheitsbewusstsein zu einer erneuerten Unternehmenskultur führen. Begonnen wurde 2018 mit einer konzernweiten Befragung. Darauf folgend wurden bis Ende 2019 Workshops mit allen Führungskräften abgehalten. Dabei wurden in 84 Trainings 270 Führungskräfte und 74 Meister und Meisterstellvertreter geschult. Weiters wurden für die Ausrollung des Projekts 36 Sicherheitscoaches aus allen Gesellschaften von VERBUND ausgebildet. Diese sollen ab 2020 das Projekt „Wir leben Sicherheit“ an alle Kolleginnen und Kollegen weitertragen. Ende 2019 ergab eine Onlinebefragung eine deutliche Verschiebung des Sicherheitsbewusstseins in Richtung integrierte Sicherheit. Als unterstützendes Werkzeug wurde eine Datenbank geschaffen, in welcher Beinaheunfälle, sicherheitstechnische Anregungen und Gefährdungsmeldungen eingetragen werden können. Von den über 2.600 eingegangenen Meldungen konnte zu Jahrensende bereits ein Viertel abgearbeitet werden. Die Analyse der Meldungen trägt bereits maßgeblich zu einer weiteren Verbesserung des sicherheitstechnischen Standards bei VERBUND bei. Um die Vorbildwirkung zu stärken, haben die vier Vorstände 41 Safetywalks durchgeführt. Als weitere wichtige Maßnahmen wurden folgende kommunikative Aktionen gesetzt, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND zu erreichen: eine Videobotschaft vom Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber, 14 Sicherheitsimpulse im Jahr 2019, ein Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift „kontakt“, Beiträge im Intranet und auf Plakaten und Platzierung des Themas bei allen jährlichen Unterweisungen. Die Zusammenarbeit mit all unseren Anspruchsgruppen ist kooperativ, fair und zuverlässig. Gesundheitsförderung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Die Initiative „Fit & Gesund bei VERBUND“ soll einen gesunden Lebensstil fördern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden motiviert, auf freiwilliger Basis etwas für ihre Gesundheit zu tun. VERBUND setzte im Geschäftsjahr 2019 mit dem Seminar „Bewegt und rückenfit am PC-Arbeitsplatz“ und einem Sehtraining weiterhin den Schwerpunkt auf gesundes Arbeiten am Büroarbeitsplatz. Mit der Förderung externer Sportangebote sowie mittels Kursen an Bürostandorten wurde der Fokus auf das Thema Bewegung verstärkt. Weitere Informationen zum Gesundheitsmanagement siehe DMA 160 Weitere Themenschwerpunkte waren: die gesunde Ernährung, der Umgang mit Schichtarbeit und das richtige Heben und Tragen. Der direkte Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit in einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld soll dabei ins Bewusstsein gerufen werden. Accessibility GRI 405-1 Wesentliche Aspekte für die Inklusion von Menschen mit Behinderung bei VERBUND stellen der Abbau von Barrieren und die Sensibilisierung der Belegschaft durch kontinuierliche Information dar. Im Zuge von Sensibilisierungstrainings hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2019 die Möglichkeit, sich mit Menschen mit Behinderung auseinanderzusetzen und in einer „Sensing Journey“ die Simulation unterschiedlicher Arten von Behinderung zu erleben. So sollten Barrieren im Kopf reduziert werden. Im Zuge der Umsetzung des Accessibility-Management-Konzepts wurden erste Ausführungsempfehlungen für die barrierefreie Ausstattung von Besprechungszimmern erarbeitet. Am internationalen Purple Light Up Day am 3. Dezember 2019 wurde Bewusstsein für die wirtschaftliche Kraft von Menschen mit Behinderung geschaffen. VERBUND informierte seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber und setzte mit der lila Beleuchtung der Firmenzentrale am Hof und des Kraftwerks Freudenau auch nach außen ein Zeichen. Menschenrechte GRI 103-2 SDG 1 SDG 4 SDG 10 Für detaillierte Informationen zu den Grundsätzen siehe DMA VERBUND bekennt sich zu seiner Verantwortung, die Menschenrechte in allen Unternehmensbereichen und darüber hinaus in seinem Einflussbereich zu wahren. Diese umfassende Verantwortung wird in der 2019 erarbeiteten internen Richtlinie zur Wahrung der Menschenrechte geregelt. VERBUND achtet im Zuge dessen alle Arten von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten. Die Einhaltung von Gesetzen und Standards in den Bereichen Umwelt, Arbeitssicherheit sowie Gesundheit und Compliance zählt für VERBUND ebenfalls zu den Menschenrechten. Inhalte zum Thema Menschenrechte finden sich deshalb nicht nur in diesem Kapitel. Alle Führungskräfte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei VERBUND sind verantwortlich dafür, die Menschenrechte einzuhalten und etwaige Verstöße dem Chief Compliance Officer zu melden. Im Jahr 2019 wurden keine Verstöße gemeldet. Wesentliche Umweltverschmutzungen und erhebliche Mängel im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind ab 2020 dem Leiter der neu gegründeten Abteilung Corporate Responsibility zu melden. NFI-BERICHT 161 Menschenrechte bei VERBUND VERBUND verpflichtet sich, in allen internen Unternehmensbereichen die Einhaltung der Menschenrechte mit gebührender Sorgfalt sicherzustellen. Dafür stellt VERBUND sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen bereit und setzt auf vorbeugende Maßnahmen zur Minimierung von Gefahren und Risiken im Arbeitsumfeld. Zwangs- und Pflichtarbeit und insbesondere Kinderarbeit sind verboten. Im Rahmen von Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Arbeitsbedingungen offen kommunizieren und haben das Recht, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Sie beziehen Löhne und Gehälter, die ihnen und ihrer Familie ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. VERBUND lehnt jegliche Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung ab und arbeitet mit allen Menschen ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Kultur, Hautfarbe, Bildung, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität zusammen. Auch der Schutz der Umwelt stellt für VERBUND einen wichtigen Teil der Menschenrechte dar. Menschenrechte, die durch Umweltschäden gefährdet werden, sind u. a. das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard oder das Recht auf Gesundheit. Details dazu finden sich in den Kapiteln „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ und „Compliance“ sowie im DMA Das ComplianceManagement-System ist ebenfalls im DMA dargestellt Menschenrechte im Einflussbereich von VERBUND VERBUND ist auch in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und innerhalb seiner Lieferkette darauf GRI 414-1 bedacht, dass sämtliche Menschenrechte eingehalten werden. Durch seine Tätigkeit in manchen Regionen können sich jedoch Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte ergeben. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Konflikten, politischer Instabilität, Versagen des Rechtsstaats und Fehlen von Bürgerrechten geboten. In einem Umfeld mit korrupten Strukturen, extremer Armut, Naturkatastrophen oder räumlicher Nähe zu schutzbedürftigen Gruppen ist beim Eingehen oder Aufrechterhalten von Geschäftsbeziehungen mit Kunden oder Lieferanten mit besonderer Sorgfalt vorzugehen. Dafür werden von VERBUND u. a. Geschäftspartner-Integritätsprüfungen vor Beginn der Zusammenarbeit bei Projekten, Lieferantengespräche sowie regelmäßige Hotspot-Analysen innerhalb der Lieferkette durchgeführt. Lieferkette Die Betriebsführungs- und Erhaltungsmaßnahmen für bestehende Objekte und technische Anlagen prägen die Lieferkette von VERBUND. Die bezogenen Hauptleistungen betreffen dabei – abhängig von den jeweils geplanten Investitions- bzw. Instandhaltungsprogrammen – das Bau- und Baunebengewerbe sowie die elektro-maschinelle Anlagentechnik. Zusätzlich werden Leistungen unter anderem in den folgenden Bereichen zugekauft: sonstige Leistungen für Wartungen, Informations- und Kommunikationstechnik, Dienstleistungen, Kommunikation und Marketing. Die Beschaffung von Primärenergie (Kohle und Gas) für die thermische Erzeugung stellt einen weiteren Bestandteil innerhalb der Lieferkette dar. Aufgrund der strategischen Ausrichtung von VERBUND auf CO2-freie Erzeugung verliert diese Produktkategorie allerdings an Bedeutung. GRI 102-9 GRI 102-10 Details zur Lieferkette und zur Lieferantenbewertung finden sich im DMA 162 GRI 308-1 GRI 414-1 SDG 12 Der Großteil des Beschaffungsvolumens von VERBUND wird durch formalisierte Ausschreibungen über ein elektronisches Lieferanten- und Ausschreibungsportal abgewickelt. Im Zuge der Registrierung auf diesem Portal muss jeder potenzielle Lieferant auch einen Fragebogen zu den Themen Nachhaltigkeit, Compliance, Umweltschutz und Arbeitssicherheit ausfüllen. Diese und weitere Themen wie Organisationsführung, Antikorruption, fairer Wettbewerb, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Gesundheit, Informationssicherheit und Datenschutz, Schutz von geistigem Eigentum sowie Lieferkette sind zusätzlich in einem Supplier Code of Conduct geregelt. Derzeit sind insgesamt rund 4.900 potenzielle Lieferanten auf dem Lieferantenportal hinterlegt. Im Jahr 2019 kamen ca. 400 hinzu, wovon 52 % den Fragebogen bereits bis zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2019 beantwortet haben. Die vollständige Beantwortung des Fragebogens ist Voraussetzung, um an einem Ausschreibungsverfahren von VERBUND teilnehmen zu können. Beschaffungsstatistik GRI 204-1 Die Anzahl der von VERBUND beauftragten Lieferanten belief sich 2019 auf rund 4.700. Der Anteil des VERBUND-Bestellumsatzes in den Kernmärkten Österreich und Deutschland betrug 92 %. Die restlichen 8 % der Bestellungen wurden an Lieferanten aus anderen Ländern (vorwiegend aus dem EU-Raum) vergeben. Nachhaltigkeit ist Kern der VERBUND-Strategie. Insgesamt wurden 2019 Aufträge in Höhe von rund 480 Mio. € an Lieferanten in den folgenden 33 Ländern erteilt: Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, USA. Beschaffungsstatistik Einheit 2017 2018 2019 Beauftragte Lieferanten ca. Anzahl 4.500 4.500 4.700 Bestellvolumen Mio. € 305 480 480 davon Anteil in Österreich % 80 50 58 davon Anteil in Deutschland % 10 36 34 davon aus dem Rest der Welt % 10 14 8 Risiken in der Lieferkette GRI 103-2 Im Jahr 2017 wurde bei VERBUND unter Einbeziehung externer und interner Experten eine HotspotAnalyse zur Evaluierung der Risiken innerhalb der Lieferkette in den folgenden Bereichen durchgeführt: Arbeits- und Sicherheitsbedingungen, Korruption, Menschenrechte, Legal Compliance und NFI-BERICHT Umwelt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten auch im Jahr 2019 zu einer erhöhten Sensibilisierung bezüglich der Risikothematik in den Beschaffungsvorgängen. So fanden 2019 gezielt Lieferantengespräche in den Bereichen Stahlwasserbau, Bauleistungen sowie IT (Hardware und Software) statt. Diese Gespräche dienten dazu, Problematiken im Nachhaltigkeits- und Risikobereich zu erörtern und zusätzliche risikomindernde Maßnahmen festzulegen. 163 164 Wien, am 13. Februar 2020 Der Vorstand Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands Mag. Dr. Michael Strugl Stv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mag. Dr. Achim Kaspar Mitglied des Vorstands NFI-BERICHT 165 Unabhängiger Prüfungsbericht Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung Einleitung Wir haben Prüfungshandlungen zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit („Limited Assurance“) dahingehend durchgeführt, ob der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht zum 31.12.2019 in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (GRI-Standards: Option Kern) sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den Bericht. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter Die gesetzlichen Vertreter der VERBUND AG sind verantwortlich für die Erstellung des Berichtsinhaltes in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien sowie für die Auswahl der zu überprüfenden Angaben. Die Berichtskriterien umfassen die in den vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den Bericht. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben ist. Verantwortung des Prüfers Unsere Aufgabe besteht darin, auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit („Limited Assurance“) dahingehend abzugeben, ob die konsolidierte nichtfinanzielle Berichterstattung in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den Bericht. Wir haben die Prüfungshandlungen entsprechend dem International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000 (Revised), Assurance Engagements Other Than Audits or Reviews of Historical Financial Information, herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit aussagen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards Option: Kern aufgestellt worden ist sowie nicht alle in § 267a UGB geforderten Angaben enthalten sind. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger GRI 102-56 166 umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt, soweit sie für die Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit relevant sind: • Befragung der von der VERBUND AG genannten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinsichtlich der Nachhaltigkeitsstrategie, der Nachhaltigkeitsgrundsätze und des Nachhaltigkeitsmanagements • Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VERBUND AG zur Beurteilung der Methoden der Datengewinnung und -aufbereitung sowie der internen Kontrollen • Site-Visit in der Steuerzentrale (Austrian Power Grid AG) • Abgleich der im Bericht abgebildeten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren mit den zur Verfügung gestellten Dokumenten und Unterlagen • Des Weiteren erfolgten Prüfungshandlungen dahingehend, ob im konsolidierten nichtfinanziellen Bericht sämtliche gemäß § 267a UGB geforderten Informationen offengelegt werden. Zusammenfassende Beurteilung Auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards Option: Kern aufgestellt worden ist. Des Weiteren sind uns auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen keine Sachverhalte bekannt geworden, dass nicht sämtliche gemäß § 267a UGB geforderten Informationen im konsolidierten nichtfinanziellen Bericht offengelegt worden sind. Auftragsbedingungen Die „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“ (AAB 2018) vom 18.04.2018, herausgegeben von der Österreichischen Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sind Grundlage dieses Auftrags. Unsere Haftung ist gemäß Kapitel 7 AAB 2018 auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Im Falle grober Fahrlässigkeit beträgt die maximale Haftungssumme das Fünffache des vereinnahmten Honorars. Dieser Betrag bildet den Haftungshöchstbetrag, der nur einmal bis zu diesem Maximalbetrag ausgenutzt werden kann, dies auch, wenn es mehrere Anspruchsberechtigte gibt oder mehrere Ansprüche behauptet werden. Wien, 18. Februar 2020 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer Mag. Christof Wolf Wirtschaftsprüfer KONZERNABSCHLUSS 167 Konzernabschluss 168 Inhalt des Konzernabschlusses VON VERBUND Gewinn- und Verlustrechnung .................................................................................................... 169 Gesamtergebnisrechnung ........................................................................................................... 170 Bilanz ............................................................................................................................................. 171 Geldflussrechnung ....................................................................................................................... 172 Entwicklung des Eigenkapitals .................................................................................................... 174 Konzernanhang 2019.................................................................................................................... 176 1. Allgemeine Informationen zur Abschlusserstellung .......................................................... 176 2. Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen ............................................. 181 3. Performance im Geschäftsjahr ............................................................................................. 182 4. Langfristige Vermögenswerte ............................................................................................... 195 5. Finanzinstrumente ................................................................................................................. 217 6. Working Capital ...................................................................................................................... 232 7. Eigenkapital ............................................................................................................................ 235 8. Verbindlichkeiten ................................................................................................................... 236 9. Rückstellungen ....................................................................................................................... 242 10. Steuern .................................................................................................................................... 252 11. Risikomanagement ................................................................................................................ 253 12. Kapitalmanagement............................................................................................................... 263 13. Sonstiges.................................................................................................................................. 264 14. Erklärung der gesetzlichen Vertreter .................................................................................... 283 Bestätigungsvermerk .................................................................................................................... 284 KONZERNABSCHLUSS 169 Gewinn- und Verlustrechnung VON VERBUND in Tsd. € Nach IFRS Anhang Umsatzerlöse 20183 2019 2.671.066 3.895.022 Stromerlöse 3.2.1 2.011.275 3.190.810 Netzerlöse 3.2.1 537.168 566.581 Sonstige Erlöse 3.2.2 122.623 137.632 Sonstige betriebliche Erträge 3.2.3 65.492 74.082 Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 3.2.4 – 1.183.866 – 2.086.283 Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 3.2.5 – 125.781 – 116.922 Personalaufwand 3.2.6 – 322.834 – 332.426 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.2.7 – 239.831 – 249.957 864.245 1.183.517 EBITDA Planmäßige Abschreibungen 3.2.8 – 327.337 – 364.222 Wertminderungen1 3.2.9 – 8.977 – 1.221 1 Wertaufholungen 3.2.9 Operatives Ergebnis 127.183 47.844 655.114 865.917 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3.2.10 28.437 40.793 Sonstiges Beteiligungsergebnis 3.2.11 8.841 6.111 Zinsertrag 3.2.12 32.090 32.760 Zinsaufwand 3.2.13 – 127.442 – 110.395 Übriges Finanzergebnis 3.2.14 7.800 – 39.051 Wertminderungen 3.2.15 – 2.175 0 Wertaufholungen 3.2.15 Finanzergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern 330 16.381 – 52.119 – 53.401 602.995 812.516 – 126.750 – 171.803 Periodenergebnis 476.245 640.713 Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) 433.177 554.817 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 43.068 85.896 1,25 1,60 Ertragsteuern Ergebnis je Aktie in €2 1 3.2.16 3.2.17 Die Wertminderungen und Wertaufholungen wurden um etwaige Veränderungen von dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträgen und Zuschüssen der öffentlichen Hand gekürzt. // 2 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander. // 3 Die Vergleichszahlen für die Periode vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2018 wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst. 170 Gesamtergebnisrechnung von VERBUND in Tsd. € Nach IFRS Anhang Periodenergebnis Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen Bewertungen von Finanzinstrumenten Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Bewertungen von Cashflow Hedges Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 2019 476.245 640.713 9.2 – 25.477 – 134.017 3.3.1, 5.1 – 6.106 5.926 4.5.1 – 3.793 – 13.564 – 35.375 – 141.654 Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden Differenzen aus der Währungsumrechnung 2018 3.3.1 – 234 – 3.993 3.3.1, 5.1 – 27.881 370.796 3.3.1 160 – 364 Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden – 27.954 366.439 Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern – 63.330 224.785 7.865 32.957 Ertragsteuern auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert werden 3.3.2 Ertragsteuern auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 3.3.2 6.970 – 92.699 Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern – 48.494 165.043 Gesamtperiodenergebnis 427.751 805.756 Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) 386.589 729.108 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 41.161 76.648 KONZERNABSCHLUSS 171 Bilanz von VERBUND in Tsd. € Nach IFRS Anhang Langfristiges Vermögen 31.12.2018 31.12.2019 10.702.655 11.061.906 Immaterielle Vermögenswerte 4.1 644.250 652.045 Sachanlagen 4.2 8.957.118 9.110.760 Nutzungsrechte 4.3 0 133.425 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.5 323.290 332.155 Sonstige Beteiligungen 4.6, 5.1 130.315 138.103 Finanzanlagen und sonstige Forderungen 4.7, 5.1 647.682 695.418 Kurzfristiges Vermögen Vorräte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere Liquide Mittel 1.002.143 776.723 6.1 35.964 34.320 6.2, 5.1 926.831 697.768 6.3 39.347 44.635 11.704.798 11.838.629 31.12.2018 31.12.2019 Aktiva in Tsd. € Nach IFRS Anhang Eigenkapital 5.941.023 6.568.010 Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen 7 5.305.296 5.887.804 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 7 635.726 680.205 Langfristige Schulden Finanzverbindlichkeiten Rückstellungen Latente Steuerschulden Baukostenbeiträge und Zuschüsse Sonstige Verbindlichkeiten 3.967.971 4.107.390 5.1, 8.1 1.472.817 1.256.572 9 816.805 912.247 10 634.546 757.299 4.2.2 746.871 754.107 5.1, 8.2 296.932 427.164 1.795.804 1.163.229 5.1, 8.1 753.540 310.804 9 42.903 38.589 10 46.473 106.104 5.1, 6.4 952.888 707.732 11.704.798 11.838.629 Kurzfristige Schulden Finanzverbindlichkeiten Rückstellungen Laufende Steuerschulden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Passiva 172 Geldflussrechnung von VERBUND in Tsd. € Nach IFRS Anhang 2018 2019 Periodenergebnis 476.245 640.713 Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) immaterielle(n) Vermögenswerte(n) und Sachanlagen 208.440 315.212 Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) Finanzanlagen 10.627 10.685 – 16.689 – 26.527 – 626 9.810 62.844 18.661 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (gekürzt um erhaltene Dividenden) Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuerschulden Veränderung der Baukostenbeiträge und Zuschüsse – 615 7.236 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge – 26.741 – 46.851 Zwischensumme 713.484 928.940 Veränderung der Vorräte – 25.477 1.644 Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen – 225.838 162.773 Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten 261.929 55.624 Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und der laufenden Steuerschulden – 59.983 55.317 664.115 1.204.298 Cashflow aus operativer Tätigkeit 1 1 Im Cashflow aus operativer Tätigkeit sind 47,8 Mio. € gezahlte Ertragsteuern (Vorjahr: 81,6 Mio. €), 61,5 Mio. € gezahlte Zinsen (Vorjahr: 63,4 Mio. €), 0,1 Mio. € erhaltene Zinsen (Vorjahr: 0,2 Mio. €) und 21,1 Mio. € erhaltene Dividenden (Vorjahr: 24,0 Mio. €) enthalten. KONZERNABSCHLUSS 173 in Tsd. € Nach IFRS Anhang Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2018 2019 – 295.557 – 391.164 46.741 4.736 Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen – 218 – 51.375 Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 5.273 26.635 0 – 600 0 133 Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Tochterunternehmen sowie nach der Equity-Methode bilanzierter und sonstiger Beteiligungen Auszahlungen für Investitionen in kurzfristige Finanzanlagen Einzahlungen aus Abgängen von kurzfristigen Finanzanlagen Cashflow aus Investitionstätigkeit Einzahlungen aus Geldmarktgeschäften Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten – 200.004 0 110.000 89.984 – 333.765 – 321.651 10.695 53.948 100.000 0 – 252.208 – 720.892 0 – 32.332 – 178.084 – 178.084 – 319.596 – 877.360 Veränderung der liquiden Mittel 10.754 5.288 Liquide Mittel zum 1.1. 28.593 39.347 Gezahlte Dividenden Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3.4.1 Veränderung der liquiden Mittel 10.754 5.288 Liquide Mittel zum 31.12. 39.347 44.635 174 Entwicklung des Eigenkapitals von VERBUND Nach IFRS Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital Kapitalrücklagen Angesammelte Ergebnisse Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen 7 7 7 9.2 347.416 954.327 4.187.462 – 263.680 – – 49.922 – 347.416 954.327 4.237.384 – 263.680 Periodenergebnis – – 433.177 – Sonstiges Ergebnis – – – – 21.080 Gesamtperiodenergebnis – – 433.177 – 21.080 Dividende – – – 145.915 – Übrige Eigenkapitalveränderungen – – 765 0 Stand per 31.12.2018 347.416 954.327 4.525.411 – 284.760 Stand per 1.1.2019 – 284.760 Anhang Stand per 1.1.2018 Erstmalige Anwendung von IFRS 9 Angepasster Stand per 1.1.2018 347.416 954.327 4.525.411 Periodenergebnis – – 554.817 – Sonstiges Ergebnis – – 0 – 103.894 Gesamtperiodenergebnis – – 554.817 – 103.894 Dividende – – – 145.915 – Übrige Eigenkapitalveränderungen – – – 564 0 347.416 954.327 4.933.750 – 388.655 Stand per 31.12.2019 KONZERNABSCHLUSS 175 in Tsd. € Differenzen aus der Währungsumrechnung Bewertungen von Finanzinstrumenten Bewertungen von Cashflow Hedges Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnendes Eigenkapital Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital Gesamtsumme Eigenkapital 7 3.3, 4.5–4.7, 5.1 3.3, 5.1 – 7.154 53.253 – 207.573 5.064.051 626.776 – – 50.116 – – 194 – 42 – 236 – 7.154 3.137 – 207.573 5.063.857 626.734 5.690.591 – – – 433.177 43.068 476.245 7 5.690.827 – 293 – 4.418 – 20.797 – 46.587 – 1.907 – 48.494 – 293 – 4.418 – 20.797 386.589 41.161 427.751 – 178.084 – – – – 145.915 – 32.169 0 0 0 765 0 765 – 7.447 – 1.280 – 228.370 5.305.296 635.726 5.941.023 – 7.447 – 1.280 – 228.370 5.305.296 635.726 5.941.023 – – – 554.817 85.896 640.713 – 4.107 4.445 277.847 174.291 – 9.247 165.043 – 4.107 4.445 277.847 729.108 76.648 805.756 – – – – 145.915 – 32.169 – 178.084 – 140 0 0 – 704 0 – 704 – 11.694 3.165 49.497 5.887.804 680.205 6.568.010 176 Konzernanhang 2019 von VERBUND 1. Allgemeine Informationen zur Abschlusserstellung 1.1 Berichtendes Unternehmen Die VERBUND AG mit Sitz Am Hof 6a, 1010 Wien, ist das Mutterunternehmen des national wie international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen. VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt Strom an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Darüber hinaus handelt und vertreibt VERBUND Gas an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler sowie Haushaltskunden und erbringt energienahe Dienstleistungen. Weiters betreibt VERBUND durch die Austrian Power Grid AG das österreichische Übertragungsnetz und hält Beteiligungen an in- und ausländischen Energieversorgungsunternehmen. Die Struktur des vorliegenden Konzernanhangs wurde im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen der Initiative des International Accounting Standards Board (IASB) „Better Communication in Financial Reporting“ überarbeitet. Die neue Darstellung soll eine effektivere Kommunikation entscheidungsrelevanter Finanzinformationen ermöglichen. 1.2 Grundsätze der Rechnungslegung Grundlagen Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a (1) Unternehmensgesetzbuch (UGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a (1) UGB erfüllt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31. Dezember 2019. Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt (mit Ausnahme des Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €)). Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten. Konsolidierungsmethoden In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall. Die Erstkonsolidierung eines Tochterunternehmens erfolgt mithilfe der Erwerbsmethode. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, auf welche die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRS-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Konzerninterne Geschäfte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert. Bei konzerninternen Unternehmenserwerben und Zusammenführungen von Gemeinschaftsunternehmen werden die Buchwerte des übertragenen Unternehmens fortgeführt. KONZERNABSCHLUSS 177 Wenn VERBUND bei Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem anderen gemeinschaftlich Tätigen geführt werden, Rechte an den dem Beteiligungsunternehmen zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für dessen Schulden hat, bilanziert VERBUND seinen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen. Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist im Kapitel „Konzernunternehmen“ dargestellt. Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2019 wie folgt geändert: Konsolidierungskreis Konsolidierungskreis Stand per 31.12.2018 Vollkonsolidierung Bilanzierung nach der Equity-Methode Bilanzierung als gemeinschaftliche Tätigkeit 32 8 1 0 Zugänge durch Neugründungen 3 0 Abgänge aus Veräußerungen 0 –1 0 35 7 1 davon inländische Unternehmen 14 7 1 davon ausländische Unternehmen 21 0 0 Stand per 31.12.2019 Im Berichtsjahr 2019 wurden die Gesellschaften VERBUND Energy4Customers GmbH, VERBUND Green Power GmbH sowie VERBUND Energy4Flex GmbH neu gegründet und erstmalig konsolidiert. Der Abgang bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften betrifft die VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH. In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Die funktionale Währung der VERBUND AG, der vollkonsolidierten Tochterunternehmen (mit Ausnahme von VERBUND Wind Power Romania SRL und VERBUND Trading Romania SRL) sowie aller nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen ist der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND werden die Jahresabschlüsse der rumänischen Tochterunternehmen nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. mit von lokalen Nationalbanken veröffentlichten Kursen umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monatsdurchschnittskursen. Differenzen aus der Umrechnung zu Stichtagskursen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen. Währungsumrechnung 178 Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt: Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse Land Rumänien Währungseinheit 31.12.2018 Stichtagskurs 31.12.2019 Stichtagskurs 2018 Durchschnittskurs 2019 Durchschnittskurs 4,6635 4,7793 4,6561 4,7441 1 € = RON Regulatorische Vermögenswerte und Schulden Regulatorische Vermögenswerte und Schulden resultieren aus temporären Mehr-/Mindererlösen aufgrund der vom Regulator festgelegten Netztarife. VERBUND ist mit seinem Geschäftssegment Netz einem solchen durch die Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) regulierten Tarifregime unterworfen. Im Konzernabschluss von VERBUND werden, so die allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht erfüllt sind, weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regulatorische Schulden passiviert. Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln In der Berichtsperiode 2019 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden bzw. wurden von VERBUND frühzeitig angewendet: Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch das IASB (übernommen von der EU) Pflicht zur Anwendung für VERBUND Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND IAS 19 Änderungen: Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen 7.2.2018 (13.3.2019) 1.1.2019 Keine IAS 28 Änderungen: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 12.10.2017 (8.2.2019) 1.1.2019 Keine IFRS 16 Leasingverhältnisse 13.1.2016 (31.10.2017) 1.1.2019 Siehe unten IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 7.6.2017 (23.10.2018) 1.1.2019 Keine Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2015 – 2017 12.12.2017 (14.3.2019) 1.1.2019 Keine Am 13. Jänner 2016 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 16. Dieser Standard ersetzt IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27. Der neue Standard sieht vor, dass alle Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Die neuen Regeln des IFRS 16 führen zu einer Bilanzverlängerung, zu einer Verbesserung des EBITDA bei gleichzeitig höheren Abschreibungen und Zinsaufwendungen sowie zu einer Verschiebung des Aufwands aus Leasingverhältnissen hin zum Beginn der jeweiligen Vertragslaufzeit. Die Leasingverhältnisse von VERBUND umfassen im Wesentlichen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Kraftwerken, Gebäuden, Grundstücken, Leitungen und Fahrzeugen. Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 wurde rückwirkend durchgeführt, wobei eine Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge zum Erstanwendungszeitpunkt erfolgte. In diesem Sinne wurden per 1. Jänner 2019 Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 155,7 Mio. € KONZERNABSCHLUSS 179 erfasst. Hierbei wurden die Nutzungsrechte zum Erstanwendungszeitpunkt in der Höhe der Leasingverbindlichkeiten erfasst. In der Bilanz werden die Nutzungsrechte in den gleichen Bilanzposten aufgenommen, in denen auch die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Vermögenswerte dargestellt werden würden. Leasingverbindlichkeiten werden in den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt. Aus dieser Ersterfassung hat sich keine Auswirkung auf das Eigenkapital ergeben. Es wurde vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine erneute Beurteilung zu verzichten, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne des IFRS 16 enthält, sofern dieser zum Erstanwendungszeitpunkt bereits bestand. Für diese Verträge greift die bisherige Einstufung nach IAS 17 und IFRIC 4. Als Abzinsungssatz wurde der Grenzfremdkapitalzinssatz zum Erstanwendungszeitpunkt herangezogen. Der gewichtete Durchschnittszinssatz betrug 1,2 %. Auf Portfolien ähnlich ausgestalteter Leasingverhältnisse wurde bei der Erstanwendung ein einziger Abzinsungssatz angewendet. Darüber hinaus wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, bei Leasingverhältnissen auf eine Wertminderungsprüfung zu verzichten. Stattdessen wurde bewertet, ob es sich um einen belasteten Vertrag handelt, und anschließend das Nutzungsrecht in Höhe der allenfalls bestehenden Rückstellung berichtigt. Leasingzahlungen für Leasingverhältnisse, deren Vertragslaufzeit oder deren Restlaufzeit zum Erstanwendungszeitpunkt zwölf Monate oder weniger beträgt, sowie für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden zum Teil weiterhin als Aufwand erfasst. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der zum 31. Dezember 2018 ausgewiesenen Mindestleasingzahlungen zu der am 1. Jänner 2019 erfassten Leasingverbindlichkeit: Überleitung der Mindestleasingzahlungen zu der erfassten Leasingverbindlichkeit in Mio. € Verpflichtung innerhalb eines Jahres 32,2 Verpflichtung länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahre 72,2 Verpflichtung länger als fünf Jahre Summe Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverhältnissen Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen und solchen mit geringem Wert 76,5 180,9 – 0,2 Summe der Verpflichtungen für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeit 180,6 Effekt aus der Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz – 24,9 Leasingverbindlichkeit zum 1.1.2019 155,7 180 Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln Das IASB hat weiters Standards verabschiedet, die von VERBUND in der Berichtsperiode 2019 noch nicht angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden waren: Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln Standard bzw. Interpretation Pflicht zur Anwendung für VERBUND Voraussichtliche wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND 31.10.2018 (29.11.2019) 1.1.2020 Keine 18.5.2017 (offen) 1.1.2021 Keine IAS 1 und IAS 8 Änderungen: Definition von „wesentlich“ IFRS 17 Versicherungsverträge IFRS 3 Änderungen: Definition eines Geschäftsbetriebs 22.10.2018 (für Q1/2020 erwartet) 1.1.2020 In Abhängigkeit der Ausgestaltung etwaiger zukünftiger Transaktionen könnte der Erwerb von Kraftwerken durch einen Share Deal eher als ein Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten eingestuft werden IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform 26.9.2019 (15.1.2020) 1.1.2020 Kein wesentlicher Einfluss der erwarteten IBOR-Reform auf Sicherungsbeziehungen Diverse Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept zur Rechnungslegung 29.3.2018 (29.11.2019) 1.1.2020 Keine 1 Änderung einer Bilanzierungs- und Bewertungsmethode Veröffentlicht durch das IASB (Übernahme durch die EU)1 Grundlage: EU Endorsement Status Report vom 23. Jänner 2020 In einer Sitzung des IFRS Interpretations Committee im März 2019 wurde die bilanzielle Darstellung von „Verträgen über den Kauf oder Verkauf von nicht finanziellen Vermögenswerten im Rahmen des IFRS 9“ diskutiert. Aufgrund der daraus resultierenden IFRIC Non-Agenda Decision wurde die Darstellung des Bewertungsergebnisses von Energiederivaten in der Gewinn- und Verlustrechnung geändert. Das bisher in den Umsatzerlösen saldierte Bewertungsergebnis von Derivaten wird rückwirkend nach Kauf- und Verkaufsverträgen aufgeteilt und entsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder in den Bezugsaufwendungen dargestellt. Die Änderung der Bilanzierungsmethode erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv durch Anpassung sämtlicher Vergleichsinformationen. Für die Berichts- und Vergleichsperiode ergaben sich folgende Korrekturbeträge: Korrekturbeträge für die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. € 2018 Umsatzerlöse Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug EBITDA 2019 – 176,9 318,9 176,9 – 318,9 0,0 0,0 KONZERNABSCHLUSS 181 2. Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen Im Rahmen der Anwendung der IFRS werden dem Abschlussersteller diverse Wahlrechte eingeräumt. Aus diesem Grund muss das Management Ermessensentscheidungen sowie Einschätzungen und Annahmen über künftige Entwicklungen treffen, die Beträge im vorliegenden Konzernabschluss signifikant beeinflussen können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den auf Basis der getroffenen Einschätzungen und Annahmen angesetzten Beträgen abweichen. Die Einschätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die folgenden Ermessensentscheidungen und zukunftsbezogenen Annahmen haben wesentlichen Einfluss auf den Abschluss: Ermessensentscheidungen und zukunftsbezogenen Annahmen Einschätzung der Laufzeit von Leasingverhältnissen Kapitel 4.3 Bestimmung des Diskontierungszinssatzes für Werthaltigkeitstests Kapitel 4.4 Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten Kapitel 4.4.1 Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken Kapitel 4.4.2 Bewertung von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungen Kapitel 9.2 Bewertung von sonstigen Rückstellungen Kapitel 9.3 Eventualverbindlichkeiten Kapitel 13.1 Beurteilung, ob andere Unternehmen von VERBUND beherrscht bzw. gemeinschaftlich geführt werden oder ob VERBUND maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann bzw. ob ein Unternehmen eine gemeinschaftliche Tätigkeit von VERBUND darstellt Kapitel 13.4 Bewertung von gemeinschaftlichen Tätigkeiten Kapitel 13.4 182 3. Performance im Geschäftsjahr 3.1 Segmentberichterstattung Gemäß § 8 Abs. 3 Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsgesetz (ElWOG) haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandels- und Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (Management Approach) auszurichten. Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen daher der internen Berichtsstruktur an den Gesamtvorstand als Hauptentscheidungsträger, wodurch sich die folgende Abgrenzung ergibt: Abgrenzung der Geschäftssegmente Erneuerbare Erzeugung Erzeugungstechnologien Wasser, Wind und Photovoltaik Absatz Handels- und Vertriebsaktivitäten Netz Aktivitäten der Austrian Power Grid AG (APG) Alle sonstigen Segmente Energiedienstleistungen Neue Dienstleistungen für den Strommarkt der Zukunft (insbesondere Aktivitäten der VERBUND Solutions GmbH) Thermische Erzeugung Strom- und Wärmeerzeugung der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG aus den Brennstoffen Kohle und Gas Services Konzerninterne Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH Beteiligungen Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Segmente, die die quantitativen Schwellenwerte nicht überschreiten, werden in der Kategorie „Alle sonstigen Segmente“ zusammengefasst. Die Spalte Überleitung/Konsolidierung enthält die Aktivitäten der VERBUND AG und der VERBUND Finanzierungsservice GmbH sowie nicht konsolidierte Beteiligungen, die keinem Segment zugeordnet wurden, und auf Konzernebene durchzuführende Konsolidierungen. Zur Kontrolle und Steuerung der Geschäftssegmente werden die folgenden Kennzahlen berichtet: Kennzahlen – Segmentberichterstattung EBITDA Interne Performancemessung je Geschäftssegment. Transaktionen zwischen Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen Beurteilung des Segments „Beteiligungen“ Capital Employed Gesamtvermögen abzüglich Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten beinhalten Bewertungseffekte aus Energiederivaten, die Auflösung von Baukostenbeiträgen, unbare Rückstellungsveränderungen sowie Abschreibungen auf Primärenergievorräte. Darüber hinaus werden insbesondere die Zugänge und laufenden Abschreibungen von immateriellem und Sachanlagevermögen sowie die Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen je Segment berichtet. Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRS. KONZERNABSCHLUSS 183 Geschäftssegmentdaten in Mio. € Erneuerbare Erzeugung Absatz Netz Alle sonstigen Segmente Überleitung/ Konsolidierung Summe Konzern 3.895,0 2019 Außenumsatz 211,0 2.875,7 778,8 26,0 3,5 Innenumsatz 1.021,5 273,3 33,0 200,7 – 1.528,5 0,0 Gesamtumsatz 1.232,5 3.149,0 811,8 226,7 – 1.525,0 3.895,0 EBITDA 859,7 55,3 257,8 45,1 – 34,3 1.183,5 – 231,2 – 1,0 – 115,8 – 14,3 – 1,9 – 364,2 Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (operatives Ergebnis) 47,8 0,0 0,0 – 1,2 0,0 46,6 Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten 61,8 – 3,9 12,6 17,2 2,5 90,1 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3,7 0,0 0,1 37,0 0,0 40,8 Abschreibungen Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Finanzergebnis) Capital Employed davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 16,4 0,0 0,0 0,0 0,0 16,4 6.566,8 102,8 1.459,6 529,7 80,9 8.739,9 4,3 0,0 1,4 326,4 0,0 332,2 193,7 0,6 242,5 15,6 2,3 454,7 0,0 0,0 0,0 0,6 0,0 0,6 184 Geschäftssegmentdaten in Mio. € Erneuerbare Erzeugung Absatz Netz Außenumsatz 179,1 1.612,4 849,9 Innenumsatz 724,7 302,6 52,6 Gesamtumsatz 903,8 1.914,9 902,5 EBITDA 514,5 83,4 Alle sonstigen Segmente Überleitung/ Konsolidierung Summe Konzern 26,7 3,0 2.671,1 224,5 – 1.304,4 0,0 251,3 – 1.301,4 2.671,1 242,4 57,3 – 33,3 864,2 2018 Abschreibungen – 229,9 – 1,1 – 84,1 – 11,8 – 0,4 – 327,3 Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (operatives Ergebnis) 112,1 0,0 0,0 6,1 0,0 118,2 Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten 52,4 – 2,4 11,7 12,4 3,8 77,9 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,0 0,0 0,1 28,4 0,0 28,4 Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Finanzergebnis) Capital Employed davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Überleitungsrechnungen – 2,2 0,0 0,0 0,3 0,0 – 1,8 6.602,2 290,9 1.311,9 502,7 185,2 8.892,8 2,7 0,0 1,4 319,2 0,0 323,3 106,5 2,2 181,3 19,7 1,6 311,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Das EBITDA in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND. Die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden. Die Überleitung vom Gesamtbetrag für das Capital Employed zur Bilanzsumme von VERBUND ergibt sich wie folgt: Überleitungsrechnung vom Capital Employed zur Bilanzsumme Capital Employed Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes Vermögen Unverzinsliche Schulden Summe der Vermögenswerte von VERBUND in Mio. € 2018 2019 8.892,8 8.739,9 935,3 924,4 1.876,7 2.174,3 11.704,8 11.838,6 KONZERNABSCHLUSS 185 Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich. Die Angaben sind im Kapitel 3.2.1 „Umsatzerlöse“ dargestellt. Es gibt keinen einzelnen Kunden von VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10 % der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen. Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen Immaterielles und Sachanlagevermögen in Mio. € 2018 2019 9.601,4 9.762,8 davon in Österreich 6.864,6 7.012,3 davon in Deutschland 2.616,5 2.613,1 davon in restlichen EU-Staaten Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen davon in Österreich 120,2 137,4 323,3 332,2 323,3 332,2 0,0 0,0 0,0 0,0 davon in Deutschland davon in anderen Staaten 1 Unternehmensweite Angaben 1 Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die die Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk hält. 3.2 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung VERBUND erzielt im Wesentlichen Erlöse aus Verträgen mit Kunden aus der Lieferung von Strom und Gas sowie durch den Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes, deren Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den folgenden Tabellen dargestellt werden: Erlöse aus Verträgen mit Kunden Zahlungsziel Signifikante Finanzierungskomponente Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler sowie Energieversorgungsunternehmen 20 Tage Nein Industriekunden 14 – 60 Tage Nein Gewerbekunden 14 Tage Nein Haushaltskunden 14 Tage Nein Erlöse durch den Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes 14 Tage Nein 3.2.1 Umsatzerlöse 186 Bewertung von Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 Verträge mit Kunden zur Lieferung von Strom und Gas Verträge mit Kunden durch den Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes Leistung/ Gegenleistung Bei den Verträgen zur Lieferung von Strom und Gas setzt sich die erhaltene Gegenleistung in der Regel aus einem Leistungs- und einem Arbeitspreis zusammen. Während der Arbeitspreis von der bezogenen Menge an Strom und Gas abhängt, ist der Leistungspreis davon unabhängig. Die Leistungen umfassen im Wesentlichen System-, Regel- und Ausgleichsenergie- sowie Engpassmanagement- und Redispatch-Dienstleistungen. Die erhaltene Gegenleistung für diese Leistungen hängt überwiegend vom Stromverbrauch der Kunden bzw. den Kosten, die für die jeweiligen Leistungen bei VERBUND entstanden sind, ab. Umsatzrealisierung Die Umsatzrealisierung erfolgt, sobald die Kontrolle über die Güter bzw. Dienstleistungen auf den Kunden übergegangen ist. Die Übertragung der Kontrolle erfolgt über den Zeitraum der Leistungserbringung. Die Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND seinen Bemühungen hinsichtlich der Lieferung von Strom und Gas nachgekommen ist (der Kunde also jederzeit Strom bzw. Gas beziehen konnte bzw. bezogen hat) und ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung besteht. Die Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung hat. Die Übertragung der Kontrolle erfolgt über den Zeitraum der Leistungserbringung. Besonderheiten Zum Teil werden bei Verträgen zur Lieferung von Strom und Gas dem Kunden auch Netzkosten in Rechnung gestellt. Da VERBUND die Kontrolle über die Netzdienstleistungen vor Übertragung an den Kunden nicht kontrolliert, ist VERBUND in Bezug auf diese Leistungen als Agent anzusehen. Für die Netzdienstleistungen erfolgt daher keine Umsatzrealisierung. keine Art des Vertrags KONZERNABSCHLUSS 187 Umsatzerlöse nach Segmenten in Mio. € 2018 Inland 2019 Inland 2018 Ausland 2019 Ausland 2018 Summe 2019 Summe Stromerlöse Weiterverteiler 60,9 68,5 75,4 32,3 136,3 100,8 Stromerlöse Händler 14,3 16,1 9,6 7,0 23,8 23,1 0,0 0,0 0,0 58,5 0,0 58,5 Stromerlöse Endkunden Stromerlöse – Segment Erneuerbare Erzeugung 75,1 84,6 85,0 97,8 160,1 182,5 Stromerlöse Weiterverteiler 311,6 689,2 357,9 331,7 669,5 1.020,9 Stromerlöse Händler 180,4 349,8 211,3 781,4 391,8 1.131,3 Stromerlöse Endkunden 250,4 364,0 234,0 290,5 484,4 654,5 Stromerlöse – Segment Absatz 742,4 1.403,0 803,2 1.403,6 1.545,7 2.806,6 67,9 103,7 227,3 90,1 295,2 193,9 Stromerlöse Weiterverteiler Stromerlöse Händler 6,7 5,5 3,6 2,4 10,2 7,9 74,6 109,3 230,9 92,5 305,5 201,8 Stromerlöse Weiterverteiler 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Stromerlöse – Alle sonstigen Segmente 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Stromerlöse – Überleitung 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Summe der Stromerlöse 892,1 1.596,9 1.119,2 1.594,0 2.011,3 3.190,8 Netzerlöse Energieversorgungsunternehmen 395,2 Stromerlöse – Segment Netz 386,2 374,7 15,1 20,5 401,3 Netzerlöse Industriekunden 10,4 6,9 0,0 0,0 10,4 6,9 Netzerlöse Übrige 25,1 39,6 100,4 124,8 125,5 164,4 421,7 421,3 115,5 145,3 Summe der Netzerlöse – Segment Netz 537,2 566,6 Sonstige Erlöse – Segment Erneuerbare Erzeugung 19,0 28,5 Sonstige Erlöse – Segment Absatz 66,7 69,1 7,2 10,3 26,7 26,0 Sonstige Erlöse – Segment Netz Sonstige Erlöse – Alle sonstigen Segmente Sonstige Erlöse – Überleitung Summe der sonstigen Erlöse Summe der Umsatzerlöse 3,0 3,6 122,6 137,6 2.671,1 3.895,0 In der Berichtsperiode 2019 wurden 4,1 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) an Bewertungen von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich und Realisierungen von Standard-Terminkontrakten im Trading-Bereich als Umsatzerlös erfasst. Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, werden die Energiehandelsumsätze netto ausgewiesen, d. h. Realisierungen und Bewertungen werden jeweils saldiert dargestellt. Ohne diesen Nettoausweis wären die Stromerlöse (und die Strombezugsaufwendungen) der Berichtsperiode 2019 um 4.450,1 Mio. € (Vorjahr: 2.202,0 Mio. €) und die sonstigen Erlöse um 1.843,7 Mio. € (Vorjahr: 2.151,3 Mio. €) höher gewesen. 188 3.2.2 Sonstige Erlöse Sonstige Erlöse 2019 Verkauf von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten 34,8 47,0 Verkauf von Gas 44,8 42,2 Fernwärmelieferungen 20,1 20,6 Consulting- und Projektierungsleistungen sowie sonstige Leistungsverrechnungen 13,2 12,7 Übrige Sonstige Erlöse 3.2.3 Sonstige betriebliche Erträge 15,0 137,6 in Mio. € 2018 Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen 2019 30,6 35,2 Diverse Lieferungen und Leistungen 9,1 10,7 Miet- und Pachterträge 2,5 3,7 Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 2,2 2,3 1,5 1,6 Übrige 19,5 20,6 Sonstige betriebliche Erträge 65,5 74,1 Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug Aufwendungen für Strombezug in Mio. € 2018 2019 1.109,0 1.977,8 Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung) 30,8 62,9 Aufwendungen für Gasbezug 40,3 39,7 4,4 4,5 Aufwendungen für den Bezug von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten Emissionszertifikatebezug (Handel) Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 3.2.5 Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 9,7 122,6 Sonstige betriebliche Erträge (Versicherungs-)Entschädigungen 3.2.4 Strom-, Netz-, Gasund Zertifikatebezug in Mio. € 2018 – 0,5 1,4 1.183,9 2.086,3 Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen in Mio. € 2018 2019 Erdgaseinsatz 62,3 41,0 Kohleeinsatz 26,1 28,8 Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate 16,4 24,8 Sonstige umsatzabhängige Aufwendungen 19,6 21,9 Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 1,4 0,4 125,8 116,9 Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen KONZERNABSCHLUSS 189 Personalaufwand Löhne und Gehälter Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge Sonstige Sozialaufwendungen Zwischensumme Aufwendungen für Altersversorgung Aufwendungen für Abfertigungen Personalaufwand in Mio. € 2018 2019 241,2 255,1 54,1 55,4 3,6 3,8 298,9 314,4 18,6 16,9 5,4 1,1 322,8 332,4 3.2.6 Personalaufwand Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 7,3 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €). Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten insgesamt 1,9 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeitervorsorgekasse. Sonstige betriebliche Aufwendungen in Mio. € 2018 2019 Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte 82,7 87,7 Sonstige Leistungen durch Dritte 20,3 24,5 Informatikaufwand 18,4 23,3 Werbeaufwendungen 15,0 15,4 Kosten für beigestelltes Personal 11,4 13,0 Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen 11,3 11,7 Aufwand für Aufsicht durch die E-Control 11,6 11,4 Reisespesen, Fortbildung 8,9 9,2 Materialaufwand für Instandhaltung und Kfz-Betrieb 5,4 5,5 Bezogene Telekommunikationsdienstleistungen 4,7 4,7 Entschädigungsleistungen 3,3 4,4 Gebühren 5,9 4,2 Versicherungen 3,4 3,9 Betriebskosten 4,6 3,4 Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1,2 3,2 Mitgliedsbeiträge 2,9 2,7 Konzessionsabgaben 2,7 2,7 2,3 2,5 Benützungsentgelte Auflösung von Rückstellungen – 1,4 0,0 Übrige 25,2 16,7 239,8 250,0 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.2.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen 190 3.2.8 Planmäßige Abschreibungen Planmäßige Abschreibungen in Mio. € Abschreibungen auf Sachanlagen 2019 320,4 322,1 Abschreibungen auf Nutzungsrechte 0,0 34,6 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 7,0 7,5 327,3 364,2 Planmäßige Abschreibungen 3.2.9 Wertminderungen und Wertaufholungen 2018 Wertminderungen und Wertaufholungen in Mio. € 2018 2019 Windparks Rumänien 26,5 28,6 Laufwasserkraftwerk Gries1 – 5,5 11,3 Abgegrenzte Baukostenbeiträge für das Laufwasserkraftwerk Gries 1 0,9 – 1,7 Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf1 13,5 10,4 Abgegrenzte Baukostenbeiträge für die Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf1 – 1,0 – 0,8 Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach 21,1 0,0 Abgegrenzte Baukostenbeiträge für die Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach – 0,5 0,0 Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke 55,8 0,0 6,2 0,0 5,7 0,0 Stillgelegte thermische Kraftwerksanlagen und Grundstücke in Dürnrohr und Korneuburg Laufwasserkraftwerk Pernegg Baukostenbeiträge Murkraftwerk Graz – 4,3 0,0 Übrige – 0,1 – 1,2 118,2 46,6 Wertminderungen und Wertaufholungen 1 In der Berichtsperiode 2019 war die Werthaltigkeit der Laufwasserkraftwerke und der Baukostenbeiträge für die Laufwasserkraftwerke Gries, Gössendorf und Kalsdorf aufgrund aktualisierter Strompreisprognosen sowie des aktualisierten Diskontierungszinssatzes zu überprüfen. 3.2.10 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3.2.11 Sonstiges Beteiligungsergebnis Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen resultiert im Wesentlichen aus der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, die in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit, mit dem Schwerpunkt Kärnten, und international tätig ist. Sonstiges Beteiligungsergebnis in Mio. € 2018 2019 Erträge aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 9,4 6,8 Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 0,0 0,0 Aufwendungen aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 0,0 0,0 – 0,6 – 0,7 8,8 6,1 Aufwendungen aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen Sonstiges Beteiligungsergebnis KONZERNABSCHLUSS 191 Zinsertrag Zinsen aus Finanzanlagen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen in Mio. € 2018 2019 29,8 30,3 Zinsen aus Geldmarktgeschäften 0,1 0,1 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2,3 2,4 32,1 32,8 Zinsertrag Zinsaufwand in Mio. € 2018 2019 Zinsen für Anleihen 49,7 34,7 Zinsen für Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen 29,8 30,3 Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferverpflichtungen 15,9 15,3 Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen 10,8 12,5 Zinsen für Bankkredite 11,8 9,2 Zinsen für eine Anteilsrückgabeverpflichtung 4,9 4,8 Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen 1,6 2,0 Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile 0,1 0,1 0,0 – 1,0 – 3,2 – 3,1 Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeit aus Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteilen1 Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsaufwand 1 6,0 5,8 127,4 110,4 3.2.12 Zinsertrag 3.2.13 Zinsaufwand In der Berichtsperiode 2019 erwarb VERBUND bisher von den anderen Kommanditisten gehaltene Anteile an den zehn Windparkgesellschaften im Gebiet des rheinland- pfälzischen Hunsrücks. Dadurch sanken die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile, die in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst werden. Übriges Finanzergebnis in Mio. € 2018 2019 Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung 7,8 – 55,6 Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen 2,4 44,1 Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten im Finanzbereich 1,0 0,8 Fremdwährungskursgewinne 0,2 0,2 Veränderung erwartete Kreditverluste 0,2 0,0 – 0,1 – 0,2 Fremdwährungskursverluste Aufwendungen aus Finanzinstrumenten Bewertung von nicht derivativen Finanzinstrumenten 0,0 – 1,4 – 6,3 – 27,0 Übrige 2,6 0,0 Übriges Finanzergebnis 7,8 – 39,1 Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. 3.2.14 Übriges Finanzergebnis 192 Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen. 3.2.15 Wertminderung und Wertaufholungen Im Vorjahr betrafen die Wertminderungen im Finanzergebnis im Wesentlichen die nach der EquityMethode bilanzierte Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. In der Berichtsperiode 2019 bestand aufgrund der aktualisierten Strompreisprognosen sowie des per 31. Dezember 2019 angepassten Diskontierungszinssatzes Anlass für eine Werthaltigkeitsprüfung. Als Ergebnis dieser Überprüfung kam es zu einer Wertaufholung bei der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. 3.2.16 Ertragsteuern Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25,0 %. Von den vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet: Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen in % 2018 Österreich 2019 25,0 25,0 Deutschland – Personengesellschaften1 12,37 – 12,95 12,37 – 12,95 Deutschland – Kapitalgesellschaften2 24,23 – 32,98 24,23 – 32,98 16,0 16,0 Rumänien 1 2 Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist. // Der angegebene Körperschaftsteuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen; der Gruppenträger ist die VERBUND AG. Der Steuervorteil aus der Firmenwertabschreibung (§ 9 Abs. 7 KStG 1988) wird als temporäre Differenz bei Anteilen an Tochterunternehmen (Outside Basis Difference) behandelt. Ertragsteuern in Mio. € 2018 2019 Aufwand für laufende Ertragsteuern 22,2 101,0 Aufwand für zukünftige Nachversteuerungen von Verlustübernahmen ausländischer Gruppenmitglieder 12,8 6,4 1 Aufwand für latente Ertragsteuern Ertragsteuern 1 Im Aufwand für laufende Ertragsteuern sind aperiodische Anpassungen in Höhe von 5,9 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €) enthalten. 91,7 64,4 126,8 171,8 KONZERNABSCHLUSS 193 Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und erfasstem Steueraufwand von VERBUND sind wie folgt: Steuerüberleitungsrechnung in Mio. € 2018 2019 150,7 203,1 Abweichende Steuersätze – 2,4 – 2,8 Steuerliche Firmenwertabschreibungen – 2,9 – 2,9 Rechnerischer Ertragsteueraufwand (25,0 %) Werthaltigkeitsprüfungen von nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen Beteiligungen 0,5 – 4,1 – 12,7 – 4,5 Steuerfreie Beteiligungserträge – 5,9 – 5,3 Mangels Verwertbarkeit nicht besteuerte Ergebnisse – 1,4 – 6,1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – 3,6 – 6,6 Bisher nicht berücksichtigte latente Steuern Differenzen aus sonstigen Posten (jeweils < 2 Mio. €) Ertragsteueraufwand der Periode Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) Erfasster Ertragsteueraufwand Effektivsteuersatz 1,6 2,1 124,0 173,0 2,7 – 1,2 126,8 171,8 21,0 % 21,1 % Ermittlung des Ergebnisses je Aktie in Mio. € 2018 2019 Periodenergebnis 476,2 640,7 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis – 43,1 – 85,9 Konzernergebnis 433,2 554,8 347.415.686 347.415.686 1,25 1,60 Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl Ergebnis je Aktie in €1 1 3.2.17 Ergebnis je Aktie Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander. 3.3 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. € 2018 2019 Bewertungsergebnis im Eigenkapital – 0,2 – 4,0 Differenzen aus der Währungsumrechnung – 0,2 – 4,0 – 207,3 106,4 Bewertungsergebnis im Eigenkapital Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung 179,5 264,4 Bewertungen von Cashflow Hedges – 27,9 370,8 Bewertungsergebnis im Eigenkapital 0,2 – 0,4 Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,2 – 0,4 – 28,0 366,4 Sonstiges Ergebnis 3.3.1 Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 194 3.3.2 Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis in Mio. € 2018 Vor Steuern Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen Bewertungen von Finanzinstrumenten Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden Differenzen aus der Währungsumrechnung Bewertungen von Cashflow Hedges Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 2018 Steuern 2018 Nach Steuern 2019 Vor Steuern – 25,5 6,3 – 19,1 – 6,1 1,5 – 4,6 – 3,8 – – 35,4 7,9 2019 Steuern 2019 Nach Steuern – 134,0 34,4 – 99,6 5,9 – 1,5 4,4 – 3,8 – 13,6 – – 13,6 – 27,5 – 141,7 33,0 – 108,7 – 0,2 – – 0,2 – 4,0 – – 4,0 – 27,9 7,0 – 20,9 370,8 – 92,7 278,1 0,2 – 0,2 – 0,4 – – 0,4 Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden – 28,0 7,0 – 21,0 366,4 – 92,7 273,7 Sonstiges Ergebnis – 63,3 14,8 – 48,5 224,8 – 59,7 165,0 3.4 Erläuterungen zur Geldflussrechnung Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammensetzung des Fonds der liquiden Mittel ist in Kapitel 6 „Working Capital“ ersichtlich. In Zusammenhang mit Zugängen zu immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden offene Posten an kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 105,2 Mio. € (Vorjahr: 48,2 Mio. €). 3.4.1 Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile in Mio. € 2018 2019 – 145,9 – 145,9 – 32,2 – 32,2 KONZERNABSCHLUSS 4. Langfristige Vermögenswerte 4.1 Immaterielle Vermögenswerte Firmenwerte Firmenwerte sind nicht planmäßig abzuschreiben, sondern gemäß IAS 36 mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen (siehe Kapitel 4.4.1 „Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten“). Zusätzlich erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Konzernzwischenabschlusses eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Sonstige immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre. Software wird über vier Jahre abgeschrieben. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 17,5 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €). Forschungskosten werden in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Ebenso werden Entwicklungskosten mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien gemäß IAS 38 in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Emissionszertifikate Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 38, IAS 20 und IAS 37. Die Emissionszertifikate werden zum beizulegenden Zeitwert (unentgeltlich zugeteilte Zertifikate) oder zu den Anschaffungskosten (entgeltlich erworbene Zertifikate) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts ein Passivposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird durch eine sonstige Verbindlichkeit berücksichtigt. Bei einer Unterdeckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der fehlenden Emissionszertifikate. Die Bewertung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. 195 196 4.1.1 Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte in Mio. € Konzessionen, Rechte, Lizenzen Firmenwerte Summe 148,8 766,8 915,6 0,0 0,0 0,0 Zugänge 15,8 0,0 15,8 Abgänge – 1,5 0,0 – 1,5 Umbuchungen – 0,6 0,0 – 0,6 162,5 766,8 929,3 271,3 2019 Anschaffungskosten zum 1.1. Währungsdifferenzen Anschaffungskosten zum 31.12. Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 92,2 179,1 Währungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 Abschreibungen 7,5 0,0 7,5 Wertminderungen 0,0 0,0 0,0 Wertaufholungen – 0,3 0,0 – 0,3 Abgänge – 1,4 0,0 – 1,4 0,0 0,0 0,0 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 98,1 179,1 277,2 Nettobuchwert zum 31.12. 64,4 587,7 652,1 Nettobuchwert zum 1.1. 56,6 587,7 644,3 Konzessionen, Rechte, Lizenzen Firmenwerte Summe 170,8 766,8 937,6 0,0 0,0 0,0 Zugänge 18,8 0,0 18,8 Abgänge – 39,7 0,0 – 39,7 – 1,0 0,0 – 1,0 148,8 766,8 915,6 Umbuchungen Immaterielle Vermögenswerte in Mio. € 2018 Anschaffungskosten zum 1.1. Währungsdifferenzen Umbuchungen Anschaffungskosten zum 31.12. Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 82,9 179,1 262,0 Währungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 Abschreibungen 7,0 0,0 7,0 Wertminderungen 4,3 0,0 4,3 Wertaufholungen – 0,3 0,0 – 0,3 Abgänge – 1,7 0,0 – 1,7 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 92,2 179,1 271,3 Nettobuchwert zum 31.12. 56,6 587,7 644,3 Nettobuchwert zum 1.1. 87,9 587,7 675,6 KONZERNABSCHLUSS 197 4.2 Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2019 rund 3,3 % (Vorjahr: rund 3,7 %). Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet: Nutzungsdauer Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten Wasserbauten in Jahren 10 – 50 20 – 100 Maschinelle Anlagen 10 – 80 Elektrische Anlagen 5 – 50 Leitungen Betriebs- und Geschäftsausstattung 50 4 – 10 Die erwartete Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken wird unabhängig von den Laufzeiten wasserrechtlicher Bewilligungen bestimmt, weil davon auszugehen ist, dass diese Bewilligungen nach Ablauf wieder erteilt werden. Dies gilt aufgrund von Erfahrungswerten auch für jene bayerischen Laufwasserkraftwerke, bei denen ein Heimfallsrecht zugunsten des Freistaats Bayern besteht. Auch die erwartete Nutzungsdauer des Donaukraftwerks Jochenstein wurde unabhängig von der bestehenden Rückgabeverpflichtung im Jahr 2050 (siehe Kapitel 8.2 „Langfristige sonstige Verbindlichkeiten“) bestimmt, da erwartet wird, dass VERBUND auch über das Jahr 2050 hinaus Eigentümer und Betreiber des Donaukraftwerks Jochenstein sein wird. Gemäß IAS 36 wird bei Sachanlagen die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden (siehe Kapitel 4.4 „Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte“). 198 4.2.1 Sachanlagen Sachanlagen in Mio. € Grundstücke und Bauten Maschinelle Anlagen Elektrische Anlagen Leitungen Betriebsund Geschäftsausstattung Anlagen in Bau und Projekte Summe 7.715,8 4.531,6 3.679,6 1.398,4 184,8 343,5 17.853,4 – 1,5 – 6,3 – 0,4 0,0 – 0,1 0,0 – 8,2 2019 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. Währungsdifferenzen Zugänge 11,3 12,1 45,5 1,7 14,0 354,3 438,9 Abgänge – 22,8 – 16,0 – 143,4 – 1,6 – 10,4 – 1,9 – 196,2 Umbuchungen – 23,7 45,0 32,8 0,1 3,3 – 56,9 0,6 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. 7.678,9 4.566,4 3.614,2 1.398,6 191,6 639,0 18.088,5 Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 3.140,3 2.569,8 2.276,3 771,7 136,6 1,7 8.896,3 Währungsdifferenzen – 0,3 – 4,7 – 0,1 0,0 – 0,1 0,0 – 5,2 Abschreibungen 90,7 83,4 107,7 27,3 13,0 0,0 322,1 Wertminderungen 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0 1,3 Wertaufholungen – 19,4 – 27,0 – 3,3 0,0 0,0 – 0,1 – 50,0 Abgänge – 22,3 – 12,7 – 138,5 – 1,5 – 10,2 – 1,6 – 186,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,1 0,0 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 3.189,2 2.608,8 2.242,0 797,5 139,3 0,9 8.977,7 Nettobuchwert zum 31.12. 4.489,7 1.957,6 1.372,1 601,0 52,3 638,0 9.110,8 Nettobuchwert zum 1.1. 4.575,4 1.961,8 1.403,3 626,6 48,2 341,8 8.957,1 Umbuchungen KONZERNABSCHLUSS 199 Sachanlagen in Mio. € Grundstücke und Bauten Maschinelle Anlagen Elektrische Anlagen Leitungen Betriebsund Geschäftsausstattung Anlagen in Bau und Projekte Summe 7.791,4 4.601,4 3.699,8 1.355,9 183,9 290,4 17.922,5 – 0,1 – 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,4 2018 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. Währungsdifferenzen Zugänge 14,6 13,6 55,8 26,4 11,6 170,4 292,5 Abgänge – 122,0 – 92,4 – 135,9 – 0,2 – 11,8 0,0 – 362,3 Umbuchungen 31,9 9,2 59,9 16,2 1,0 – 117,2 1,0 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. 7.715,8 4.531,6 3.679,6 1.398,4 184,8 343,5 17.853,4 Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 3.216,7 2.627,8 2.317,7 745,3 135,8 8,0 9.051,2 0,0 – 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,2 89,9 84,6 107,0 26,6 12,3 0,0 320,4 Währungsdifferenzen Abschreibungen Wertminderungen 4,4 0,5 0,6 0,0 0,0 0,0 5,6 – 60,8 – 52,7 – 14,9 – 0,1 0,0 0,0 – 128,5 – 115,4 – 90,6 – 134,5 – 0,1 – 11,6 0,0 – 352,1 5,4 0,5 0,4 0,0 0,0 – 6,3 0,0 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 3.140,3 2.569,8 2.276,3 771,7 136,6 1,7 8.896,3 Nettobuchwert zum 31.12. 4.575,4 1.961,8 1.403,3 626,6 48,2 341,8 8.957,1 Nettobuchwert zum 1.1. 4.574,6 1.973,6 1.382,0 610,6 48,1 282,4 8.871,3 Wertaufholungen Abgänge Umbuchungen Zugänge in Mio. € 2018 2019 Kraftwerk Töging neu 6,0 56,9 380-kV-Salzburgleitung 7,3 48,0 Generalerneuerung 220-kV-Leitung St. Peter – Ernsthofen 41,8 45,5 Generalerneuerung Umspannwerke 43,4 34,8 3,7 29,7 Kraftwerk Mayrhofen: Erneuerung Laufräder, Untere-Tuxbach-Überleitung 21,4 20,8 Automatisierung Wasserkraftwerke 11,8 18,8 Kraftwerk Malta: Effizienzsteigerung 1,5 12,9 Sonstige Zugänge jeweils < 10,0 Mio. € 155,6 171,5 Zugänge zu den Sachanlagen 292,5 438,9 Netzraum Weinviertel 200 Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst. Baukostenbeiträge Baukostenbeiträge, die insbesondere von strombezugsberechtigten Landesenergiegesellschaften z. B. für Kraftwerksprojekte geleistet werden, führen zur Bildung eines Passivpostens. Mit der Leistung des Baukostenbeitrags erhalten die Strombezugsberechtigten die Möglichkeit, im Ausmaß ihres Anteils Strom gegen Ersatz der Produktionskosten zu beziehen. Der Passivposten wird daher entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam in den Umsatzerlösen aufgelöst. Der Auflösungsbetrag in den Umsatzerlösen belief sich in der Berichtsperiode auf 25,0 Mio. € (Vorjahr: 20,7 Mio. €). 4.2.2 Baukostenbeiträge und Zuschüsse Baukostenbeiträge und Zuschüsse Baukostenbeiträge Zuschüsse der öffentlichen Hand Baukostenbeiträge und Zuschüsse in Mio. € 2018 2019 709,3 711,4 37,6 42,8 746,9 754,1 4.3 Leasingverhältnisse Die Leasingverhältnisse von VERBUND umfassen im Wesentlichen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Kraftwerken, Gebäuden, Grundstücken, Leitungen und Fahrzeugen. Erstansatz von Leasingverhältnissen VERBUND beurteilt zu Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Handelt es sich um ein Leasingverhältnis, wird zu Beginn ein Nutzungsrecht aktiviert sowie eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Die Höhe des Nutzungsrechts entspricht zum Zeitpunkt der Ersterfassung des Vertrags dem Betrag der Leasingverbindlichkeit, angepasst u. a. um etwaige anfängliche direkte Kosten des Leasingnehmers, Vorauszahlungen, Leasinganreize (lease incentives) oder Rückbauverpflichtungen. Der Buchwert der Leasingverbindlichkeit ergibt sich durch die Abzinsung der während der Laufzeit erwarteten Leasingzahlungen, der erwarteten Zahlungen aus abgegebenen Restwertgarantien, der Ausübungspreise von Kaufoptionen (sofern deren Ausübung hinreichend wahrscheinlich ist) sowie der etwaigen Zahlungen anlässlich einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags (sofern die vorzeitige Beendigung wahrscheinlich ist). Die Abzinsung erfolgt mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Andernfalls wird für die Abzinsung der Grenzfremdkapitalzinssatz von VERBUND herangezogen. KONZERNABSCHLUSS 201 Ermittlung der Laufzeit von Leasingverhältnissen Die Ermittlung der Laufzeit eines Leasingverhältnisses kann bei nicht eindeutig fix vereinbarten Laufzeiten ermessensbehaftet sein. Bei der Bestimmung der Laufzeit werden sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz für die Ausübung einer Verlängerungsoption bzw. Nichtausübung einer Kündigungsoption darstellen, berücksichtigt. Vor allem bei Grundstücksleasingverträgen werden Verträge häufig auf Bestandsdauer der jeweils dazugehörigen Kraftwerksanlage bzw. Leitung oder in Form eines unbefristeten Vertragsverhältnisses abgeschlossen. In diesen Fällen orientiert sich die angenommene Leasingvertragsdauer an der erwarteten Nutzungsdauer der Kraftwerksanlage bzw. Leitung. Folgebewertung von Leasingverhältnissen Das Nutzungsrecht wird im Rahmen der Folgebewertung planmäßig auf den kürzeren Zeitraum aus Nutzungsdauer und Restlaufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird aufgezinst und vermindert sich um die Tilgung. Nutzungsrechte in Mio. € Grundstücke und Gebäude Elektrische Anlagen Leitungen Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe Stand zum 1.1. 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Zugänge aus Erstanwendung 144,5 8,5 0,0 2,7 155,7 5,7 0,1 6,3 1,6 13,7 – 33,0 – 0,5 0,0 – 1,1 – 34,6 – 1,3 0,0 0,0 – 0,1 – 1,4 115,9 8,1 6,3 3,1 133,4 Zugänge Abschreibung Abgänge Stand zum 31.12.2019 In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen in Mio. € Summe Aufwand aus Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit 1,0 Variable Leasingzahlungen, die nicht in der Leasingverbindlichkeit erfasst wurden 0,5 Aufwendungen aus geringwertigen Leasinggegenständen 0,1 Variable Zahlungen, die gemäß IFRS 16 bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind, betreffen insbesondere Leasingverträge für Windparks in Österreich. Diese werden in den Folgejahren im ähnlichen Ausmaß wie in der Berichtsperiode erwartet. Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2019 Fälligkeit in Mio. € 2020 2021 2022 – 2024 ab 2025 Leasingverbindlichkeiten 47,7 22,8 15,1 73,9 Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 47,7 22,8 15,1 73,9 202 4.4 Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden. Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen (siehe Kapitel 4.1 „Immaterielle Vermögenswerte“). Bestimmung des Diskontierungszinssatzes Der Diskontierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) widerspiegelt. Die Ermittlung des entsprechenden Vor-Steuer-Zinssatzes erfolgt iterativ. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) verwendet. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung wurde aus einer adäquaten Peergroup abgeleitet. Die Eigenkapitalverzinsung wird mithilfe des Capital-Asset-Pricing-Modells (CAPM) aus Basiszins, Marktrisikoprämie und Betafaktor bestimmt. Die Fremdkapitalverzinsung vor Steuern entspricht der Rendite von am Markt gehandelten Schuldtiteln mit äquivalentem Ausfallsrisiko und äquivalenter Laufzeit. Um das Länderrisiko entsprechend abzubilden, werden entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) kontinuierlich beobachtet. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Beizulegende Zeitwerte sind gemäß der Bewertungshierarchie in IFRS 13 primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können, beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren (Discounted-Cashflow-Methode) zur Anwendung. Künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben werden dabei in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen. Als Preisgerüst werden Preisnotierungen für Energiefutures herangezogen, solange ein liquider Markt existiert. Danach werden die letzten Preisnotierungen durch lineare Interpolation an die durchschnittlichen Preisprognosen zweier renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft herangeführt. Die finanziellen Überschüsse, die im Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen in der Energiewirtschaft erwartet werden (= Rentenphase), werden mittels Terminal-Value-Berechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe von 2 % ausgegangen. Bestimmung der Nutzungswerte Die Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren (DiscountedCashflow-Methode) bestimmt. Das Preisgerüst wird durch Preisnotierungen für Energiefutures und das VERBUND-Energy-Market-Model (VEMM) determiniert. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches KONZERNABSCHLUSS 203 Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strom- und Erdgaspreisszenarien für Energiemärkte. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. Die finanziellen Überschüsse, die im Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen des VEMM erwartet werden (= Rentenphase), werden mittels Terminal-Value-Berechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe von 2 % ausgegangen. Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen Wenn eine Wertminderung in einer Folgeperiode nicht mehr gegeben ist, ist eine ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen. Sowohl Wertminderungen als auch Wertaufholungen werden ergebniswirksam erfasst, in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung als Wertminderungen bzw. Wertaufholungen ausgewiesen und im Anhang erläutert. 4.4.1 Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfungen wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet: Firmenwerte Geschäftssegment Erneuerbare Erzeugung Geschäftssegment Absatz in Mio. € 2018 2019 287,0 287,0 13,0 13,0 Kraftwerksgruppe Inn 126,6 126,6 Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke 161,1 161,1 Firmenwerte 587,7 587,7 204 Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Erneuerbare Erzeugung 31.12.2018 31.12.2019 Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Alle hydraulischen und windenergetischen Erzeugungsanlagen von VERBUND zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Alle hydraulischen und windenergetischen Erzeugungsanlagen von VERBUND zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten Bewertungsverfahren Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode) Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Durchschnittlich erwartete Erzeugung der jeweiligen Kraftwerke Durchschnittlich erwartete Erzeugung der jeweiligen Kraftwerke Preisgerüst Interne Preisprognosen und kraftwerksspezifische Zu- bzw. Abschläge (z. B. für den Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten) Externe Preisprognosen und kraftwerksspezifische Zu- bzw. Abschläge (z. B. für den Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten) Planungszeitraum Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 24 Jahre; kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase anschließende Rentenphase Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 25 Jahre; kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase anschließende Rentenphase Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC: 4,75 % bis 11,50 % in Abhängigkeit vom Standort1 WACC: 3,75 % bis 11,00 % in Abhängigkeit vom Standort Wertminderung der Periode2 – – 1 In der Vergleichsperiode 2018 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 5,67 % – 10,44 %. // 2 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Erneuerbare Erzeugung zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt. KONZERNABSCHLUSS 205 Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Absatz 31.12.2018 31.12.2019 Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Alle Absatzaktivitäten von VERBUND zuzüglich Firmenwert Alle Absatzaktivitäten von VERBUND zuzüglich Firmenwert Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert Bewertungsverfahren Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode) Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Erwartete Handels- und Vertriebsmengen Erwartete Handels- und Vertriebsmengen Preisgerüst Erwartete Handels- und Vertriebsmargen Erwartete Handels- und Vertriebsmargen Planungszeitraum Detailplanungsphase von 6 Jahren und daran anschließende Rentenphase Detailplanungsphase von 6 Jahren und daran anschließende Rentenphase Wesentliche Bewertungsannahmen Erwartete Handels- und Absatzmengen sowie Handels- und Absatzmargen Erwartete Handels- und Absatzmengen sowie Handels- und Absatzmargen Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC nach Steuern: 5,00 %1 WACC nach Steuern: 4,00 %1 Wertminderung der Periode2 – – 1 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,22 % (Vorjahr: 7,28 %). // 2 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Absatz zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt. 206 Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn 31.12.2018 31.12.2019 Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Inn1, die jeweils ebenfalls eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Inn1, die jeweils ebenfalls eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Innkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der VERBUND Innkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 1.856 bzw. 1.975 GWh (nach Abschluss des Erneuerungsprojekts Töging) Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 1.856 bzw. 1.975 GWh (nach Abschluss des Erneuerungs-projekts Töging) Preisgerüst Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden; Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche Externe Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden; Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran anschließende Rentenphase Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 25 Jahre und daran anschließende Rentenphase Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC nach Steuern: 4,75 %2 WACC nach Steuern: 3,75 % Wertminderung der Periode3 – – 1 Die Kraftwerksgruppe Inn setzt sich aus folgenden Laufwasserkraftwerken zusammen: Aubach, Feldkirchen, Gars, Jettenbach I, Jettenbach II, Neuötting, Perach, Rosenheim, Stammham, Teufelsbruck, Töging und Wasserburg. // 2 In der Vergleichsperiode 2018 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 5,67 % – 10,44 %. // 3 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt. KONZERNABSCHLUSS 207 Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke1 31.12.2018 31.12.2019 Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und latenter Steuerabgrenzungsposten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und latenter Steuerabgrenzungsposten Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen der Grenzkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der Grenzkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 3.957 GWh Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 3.957 GWh Preisgerüst Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden (D); Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche Externe Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden (D); Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran anschließende Rentenphase Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 25 Jahre und daran anschließende Rentenphase Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz Diskontierungszinssatz nach Steuern Österreich: WACC: 5,00 % Deutschland: WACC: 4,75 %3 Österreich: WACC: 4,00 % Deutschland: WACC: 3,75 % Wertminderung der Periode4 – – 1 Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf die 2. Stufe der 2-stufigen Werthaltigkeitsprüfung der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke. Auf der 1. Stufe wurde die Werthaltigkeit der einzelnen Laufwasserkraftwerke getestet. // 2 Die Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke setzt sich aus folgenden Kraftwerken zusammen: Braunau-Simbach, Egglfing-Obernberg, Ering-Frauenstein, Jochenstein, Nußdorf, Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus. // 3 In der Vergleichsperiode 2018 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 5,67 % – 5,71 %. // 4 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt. 208 4.4.2 Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerken Werthaltigkeitsprüfung des Windparks Rumänien 31.12.2018 31.12.2019 Zahlungsmittelgenerierende Einheit Windpark an der rumänischen Schwarzmeerküste (installierte Leistung: 226 MW) Windpark an der rumänischen Schwarzmeerküste (installierte Leistung: 226 MW) Anhaltspunkte für eine Wertänderung Aktualisierte Strompreisprognosen und Einschätzung der Erzeugungsmenge sowie geänderte Einschätzung hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten und aktualisierter Diskontierungszinssatz Aktualisierte Strompreisprognosen und Einschätzung der Erzeugungsmenge sowie geänderte Einschätzung hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten und aktualisierter Diskontierungszinssatz Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Wind Power Romania SRL (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der VERBUND Wind Power Romania SRL (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Jährlich erwartete Stromerzeugungsmengen von 477 GWh bzw. erwartete Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten Jährlich erwartete Stromerzeugungsmengen von 477 GWh bzw. erwartete Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten Preisgerüst Interne Preisprognosen; Schätzung von Instandhaltungskosten auf Basis abgeschlossener Instandhaltungsverträge Interne Preisprognosen; Schätzung von Instandhaltungskosten auf Basis abgeschlossener Instandhaltungsverträge Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre Grobplanungsphase: 14 Jahre Detailplanungsphase: 6 Jahre Grobplanungsphase: 13 Jahre Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Absatzmöglichkeiten von Grünstromzertifikaten, Diskontierungszinssatz Strompreis, Absatzmöglichkeiten von Grünstromzertifikaten, Diskontierungszinssatz Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC: 9,50 %1 WACC: 8,75 %1 Erzielbarer Betrag 129,4 Mio. € 145,8 Mio. € Wertaufholung der Periode 26,5 Mio. € 28,6 Mio. € 1 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 9,78 % (Vorjahr: 10,44 %). KONZERNABSCHLUSS 209 Sensitivitätsanalyse für den Windpark Rumänien 31.12.20191 Wertmäßige Veränderung der Ausprägung der wesentlichen wesentlichen BewertungsBewertungsannahme annahme Strompreis2 Erlöse rumänische Grünstromzertifikate3 Diskontierungszinssatz nach Steuern 1 Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte 59,2 € pro MWh ±5% + 8,9 Mio. € – 8,9 Mio. € 6,7 Mio. € ±5% + 2,0 Mio. € – 2,0 Mio. € 8,75 % ± 0,25 PP + 2,2 Mio. € – 2,2 Mio. € In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die angegebenen Erlöse aus dem Verkauf rumänischer Grünstromzertifikate beziehen sich auf den Durchschnitt während des gesamten Planungszeitraums. Sensitivitätsanalyse für den Windpark Rumänien 31.12.20181 Wertmäßige Veränderung der Ausprägung der wesentlichen wesentlichen BewertungsBewertungsannahme annahme Strompreis2 Erlöse rumänische Grünstromzertifikate3 Diskontierungszinssatz nach Steuern 1 Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte 61,9 € pro MWh ±5% + 8,2 Mio. € – 8,2 Mio. € 5,7 Mio. € ±5% + 1,2 Mio. € – 1,2 Mio. € 9,50 % ± 0,25 PP + 2,3 Mio. € – 2,4 Mio. € In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die angegebenen Erlöse aus dem Verkauf rumänischer Grünstromzertifikate beziehen sich auf den Durchschnitt während des gesamten Planungszeitraums. 210 Beim Gas-Kombikraftwerk Mellach waren in der Berichtsperiode 2019 sowie im Vorjahr weder Wertminderungen noch Wertaufholungen zu erfassen. Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt, welche Auswirkungen eine Änderung von zukunftsbezogenen Annahmen auf den Buchwert (31. Dezember 2019: 105,6 Mio. €) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Gas-Kombikraftwerks Mellach hat: Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20191 Wertmäßige Veränderung der Ausprägung der wesentlichen wesentlichen BewertungsBewertungsannahme annahme Clean Spark Spread2 Diskontierungszinssatz nach Steuern Temporär erwartete Erlöse aus Netzreserve, Engpassmanagement und Redispatch 1 Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte 41,7 € pro MWh ±5% + 6,4 Mio. € – 6,4 Mio. € 4,00 % ± 0,25 PP – 1,5 Mio. € + 1,5 Mio. € ± 10 % + 22,4 Mio. € – 22,4 Mio. € –3 In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf den Durchschnitt der Jahre 2025 – 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die Angabe der wertmäßigen Ausprägung der temporär erwarteten Erlöse aus Netzreserve, Engpassmanagement und Redispatch unterbleibt, weil die Angabe die Lage von VERBUND bei Ausschreibungsverfahren beeinträchtigen könnte. Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20181 Wertmäßige Veränderung der Ausprägung der wesentlichen wesentlichen BewertungsBewertungsannahme annahme Clean Spark Spread2 Diskontierungszinssatz nach Steuern Temporär erwartete Erlöse aus Netzreserve, Engpassmanagement und Redispatch 1 Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte 48,4 € pro MWh ±5% + 6,7 Mio. € – 6,7 Mio. € 5,00 % ± 0,25 PP – 1,8 Mio. € + 1,8 Mio. € ± 10 % + 22,6 Mio. € – 23,8 Mio. € –3 In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf den Durchschnitt der Jahre 2025 – 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die Angabe der wertmäßigen Ausprägung der temporär erwarteten Erlöse aus Netzreserve, Engpassmanagement und Redispatch unterbleibt, weil die Angabe die Lage von VERBUND bei Ausschreibungsverfahren beeinträchtigen könnte. 4.5 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß IAS 28 spiegelbildlich zur Reinvermögensänderung des Beteiligungsunternehmens fortgeführt. Dies erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein. Wenn der Anteil von VERBUND an Verlusten einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung dem Buchwert der Beteiligung entspricht bzw. diesen übersteigt, werden weitere Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, KONZERNABSCHLUSS 211 wie rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen oder Zahlungen für die nach der EquityMethode bilanzierte Beteiligung geleistet wurden. Der Buchwert der Beteiligung umfasst dabei den nach der Equity-Methode ermittelten Anteil zuzüglich sämtlicher langfristiger Anteile, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition in die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung zuzuordnen sind. Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn solche vorliegen, ist für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. Zugänge Dividenden in Mio. € 2018 2019 322,7 332,9 0,0 0,6 – 14,2 – 14,3 Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 28,4 40,8 Sonstiges Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode – 3,6 – 14,6 Abgänge – 0,1 – 0,2 Übrige Veränderungen – 0,3 0,0 Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 332,9 345,2 Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. – 29,4 – 31,6 Wertminderungen – 2,2 0,0 0,0 16,4 Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. – 31,6 – 15,2 Nettobuchwert zum 31.12. 301,3 330,0 Nettobuchwert zum 1.1. 293,3 301,3 Nettobuchwert zum 31.12. Wertaufholungen 301,3 330,0 davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 323,3 332,2 davon Wertminderung von langfristigen Ausleihungen – 21,9 – 2,0 Im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und durch Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. In der Berichtsperiode 2019 wurde der (Rest-)Buchwert dieser langfristigen Ausleihungen durch das positive Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode um 3,5 Mio. € (Vorjahr: negatives Ergebnis von 0,1 Mio. €) und durch die erfasste Wertaufholung um 16,4 Mio. € (Vorjahr: Wertminderung um 2,2 Mio. €) erhöht. Eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen ist im Kapitel 13.4 „Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND“ dargestellt. 4.5.1 Nach der EquityMethode bilanzierte Beteiligungen 212 4.6 Sonstige Beteiligungen Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der EquityMethode bilanzierte assoziierte bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IFRS 9 bilanziert. Werden diese Beteiligungen aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig gehalten, werden sie „als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert. Andernfalls werden sie als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVPL) klassifiziert. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen wird in Abhängigkeit der jeweiligen Situation aus Marktnotierungen, vergleichbaren zeitnahen Transaktionen, Bewertungen nach der DiscountedCashflow- oder Multiplikatormethode bzw. den Anschaffungskosten abgeleitet. 4.6.1 Sonstige Beteiligungen Sonstige Beteiligungen in Mio. € Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen Sonstige Beteiligungen Summe 2019 (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. 6,2 132,8 139,0 (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. 6,2 132,8 139,0 – 8,7 Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 8,0 – 16,6 Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis – 0,3 8,3 7,9 Wertminderungen – 0,1 0,0 – 0,1 Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 7,5 – 8,4 – 0,9 Nettobuchwert zum 31.12. 13,8 124,4 138,1 Nettobuchwert zum 1.1. 14,2 116,1 130,3 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen Sonstige Beteiligungen Summe 139,5 Sonstige Beteiligungen in Mio. € 2018 (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. 6,7 132,8 – 0,5 0,0 – 0,5 (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. 6,2 132,8 139,0 Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 5,2 – 7,1 – 2,0 Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 2,5 – 9,6 – 7,1 Wertaufholungen 0,3 0,0 0,3 Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 8,0 – 16,6 – 8,7 Nettobuchwert zum 31.12. 14,2 116,1 130,3 Nettobuchwert zum 1.1. 11,9 125,7 137,5 Abgänge KONZERNABSCHLUSS 213 4.7 Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen Finanzanlagen und Ausleihungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 klassifiziert. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten wird nach der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen ermittelt. Der Wertansatz von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten in der Bilanz ergibt sich gemäß der IFRS-13Bewertungshierachie (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). Die Erläuterungen zu den bilanziell geschlossenen Positionen finden Sie in Kapitel 8.1 „Finanzverbindlichkeiten“ sowie Kapitel 11 „Risikomanagement“. Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. € Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen 2018 2019 355,7 365,8 78,0 87,1 Übrige Finanzanlagen und sonstige Forderungen 214,0 242,7 Summe 647,7 695,6 Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen in Mio. € Wertpapiere (Wertrechte) aus bilanziell geschlossenen Positionen Sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen Summe 2019 Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 63,2 292,5 355,7 Fremdwährungsbewertung 0,9 3,0 4,0 Zugänge 2,5 2,6 5,1 Kapitalisierte Zinsen 0,0 11,2 11,2 Veränderung erwartete Kreditverluste 0,0 0,0 0,0 Abgänge – 1,4 – 6,0 – 7,4 Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 65,4 303,2 368,6 davon langfristiges Vermögen 65,4 300,4 365,8 davon kurzfristiges Vermögen 0,0 2,8 2,8 4.7.1 Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 214 Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen in Mio. € Wertpapiere (Wertrechte) aus bilanziell geschlossenen Positionen Sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen Summe 2018 Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 59,7 274,9 334,5 Fremdwährungsbewertung 2,5 10,1 12,6 Zugänge 2,5 2,4 4,9 Kapitalisierte Zinsen 0,0 10,9 10,9 Veränderung erwartete Kreditverluste – 0,1 – 0,1 – 0,1 Abgänge – 1,4 – 5,8 – 7,2 Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 63,2 292,5 355,7 Die Wertpapiere bestanden zum 31. Dezember 2019 aus Medium Term Notes mit einem Nominale in Höhe von 70,9 Mio. $ (Vorjahr: 69,9 Mio. $) bzw. fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 65,4 Mio. € (Vorjahr: 63,2 Mio. €). Wertpapiere in Höhe von 65,4 Mio. € (Vorjahr: 63,2 Mio. €) und Ausleihungen in Höhe von 303,3 Mio. € (Vorjahr: 292,5 Mio. €) sind verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen dienen Banken zur Besicherung von Krediten. KONZERNABSCHLUSS 215 Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. € Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen Wertpapiere (Wertrechte) Sonstige Ausleihungen Summe 56,6 145,0 5,2 206,8 0,0 21,2 0,2 21,3 – 2,2 2019 Anschaffungskosten zum 1.1. Zugänge Abgänge 0,0 – 2,2 0,0 Umbuchungen 20,7 0,0 – 0,1 20,6 Anschaffungskosten zum 31.12. 77,2 163,9 5,3 246,6 Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. – 21,9 – 2,8 0,0 – 24,6 Wertminderungen 0,0 – 27,0 0,0 – 27,0 Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 – 2,0 0,0 – 2,0 Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1 3,5 0,0 0,0 3,5 Wertaufholung von nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1 16,4 0,0 0,0 16,4 0,0 0,9 0,0 0,9 Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. – 2,0 – 30,8 0,0 – 32,8 Nettobuchwert zum 31.12. 75,2 133,1 5,3 213,7 Nettobuchwert zum 1.1. 34,7 142,2 5,2 182,1 Abgänge Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 31.12.2 116,1 Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 1.1.2 109,9 Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 329,8 Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 292,0 1 Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und durch Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition, positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. // 2 inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen 216 Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. € Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen Wertpapiere (Wertrechte) Sonstige Ausleihungen Summe 77,8 145,0 5,1 228,0 0,0 0,0 0,1 0,1 2018 Anschaffungskosten zum 1.1. Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungskosten zum 31.12. Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 0,0 0,0 0,0 0,0 – 21,3 0,0 – 0,1 – 21,3 56,6 145,0 5,2 206,8 – 19,6 1,9 0,0 – 17,6 Veränderung erwartete Kreditverluste 0,0 0,0 0,0 0,0 Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 1,0 0,0 1,0 Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1 – 0,1 0,0 0,0 – 0,1 Wertminderung von nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1 – 2,2 0,0 0,0 – 2,2 Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. – 21,9 – 2,8 0,0 – 24,6 Nettobuchwert zum 31.12. 34,7 142,2 5,2 182,1 Nettobuchwert zum 1.1. 58,2 146,9 5,1 210,3 Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 31.12.2 109,9 Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 1.1.2 119,3 Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 292,0 Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 329,6 1 Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und durch Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition, positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. // 2 inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen Die Wertpapiere in Höhe von 133,1 Mio. € (Vorjahr: 142,2 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds zur Deckung von Sozialkapitalverpflichtungen und wurden als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert. In den langfristigen sonstigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehen, in Höhe von 87,1 Mio. € (Vorjahr: 78,0 Mio. €) enthalten. KONZERNABSCHLUSS 5. Finanzinstrumente 5.1 Bilanzierung von Finanzinstrumenten Originäre Finanzinstrumente Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden originärer Finanzinstrumente siehe: • • • • • Nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – Kapitel 4.5 Sonstige Beteiligungen – Kapitel 4.6 Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen – Kapitel 4.7 Working Capital – Kapitel 6 Verbindlichkeiten – Kapitel 8 Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) gemäß IFRS 9 erfüllt sind (siehe Kapitel 5.2 „Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen“). Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen und Wertpapieren, solche mit negativem beizulegenden Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für entsprechende Zeiträume für Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist. Sogenannte Eigenverbrauchsverträge werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Kommt es bei Lieferverträgen, die bis dato Eigenverbrauchsverträge darstellten, zu einem Nettoausgleich im Sinne von IFRS 9, sind sie als freistehende Derivate zu qualifizieren und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. 217 218 5.1.1 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2019 Aktiva – Bilanzposten Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen in Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. FVOCI 2 12,5 12,5 0,5 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVPL 3 0,5 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI AC 0,6 0,6 Sonstige Beteiligungen FVOCI 1 23,9 23,9 Sonstige Beteiligungen FVOCI 2 93,9 93,9 Sonstige Beteiligungen FVOCI AC 6,6 6,6 Sonstige Beteiligungen 138,1 Wertpapiere FVPL 1 125,6 125,6 Wertpapiere FVOCI 3 6,5 6,5 Wertpapiere FVOCI AC 1,0 1,0 Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 65,4 63,5 Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 300,4 329,7 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen FVPL 2 87,1 87,1 Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 75,2 76,3 Sonstige Ausleihungen AC 2 5,3 5,7 – – 28,9 – Sonstige Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 695,4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC – 357,8 Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen AC – 34,1 – Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 4,3 4,5 Sonstige Ausleihungen AC 2 0,1 0,1 Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 2,8 3,7 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 0,0 0,0 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 189,1 189,1 Wertpapiere FVPL 1 0,0 0,0 AC 2 0,0 0,0 Geldmarktgeschäfte Emissionszertifikate – – – 30,9 – Sonstige AC – 46,3 – Sonstige – – 32,2 – AC – Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere Liquide Mittel 697,8 44,6 – KONZERNABSCHLUSS 219 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2019 Aktiva – Bilanzposten Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe in Mio. € Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Aggregiert nach Bewertungskategorien Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 936,4 FVPL 402,4 FVOCI 145,1 Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2019 Passiva – Bilanzposten in Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Anleihen AC 2 700,7 742,0 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstigen AC 2 410,9 452,4 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 118,4 159,6 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen FVPL - D 2 337,5 337,5 – – 0,0 – Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Stromlieferverpflichtung 1.567,4 – – 147,7 – Anteilsrückgabeverpflichtung AC 3 135,7 263,2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC – 1,2 – Abgrenzungen – Cross Border Leasing – – 16,0 – Leasingverbindlichkeiten – – 87,1 AC – Sonstige Langfristige sonstige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39,4 – 427,2 AC – 225,8 – Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 133,1 133,1 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FVPL 2 13,8 13,8 – – 46,8 Sonstige AC – 215,3 – Sonstige – – 72,9 – Leasingverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 707,7 220 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2019 Passiva – Bilanzposten Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe in Mio. € Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Aggregiert nach Bewertungskategorien Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 1.847,4 Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVPL 146,9 Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert – designiert FVPL – D 337,5 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018 Aktiva – Bilanzposten Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen in Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. FVOCI 2,0 12,9 12,9 0,7 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVPL 3 0,7 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI AC 0,6 0,6 Sonstige Beteiligungen FVOCI 1 22,0 22,0 Sonstige Beteiligungen FVOCI 2 87,5 87,5 Sonstige Beteiligungen FVOCI AC 6,6 6,6 Sonstige Beteiligungen 130,3 Wertpapiere FVPL 1 132,7 132,7 Wertpapiere Wertpapiere FVOCI 3 8,5 8,5 FVOCI AC 1,0 1,0 Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 63,2 59,7 Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 292,5 313,2 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen FVPL 2 78,0 78,0 Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 34,7 36,2 Sonstige Ausleihungen AC 2 5,2 5,1 – – 31,9 – Sonstige Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 647,7 KONZERNABSCHLUSS 221 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018 Aktiva – Bilanzposten in Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC – 394,3 – Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen AC – 29,6 – Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 21,6 21,8 Sonstige Ausleihungen 0,2 0,2 AC 2 Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 0,0 0,0 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 10,1 10,1 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 283,1 283,1 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FVPL 2 0,0 0,0 Wertpapiere FVPL 1 69,3 69,3 AC 2 20,0 20,0 Geldmarktgeschäfte Emissionszertifikate – – 19,9 – Sonstige AC – 51,9 – Sonstige – – 26,9 – AC – Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere Liquide Mittel 926,8 39,3 Aggregiert nach Bewertungskategorien Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet AC 952,5 FVPL 573,8 FVOCI 139,2 – 222 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018 Passiva – Bilanzposten in Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Anleihen AC 2 1.397,1 1.458,4 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstigen AC 2 392,5 422,5 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 113,6 145,5 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen FVPL – D 2 320,2 320,2 – – 2,9 – Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Stromlieferverpflichtung 2.226,4 – – 155,8 – Anteilsrückgabeverpflichtung AC 3 75,4 118,7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC – 1,3 – – – 32,0 – Abgrenzungen – Cross Border Leasing Passivposten für erhaltene Zuschüsse (Emissionszertifikate) IAS 20 – 0,0 – Sonstige AC – 32,4 – Sonstige – – 0,0 – Langfristige sonstige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 296,9 AC – 188,0 – Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 0,0 0,0 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 528,8 528,8 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FVPL 2 15,8 15,8 Sonstige AC – 145,7 – Sonstige – – 74,6 – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 952,9 Aggregiert nach Bewertungskategorien Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert Finanzielle Schulden im Handelsbestand AC 2.346,1 FVPL 544,7 FVPL – D 320,2 Für die in obiger Tabelle als FVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) beträgt die Differenz zwischen dem Buchwert zum 31. Dezember 2019 und dem Betrag, den VERBUND bei Fälligkeit zahlen müsste, 23,4 Mio. € (Vorjahr: 47,9 Mio. €). Die Umrechnung des Fälligkeitsbetrags erfolgte dabei zum Kurs (1 € = $) am Bilanzstichtag in Höhe von 1,1234 (Vorjahr: 1,1450). Die derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich (aus bilanziell geschlossenen Positionen) können im Insolvenzfall mit den als FVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) aufgerechnet werden (siehe Kapitel 11 „Risikomanagement“). KONZERNABSCHLUSS 223 Von den in obiger Tabelle als FVPL klassifizierten derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 108,3 Mio. € (Vorjahr: 73,7 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 35,3 Mio. € (Vorjahr: 370,5 Mio. €) als Cashflow Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND vorgenommenen Inter Portfolio Netting (siehe Kapitel 11.2 „Risikomanagement im Energiebereich“) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar. Die in obiger Tabelle als FVOCI klassifizierten Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere werden aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig gehalten. Details zum beizulegenden Zeitwert und den Dividendenausschüttungen der einzelnen als FVOCI klassifizierten Finanzinstrumente können nachfolgender Tabelle entnommen werden: Details zu FVOCI-Beteiligungen 2019 in Mio. € Beizulegender Zeitwert zum 31.12. Dividende Energie AG Oberösterreich 93,9 2,8 Burgenland Holding Aktiengesellschaft 23,9 0,9 Verfahren Umwelt Management GmbH 8,9 0,7 CEESEG Aktiengesellschaft 6,5 0,4 Gestionnaires de Réseau de Transport d’Électricité (HGRT) 4,8 0,8 VERBUND Tourismus GmbH 3,6 0,2 Übrige 3,5 1,1 224 Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte Stufe Bewertungsverfahren Inputfaktoren 1 Energietermingeschäfte Finanzinstrumente Marktwertorientiert An der Börse festgestellter Abrechnungspreis 1 Wertpapiere, sonstige Beteiligung an der Burgenland Holding AG Marktwertorientiert Börsenpreis 2 Wertpapiere bzw. sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen, langfristige Ausleihungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten verbundene Zahlungen, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner (Credit Default Swaps bzw. Credit-Spread-Kurven) 2 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige Beteiligungen an der Energie AG Oberösterreich und der HGRT Marktwertorientiert Trading Multiple, Transaktionswert 2 Nicht börsennotierte Energietermingeschäfte Kapitalwertorientiert Von Börsenpreisen abgeleitete ForwardPreiskurve, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner 2 Übrige zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden im Finanzbereich Kapitalwertorientiert Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner 3 Anteilsrückgabeverpflichtung (Verpflichtung zur Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG) Kapitalwertorientiert Preisprognosen für Strom, gewichtete durchschnittliche Nach-SteuerKapitalkosten 3 Wertpapiere (Anteile an der CEESEG Aktiengesellschaft) Kapitalwertorientiert Erwartete Gewinnausschüttungen, Eigenkapitalkosten – Anschaffungskosten als beste Schätzung des beizulegenden Zeitwerts – Buchwerte als beste Schätzung des beizulegenden Zeitwerts AC Übrige Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapieren – Liquide Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige sonstige Forderungen, sonstige Geldaufnahmen im Rahmen der kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten KONZERNABSCHLUSS 225 Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2019 in Mio. € Fälligkeit 2020 2021 2022 – 2024 ab 2025 Anleihen 217,3 7,5 522,5 0,0 39,1 34,9 87,9 222,5 0,0 0,0 0,0 0,0 23,8 18,5 56,0 442,9 0,0 0,0 0,0 0,0 Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 280,2 60,9 666,5 665,3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 225,8 0,3 0,9 0,1 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 652,3 106,3 21,1 0,0 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 4,4 4,0 5,4 0,5 215,3 15,2 3,6 156,3 Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten 1.097,8 125,8 31,0 156,9 Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.378,1 186,7 697,5 822,2 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen1 Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Sonstige 1 2 Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt. Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2018 in Mio. € Fälligkeit 2019 2020 2021 – 2023 ab 2024 Anleihen 733,2 217,3 22,5 507,5 41,0 39,2 94,0 251,6 0,0 0,0 0,0 0,0 20,1 23,4 58,4 449,2 0,0 2,9 0,0 0,0 Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 794,2 282,7 174,9 1.208,3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 188,0 0,3 1,2 0,1 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 603,2 236,9 59,2 0,0 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 5,1 4,4 6,3 0,8 145,7 6,3 4,5 97,0 941,9 247,9 71,3 97,9 1.736,1 530,6 246,2 1.306,2 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen1 Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Sonstige Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1 Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // 2 Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt. 226 Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien In Mio. € 2018 2019 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – 18,0 – 0,9 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert 1,5 – 13,3 Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 5,6 55,9 Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 11,5 1,2 Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet – 6,1 5,9 – 102,2 – 84,7 34,5 34,6 Gesamtzinsaufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten Gesamtzinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten Bestandteile der Nettoergebnisse Bewertungskategorie Erläuterung Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Die Nettoergebnisse resultierten aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente im Energiebereich (Wholesale und Trading) im operativen Ergebnis (Stromerlöse) sowie aus der Bewertung der (sonstigen) derivativen und nicht derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich im übrigen Finanzergebnis. Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert Die Nettoergebnisse resultierten aus der Bewertung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (bilanziell geschlossene Positionen). Dem stehen gegenläufige Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, in gleicher Höhe gegenüber. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bewertet Die Nettoergebnisse betreffen im Wesentlichen Finanzinstrumente in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen im übrigen Finanzergebnis sowie Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im operativen Ergebnis. Die Gesamtzinsaufwendungen wurden im Zinsaufwand erfasst; die Gesamtzinserträge wurden zum Teil im Zinsertrag und zum Teil im übrigen Finanzergebnis erfasst. KONZERNABSCHLUSS 5.2 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen Spezielle Bilanzierungsregelungen für Sicherungsbeziehungen kommen bei VERBUND im Energiebereich sowie im Finanzbereich zur Anwendung. 5.2.1 Sicherungsgeschäfte im Energiebereich Im Rahmen der Sicherungsgeschäfte (Cashflow Hedges) im Energiebereich werden bei VERBUND Stromforward- und Stromfuture-Kontrakte als Derivate im Sinne des IFRS 9 eingesetzt. Das Ziel der Sicherungsbeziehungen ist die Verringerung der aus Marktpreisschwankungen resultierenden Cashflow-Volatilität durch Absicherung der Preise für folgende Geschäfte: (1) Verkauf der Eigenerzeugung (2) Rückdeckung der Stromlieferungen an Kunden Der Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung zukünftiger Stromlieferungen hängen von den jeweiligen aktuellen Preisentwicklungen ab. Grundsätzlich erfolgt die Absicherung hierzu sukzessive. Entsprechend der Risikomanagementstrategie wird ein Teil des gesamten erwarteten Volumens abgesichert. Nachdem die relevanten Vertragsbedingungen der abgeschlossenen Stromfutures und -forwards mit jenen der Grundgeschäfte in der Regel übereinstimmen, wird eine qualitative Effektivitätsmessung durchgeführt. Hierbei kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Ausgenommen davon sind Absicherungen von Stromlieferungen auf einem vom Lieferort abweichenden Markt. Derartige Absicherungen bestehen infolge der Beschränkung des unbegrenzten Handels am deutsch-österreichischen Strommarkt ab dem 1. Oktober 2018. Aufgrund der höheren Liquidität werden österreichische Stromlieferungen zum Großteil mit DE-Terminprodukten bzw. DE/AT-Terminprodukten abgesichert. Der österreichische Preis setzt sich aus dem deutschen Preis zuzüglich eines DE/AT-Spreads zusammen. Mit DE-Terminprodukten wird daher die DE-Preiskomponente von österreichischen Stromlieferungen abgesichert, weshalb auch in diesen Fällen die wesentlichen Konditionen zwischen den Sicherungsinstrumenten und den geplanten Zahlungsströmen übereinstimmen. Bei der Absicherung österreichischer oder deutscher Stromlieferungen mit den DE/AT-Mischpreisterminkontrakten wird anhand einer Regressionsanalyse beurteilt, ob ein entsprechender Zusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gegeben ist. Da das gesamte Risiko einer Veränderung des Marktpreises für Strom in Bezug auf das Grundgeschäft bzw. die Komponente des Grundgeschäfts abgesichert wird, beträgt die Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können aus Änderungen des Kreditrisikos der Gegenpartei und von VERBUND, einem reduzierten Volumen der erwarteten Stromlieferung sowie aus Absicherungen von Stromlieferungen mit dem DE/ATMischpreisterminkontrakt resultieren. Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Energiebereich Bei derivativen Finanzinstrumenten, die nach IFRS 9 als Cashflow Hedge designiert sind, wird jener Teil der unrealisierten Gewinne oder Verluste, der als wirksame Absicherung bestimmt wird, im sonstigen Ergebnis erfasst. Unwirksame Teile der Absicherung werden hingegen erfolgswirksam erfasst. 227 228 Unrealisierte Gewinne oder Verluste werden erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“), wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom-, Gas- sowie CO2-Derivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet. Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Stromsowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung. 5.2.2 Sicherungsgeschäfte im Finanzbereich Abgesehen von den Derivativgeschäften in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen werden mittels Zinsswaps künftige Zahlungen aus variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten abgesichert, um das aus einem Anstieg der Marktzinsen einhergehende Cashflow-Risiko zu verringern. Nachdem die relevanten Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz etc.) der abgeschlossenen Zinsswaps mit jenen der Grundgeschäfte übereinstimmen, führt VERBUND eine qualitative Effektivitätsmessung durch. Es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Da das gesamte Risiko eines Anstiegs der Marktzinsen in Bezug auf die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten abgesichert wird, beträgt die Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können nur aus Änderungen des Kreditrisikos der Gegenpartei und von VERBUND resultieren. Bei den Zinsswaps kommt es halbjährlich zu Zahlungen. Der zugrunde liegende variable Marktzinssatz ist der Sechs-Monats-EURIBOR. Die durch die Zinsswaps abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden sieben Jahren (2020 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Finanzbereich Die Zinsswaps werden zum Teil gemäß IFRS 9 als Cashflow Hedges designiert. Jene Zinsswaps, die auf der Ebene von Tochterunternehmen konzerninterne Finanzierungen absichern, werden im Konzernabschluss von VERBUND als Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bilanziert. Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe Kapitel 8.1 „Finanzverbindlichkeiten“ sowie Kapitel 11 „Risikomanagement“) führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden für die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen. Diese Zinsswaps weisen ein Risikoprofil auf, das jenem der dazugehörigen Bilanzposten genau entgegengesetzt ist. Deswegen erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den jeweiligen Kursen (Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus, Yield-Kurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner berücksichtigt (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). KONZERNABSCHLUSS 229 5.2.3 Angaben zu Sicherungsbeziehungen im Energie- und Finanzbereich Absicherung von Cashflows – Sicherungsinstrumente 31.12.2019 in Mio. € Buchwert Bilanzposten Nominalbetrag Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Stromfutures und -forwards – Absatz 99,6 Sonstige Forderungen 14.429 GWh 135,6 Stromfutures und -forwards – Absatz – 15,6 Sonstige Verbindlichkeiten 3.235 GWh 3,2 Stromfutures und -forwards – Beschaffung 8,7 Sonstige Forderungen – 1.723 GWh 0,2 – 19,7 Sonstige Verbindlichkeiten – 3.180 GWh – 31,0 – 7,6 Sonstige Verbindlichkeiten 86,1 – 1,3 Stromfutures und -forwards – Beschaffung Zinsswaps Absicherung von Cashflows – Grundgeschäfte 31.12.2019 in Mio. € Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Stand der Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges Zukünftiger Stromabsatz – 138,8 84,0 Zukünftiger Strombezug 30,9 – 11,0 1,3 – 7,7 Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten Absicherung von Cashflows – Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung und Bilanz 2019 in Mio. € Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/ -verluste Erfolgswirksam erfasste Unwirksamkeit der Absicherung Posten der Gesamtergebnisrechnung, in dem die Unwirksamkeit erfasst wurde Umgliederungen von der Rücklage in den Gewinn oder Verlust Posten der Gesamtergebnisrechnung, in dem die Umgliederung erfasst wurde Stromfutures und -forwards – Absatz 138,8 0,0 Umsatzerlöse – 314,3 Umsatzerlöse Stromfutures und -forwards – Beschaffung – 30,9 0,0 Strombezug 52,4 Strombezug – 1,2 0,0 Übriges Finanzergebnis – 2,5 Zinsaufwand Zinsswaps 230 Nominalbetrag und durchschnittlicher Preis bzw. Zinssatz zum 31.12.2019 in Mio. € 2020 2021 2022 2023 > 2023 Nominalbetrag 14.033 GWh 3.377 GWh 254 GWh – – Durchschnittlicher abgesicherter Preis 46,8 €/MWh 45,6 €/MWh 28,0 €/MWh – – Nominalbetrag – 2.715 GWh – 1.506 GWh – 552 GWh – 131 GWh – Durchschnittlicher abgesicherter Preis 44,0 €/MWh 46,7 €/MWh 49,1 €/MWh 53,2 €/MWh – 78,8 64,1 49,5 34,9 11,7 2,5 % 2,6 % 2,6 % 2,6 % 2,7 % Stromfutures und -forwards – Absatz Stromfutures und -forwards – Beschaffung Zinsswaps Durchschnittlicher Nominalbetrag Durchschnittlicher fixer Zinssatz Absicherung von Cashflows – Sicherungsinstrumente 31.12.2018 Stromfutures und -forwards – Absatz Stromfutures und -forwards – Absatz Stromfutures und -forwards – Beschaffung Stromfutures und -forwards – Beschaffung Zinsswaps in Mio. € Buchwert Bilanzposten Nominalbetrag Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität 0,7 Sonstige Forderungen 1.093 GWh 0,7 – 369,8 Sonstige Verbindlichkeiten 19.033 GWh – 260,1 73,0 Sonstige Forderungen – 4.406 GWh 53,9 – 0,7 Sonstige Verbindlichkeiten – 661 GWh – 0,7 8,9 Sonstige Verbindlichkeiten 100,7 1,7 Absicherung von Cashflows – Grundgeschäfte 31.12.2018 in Mio. € Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Stand der Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges Zukünftiger Stromabsatz 259,7 – 368,7 Zukünftiger Strombezug – 53,2 72,3 – 1,7 – 9,0 Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten KONZERNABSCHLUSS 231 Absicherung von Cashflows – Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung und Bilanz 2018 in Mio. € Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/ -verluste Erfolgswirksam erfasste Unwirksamkeit der Absicherung Posten der Gesamtergebnis -rechnung, in dem die Unwirksamkeit erfasst wurde Umgliederungen von der Rücklage in den Gewinn oder Verlust Posten der Gesamtergebnisrechnung, in dem die Umgliederung erfasst wurde – 259,4 – 0,4 Umsatzerlöse – 217,0 Umsatzerlöse 53,2 0,0 Strombezug 21,2 Strombezug 0,0 Übriges Finanzergebnis – 2,9 Zinsaufwand Stromfutures und -forwards – Absatz Stromfutures und -forwards – Beschaffung Zinsswaps – 1,1 Nominalbetrag und durchschnittlicher Preis bzw. Zinssatz zum 31.12.2018 in Mio. € 2019 2020 2021 2022 > 2022 Nominalbetrag 14.141 GWh 5.477 GWh 254 GWh 254 GWh – Durchschnittlicher abgesicherter Preis 33,0 €/MWh 43,9 €/MWh 28,0 €/MWh 28,0 €/MWh – Nominalbetrag – 3.035 GWh – 1.494 GWh – 450 GWh – 88 GWh – Durchschnittlicher abgesicherter Preis 38,4 €/MWh 40,8 €/MWh 42,9 €/MWh 49,7 €/MWh – Stromfutures und -forwards – Absatz Stromfutures und -forwards – Beschaffung Zinsswaps Durchschnittlicher Nominalbetrag Durchschnittlicher fixer Zinssatz 93,4 78,8 64,1 49,5 18,5 2,5 % 2,5 % 2,6 % 2,6 % 2,6 % 5.3 Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte Zu jedem Bilanzstichtag werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste für finanzielle Vermögenswerte, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) klassifiziert wurden, bzw. für Schuldinstrumente, die als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert wurden, für Forderungen aus Leasingverhältnissen, Vertragsvermögenswerte sowie für finanzielle Garantien erfasst. 232 Die erwarteten Kreditverluste werden in den folgenden Stufen berücksichtigt (quantitative Angaben erfolgen in Kapitel 11 „Risikomanagement“): Wertminderung finanzieller Vermögenswerte Kreditrisiko: Erfassung der Risikovorsorge: Berechnung des Zinsertrags: Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Niedriges Kreditrisiko – (Kreditrisiko hat sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht) Erhöhtes Kreditrisiko – (Kreditrisiko hat sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht) Signifikante finanzielle Schwierigkeiten beim Kreditnehmer oder Emittenten (Vertragsbruch) Wertminderung in Höhe der erwarteten 12-MonatsVerluste Wertminderung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Verluste Wertminderung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Verluste Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Nettobuchwert • Von einem niedrigen Kreditrisiko wird ausgegangen, wenn das interne Rating einem externen Rating im Investment-Grade-Bereich entspricht (Standard & Poor’s: > BBB–; Moody’s: > Baa3). • Von einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos wird ausgegangen, wenn der finanzielle Vermögenswert mehr als 30 Tage überfällig ist. Umgliederungen in Stufe 3 erfolgen, sobald eine beeinträchtigte Bonität vorliegt, finanzielle Vermögenswerte mehr als 90 Tage überfällig sind oder ein Vertragsbruch festgestellt wird. • Zur Ermittlung der Höhe der zu erfassenden Wertminderungen dienen von der Ratingkategorie abhängige Ausfallswahrscheinlichkeiten und Einbringungsquoten. Die Wertberichtigung wird in Höhe des Barwerts der erwarteten Kreditverluste erfasst. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Forderungen aus Leasingverhältnissen wird eine vereinfachte Vorgehensweise zur Bemessung der Wertberichtigung angewandt. Bei diesen Forderungen und Vermögenswerten wird immer anhand einer Wertberichtigungstabelle eine Wertberichtigung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst. 6. Working Capital Das Working Capital umfasst die folgenden Bilanzpositionen: • Vorräte • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere • Liquide Mittel • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten KONZERNABSCHLUSS 233 6.1 Vorräte und Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate Die Bewertung der Vorräte an Primärenergieträgern sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren. Die Bewertung von Vorräten an Erdgas, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert (Stufe 1) abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Börsenpreis für Frontmonat-Gasforwards am Central European Gas Hub (CEGH) bzw. an der NetConnect Germany (NCG). Die Bilanzierung von gewährten Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, erfolgt gemäß IAS 2 und IAS 20. Die Herkunftsnachweisbzw. Grünstromzertifikate werden bei Erwerb des Rechtsanspruchs (in der Regel Produktion von Strom in zertifizierten Kraftwerken) als Vorrat erfasst. Der Ertrag aus der Zuteilung der Zertifikate wird saldiert mit der Bestandsveränderung aus dem Abgang von Zertifikaten in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt gegebenenfalls zum niedrigeren Nettoveräußerungspreis. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweis- oder Grünstromzertifikaten werden in den sonstigen Umsatzerlösen erfasst. Vorräte Kohle Erdgas in Mio. € 2018 2019 19,1 20,3 6,6 2,3 Abzüglich Wertberichtigungen – 7,4 0,0 Vorräte an Primärenergieträgern zu Erzeugungszwecken 18,3 22,5 Emissionszertifikate zu Handelszwecken 3,7 4,4 Bewertungen von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken 8,2 2,8 11,9 7,2 Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate 1,8 0,4 Hilfs- und Betriebsstoffe 3,9 4,2 Sonstige 0,0 0,0 36,0 34,3 Beizulegender Zeitwert von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken Vorräte 6.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere Forderungen aus Lieferung und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen werden als „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) klassifiziert und somit zu den Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). 6.1.1 Vorräte 234 6.2.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere in Mio. € 2018 Langfristig 2019 Langfristig 2018 Kurzfristig 2019 Kurzfristig Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,0 0,0 394,3 357,8 Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 0,0 0,0 29,6 34,1 – – 0,2 3,0 Sonstige Ausleihungen Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen – – 21,6 4,3 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 109,9 116,1 481,2 298,6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 109,9 116,1 926,8 697,8 Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten im Wesentlichen Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Darüber hinaus beinhalten die kurzfristigen sonstigen Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe Kapitel 4.1 „Immaterielle Vermögenswerte“). Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr werden unter den Finanzanlagen und langfristigen sonstigen Forderungen ausgewiesen. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte in Mio. € 2018 Langfristig 2019 Langfristig 2018 Kurzfristig 2019 Kurzfristig Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 0,0 0,0 293,2 189,1 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 0,0 78,0 87,1 0,0 Wertpapiere 0,0 0,0 69,3 0,0 Sicherstellungen im Stromhandel 0,0 0,0 37,8 33,2 Geldmarktgeschäfte 0,0 0,0 20,0 0,0 Emissionszertifikate – – 19,9 30,9 Forderungen aus Verrechnungen von Steuern 0,0 0,0 9,7 9,6 Forderungen aus Zinsabgrenzungen 0,0 0,0 0,4 0,4 31,9 28,9 30,9 35,4 109,9 116,1 481,2 298,6 Sonstige Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 6.3 Liquide Mittel 6.3.1 Liquide Mittel Liquide Mittel Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestand Liquide Mittel in Mio. € 2018 2019 39,3 44,6 0,0 0,0 39,3 44,6 Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar. KONZERNABSCHLUSS 235 6.4 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten in Mio. € 2018 2019 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 528,8 133,1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 188,0 225,8 48,2 105,2 0,0 46,8 Sonstige Verbindlichkeiten für Erhaltungsaufwendungen 38,5 44,8 Sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten 33,7 35,3 Sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferungen und Netzleistungen 31,6 22,2 Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 19,1 12,5 Verbindlichkeiten gegenüber dem Emissionsrechtsregister 16,5 25,4 Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich Ausstehende Rechnungen für Investitionen Leasingverbindlichkeiten 15,8 13,8 Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochter- und Beteiligungsunternehmen 4,6 10,9 Stromlieferverpflichtung 7,2 8,0 Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit (unter anderem Sozialversicherungsinstitute) 4,5 4,8 Sonstige Verbindlichkeiten für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen Sonstige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 2,3 1,4 14,0 17,7 952,9 707,7 6.4.1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 7. Eigenkapital Das Grundkapital setzt sich wie auch im Vorjahr aus 170.233.686 Stückaktien in Form von Inhaberaktien (Kategorie A) und 177.182.000 Stückaktien in Form von Namensaktien (Kategorie B) zusammen. Die Kategorie B repräsentiert 51 % des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt. Grundkapital In den Kapitalrücklagen wird mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 954,3 Mio. €) jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist. Kapitalrücklagen Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne sowie die Effekte auf das den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Eigenkapital aus der Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen. Von den angesammelten Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß UGB aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2019 betrug 239,7 Mio. € (Vorjahr: 145,9 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 0,69 € pro Aktie (Vorjahr: 0,42 € pro Aktie) vorzunehmen. Angesammelte Ergebnisse 236 Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung Nicht beherrschende Anteile Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die Währungsumrechnung der vollkonsolidierten rumänischen Tochterunternehmen VERBUND Wind Power Romania SRL und VERBUND Trading Romania SRL. Nicht beherrschende Anteile in % 2018 2019 VERBUND Innkraftwerke GmbH 29,73 29,73 VERBUND Hydro Power GmbH 19,46 19,46 VERBUND Wind Power Austria GmbH 19,46 19,46 Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks wurden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst. Die bisher von den anderen Kommanditisten gehaltenen Anteile an den zehn Windparkgesellschaften wurden in der Berichtsperiode 2019 erworben. 8. Verbindlichkeiten Die Erläuterungen in diesem Kapitel beziehen sich auf lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie langfristige sonstige Verbindlichkeiten. Details zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 6 „Working Capital“ angegeben. 8.1 Finanzverbindlichkeiten Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Dieser entspricht in der Regel dem tatsächlich zugeflossenen Betrag. Etwaige Agien oder Disagien werden durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen. Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-LeasingTransaktionen entstanden sind, wurden mithilfe der sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden. Die in den Finanzverbindlichkeiten sowie Finanzanlagen ausgewiesenen bilanziell geschlossenen Positionen betreffen die in den Jahren 2009 und 2010 vorzeitig aufgelösten Cross-Border-LeasingTransaktionen. Die Auflösung erfolgte zum Teil vollständig, das heißt, es wurden sämtliche Veranlagungen und Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die bestehenden B-Loans und die entsprechenden Veranlagungen fortgeführt wurden. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (US-Dollar) bestehenden Salden erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss die aus vorzeitig beendeten CrossBorder-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten weiterhin gesondert dargestellt; sämtliche Positionen sind mit Ausnahme der erfassten Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste bilanziell geschlossen (siehe Kapitel 11 und 13). KONZERNABSCHLUSS 237 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Mio. € 2018 Langfristig 2019 Langfristig 2018 Kurzfristig 2019 Kurzfristig Anleihen 693,5 495,0 703,6 205,7 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 342,6 308,7 49,9 102,2 Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Zwischensumme Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2,9 0,0 0,0 0,0 1.039,0 803,6 753,5 308,0 433,9 453,0 0,0 2,8 1.472,8 1.256,6 753,5 310,8 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1 Buchwert zum 1.1. Aufnahmen Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte in Mio. € 2018 2019 1.931,2 1.792,5 100,0 0,0 10,7 53,9 Veränderung der den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile 0,1 – 2,9 Veränderung der Zinsabgrenzung 2,7 – 13,2 – 66,7 0,0 Außerplanmäßige Tilgungen Planmäßige Tilgungen – 185,5 – 718,8 Buchwert zum 31.12. 1.792,5 1.111,5 davon langfristige Schulden 1.039,0 803,6 davon kurzfristige Schulden 753,5 308,0 1 exklusive Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen Buchwert zum 1.1. in Mio. € 2018 2019 424,3 433,9 Kursgewinne bzw. -verluste 10,8 2,7 Kapitalisierung 29,8 30,3 Tilgungen bzw. Abgänge – 19,2 – 20,1 Marktwertveränderungen – 11,8 9,1 Buchwert zum 31.12. 433,9 455,9 davon langfristige Schulden 433,9 453,0 davon kurzfristige Schulden 0,0 2,8 Zum 31. Dezember 2019 und im Vorjahr bestanden bei VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung. Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile betrafen in der Berichtsperiode 2019 und im Vorjahr zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks. 8.1.1 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 238 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2019 Längste Laufzeit Emissionsvolumen Buchwert zum 31.12. Bis inklusive 1 Jahr Anleihen Eurowährung 2024 700,0 700,7 205,8 700,0 700,7 205,8 2024 700,0 700,7 205,8 2037 667,9 410,9 102,2 667,9 410,9 102,2 Summe Anleihen davon fix verzinst Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Eurowährung Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten davon fix verzinst 2037 500,0 315,9 30,9 davon variabel verzinst 2030 167,9 95,0 71,3 2021 0,1 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 455,9 2,8 455,9 2,8 455,9 2,8 0,0 0,0 1.567,4 310,9 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen Eurowährung Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen davon fix verzinst 2021 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen1 Fremdwährungen ($) 2030 Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen davon fix verzinst Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 1 Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung. 2030 – KONZERNABSCHLUSS 239 in Mio. € › 1 bis 2 Jahre › 2 bis 3 Jahre › 3 bis 4 Jahre › 4 bis 5 Jahre Über Gewichteter Gewichteter 5 Jahre Nominaleffektiver zinssatz Zinssatz Beizulegender Zeitwert zum 31.12. 0,0 0,0 0,0 494,9 0,0 2,46 % 2,79 % 742,0 0,0 0,0 0,0 494,9 0,0 2,46 % 2,79 % 742,0 0,0 0,0 0,0 494,9 0,0 2,46 % 2,79 % 742,0 30,1 25,1 25,1 25,1 203,2 1,86 % 2,36 % 452,4 30,1 25,1 25,1 25,1 203,2 1,86 % 2,36 % 452,4 27,6 22,6 22,6 22,6 189,4 2,41 % 2,55 % 357,1 2,5 2,5 2,5 2,5 13,8 0,07 % 1,39 % 95,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 453,0 – – 497,1 0,0 0,0 0,0 0,0 453,0 – – 497,1 0,0 0,0 0,0 0,0 453,0 – – 497,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 – – 30,0 25,1 25,1 520,0 656,2 240 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2018 Längste Laufzeit Emissionsvolumen Buchwert zum 31.12. Bis inklusive 1 Jahr Anleihen Eurowährung 2024 1.540,0 1.397,1 703,7 1.540,0 1.397,1 703,7 2024 1.540,0 1.397,1 703,7 2037 703,8 392,5 49,9 Summe Anleihen davon fix verzinst Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Eurowährung Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 703,8 392,5 49,9 davon fix verzinst 2037 500,0 338,6 26,1 davon variabel verzinst 2030 203,8 53,9 23,8 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen Eurowährung 2021 Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen davon fix verzinst 2021 0,1 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 433,9 0,0 433,9 0,0 433,9 0,0 2,9 0,0 2.226,4 753,6 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen1 Fremdwährungen ($) 2030 Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen davon fix verzinst Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 1 Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung. 2030 – KONZERNABSCHLUSS 241 in Mio. € › 1 bis 2 Jahre › 2 bis 3 Jahre › 3 bis 4 Jahre › 4 bis 5 Jahre Über Gewichteter Gewichteter 5 Jahre Nominaleffektiver zinssatz Zinssatz Beizulegender Zeitwert zum 31.12. 199,6 0,0 0,0 0,0 493,9 3,59 % 4,18 % 1.458,4 199,6 0,0 0,0 0,0 493,9 3,59 % 4,18 % 1.458,4 199,6 0,0 0,0 0,0 493,9 3,59 % 4,18 % 1.458,4 33,9 30,1 25,1 25,1 228,3 2,11 % 2,36 % 422,5 33,9 30,1 25,1 25,1 228,3 2,11 % 2,36 % 422,5 27,6 27,6 22,6 22,6 212,1 2,42 % 2,55 % 368,9 6,3 2,5 2,5 2,5 16,3 0,20 % 1,81 % 53,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,00 % 3,02 % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 433,9 – – 465,7 0,0 0,0 0,0 0,0 433,9 – – 465,7 0,0 0,0 0,0 0,0 433,9 – – 465,7 2,9 0,0 0,0 0,0 0,0 – – 236,3 30,1 25,1 25,1 1.156,1 242 8.2 Langfristige sonstige Verbindlichkeiten Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und betreffen im Wesentlichen die folgenden Geschäftsfälle: • Verpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) entstanden ist. Im Zuge des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten erfolgte 2013 eine außerplanmäßige Tilgung von 60 % der Verpflichtung. • Verpflichtung zur unentgeltlichen Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an den Freistaat Bayern, die im Rahmen des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten eingegangen wurde. • Passivierung von Leasingverbindlichkeiten im Zuge der Erstanwendung von IFRS 16 (siehe Kapitel 4.3 „Leasingverhältnisse“) • Abgrenzung der letzten noch aufrechten Cross-Border-Leasing-Transaktion (Kraftwerk Freudenau): Der ursprünglich erzielte Nettobarwertvorteil dieser Transaktion betrug 75,9 Mio. €. Für diesen Barwertvorteil wurde ein Passivposten gebildet, der über die Vertragsdauer ergebniswirksam aufgelöst wird. Der Ausweis der Auflösungsbeträge erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen. 8.2.1 Langfristige sonstige Verbindlichkeiten Langfristige sonstige Verbindlichkeiten Stromlieferverpflichtung Anteilsrückgabeverpflichtung Leasingverbindlichkeiten Abgrenzungen – Cross Border Leasing Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Langfristige sonstige Verbindlichkeiten in Mio. € 2018 2019 155,8 147,7 75,4 135,7 0,0 87,1 32,0 16,0 1,3 1,2 32,4 39,4 296,9 427,2 9. Rückstellungen 9.1 Rückstellungen im Konzern Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden können. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Langfristige Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als zwölf Monate in der Zukunft liegt, werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vorsteuerzinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst. KONZERNABSCHLUSS 243 Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: Lang- und kurzfristige Rückstellungen in Mio. € 2018 Langfristig 2019 Langfristig 2018 Kurzfristig 2019 Kurzfristig Rückstellungen für Pensionen 425,4 484,4 – – Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen 146,4 171,0 – – Rückstellungen für Abfertigungen 127,5 137,9 – – 7,9 4,7 5,0 2,9 Sonstige personalbezogene Rückstellungen 16,2 21,3 20,5 20,9 Sonstige Rückstellungen 93,3 93,0 17,4 14,8 816,8 912,2 42,9 38,6 Rückstellungen für Altersteilzeit Lang- und kurzfristige Rückstellungen 9.2 Personalbezogene Rückstellungen Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei Neubewertungen der Nettoschuld im Entstehungsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen als Personalaufwand erfasst. Der Nettozinsaufwand wird im Zinsaufwand ausgewiesen. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes Pensionskassenvermögen der APK Pensionskasse AG gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH, Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH bestehen Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA). Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch die Treuhandlösungen werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen saldiert. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes bzw. der entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA). Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen. 9.1.1 Lang- und kurzfristige Rückstellungen 244 9.2.1 Bewertung von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungen Die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert zum 31. Dezember 2019: 793,3 Mio. €; Vorjahr: 699,4 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Abzinsungszinssatz, das geschätzte Pensionsantrittsalter und die geschätzte Lebenserwartung sowie künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen: Versicherungsmathematische Annahmen zu Pensionsverpflichtungen 2018 2019 Abzinsungssatz bzw. erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 1,75 % 0,75 % Pensionssteigerungen 1–2% 1–2% Gehaltssteigerungen 1,75 % 2,75 % / 3,25 % Fluktuation Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel keine keine AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G Versicherungsmathematische Annahmen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen 2018 Abzinsungssatz Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 2019 2,00 % 1,00 % 0,0 %– 3,3 % 0,0 %– 4,1 % 3,75 %– 6,0 % 3,25 %– 6 % AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G Versicherungsmathematische Annahmen zu Abfertigungsverpflichtungen 2018 2019 Abzinsungssatz 1,75 % 0,75 % Gehaltssteigerungen 1,75 % 2,75 % / 3,25 % Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 0,0 %– 3,3 % 0,0 %– 1,3 % AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G AVÖ 2018-P/ Heubeck-Richttafeln 2018 G Die bestehenden Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungsverpflichtungen setzen VERBUND Investitions-, Zinsänderungs-, Lebenserwartungs-, Gehaltsrisiken, Preissteigerungs- und Fluktuationsrisiken aus. In den nachfolgenden Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgt analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung nach der Projected-UnitCredit-Methode (PUC-Methode) gemäß IAS 19. KONZERNABSCHLUSS 245 Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2019 Änderung der Bei Anstieg der Annahme in Annahme Prozentpunkten Veränderung der bzw. Jahren Nettoschuld um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Nettoschuld um Abzinsungssatz ± 0,25 – 3,32 % 3,53 % Pensionssteigerungen ± 0,50 7,14 % – 6,42 % ± 1 Jahr 5,82 % – 5,69 % Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um ± 0,25 – 4,30 % 4,60 % ± 0,50 9,09 % – 8,08 % ± 1 Jahr 7,38 % – 6,99 % Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um ± 0,25 – 1,97 % 2,04 % ± 0,50 4,01 % – 3,79 % ± 1 Jahr 0,11 % – 0,12 % Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2019 Abzinsungssatz Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Neuverträge Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2019 Abzinsungssatz Gehaltssteigerungen Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2018 Änderung der Bei Anstieg der Annahme in Annahme Prozentpunkten Veränderung der bzw. Jahren Nettoschuld um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Nettoschuld um Abzinsungssatz ± 0,25 – 2,97 % 3,13 % Pensionssteigerungen ± 0,50 6,40 % – 5,81 % ± 1 Jahr 5,39 % – 5,31 % Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um ± 0,25 – 4,02 % 4,28 % ± 0,50 8,54 % – 7,63 % ± 1 Jahr 6,79 % – 6,49 % Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2018 Abzinsungssatz Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Neuverträge Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 246 Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2018 Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Abzinsungssatz ± 0,25 – 1,90 % 1,96 % Gehaltssteigerungen ± 0,50 3,93 % – 3,72 % ± 1 Jahr 0,07 % – 0,08 % 2018 Pensionsverpflichtungen 2019 Pensionsverpflichtungen 2018 Pensionsähnliche Verpflichtungen 2019 Pensionsähnliche Verpflichtungen 245,9 283,8 – – Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 9.2.2 Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um in Mio. € – 134,3 – 158,7 – – Nettowert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 111,6 125,1 – – Anwartschaftsbarwert der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 313,7 359,3 146,4 171,0 Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 425,4 484,4 146,4 171,0 Pensionsaufwand in Mio. € 2018 Pensionsverpflichtungen 2019 Pensionsverpflichtungen 2018 Pensionsähnliche Verpflichtungen 2019 Pensionsähnliche Verpflichtungen Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 3,6 3,3 2,8 2,3 Nettozinsaufwand 5,8 7,2 2,7 2,9 Pensionsaufwand (im Periodenergebnis erfasst) 9,4 10,5 5,5 5,2 Neubewertungen der Nettoschuld 35,5 87,5 – 10,8 23,6 Pensionsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst) 44,9 98,0 – 5,3 28,8 KONZERNABSCHLUSS 247 Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts Anwartschaftsbarwert zum 1.1. Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) Pensionszahlungen bzw. KZV-Zuschusszahlungen (Leistungszahlungen) in Mio. € 2018 Pensionsverpflichtungen 2019 Pensionsverpflichtungen 2018 Pensionsähnliche Verpflichtungen 2019 Pensionsähnliche Verpflichtungen 556,8 559,7 156,0 146,4 3,6 3,3 2,8 2,3 – 33,5 – 33,4 – 4,3 – 4,3 Zinsaufwand 8,1 9,5 2,7 2,9 Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 3,6 6,9 – 5,2 – 3,6 Neubewertungen aus Veränderungen bei demografischen Annahmen 38,6 0,0 10,6 – 0,9 Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen – 17,5 97,2 – 16,2 28,1 Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 559,7 643,2 146,4 170,9 Zum 31. Dezember 2019 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen 14 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 18 Jahre (Vorjahr: 18 Jahre). Entwicklung des Planvermögens Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. Zugänge aus Unternehmenserwerben Beitragszahlungen von VERBUND Auszahlungen (Leistungszahlungen) Zinserträge in Mio. € 2018 Pensionsverpflichtungen 2019 Pensionsverpflichtungen 2018 Pensionsähnliche Verpflichtungen 2019 Pensionsähnliche Verpflichtungen 154,3 134,2 – – – 0,2 – 1,0 – – 0,0 17,9 – – – 11,2 – 11,3 – – 2,3 2,3 – – Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) – 10,9 16,6 – – Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 134,3 158,7 – – Die VERBUND zurechenbare Veranlagungs- und Risikogemeinschaft in der Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2019 einen Gewinn in Höhe von 18,9 Mio. € (Vorjahr: Verlust in Höhe von 8,6 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher. Für die Berichtsperiode 2020 werden keine laufenden Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung leistungsorientierter Pläne erwartet (Vorjahr: 12,8 Mio. €). 248 Fondsvermögen in % aktiver Markt kein aktiver Markt Aktien 41,1 0,0 Anleihen 2018 Summe 2019 Summe aktiver Markt kein aktiver Markt 41,1 43,0 0,0 43,0 38,4 45,6 0,0 45,6 38,4 0,0 Geldmarkt 6,2 0,0 6,2 8,3 0,0 8,3 Sonstige Investments 7,1 0,0 7,1 10,3 0,0 10,3 100,0 0,0 100,0 100,0 0,0 100,0 Gesamt VERBUND stimmt die allgemeinen Veranlagungsrichtlinien regelmäßig mit der APK Pensionskasse AG ab. Das Risikomanagement in der APK Pensionskasse AG orientiert sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. an den entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA). 9.2.3 Rückstellung für Abfertigungen Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31. Dezember 2002 begann, haben aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung, insbesondere bei Pensionsantritt. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Für alle nach dem 31. Dezember 2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse. Zum 31. Dezember 2019 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 8 Jahre (Vorjahr: 8 Jahre). Zusammensetzung der Rückstellungen für Abfertigungen Rückstellungen für gesetzliche Abfertigungen Rückstellungen für Abfertigungen aus Sondervereinbarungen gemäß Sozialplan Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. in Mio. € 2018 2019 125,7 136,3 1,8 1,5 127,5 137,8 Abfertigungsaufwand in Mio. € 2018 2019 Dienstzeitaufwand 1,0 0,7 Nettozinsaufwand 1,9 2,1 Abfertigungsaufwand (im Periodenergebnis erfasst) 2,9 2,8 Neubewertungen der Abfertigungsverpflichtung 0,6 22,8 Abfertigungsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst) 3,5 25,6 KONZERNABSCHLUSS 249 Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts für gesetzliche Abfertigungen Anwartschaftsbarwert zum 1.1. in Mio. € 2018 2019 135,7 125,7 Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 1,0 0,7 Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,0 – 1,9 Zinsaufwand 1,9 2,1 Abfertigungszahlungen (Leistungszahlungen) – 13,5 – 13,1 Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 2,5 3,4 Neubewertungen aus Veränderungen bei demografischen Annahmen 0,4 0,0 – 2,3 19,4 125,7 136,3 Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen Anwartschaftsbarwert zum 31.12. Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort ergebniswirksam realisiert werden. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen. Zum Zweck der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH und der Innwerk AG bestehen ebenfalls Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA). Eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert. Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung in Mio. € 2018 2019 Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 15,2 10,2 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 2,4 – 2,6 Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 12,8 7,6 Aufwand für Altersteilzeit in Mio. € 2018 2019 Dienstzeitaufwand 0,9 0,8 Nettozinsaufwand 0,0 0,0 Neubewertungen 1,4 – 0,4 Aufwand für Altersteilzeit (im Periodenergebnis erfasst) 2,3 0,4 9.2.4 Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen 250 Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts in Mio. € Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 2018 2019 18,7 15,2 Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,9 0,8 Nettozinsaufwand 0,0 0,0 – 6,8 – 5,6 Vorruhestandszahlungen Neubewertungen Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 2,4 – 0,2 15,1 10,2 Entwicklung des Planvermögens in Mio. € 2018 2019 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 1,4 2,4 Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) 1,0 0,2 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 2,4 2,6 2018 2019 Fondsvermögen 9.2.5 Sonstige personalbezogene Rückstellungen in % Anleihen 100,0 100,0 Gesamt 100,0 100,0 Zusammensetzung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen 2018 Langfristig Rückstellung für Prämien aus dem leistungsorientierten Gehaltssystem Rückstellung für Jubiläumsgelder Übrige Sonstige personalbezogene Rückstellungen in Mio. € 2019 Langfristig 2018 Kurzfristig 2019 Kurzfristig 20,8 – – 20,4 10,6 15,0 – – 5,5 6,3 0,1 0,1 16,1 21,3 20,5 20,9 Entwicklung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen in Mio. € 2018 2019 Buchwert zum 1.1. 35,1 36,7 davon langfristig 14,7 16,2 davon kurzfristig 20,4 20,5 19,1 22,3 Neubildung Aufzinsung Verwendung 0,2 0,3 – 17,5 – 17,0 Auflösung – 0,2 0,0 Buchwert zum 31.12. 36,7 42,2 davon langfristig 16,2 21,3 davon kurzfristig 20,5 20,9 KONZERNABSCHLUSS 251 9.3 Sonstige Rückstellungen Rückbau- und Stilllegungsverpflichtungen Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von Kraftwerken resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung passiviert; zugleich erhöhen sich grundsätzlich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe Kapitel 4.2 „Sachanlagen“). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Anlagen abgeschrieben; die Rückstellungen werden jährlich aufgezinst. Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die erwarteten Abbruchzeitpunkte, etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruch- und Dekontaminationskosten bzw. Schrotterlöse, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 1,00 % bis 5,00 % (Vorjahr: 2,25 %). Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2019 in Mio. € Abbruchund Dekontaminationskosten Sonstige Summe Buchwert zum 1.1.2019 31,1 79,7 110,8 davon langfristig 31,1 62,3 93,3 davon kurzfristig 0,0 17,4 17,4 Neubildung 5,3 10,5 15,8 Aufzinsung 0,5 1,4 1,9 Verwendung – 0,2 – 8,8 – 9,0 Auflösung – 5,6 – 5,9 – 11,5 Währungsumrechnung – 0,2 0,0 – 0,2 Buchwert zum 31.12.2019 30,9 76,9 107,8 davon langfristig 27,8 65,2 93,0 davon kurzfristig 3,1 11,7 14,8 Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2018 Buchwert zum 1.1.2018 in Mio. € Abbruch- und Dekontaminationskosten Sonstige Summe 39,3 89,0 128,2 davon langfristig 39,3 62,6 101,9 davon kurzfristig 0,0 26,4 26,4 Neubildung 0,2 13,5 13,7 Aufzinsung – 0,4 0,7 0,3 Verwendung – 6,7 – 17,1 – 23,8 Auflösung – 1,3 – 6,4 – 7,7 Buchwert zum 31.12.2018 31,1 79,7 110,8 davon langfristig 31,1 62,3 93,3 davon kurzfristig 0,0 17,4 17,4 9.3.1 Sonstige Rückstellungen 252 10. Steuern Die laufenden Steuerschulden in der Berichtsperiode 2019 setzen sich wie folgt zusammen: Laufende Steuerschulden Ertragsteuern Sonstige Steuern Laufende Steuerschulden in Mio. € 2018 2019 45,4 105,0 1,0 1,1 46,5 106,1 Die Unterschiede zwischen den Steuerwerten und den Buchwerten in der IFRS-Bilanz wirken sich mit folgenden Steuerlatenzen aus: Steuerlatenzen in Mio. € 2018 2019 393,9 308,8 115,9 142,4 davon aus Wertberichtigungen von Forderungen 20,2 5,4 davon aus Beteiligungsabschreibungen 11,5 6,2 103,1 111,2 Latente Steuererstattungsansprüche davon aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen davon aus Verlustvorträgen davon aus der Liquidation von Tochterunternehmen 45,3 22,7 davon aus Finanzinstrumenten 73,4 – 19,0 davon aus sonstigen Posten Latente Steuerschulden davon aus Sachanlagen (aus unterschiedlichen Nutzungsdauern, Zeitwertanpassungen bei Kaufpreisallokationen) 24,6 39,9 – 1.028,5 – 1.066,1 – 807,4 – 805,5 davon aus steuerlichen Sonderabschreibungen – 92,2 – 90,5 davon aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwerten – 42,2 – 55,4 davon aus sonstigen Posten – 86,7 – 114,6 – 634,5 – 757,3 Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert Die Nettoposition für latente Steuern hat sich wie folgt verändert: Steuerlatenzen Stand 1.1. Im Periodenergebnis erfasste Veränderungen Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen Sonstige Veränderungen Stand 31.12. in Mio. € 2018 2019 – 558,4 – 634,5 – 92,1 – 62,8 14,8 – 59,7 1,2 – 0,2 – 634,5 – 757,3 Die im sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen betrafen im Wesentlichen Bewertungen von Cashflow Hedges und die Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen. KONZERNABSCHLUSS Outside Basis Differences Zum 31. Dezember 2019 (und im Vorjahr) war davon auszugehen, dass aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen die insbesondere aus einbehaltenen Gewinnen bzw. nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital (Outside Basis Differences) der in den IFRS-Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen, assoziierten Unternehmen und gemeinsamen Vereinbarungen in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden. Zum 31. Dezember 2019 wurde daher für temporäre Differenzen in Höhe von 4.771,1 Mio. € (Vorjahr: 4.284,9 Mio. €) in Zusammenhang mit diesen Anteilen keine Steuerschuld angesetzt. Nicht angesetzte steuerliche Verluste Für steuerliche Verluste der VERBUND Sales Deutschland GmbH und der rumänischen Tochtergesellschaft VERBUND Wind Power Romania SRL werden keine latenten Steuererstattungsansprüche angesetzt, weil es aufgrund der Ergebnissituation nicht wahrscheinlich ist, dass in den nächsten Jahren ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die latenten Steuererstattungsansprüche verwendet werden können. 11. Risikomanagement nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für Zwecke des Risikomanagements. VERBUND 11.1 Risikomanagement im Finanzbereich Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und den damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen. Im Finanzbereich von VERBUND stellen daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen einen Schwerpunkt dar. Im Rahmen von Konzernrichtlinien wurden eigene Regeln festgelegt, um die finanziellen Risiken auch entsprechend zu überwachen und zu steuern. Die Maßnahmen zur Überwachung und Steuerung finanzieller Risiken umfassen insbesondere: • Berechnung und Bewertung marktüblicher Kennzahlen hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten. • Erstellung einer kontinuierlichen Liquiditätsplanung, auf deren Basis jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt wird. 253 254 Finanzinstrumente Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den angeführten Bilanzposten erfasst: Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Forderungen Referenzwert Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen (Fixzinsempfänger) Devisentermingeschäfte 1 1 in Mio. € Positive Zeitwerte 31.12.2018 Positive Zeitwerte 31.12.2019 264,4 Mio. $ (Vorjahr: 260,7 Mio. $) 78,0 87,1 0,3 Mio. $ (Vorjahr: 0,5 Mio. $) 0,0 0,0 Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar. Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Verbindlichkeiten Referenzwert1 in Mio. € Negative Zeitwerte 31.12.2018 Negative Zeitwerte 31.12.2019 Zinsswaps – Hedges (Fixzinsempfänger) 86,1 Mio. € (Vorjahr: 100,7 Mio. €) 8,9 7,6 Zinsswaps Finanzverbindlichkeiten (ohne designierte Sicherungsbeziehung) 122,7 Mio.€ (Vorjahr: 140,6 Mio. €) 7,0 6,2 1 Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar. Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken (siehe „Zinsänderungrisiko“ für Erläuterungen zu den abgeschlossenen Zinsswaps für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten sowie für konzerninterne Projektfinanzierungen). Liquiditätsrisiko Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, wurde in der Berichtsperiode 2018 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. € mit zweimaliger jeweils einjähriger Verlängerungsoption abgeschlossen. Dies erfolgte im Rahmen eines internationalen Bankensyndikats über die VERBUND AG. Diese Kreditlinie wurde nicht ausgenützt. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds. Für die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 siehe Kapitel 5.1 „Bilanzierung von Finanzinstrumenten“. Kreditrisiko Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. KONZERNABSCHLUSS 255 Maßnahmen zur Reduktion des Kontrahentenrisikos: Maßnahmen Reduktion Kontrahentenrisiko 1 Geschäfte sowie Veranlagung werden prinzipiell nur mit Kunden mit ausreichender Bonität abgeschlossen (d. h. mit externen Investment Grade Ratings einer internationalen Ratingagentur oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung) 2 Vergabe individueller Limits je Kontrahent auf Basis der Bonitätsbeurteilung 3 Konzernweite Überwachung der individuellen Kontrahentenlimits 4 Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportfolios auf Basis der von internationalen Ratingagenturen veröffentlichten Ausfallswahrscheinlichkeiten 5 Sicherstellung ausreichender Besicherung (z. B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) eingegangener Geschäfte 6 Risikoreduktion durch Abschluss von Aufrechnungsvereinbarungen (mit Ausnahme von Geschäftstätigkeit im regulierten Segment Netz; dort bestehen aufgrund von Kontrahierungs- und Abschlusszwängen zum Teil auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bei denen der Schuldner die Anforderungen nicht erfüllt) In der Berichtsperiode 2019 bestand im Bereich des Endkundengeschäfts eine Kreditversicherung für Österreich und Deutschland mit 10 %igem Selbstbehalt. Zum 31. Dezember 2019 sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31,5 Mio. € (Vorjahr: 36,2 Mio. €) durch diese Versicherung gedeckt, wobei allerdings eine Höchstdeckungsquote von 10,0 Mio. € pro Jahr besteht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen: Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2019 Bonitätsgruppe in Mio. € Äquivalent Moody’sRating Finanzinstrumente – bilanziell geschlossene Positionen Wertpapiere A bis Aa3 255,9 0,0 0,0 15,3 5,3 0,2 B bis A3 199,8 0,0 31,7 121,9 95,6 23,7 C1 – C3 bis Baa3 0,0 0,0 0,0 95,1 84,7 20,8 D1 – D5 unter Baa3 0,0 0,0 0,0 35,4 3,5 0,0 Ohne Rating Summe 1 Langfristige Fordeund kurz- rungen aus fristige Lieferungen sonstige und Leistungen Forderungen1 Derivate im Energiebereich Veranlagungen und liquide Mittel2 0,0 133,1 133,4 90,0 0,0 0,2 455,7 133,1 165,1 357,8 189,2 44,9 inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen // 2 Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarkgeschäfte zusammengefasst. 256 Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2018 Bonitätsgruppe in Mio. € Äquivalent Moody’sRating Finanzinstrumente – bilanziell geschlossene Positionen Wertpapiere A bis Aa3 236,3 0,0 0,0 16,9 11,7 0,2 B bis A3 19,0 0,0 24,7 153,1 109,0 36,6 C1 – C3 bis Baa3 178,4 0,0 0,0 141,8 171,0 27,8 D1 – D5 unter Baa3 0,0 0,0 0,0 1,1 1,5 0,0 0,0 211,5 113,1 81,4 0,0 0,0 433,7 211,5 137,8 394,3 293,1 64,6 Ohne Rating Summe 1 Langfristige Fordeund kurz- rungen aus fristige Lieferungen sonstige und LeisFordetungen rungen1 Derivate im Energiebereich Veranlagungen und liquide Mittel2 inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen // 2 Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarktgeschäfte zusammengefasst. • Wertpapiere und Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen Aus Sicht von VERBUND besteht kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Die Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivate den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Bonitätsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind, wurde minimiert, indem nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde. • Sonstige Wertpapiere Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung personalbezogener Rückstellungen angeschafft wurden. In der Vorperiode waren zusätzlich Anteile an Geldmarktfonds enthalten. • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die als „nicht geratet“ ausgewiesenen Beträge ergeben sich einerseits aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, welches zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,1 Mio. €) liegen. Andererseits sind darin auch Forderungen enthalten, für die aufgrund besonderer Umstände keine Bonitätseinstufung erfolgte (z. B. gesetzliche Kontrahierungszwänge). Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallsrisiko und die erfassten erwarteten Kreditverluste für Finanzinstrumente, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert wurden, mit Ausnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen, die im Wesentlichen auch in Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen stehen. Bei allen Finanzinstrumenten wurde die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts erfasst, weil ein niedriges Risiko eines Kreditausfalls besteht. KONZERNABSCHLUSS 257 Erwartete Kreditverluste 2019 in Mio. € Äquivalent Moody’sRating Ausfallswahrscheinlichkeit Verlustquote Bruttobuchwert Wertberichtigung Nettobuchwert A bis Aa3 0,02 % 0,60 % 71,0 0,0 71,0 B bis A3 0,06 % 0,70 % 324,2 0,1 324,3 bis Baa3 0,12 %– 0,29 % 0,80 % 0,0 0,0 0,0 Ausleihungen Teil einer Nettoinvestition1 – – – 54,1 – 2,0 52,1 Keine Erfassung von erwarteten Kreditverlusten2 – – – – – C1 – C3 Summe 1 97,0 544,5 Die langfristigen Ausleihungen stellen ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH dar (siehe Kapitel 4.5 "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen"). // 2 Die Sicherstellungen im Energiehandel in Höhe von 33,2 Mio. € werden als Sondervermögen geführt, weshalb kein Ausfallsrisiko existiert. Bei den übrigen Finanzinstrumenten werden aufgrund der geringen Ausfallskredithöhe, der geringen Laufzeit bzw. der guten Bonität der Schuldner keine erwarteten Kreditverluste erfasst. Erwartete Kreditverluste 2018 in Mio. € Äquivalent Moody’sRating Ausfallswahrscheinlichkeit Verlustquote Bruttobuchwert Wertberichtigung Nettobuchwert A bis Aa3 0,02 % 0,60 % 236,4 0,0 236,4 B bis A3 0,07 % 0,70 % 43,8 0,0 43,8 bis Baa3 0,12 %– 0,31 % 0,80 % 100,5 – 0,1 100,4 Ausleihungen – Teil einer Nettoinvestition1 – – – 51,6 – 21,9 29,8 Keine Erfassung von erwarteten Kreditverlusten2 – – – – – C1 – C3 Summe 1 118,3 528,6 Die langfristigen Ausleihungen stellen ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH dar (siehe Kapitel 4.5 "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen"). // 2 Die Sicherstellungen im Energiehandel in Höhe von 37,8 Mio. € werden als Sondervermögen geführt, weshalb kein Ausfallsrisiko existiert. Bei den übrigen Finanzinstrumenten werden aufgrund der geringen Ausfallskredithöhe, der geringen Laufzeit bzw. der guten Bonität der Schuldner keine erwarteten Kreditverluste erfasst. 258 Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen, die sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen, werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste unter Verwendung einer Wertberichtigungsmatrix bemessen: Erwartete Kreditverluste 2019 in Mio. € Verlustrate Bruttobuchwert Wertberichtigung Nettobuchwert Nicht überfällig 0% 380,1 0,0 380,1 1 – 30 Tage überfällig 0% 10,1 0,0 10,1 10 – 50 % 1,8 – 0,8 1,0 31 – 120 Tage überfällig > 120 Tage überfällig 90 % 2,5 – 1,8 0,7 394,5 – 2,6 391,9 Verlustrate Bruttobuchwert Wertberichtigung Nettobuchwert Nicht überfällig 0% 410,2 0,0 410,2 1 – 30 Tage überfällig 0% 11,9 0,0 11,9 10 – 50 % 0,7 – 0,1 0,7 90 % 3,8 – 2,7 1,1 426,6 – 2,7 423,9 Summe Erwartete Kreditverluste 2018 31 – 120 Tage überfällig > 120 Tage überfällig Summe Zinsänderungsrisiko in Mio. € Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen. Zum 31. Dezember 2019 belief sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 9,0 % (Vorjahr: 2,0 %). Ein Zinsanstieg um 1,0 % würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportfolio inkl. der Geldmarktgeschäfte zu einem um 1,0 Mio. € p. a. (Vorjahr: 0,6 Mio. € p. a.) geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern. Zum 31. Dezember 2019 bestanden Zinsswaps (Nominale: 264,4 Mio. $, Vorjahr: 260,7 Mio. $) in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivate bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2019 bestanden weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 86,0 Mio. € (Vorjahr: 100,7 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges gemäß IFRS 9 designiert. Darüber hinaus bestanden Zinsswaps (von variabler auf fixe Verzinsung), welche im Rahmen von konzerninternen Projektfinanzierungen mit einem Nominale von 122,7 Mio. € (Vorjahr: 140,6 Mio. €) KONZERNABSCHLUSS 259 abgeschlossen wurden und für die aus Konzernsicht keine Sicherungsbeziehung darstellbar war (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportfolios beträgt 4,2 Jahre (Vorjahr: 3,4 Jahre). Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente. Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazugehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko. Währungsänderungsrisiko Von den in den Jahren 1999 bis 2001 ursprünglich abgeschlossenen Cross-Border-LeasingTransaktionen wurden in den vergangenen Geschäftsjahren rund 85 % vorzeitig aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion von VERBUND (Kraftwerk Freudenau: ursprüngliches Transaktionsvolumen rund 966,0 Mio. $) hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Hinsichtlich dieser Transaktion wurde im ersten Halbjahr 2019 die Lessee Purchase Option gemäß Lease Agreement Section 19 („Early BuyOut Option“) ausgeübt, womit auch diese Transaktion mit Wirkung vom 2. Jänner 2021 aufgelöst werden soll. Haftungen, die aus der letzten noch aufrechten Transaktion allenfalls für VERBUND entstehen könnten, sind zum Teil durch Rückhaftungen abgesichert (siehe Kapitel 13.1 „Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken“). Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige und zum Teil als partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden (siehe Kapitel 8.1 „Finanzverbindlichkeiten“). Für die fortgeführten Anteile ist die bilanzielle Deckung weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 264,4 Mio. $ (Vorjahr: 260,7 Mio. $). Bilanziell kommt es zu keiner Aufrechnung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die die bilanziell geschlossenen Positionen betreffen. Im Insolvenzfall können die Zinsswaps (87,1 Mio. €, Vorjahr: 78,0 Mio. €) und die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (337,5 Mio. €, Vorjahr: 320,2 Mio. €) aufgerechnet werden. Die Nettoverbindlichkeit aus diesen beiden Positionen beträgt zum 31. Dezember 2019 daher 250,3 Mio. € (Vorjahr: 242,2 Mio. €). Für zwei vorzeitig beendete Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, besteht weiterhin das Risiko, dass bei einer Ratingverschlechterung der veranlagenden Finanzinstituten oder VERBUND unter einen bestimmten Schwellenwert die veranlagenden Finanzinstitute auszutauschen oder zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen sind. Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND lagen zum 31. Dezember 2019 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungen auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch herabgemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen. Risiko aus CrossBorder-LeasingTransaktionen 260 11.2 Risikomanagement im Energiebereich Im Kerngeschäft ist VERBUND auf internationalen Energiemärkten tätig und dabei Markt-, Kontrahentenund operationalen Risiken ausgesetzt, denen entsprechende Chancen gegenüberstehen. Der Umgang mit den Marktrisiken wird durch Regelbücher und darin festgelegte Limits gemanagt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch separate Richtlinien sowohl auf Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen begegnet. Für das Management der operationalen Risiken existiert ein Prozesshandbuch. Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value-at-Risk, Stresslimit, StopLoss- und Positionslimits) wird ebenso wie die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im Energiebereich tagesaktuell überwacht, gesteuert und berichtet. Zum 31. Dezember 2019 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Gasfutures und Gasforwards, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen: Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2019 in Mio. € Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto Futures 86,0 18,9 67,1 Forwards 22,3 16,4 5,9 Summe vor Netting 108,3 35,3 73,1 davon kurzfristig 104,1 23,6 80,5 davon langfristig 4,2 11,6 – 7,4 davon im sonstigen Ergebnis 73,1 Wholesale zum 31.12.2019 in Mio. € Positive Zeitwerte Futures Negative Zeitwerte Netto – 57,5 41,4 98,9 180,3 128,6 51,7 0,0 2,2 – 2,2 Summe vor Netting 221,7 229,8 – 8,0 davon kurzfristig 179,2 198,9 – 19,7 davon langfristig 42,5 30,9 11,6 52,5 43,1 Forwards Swaps Bereits realisierte Futures Summe 9,4 1,4 KONZERNABSCHLUSS 261 Trading zum 31.12.2019 in Mio. € Positive Zeitwerte Futures Negative Zeitwerte Netto – 0,8 25,8 26,6 Forwards 489,2 488,6 0,6 Summe vor Netting 515,0 515,2 – 0,2 davon kurzfristig 489,8 490,2 – 0,4 davon langfristig 25,2 25,0 0,2 Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Futures 153,2 144,3 8,8 Forwards 691,8 633,6 58,2 Gesamt zum 31.12.2019 in Mio. € Swaps Summe vor Netting Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen Summe nach Netting EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten Netto 0,0 2,2 – 2,2 845,0 780,2 64,8 – 647,0 – 647,0 0,0 198,0 133,2 64,8 – 8,8 0,0 – 8,8 189,2 133,2 56,0 Zum 31. Dezember 2018 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Optionen, Gasfutures und Gasforwards, CO2-Futures und CO2Forwards) wie folgt zusammen: Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2018 in Mio. € Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto Futures 39,9 229,5 – 189,6 Forwards 33,7 141,0 – 107,2 Summe vor Netting 73,7 370,5 – 296,8 davon kurzfristig 63,0 335,6 – 272,6 davon langfristig 10,7 34,9 davon im sonstigen Ergebnis – 24,2 – 296,8 262 Wholesale zum 31.12.2018 in Mio. € Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto Futures 228,8 19,1 209,7 Forwards 279,2 418,4 – 139,2 Optionen 1,0 0,3 0,6 Swaps 0,1 0,8 – 0,7 Summe vor Netting 509,0 438,6 70,4 davon kurzfristig 352,9 302,7 50,2 davon langfristig 156,1 135,9 20,2 Bereits realisierte Futures 107,6 168,3 – 60,7 Summe 9,7 Trading zum 31.12.2018 in Mio. € Positive Zeitwerte Futures Negative Zeitwerte Netto 11,2 16,5 – 5,2 Forwards 753,9 753,1 0,8 Summe vor Netting 765,1 769,6 – 4,5 davon kurzfristig 658,6 663,5 – 4,9 davon langfristig 106,5 106,1 0,4 Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto 279,9 265,0 14,9 Forwards 1066,8 1312,5 – 245,7 Optionen 1,0 0,3 0,6 Swaps 0,1 0,8 – 0,7 Gesamt zum 31.12.2018 Futures Summe vor Netting Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen Summe nach Netting EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten in Mio. € 1.347,7 1.578,6 – 230,9 – 1.049,8 – 1.049,8 0,0 298,0 528,8 – 230,9 – 4,8 293,1 – 4,8 528,8 – 235,7 Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist. Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am Strommarkt (– 10,0 % bis + 10,0 %) gemessen: KONZERNABSCHLUSS 263 Sensitivität – Marktpreisschwankung um + 10 % in Mio. € 2018 Auswirkung auf operatives Ergebnis (Wholesale- und Trading-Portfolio) Auswirkung auf Eigenkapital (Bewertungsrücklage von Cashflow-Hedges) 2019 2,1 0,4 – 81,4 – 52,1 Sensitivität – Marktpreisschwankung um – 10 % in Mio. € 2018 2019 Auswirkung auf operatives Ergebnis (Wholesale- und Trading-Portfolio) – 2,1 – 0,4 Auswirkung auf Eigenkapital (Bewertungsrücklage von Cashflow-Hedges) 81,4 52,1 Die durch Cashflow Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier Jahren (2020 bis 2023) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Für weitere Details zu den als Absicherung von Zahlungsströmen designierten Stromfutures und -forwards siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“. 12. Kapitalmanagement Die Ziele des Kapitalmanagements von VERBUND sind: • Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven • Optimierung der Kapitalstruktur • Absicherung eines langfristigen soliden Ratings Im Zuge des Kapitalmanagements überwacht der Vorstand regelmäßig die folgenden Kennzahlen: Net Debt/EBITDA, Free Cashflow (nach Dividende) sowie ROCE der nicht regulierten Geschäftsbereiche. Der Konzern strebt zur Absicherung des Ratings ein Net Debt/EBITDA von < 3,0, einen Free Cashflow (nach Dividende) von > 0 Mio. € und einen ROCE der nicht regulierten Geschäftsbereiche von > 7,0 % an. Diese Zielwerte beruhen auf der bestehenden Asset- und Wertschöpfungsstruktur. Net Debt/EBITDA Net Debt EBITDA Net Debt/EBITDA in Mio. € 2018 2019 2.560,7 2.256,1 864,2 1.183,5 3,0 1,9 Free Cashflow nach Dividende Cashflow aus operativer Tätigkeit Cashflow aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen Free Cashflow vor Dividende Dividende Free Cashflow nach Dividende in Mio. € 2018 2019 664,1 1.204,3 – 248,8 – 386,9 415,3 817,4 – 178,1 – 178,1 237,2 639,3 264 Return on Capital Employed (ROCE) der nicht regulierten Geschäftsbereiche in Mio. € 2018 NOPAT Durchschnittliches Capital Employed Return on Capital Employed (ROCE) der nicht regulierten Geschäftsbereiche 13. 2019 409,5 684,6 7.291,3 8.816,4 5,6 % 7,8 % Sonstiges 13.1 Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken Eventualverbindlichkeiten Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen. Verpflichtungen aus Cross Border Leasing Für den nicht getilgten Teil der Leasingverbindlichkeit aus der Cross-Border-Leasing-Transaktion (siehe Kapitel 11 „Risikomanagement“) besteht zum 31. Dezember 2019 eine subsidiäre Haftung von VERBUND in Höhe von 519,4 Mio. € (Vorjahr: 519,3 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 308,8 Mio. € (Vorjahr: 324,0 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Strombezugsberechtigten und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber hinaus sind 283,8 Mio. € (Vorjahr: 264,7 Mio. €) durch bilanzexterne Veranlagungen in Zero Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt. Anhängige Verfahren Die anhängigen Verfahren betreffen im Wesentlichen die folgenden Sachverhalte: • Drau-Hochwasser 2012: Die zivilrechtlich beanspruchten Schadenersatzforderungen belaufen sich auf rund 108,5 Mio. € (Vorjahr: 108,5 Mio. €). Diese Forderungen werden von VERBUND dem Grunde und der Höhe nach bestritten. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen in Zusammenhang mit diesen Schadenersatzansprüchen unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangangaben die Lage von VERBUND in den Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. • Steuerliche Geltendmachung der Firmenwertabschreibung für die Beteiligung an der VERBUND Innkraftwerke GmbH für die Jahre 2014 bis 2023: Die Bescheidbeschwerde gegen den Feststellungsbescheid ist weiterhin anhängig. Der Steuervorteil für diese Jahre (Reduktion künftiger Steuerzahlungen in Höhe von 8,2 Mio. € pro Jahr) wird bei hinreichender Wahrscheinlichkeit gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND erfasst. Verträge und Bestellobligo Bestellobligo für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie sonstige Verpflichtungen Gesamtverpflichtung in Mio. € Verpflichtung innerhalb eines Jahres Verpflichtung länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahre Verpflichtung länger als fünf Jahre 624,8 593,6 0,2 KONZERNABSCHLUSS 265 Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die im Wesentlichen die folgenden Sachverhalte beinhalten: • Stromlieferverträge: Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke haben Landesenergiegesellschaften (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist dadurch verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die Landesenergiegesellschaften zu liefern. • Notheimfallsrechte: Gegenüber dem Freistaat Bayern besteht die Verpflichtung, bis 2021 bestimmte wasserwirtschaftliche Maßnahmen sowie Umwelt- und Infrastrukturmaßnahmen am bayerischen Inn vorzunehmen. • Wärmelieferungs- und Bezugsvertrag: Verpflichtung der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG gegenüber der Energie Steiermark Wärme GmbH bezüglich der Lieferung von Fernwärme für den Großraum Graz bis zum 30. Juni 2020. 13.2 Sonstige Angaben Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand Angestellte Lehrlinge Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand1 1 2018 2019 Veränderung 2.597 2.622 25 145 149 4 2.742 2.772 30 Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag hatten 40 (Vorjahr: 61) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Die Voraussetzungen dafür waren eine zumindest 20-jährige Tätigkeit bei VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres. In der Berichtsperiode 2019 gab es durchschnittlich insgesamt 14 Abstellungen (Vorjahr: 16) an nicht konsolidierte Tochterunternehmen von VERBUND. Darüber hinaus waren durchschnittlich 2 (Vorjahr: 2) Dienstnehmer an die PÖYRY Energy GmbH abgestellt. Personalbereitstellungen Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf die vollkonsolidierten Tochterunternehmen von VERBUND, die vom (Netzwerk des) Konzernabschlussprüfer(s) geprüft wurden; die entsprechenden Aufwendungen bei mangels Wesentlichkeit nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind hierin nicht enthalten. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2019 ebenso wie 2018 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH. Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers 266 Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers in Tsd. € Deloitte1 2018 Deloitte1 2019 308,4 95,8 Netzwerk 2018 Netzwerk 2019 297,1 150,2 151,3 94,4 0,9 12,2 0,0 0,0 0,0 0,0 Sonstige Beratungsleistungen 141,3 184,2 0,0 0,0 Gesamtaufwendungen 545,6 575,8 151,1 163,5 Konzern- und Jahresabschlussprüfungsleistungen Sonstige Bestätigungsleistungen Steuerberatungsleistungen 1 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH Bei den Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND sind die folgenden Aufwendungen für Leistungen (des Netzwerks) des Konzernabschlussprüfers angefallen: 26,4 Tsd. € (Vorjahr: 31,0 Tsd. €) an Konzernund Jahresabschlussprüfungsleistungen (davon Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH: 26,4 Tsd. €; Vorjahr: 31,0 Tsd. €). 13.3 Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties) von VERBUND zählen: • Alle Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen • Die Vorstände und Aufsichtsräte von VERBUND sowie von ihnen oder ihren nahen Angehörigen beherrschte oder maßgeblich beeinflusste Unternehmen • Die Republik Österreich aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin • Unter beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet. Die Geschäftstransaktionen mit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt. Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus: Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. € 2018 2019 Stromerlöse 0,4 0,5 Sonstige Erlöse 0,6 0,7 Sonstige betriebliche Erträge 0,3 0,2 Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 0,1 – 0,5 Sonstige betriebliche Aufwendungen Gewinn- und Verlustrechnung – 0,3 – 0,4 Zinsertrag 1,3 1,3 Übriges Finanzergebnis 1,9 1,8 KONZERNABSCHLUSS 267 Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019 Bilanz Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 27,1 49,2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 7,3 5,0 Baukostenbeiträge 0,9 0,9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 1,1 6,1 Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31. Dezember 2019 eine in den Finanzanlagen enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 48,6 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) und eine kurzfristige sonstige Forderung in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €). Beide dienten im Wesentlichen der Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession. Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppen Malta und Reißeck hat die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft zu liefern. Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus: Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. € 2018 2019 Stromerlöse 73,6 77,9 Netzerlöse 35,9 36,6 Sonstige Erlöse – 0,4 0,2 3,8 8,3 – 18,5 – 27,4 – 0,6 – 1,3 0,2 0,2 Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug Sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsertrag Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen 268 Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019 Bilanz Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere Baukostenbeiträge 26,1 26,8 276,6 271,2 0,2 0,2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten Details zu den wesentlichen Geschäftsbeziehungen: • Die Stromerlöse wurden mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (63,0 Mio. €; Vorjahr: 61,8 Mio. €) sowie mit der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (14,8 Mio. €; Vorjahr: 11,8 Mio. €) erzielt. • Die Strombezüge bestehen im Ausmaß von 26,7 Mio. € (Vorjahr: 18,0 Mio. €) im Wesentlichen gegenüber der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. • Netzerlöse wurden ausschließlich mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft erzielt. • Von den Baukostenbeiträgen wurden im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 3,1 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) von der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft geleistet. Transaktionen mit der Republik Österreich sowie mit unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen Die Stromerlöse mit Unternehmen, die unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehen, betrugen in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 61,6 Mio. € (Vorjahr: 62,3 Mio. €). Die Stromabnehmer waren dabei im Wesentlichen die ÖBB, die OMV und die Telekom Austria. Der Strombezug von unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen betrug in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 2,8 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Die Stromlieferungen erfolgten im Wesentlichen durch die ÖBB. Aus Gashandelskontrakten mit der bzw. aus Gaslieferungen durch die OMV resultierte in den sonstigen Umsatzerlösen bzw. dem Gasbezug ein Aufwand in Höhe von insgesamt 35,8 Mio. € (Vorjahr: 50,5 Mio. €). Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch die E-Control betrug in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 11,4 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €). Angaben zu den Organen Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate Governance Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge) in € 2018 2019 Fixe Bezüge Variable Bezüge Sonstiges Fixe Bezüge Variable Bezüge Sonstiges 849.770 563.457 0 750.000 577.594 0 0 0 0 685.000 0 0 806.096 382.089 0 620.000 391.678 0 0 0 0 475.000 0 0 Dr. Johann Sereinig 813.641 385.665 598.682 0 0 0 Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 604.733 286.643 229.334 0 0 0 Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Michael Strugl Dr. Peter F. Kollmann Dr. Achim Kaspar KONZERNABSCHLUSS Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2019 insgesamt 3.549.980 € (Vorjahr: 5.599.347 €); darin enthalten sind 50.708 € (Vorjahr: 79.237 €) an Sachbezügen. Die sonstigen Bezüge des Jahres 2018 betrafen die Urlaubsersatzleistung für die ausgeschiedenen Mitglieder des Vorstands. Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2019 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2018. Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2018 betrug dieser Prozentsatz zwischen 50 % und 70 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2018 zu 35 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 30 % auf der Erreichung des Free Cashflows (dreijähriges Ziel 2016 bis 2018) und zu 35 % auf qualitativen Zielen: Arbeitssicherheit (10 %), Strategie (15 %) und Nachfolgeplanung (10 %). Die festgestellte Gesamtzielerreichung für 2018 betrug 82,5 %. Ab der aktuellen Berichtsperiode 2019 wurde das System der variablen Bezüge neu geregelt und neben der kurzfristigen Remuneration (einjährige Ziele) ein grundsätzlich dreijähriges Long Term Incentive Program (LTIP) vereinbart. Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz bei voller Zielerreichung einheitlich 70 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2019 zu 70 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 30 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Sicherheit (10 %), Nachfolgeplanung (5 %), Innovation (5 %), Innovationsprojekt (5 %), Digitalisierung (5 %). Beim LTIP können maximal 55 % der jeweiligen Fixbezüge als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristiger Performancekriterien zur Auszahlung gelangen, der konkrete Betrag ist nicht nur von der individuellen Zielerreichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der individuellen Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurteilungszeitraums erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein. Im Jahr 2019 gelangten daher noch keine langfristigen variablen Bezüge zur Auszahlung. Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2019 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 253.000 € (Vorjahr: 225.992 €) bezahlt. In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur Anwendung. In der Berichtsperiode 2019 sind 380.637 € (Vorjahr: 376.224 €) für Pensionen und 0 € (Vorjahr: 2.189.150 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt. Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 8.388 € (Vorjahr: 45.486 €) erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 58.608 € (Vorjahr: 47.481 €). Darüber hinaus wurden Aufwendungen in Höhe von 468.972 € (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 657.762 €) im Zusammenhang mit Neubewertungen im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 316.262 € (Vorjahr: 348.934 €). An die Leitungsorgane des Konzerns und der 269 270 Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte. 13.4 Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen Die nachfolgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen in zusammengefasster Form zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Anpassungen: Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. € VERBUND Hydro Power GmbH 2018 VERBUND Innkraftwerke GmbH VERBUND Hydro Power GmbH 2019 VERBUND Innkraftwerke GmbH Umsatzerlöse 617,1 72,6 841,6 93,0 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 212,7 9,6 379,4 26,4 Periodenergebnis 212,7 9,6 379,4 26,4 19,46 % 29,73 % 19,46 % 29,73 % 41,4 2,9 73,8 7,9 Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis Sonstiges Ergebnis – 12,5 1,2 – 35,4 – 7,9 Gesamtperiodenergebnis 200,2 10,8 344,0 18,5 19,46 % 29,73 % 19,46 % 29,73 % 39,0 3,2 67,0 5,5 Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Bilanz Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden in Mio. € VERBUND Hydro Power GmbH 31.12.2018 VERBUND Innkraftwerke GmbH VERBUND Hydro Power GmbH 31.12.2019 VERBUND Innkraftwerke GmbH 4.617,9 754,7 4.655,3 794,1 34,6 49,2 170,3 40,7 – 2.400,3 – 25,9 – 2.148,6 – 45,6 – 93,4 – 12,5 – 324,1 – 15,2 Nettovermögen 2.158,8 765,5 2.352,8 774,0 Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile 19,46 % 29,73 % 19,46 % 29,73 % 420,2 227,6 458,0 230,1 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Nettovermögen KONZERNABSCHLUSS 271 Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Cashflow VERBUND Hydro Power GmbH 31.12.2018 VERBUND Innkraftwerke GmbH VERBUND Hydro Power GmbH in Mio. € 31.12.2019 VERBUND Innkraftwerke GmbH Cashflow aus operativer Tätigkeit 277,3 40,8 508,3 59,5 Cashflow aus Investitionstätigkeit – 72,6 – 9,4 – 100,9 – 59,2 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 204,7 – 31,4 – 407,4 5,5 Veränderung der liquiden Mittel 0,0 0,0 0,0 0,0 An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 29,2 3,0 29,2 3,0 Bei der VERBUND Innkraftwerke GmbH existiert eine Gesellschaftervereinbarung, die vorsieht, dass außer in folgenden Fällen der gesamte Jahresüberschuss als Bilanzgewinn festzustellen und an die Gesellschafter auszuschütten ist: • Die Gesellschafter einigen sich einstimmig auf eine abweichende Ausschüttungsquote. • Die Vollausschüttung verstößt gegen gesetzliche Vorschriften. • Durch die Vollausschüttung wird eine Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 25 % unterschritten. • Es stehen nicht ausreichend liquide Mittel zur Vollausschüttung zur Verfügung. • Nach der Vollausschüttung stehen nicht genügend liquide Mittel für genehmigte Investitions-, Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen, die aufgrund von höherer Gewalt zu treffen sind, zur Verfügung, oder es ist eine Wertaufholungsrücklage zu bilden. Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND, getrennt nach wesentlichen und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen. Die Finanzinformationen der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2019 (siehe Kapitel 1.2 „Grundsätze der Rechnungslegung“); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen. Gemeinschaftsunternehmen 272 Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. € 2018 Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH Umsatzerlöse SMATRICS GmbH & Co KG 2019 Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG 0,1 1,7 0,2 4,3 – 0,1 – 0,6 – 0,1 – 1,1 Zinserträge 10,1 0,0 9,5 0,0 Zinsaufwendungen – 6,5 0,0 – 6,1 0,0 Ertragsteuern – 1,9 0,0 – 6,3 0,0 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten – 0,3 – 3,5 7,0 – 4,2 Beteiligungsquote von VERBUND 50,01 % 40,00 % 50,01 % 40,00 % – 0,1 – 1,4 3,5 – 1,7 Planmäßige Abschreibungen VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0 0,0 0,0 Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen – 0,1 – 1,4 3,5 – 1,7 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten – 0,3 – 3,5 7,0 – 4,2 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,3 – 3,5 7,0 – 4,2 50,01 % 40,00 % 50,01 % 40,00 % – 0,1 – 1,4 3,5 – 1,7 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,1 – 1,4 3,5 – 1,7 0,0 0,0 0,0 0,0 Sonstiges Ergebnis Gesamtperiodenergebnis Beteiligungsquote von VERBUND VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen Vom Gemeinschaftsunternehmen erhaltene Dividende Bei der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH sind Ausschüttungsbeschlüsse einstimmig mit dem Joint-Venture-Partner zu fassen. Bei der SMATRICS GmbH & Co KG sind zugewiesene Gewinnanteile nach Abdeckung allfälliger vorhandener Verluste aus Vorjahren zu 100 % auszuschütten, soweit dies rechtlich zulässig und eine Eigenkapitalquote von 30 % bei der Gesellschaft (auch nach der Ausschüttung) gegeben ist. KONZERNABSCHLUSS 273 Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung 2018 in Mio. € 2019 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 0,2 1,0 VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 0,0 0,4 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 0,0 0,4 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 0,2 1,0 Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 Gesamtperiodenergebnis 0,2 1,0 VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,4 – 0,1 0,0 0,0 0,4 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019 Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH Langfristige Vermögenswerte 120,7 5,6 119,3 6,0 Kurzfristige Vermögenswerte 5,3 7,5 3,7 3,3 Langfristige Schulden – 94,8 – 1,7 – 82,5 – 2,1 Kurzfristige Schulden – 11,5 – 1,6 – 13,7 – 1,6 19,8 9,8 26,7 5,6 50,01 % 40,00 % 50,01 % 40,00 % 9,9 3,9 13,4 2,2 – 9,9 7,0 – 13,4 7,6 0,0 10,9 0,0 9,8 Nettovermögen Beteiligungsquote von VERBUND VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Buchwert des nach der EquityMethode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmens Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Details zum Nettovermögen 31.12.2018 Liquide Mittel Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG SMATRICS GmbH & Co KG in Mio. € 31.12.2019 Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG 1,2 6,1 0,2 0,7 Langfristige finanzielle Schulden 98,0 0 91,0 0,0 Kurzfristige finanzielle Schulden 7,6 0 7,6 0,0 274 Zwischen VERBUND und der Energji Ashta Shpk (100 %iges Tochterunternehmen der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH) besteht bis auf Weiteres ein Cash-Management-Vertrag mit einem Rahmen von 9,0 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €). Zum 31. Dezember 2019 waren 0,0 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) des Rahmens ausgenützt. Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019 Nettovermögen 9,6 10,0 VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 3,4 3,6 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,8 0,8 Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 4,2 4,3 Gemeinschaftliche Tätigkeit: Ennskraftwerke Aktiengesellschaft Die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft (Kapitalbeteiligung VERBUND und Energie AG Oberösterreich im Verhältnis 50:50) ist, gemäß den Vorschriften in IFRS 11, als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen. Dies hat zur Folge, dass die Ennskraft Aktiengesellschaft mit dem VERBUND zuzurechnenden Anteil an Vermögen und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen in den Konzernabschluss aufgenommen wird. Maßgeblich für die Höhe des Anteils ist dabei das Verhältnis der Stromlieferungen an die beiden Parteien. Aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten werden die Vermögenswerte und Schulden bzw. Erlöse und Aufwendungen der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft auf Basis des durchschnittlichen Verhältnisses der gesamten Stromlieferungen (VERBUND 62 % und Energie AG Oberösterreich 38 %) in den Konzernabschluss von VERBUND aufgenommen. Assoziierte Unternehmen Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen von VERBUND, getrennt nach wesentlichen und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen. Die Finanzinformationen der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2019 (siehe Kapitel 1.2 „Grundsätze der Rechnungslegung“); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen. KONZERNABSCHLUSS 275 Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung Umsatzerlöse Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten Beteiligungsquote von VERBUND VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten Sonstiges Ergebnis Gesamtperiodenergebnis in Mio. € 2018 KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft 2019 KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft 1.160,1 1.373,5 85,1 109,5 35,17 % 35,17 % 29,9 38,5 0,0 0,0 29,9 38,5 85,1 109,5 – 11,3 – 41,5 73,7 68,0 35,17 % 35,17 % 25,9 23,9 0,0 0,0 Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 25,9 23,9 Vom assoziierten Unternehmen erhaltene Dividende 14,1 14,1 Beteiligungsquote von VERBUND VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Bei der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft sind Ausschüttungsbeschlüsse mit einfacher Mehrheit zu fassen. Die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH hält 51 % der Anteile an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und bestimmt damit deren Ausschüttungspolitik. Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. € 2018 2019 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 0,3 0,4 VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 0,1 0,1 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 0,1 0,1 Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 0,3 0,4 Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 Gesamtperiodenergebnis 0,3 0,4 VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 0,1 0,1 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0 Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 0,1 0,1 276 Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz in Mio. € 31.12.2018 KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft 31.12.2019 KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft Langfristige Vermögenswerte 1.623,4 1.728,6 Kurzfristige Vermögenswerte 359,5 389,0 Langfristige Schulden – 851,1 – 925,4 Kurzfristige Schulden – 252,5 – 284,8 Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital – 7,7 – 7,9 871,6 899,5 35,17 % 35,17 % 306,5 316,3 0,3 0,3 306,8 316,6 31.12.2018 31.12.2019 Nettovermögen 5,8 5,9 VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 1,4 1,4 Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0 Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 1,4 1,4 Nettovermögen Beteiligungsquote von VERBUND VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Buchwert des nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmens Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz Liste der Konzernunternehmen in Mio. € Die nachfolgende, gemäß § 245a (1) UGB in Verbindung mit § 265 (2) UGB erstellte Liste der Konzernunternehmen umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. In dieser Liste sind außerdem nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen von VERBUND mit einem Anteil ≥ 20 % enthalten. KONZERNABSCHLUSS 277 Segment: Erneuerbare Erzeugung 2018 2019 Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Wien VK – – Wien VK – – Passau VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % Passau VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % Simbach VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % Simbach VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % Stammham VK VH 100,00 % Stammham VK VH 100,00 % Simbach VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % Simbach VK VH VHP-IW 50,00 % 50,00 % VERBUND Wind Power Austria GmbH (VRP-AT) Wien VK VHP 100,00 % Wien VK VHP 100,00 % VERBUND Wind Power Deutschland GmbH (VRP-DE) Wörrstadt VK VH 100,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % – – – – Wien VK VH 100,00 % VK VH VFS 99,98 % 0,02 % Bukarest VK VH 100,00 % 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % VK VH 100,00 % Gesellschaft VERBUND AG (VH) – Teil EE Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft Grenzkraftwerke GmbH Innwerk AG (VHP-IW) ÖsterreichischBayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft VERBUND Green Power GmbH VERBUND Wind Power Romania SRL Bukarest Windpark Dichtelbach GmbH & Co. KG Wörrstadt Windpark Dörrebach GmbH & Co. KG Wörrstadt Windpark Eichberg GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt Windpark Ellern GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Windpark Hochfels GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Windpark Rheinböllen GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Windpark Schönborn GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Windpark Seibersbach GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Windpark Stetten I GmbH & Co. KG Wörrstadt 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % VK VK VK VH VH VH 278 Segment: Erneuerbare Erzeugung 2018 Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Windpark Utschenwald GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 95,00 % Wörrstadt VK VH 100,00 % Infrastruktur Oberheimbach I GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 81,00 % Wörrstadt VK VH 85,00 % VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) Wien VK VH 80,54 % Wien VK VH 80,54 % VERBUND Innkraftwerke GmbH Töging VK VH 70,27 % Töging VK VH 70,27 % Infrastrukturgesellschaft Bischheim GmbH & Co. KG Wörrstadt VK VH 61,26 % Wörrstadt VK VH 65,29 % Ennskraftwerke Aktiengesellschaft Steyr GT VH 50,00 % Steyr GT VH 50,00 % Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH (VHP-AL-HII) Wien EQ1 VHP 50,01 % Wien EQ1 VHP 50,01 % Energji Ashta Shpk Bushat EQ1 VHP-ALHII 100,00 % Bushat EQ1 VHP-ALHII 100,00 % Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG Wien EQ1 VHP 33,33 % Wien EQ1 VHP 33,33 % Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH Wien EQ1 VHP 33,33 % Wien EQ1 VHP 33,33 % Lestin & Co Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H. (LESTIN) Wien NK VHP 100,00 % Wien NK VHP 100,00 % Passau NK LESTIN 100,00 % Passau NK LESTIN 100,00 % VSO 50,00 % Sankt Margarethen im Bgld. VGP 50,00 % VHP LESTIN 99,90 % 0,10 % Wien VHP LESTIN 99,90 % 0,10 % Lestin & Co. Tauchund Bergungsunternehmen GmbH SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH VERBUND Tourismus GmbH Sankt Margarethen im Bgld. Wien EQ1 NK EQ1 NK KONZERNABSCHLUSS 279 Segment: Absatz Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft VERBUND AG (VH) – Teil Absatz Wien VK – VERBUND Sales GmbH (VSA) Wien VK Gesellschaft VERBUND Sales Deutschland GmbH 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft – Wien VK – – VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 % München VK VSA 100,00 % München VK VSA 100,00 % VERBUND Trading GmbH (VTR) Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 % VERBUND Trading Romania S.R.L. Bukarest VK VTR VH 99,00 % 1,00 % Bukarest VK VTR VH 99,00 % 1,00 % VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH München NK VTR 100,00 % München NK VTR 100,00 % VERBUND Trading Czech Republic s.r.o. Prag NK VTR 100,00 % Prag NK VTR 100,00 % VERBUND Trading Serbia d.o.o. Belgrad NK VTR 100,00 % Belgrad NK VTR 100,00 % VERBUND Energy4Customers GmbH – – – Wien VK VH 100,00 % VERBUND Energy4Flex GmbH – – – Wien VK VTR 100,00 % VSA 50,00 % Wien NK1 VSA 50,00 % smart Energy Services GmbH Wien – – NK1 Segment: Netz Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Austrian Power Grid AG (APG) Wien VK VH OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG Wien EQ APG Gesellschaft 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft 100,00 % Wien VK VH 100,00 % 24,40 % Wien EQ APG 24,40 % 280 Alle sonstigen Segmente: Energiedienstleistungen Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft VERBUND AG (VH) – Teil Energie-DL Wien VK – VERBUND Solutions GmbH (VSO) Wien VK SMATRICS GmbH & Co KG Wien VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH Wien Gesellschaft AQUANTO GmbH i. L. E-Mobility Provider Austria GmbH 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft – Wien VK – – VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 % EQ1 VSO 40,00 % Wien EQ1 VSO 40,00 % EQ1 VSO 50,00 % – – – – NK VH 100,00 % 40,00 % Unterföhring NK VH 100,00 % Unterföhring Wien NK VSO 40,00 % Wien NK VSO Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Alle sonstigen Segmente: Thermische Erzeugung Gesellschaft Sitz VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG Neudorf ob Wildon VERBUND Thermal Power GmbH (VTP GmbH) Neudorf ob Wildon Konsolidierungsart Obergesellschaft 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 100,00 % VK VH VTP GmbH VK VH 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 100,00 % VK VH VTP GmbH VK VH 100,00 % Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Wien VK VH 0,00 % Neudorf ob Wildon 100,00 % Neudorf ob Wildon 0,00 % Alle sonstigen Segmente: Services Gesellschaft VERBUND Services GmbH Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Wien VK VH 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 100,00 % 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 100,00 % KONZERNABSCHLUSS 281 Alle sonstigen Segmente: Beteiligungen Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Klagenfurt EQ VH Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft VERBUND AG (VH) – Übriger Anteil Wien VK – VERBUND Finanzierungsservice GmbH Wien VK Klagenfurt NK Gesellschaft KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital Konsolidierungsart Obergesellschaft EQ VH Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft – Wien VK – – VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 % APG 100,00 % Klagenfurt NK APG 100,00 % 35,17 % Sitz Klagenfurt 35,17 % Übrige Konzerngesellschaften Gesellschaft VUM Verfahren Umwelt Management GmbH 2018 Anteil der Obergesellschaft am Kapital 2019 Anteil der Obergesellschaft am Kapital VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen / EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen / GT = Gemeinschaftliche Tätigkeit, anteilsmäßiger Einbezug von Vermögenswerten bzw. Schulden und Erträgen bzw. Aufwendungen / NK = wegen Unwesentlichkeit oder mangels Beherrschung bzw. maßgeblichen Einflusses nicht konsolidiertes Unternehmen 1 Gemeinschaftsunternehmen 282 13.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zwischen dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2019 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 13. Februar 2020 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse. Wien, am 13. Februar 2020 Der Vorstand Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands Mag. Dr. Michael Strugl Stv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mag. Dr. Achim Kaspar Mitglied des Vorstands KONZERNABSCHLUSS 14. 283 Erklärung der gesetzlichen Vertreter Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND vermittelt. Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist. Wien, am 13. Februar 2020 Der Vorstand Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands Mag. Dr. Michael Strugl Stv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mag. Dr. Achim Kaspar Mitglied des Vorstands 284 Bestätigungsvermerk Bericht zum Konzernabschluss Prüfungsurteil Wir haben den Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzerngesamtergebnisrechnung für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2019 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB. Grundlage für das Prüfungsurteil Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Firmenwerte und Wertansatz von Kraftwerksanlagen Sachverhalt und Problemstellung Der Konzern weist zum 31. Dezember 2019 unverändert zum Vorjahr Firmenwerte in Höhe von rd. 587,7 MEUR aus, die im Zusammenhang mit den Geschäftssegmenten Erneuerbare Erzeugung und Absatz sowie der Kraftwerksgruppe Inn und Grenzkraftwerke stehen. Die Buchwerte der Sachanlagen umfassen unter anderem hydraulische, thermische und windenergetische Kraftanlagen und betragen zum 31. Dezember 2019 in Summe rd. 9.110,8 MEUR (VJ: rd. 8.957,1 MEUR). Aufgrund der aktuellen finanz- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Konzern die Wertansätze der Kraftwerksanlagen untersucht. In die zur Überprüfung der Wertansätze herangezogenen Bewertungsmodelle auf Basis kapitalwertorientierter Verfahren fließen zahlreiche Inputfaktoren zur Markteinschätzung ein. Dazu zählen insbesondere die künftige Entwicklung der Strom- und Primärenergiepreise sowie die weitere Preisentwicklung bei CO2-Zertifikaten. KONZERNABSCHLUSS Aufgrund der daraus resultierenden Komplexität, der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktentwicklungen durch die gesetzlichen Vertreter- der Sensitivität hinsichtlich der Kapitalkosten und der wesentlichen Annahmen zur mittel- und langfristigen Strompreisentwicklung für Energiemärkte handelt es sich um einen besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalt. Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen und den wesentlichen Bewertungsannahmen sind im Konzernanhang im Kapitel 4 „Langfristige Vermögenswerte“ unter den Teilabschnitten „Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte“, „Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten“ und „Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerken“ dargestellt. Prüferisches Vorgehen Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter mit unternehmensspezifischen Informationen sowie relevanten Marktdaten und Markterwartungen aus externen und internen Datenquellen verglichen und die angewendeten Bewertungsmodelle hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Die Veränderungen der Bewertungsparameter durch im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunkene Kapitalkosten einerseits sowie die Entwicklung bei Strom- und Primärenergiepreisen andererseits wurden von uns nachvollzogen. Die Evaluierung der Annahmen zur mittel- und langfristigen Preisentwicklung auf den Energiemärkten wurde basierend auf den Preisnotierungen an den Strombörsen bis zum Jahr 2022 sowie darüber hinaus verfügbaren Preisprognosen unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen im energiewirtschaftlichen Umfeld vorgenommen. Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse haben wir interne Spezialisten hinzugezogen. Die Konsistenz der bei den Berechnungen verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir durch Abgleich der zugrundegelegten Planmengendaten mit den technischen Leistungsdaten der Kraftwerke, vertraglicher Grundlagen sowie externer Strompreisszenarien beurteilt. Sonstige Rückstellungen und Verpflichtungen aus Hochwasserereignissen Sachverhalt und Problemstellung Der Konzern sieht sich im Zusammenhang mit Hochwasserereignissen weiterhin unverändert mit Schadenersatzforderungen in Höhe von rd. 108,5 MEUR konfrontiert. Aus unserer Sicht ist dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung, da Ansatz, Bewertung sowie Erläuterungen im Konzernanhang zu etwaigen daraus resultierenden Vorsorgen im wesentlichen Umfang auf Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit einer möglichen Inanspruchnahme, der Höhe möglicher Schadenersatzleistungen und der zugrunde gelegten Verfahrensdauern basieren und dadurch ein erhöhtes Risiko falscher Angaben bzw. Darstellungen in der Rechnungslegung besteht. Details zur Entwicklung sonstiger Rückstellungen sind im Konzernanhang im Kapitel 9 „Rückstellungen“ im Teilabschnitt „Sonstige Rückstellungen“ dargestellt. Nähere Ausführungen zu anhängigen Verfahren werden im Kapitel 13 unter dem gleichnamigen Teilabschnitt beschrieben. 285 286 Prüferisches Vorgehen Wir haben die zugrunde gelegten Annahmen und Bewertungen unter Berücksichtigung der uns vorgelegten Sachverhaltsdarstellungen und uns erteilten internen Rechtsauskünfte zu Hochwasserereignissen aus Vorjahren auf ihre Angemessenheit und Gültigkeit auch zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 untersucht. Zudem wurden aktuelle Hochwasserereignisse aus 2019 auf allfällige Vorsorgeverpflichtungen gewürdigt. Die Erläuterungen im Anhang haben wir auf die Einhaltung der geforderten Offenlegungsverpflichtungen überprüft. Erstmalige verpflichtende Anwendung von IFRS 16 – Leasingverhältnisse Sachverhalt und Problemstellung Die neuen Bilanzierungsregeln zu IFRS 16 – Leasingverhältnisse sind ab 2019 verpflichtend anzuwenden und sehen vor, dass alle Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. VERBUND hat den neuen Standard in 2019 erstmalig angewendet. Die Leasingverhältnisse von VERBUND umfassen im Wesentlichen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Kraftwerken, Gebäuden, Grundstücken, Leitungen und Fahrzeugen. Zum 1. Jänner 2019 wurden Nutzungsrechte in Höhe von 155,7 MEUR aktiviert. Zum 31. Dezember 2019 beläuft sich der Buchwert der ausgewiesenen Nutzungsrechte auf 133,4 MEUR. Infolge komplexer Vertragsstrukturen sowie umfassender Ermessensentscheidungen, die die Anwendbarkeit von IFRS 16 und die standardgemäße Bilanzierung maßgeblich beeinflussen, wurde der Erstansatz von Leasingverhältnissen als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt identifiziert. Details zu den Leasingverhältnissen sind im Konzernanhang als Teilabschnitt im Kapitel „Langfristiges Vermögen“ dargestellt. Prüferisches Vorgehen Wir haben die von VERBUND erstellte Bilanzierungsrichtlinie zu IFRS 16 auf Übereinstimmung mit den Vorgaben des Rechnungslegungsstandards überprüft. Zudem haben wir die Anwendungskriterien gemäß IFRS 16 und die korrekte Erfassung der Vertragsdaten anhand von Stichproben überprüft sowie den angewandten IFRS 16-Zinssatz nachvollzogen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Integrierten Geschäftsbericht und in der Ergänzung zum Integrierten Geschäftsbericht (Disclosures on Management Approach - im Folgenden kurz „DMA“ genannt), ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht, den Bestätigungsvermerk, den Bericht über die unabhängige Prüfung des Berichts über nichtfinanzielle Informationen und den Bericht über die unabhängige Prüfung des konsolidierten Corporate Governance-Berichts. Den Integrierten Geschäftsbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) und die zugehörige Ergänzung haben wir bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns nach diesem Datum zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt die sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“. In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei abzuwägen, ob sie angesichts des bei der KONZERNABSCHLUSS 287 Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns. Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt: • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses 288 • • • • • Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben. Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben. Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird. Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil KONZERNABSCHLUSS 289 vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden. Bericht zum Konzernlagebericht Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt. Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss. Urteil Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt. Erklärung 290 Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. April 2019 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr gewählt und am 30. April 2019 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. Dezember 2007 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben. Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer. Wien, am 18. Februar 2020 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer Mag. Christof Wolf Wirtschaftsprüfer Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. GLOSSAR 263 VERBUND-Kraftwerke und APG-Netzanlagen VERBUND-Kraftwerke Netzanlagen 220/380 kV GLOSSAR 289 Glossar 296 Glossar ACER Bereinigtes Konzernergebnis Agency for the Cooperation of Energy Regulators/Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden. Zu den Bereinigungen zählen neben den Effekten, die beim bereinigten EBITDA bereinigt werden, Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen und Effekte aus Unternehmenserwerben sowie sonstige Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter (nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen). Darüber hinaus werden beim bereinigten Konzernergebnis außergewöhnliche Steuereffekte nicht berücksichtigt. Arbeitsrechtlicher Personalstand (APS) Alle arbeitsrechtlichen Dienstverhältnisse der Gesellschaft. Der APS wird zum Monatsletzten stichtagsbezogen erhoben. Berechnung nach Köpfen inklusive Karenzierungen und exklusive Vorstand, Vorruhestand und Ferialpraktikanten. Ausrüstungsinvestitionen Zu den Ausrüstungsinvestitionen zählen Maschinen und Geräte, Betriebs- und Geschäftsausstattungen und Fahrzeuge. Nicht dazu zählen feste Bestandteile von Bauwerken, wie Aufzüge, Heizanlagen, Rohrleitungen und Ähnliches, wohl aber fest montierte Maschinen oder Komponenten komplexer Fabrikationsanlagen. Base (Baseload, Grundlast) Base kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über 24 Stunden eines jeden Tages der Lieferperiode. Bereinigtes EBITDA Zu den Bereinigungen zählen Auswirkungen aus Restrukturierungsaufwendungen aus konzernweiten Einsparungsprogrammen sowie sonstige Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter im EBITDA. Darüber hinaus wird beim bereinigten EBITDA das EBITDA aus etwaigen nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt. Das EBITDA ist die wichtigste interne Ergebniskennzahl bei VERBUND und Indikator für die nachhaltige Ertragskraft seiner Geschäfte. Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen), und abzüglich unverzinslicher Schulden. Die Berechnung erfolgt ab 2019 nur mehr für den nicht regulierten Geschäftsbereich von VERBUND. Cashflow Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit zusammen. Betreibermodell Clean Dark Spread Betreibermodelle bezeichnen Public Private Partnerships, bei denen Planung, Finanzierung, Bau und eigenständiger Betrieb anlagentechnischer Infrastruktur an eine Betreibergesellschaft vergeben werden. Erzeugungsmarge bei Strom aus Kohlekraftwerken, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Kohle) für die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate entspricht. Bilanziell geschlossene Positionen Clean Spark Spread Bilanziell geschlossene Positionen umfassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen. Vormals wurden Finanzverbindlichkeiten aus Cross Border Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die dazugehörigen Veranlagungen ebenso behandelt. Bruttoverschuldung Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich geschlossener Positionen. Capital Employed Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen (z. B. geleistete Erzeugungsmarge bei Strom aus Gaskraftwerken, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Gas) für die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate entspricht. Corporate Responsibility (CR) Dieses Konzept zielt auf eine nachhaltige Entwicklung auf Unternehmensebene ab und bezieht ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im Kerngeschäft mit ein. Zudem wird auf die Auswirkungen aufgrund der Geschäftstätigkeiten und der Anforderungen der Stakeholder innerhalb aller Unternehmensprozesse geachtet. Cross Border Leasing Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber und -nehmer haben ihren Standort in unterschiedlichen Ländern. GLOSSAR DMA (Disclosures on Management Approach) Die Veröffentlichung von Managementansätzen ist eine Anforderung der Global Reporting Initiative (GRI). Sie erläutern, wie wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die als wesentlich identifizierten Aspekte gehandhabt werden. VERBUND fasst diese Prozesse und Managementsysteme in einem Dokument zusammen und veröffentlicht dieses auf der Webseite (www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen). Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand Berechnung nach tatsächlichen Stichtagen der Ein- und Austritte sowie dem Beschäftigungsausmaß. Earnings before Interest and Tax (EBIT) 297 Die E-Control hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen. Eigenkapitalquote (bereinigt) Eigenkapital im Verhältnis zum um bilanziell geschlossene Positionen bereinigten Gesamtkapital. Eigenkapitalrentabilität (ROE) Periodenergebnis (bereinigt um das Ergebnis aus der Auflösung von CrossBorder-Leasing-Transaktionen) im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital. ElWOG Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz. Durch das ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt. Engpassleistung (EPL) Operatives Ergebnis. Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA) Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen. EBIT-Marge Earnings before Interest and Tax (EBIT) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen. E-Control (Energie-Control Austria) 2001 wurde die Energie-Control GmbH (E-Control) gegründet. Mit 3. März 2011 wurde die E-Control in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt (§ 2, § 43 Energie-Control-Gesetz). Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann. Equity-Methode Methode zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Bei der Equity-Methode wird der Beteiligungsansatz im Grunde an die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine „Einzeilenkonsolidierung“. Die Veränderungen werden entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (das heißt direkt im Eigenkapital) erfasst. Erzeugungskoeffizient Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines Wasserkraftwerks oder einer Reihe von Wasserkraftwerken in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus historischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses Wasserkraftwerks bzw. dieser Wasserkraftwerke im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet beispielsweise ein Erzeugungskoeffizient von 1,1 eine 10 %ige Mehrproduktion. ESG-Rating ESG steht für „Environmental, Social and Governance“, also „Umwelt, Soziales und Unternehmensführung“, und bezeichnet die Analyse und Bewertung von Unternehmen nach ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Aspekten sowie der Art der Unternehmensführung im Unterschied zu einem Rating nach rein finanziellen Kennzahlen. Fluktuationsrate Die Fluktuationsrate ist der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der Probezeit verlassen haben. Der Anteil wird im Verhältnis zum Mitarbeiterstand zum Bilanzstichtag berechnet. Free Cashflow nach Dividende Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen, abzüglich Auszahlungen für Dividenden; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z. B. Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten) sowie Ein- und Auszahlungen in Finanzanlagen zur Verfügung. 298 Funds from Operations (FFO) Klimaneutrales Erdgas Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern. GRI entwickelt seit 1997 in internationalen partizipativen Verfahren Richtlinien und Standards für Unternehmen zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Durch die Verwendung von Erdgas entstehen CO2-Emissionen bei unseren Kunden. Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen diese Emissionen an einem anderen Ort wieder eingespart werden. VERBUND fördert daher nachhaltige, saubere Energiegewinnung, wie zum Beispiel mit dem Wasserkraftwerk Ashta in Albanien, und gleicht so die CO2-Emissionen für VERBUND-Erdgas aus. Es wird also genau die Menge an CO2 durch die nachhaltige Förderung sauberer Energiegewinnung wieder ausgeglichen, die durch die Verwendung von VERBUND-Erdgas freigesetzt wird. Gross Debt Coverage NaDiVeG Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zur Bruttoverschuldung. Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personalbereich). Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz zur nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/95/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen. Siehe auch NFI-Richtlinie. Heizgradsummen Nettoverschuldung (Net Debt) Summe der Heizgradtage eines bestimmten Zeitabschnitts. Als Heizgradtag HGT (auch Gradtagszahl) gilt die Temperaturdifferenz zwischen einer bestimmten konstanten Raumtemperatur und der tagesmittleren Lufttemperatur, sofern diese gleich oder unter einer angenommenen Heizgrenztemperatur liegt. Bei der Ermittlung der HGT in Österreich wird (meist) von einer Raumtemperatur von 20 °C und einer Heizgrenztemperatur von 12 °C ausgegangen. Bruttoverschuldung abzüglich liquider Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und Ausleihungen sowie der Wertpapiere im kurzfristigen und langfristigen Vermögen. Gearing Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital. Global Reporting Initiative (GRI) Gross Interest Cover Inter TSO Compensation (ITC) Inter TSO Compensation (ITC) ist die Kompensation für die Kosten für Transitströme in Übertragungsnetzen. NFI-Richtlinie Die EU-Richtlinie 2014/95/EU für die Angabe von nichtfinanziellen Informationen – kurz NFI-Richtlinie – wurde von der österreichischen Bundesregierung mit dem Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) umgesetzt und gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen. Es verpflichtet große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern (u. a. börsennotierte Unternehmen, Versicherungen und Banken), eine nichtfinanzielle Erklärung in den Lage- bericht aufzunehmen oder einen eigenständigen nichtfinanziellen Bericht zu legen. Diese Erklärung bzw. dieser nichtfinanzielle Bericht umfasst Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung. Zusätzlich haben Unternehmen, die einen Corporate Governance Bericht erstellen müssen, diesen um Angaben zum Diversitätskonzept zu erweitern. Pay-out-Ratio (Vorgeschlagene) Dividendenzahlung im Verhältnis zum Konzernergebnis. Peak (Peakload, Spitzenlast) Peak kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über zwölf Stunden von 8 Uhr bis 20 Uhr eines jeden Werktags der Lieferperiode. Performance Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios, z. B. über ein Jahr. RCF/Net Debt Retained Cashflow (RCF): Funds from Operations (FFO) abzüglich gezahlter Dividende. Redispatch Der Begriff Redispatch bezeichnet die kurzfristige Änderung des Kraftwerkseinsatzes zur Vermeidung oder Behebung von Netzengpässen. Regelarbeitsvermögen (RAV) Durchschnittliche, aus historischen Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks. GLOSSAR Regelreservemarkt Regelenergie ist nötig, wenn plötzlich große Lastschwankungen – zu viel oder zu wenig Strom im Netz – auftreten. Dafür werden bestimmte Anteile der Kraftwerkskapazitäten als Reserve bereitgehalten, um das Netz rasch stabilisieren zu können. Die benötigten Kapazitäten werden vom Regelzonenführer über Marktmechanismen beschafft und die tatsächlich abgerufenen Strommengen ebenso von diesem vergütet. Return on Capital Employed (ROCE) Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen erhöhtes Periodenergebnis (Net Operating Profit after Tax, NOPAT) im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed. Die Berechnung erfolgt ab 2019 nur mehr für den nicht regulierten Geschäftsbereich von VERBUND. Schwankungsmarge (Variation Margin) Die Variation Margin stellt bei Futures die täglich bezahlte Gutschrift oder Lastschrift aus der Bewertung dar (d. h. die von der Börse bezahlte Bewertung). Im Gegensatz zur sogenannten Initial Margin hat die Variation Margin nicht den Charakter einer Sicherheitsleistung. Bei der Variation Margin handelt es sich, obwohl die Beträge täglich auf dem Margin-Konto gutgeschrieben bzw. belastet werden, um nicht realisierte Gewinne bzw. Verluste; die Position als solche ist nach wie vor schwebend. Standardlastprofile Strom Bei Stromkunden ohne registrierende Leistungsmessung werden vom Energieversorger Standardlastprofile (SLP) eingesetzt. Diese SLP ersetzen die nicht vorhandene Lastganglinie von Letztverbrauchern durch eine errechnete, hinreichend genaue Prognose der 299 Stromabnahme im Viertelstundentakt. SLP sind repräsentative Lastprofile, die für die Kundengruppen Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 kWh im Jahr angewendet werden, bei denen jeweils ein ähnliches Abnahmeverhalten anzunehmen ist. Sustainable Development Goals (SDGs) Von den Mitgliedstaaten der UN erarbeitete 17 Ziele und 169 Zielsetzungen der nachhaltigen Entwicklung, gültig seit 2016 für alle Staaten weltweit. Bis Ende 2030 soll damit Armut beseitigt, die Gleichstellung von Frauen vorangetrieben, die Gesundheitsversorgung verbessert und dem Klimawandel gegengesteuert werden. SystemnutzungstarifeVerordnung (SNT-VO) Die Systemnutzungstarife-Verordnung bestimmte die Grundsätze für die Ermittlung und die Zuordnung der Kosten, die Kriterien für die Tarifbestimmung sowie die Tarife für die zur Netznutzung zu entrichtenden Entgelte. Die Verordnung wurde jährlich von der Energie-ControlKommission erlassen. Seit 2012 wird die Systemnutzungsentgelte-Verordnung von der Regulierungskommission der E-Control erlassen. Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) TCFD wurde 2015 vom Financial Stability Board ins Leben gerufen. Die Task Force wurde damit beauftragt, Empfehlungen zu entwickeln, mit denen Unternehmen ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel für den Kapitalmarkt offenlegen können. Diese Empfehlungen richten sich an vier verschiedene Bereiche (Governance, Strategie, Risikomanagement, Kennzahlen & Ziele) und haben das Ziel, klimabezogene Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und darüber zu berichten. UN Global Compact Der Global Compact der Vereinten Nationen ist die weltweit größte Initiative zu Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltiger Entwicklung. Das Ziel der weltumspannenden Bewegung aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft: die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten. Als zentrales Element des UN Global Compact gelten die 10 universellen Prinzipien und die Unterstützung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Value-at-Risk (VaR) Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials, das unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z. B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen. VERBUND-Konzernstruktur per 31.12.2019 GRI 102-45 VERBUND AG 80,54% VERBUND Hydro Power GmbH 33,33% Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH 33,33% Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG 50,01% Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH **) 100,00% Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H Aktionärsstruktur in % Streubesitz Republik Österreich TIWAG 99,90% < 20 100,00% >5 51 VERBUND Wind Power Austria GmbH 100,00% VERBUND Wind Power Romania S.R.L. 100,00% VERBUND Green Power GmbH 50,00% SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH 100,00% Innwerk AG 50,00% Grenzkraftwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung 50,00% Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft 50,00% Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft > 25 0,10% VERBUND Tourismus GmbH Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke 70,27% 50,00% 50,00% 50,00% VERBUND Innkraftwerke GmbH 100,00% VERBUND Thermal Power GmbH 100,00%1) VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG 100,00% VERBUND Trading GmbH 0,00%1) 100,00% VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH 100,00% VERBUND Trading Czech Republic s.r.o. 100,00% VERBUND Trading Serbia d.o.o. 100,00% VERBUND Energie4Flex GmbH 99,00% VERBUND Trading Romania S.R.L. 1,00% 100,00% Austrian Power Grid AG 100,00% VERBUND Sales GmbH 100,00% VERBUND Solutions GmbH 100,00% VERBUND Energy4Customers GmbH 100,00% VERBUND Services GmbH 100,00% VERBUND Finanzierungsservice GmbH 100,00% AQUANTO GmbH i. L. *) 50,00% Ennskraftwerke Aktiengesellschaft 35,17% KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft 24,40% OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG 100,00% VUM Verfahren Umwelt Management GmbH 100,00% VERBUND Sales Deutschland GmbH 40,00% E-Mobility Provider Austria GmbH 40,00% SMATRICS GmbH & Co KG 50,00% smart Energy Services GmbH Legende Vollkonsolidierung Anteilige Konsolidierung Equitybewertung 100,00% Energji Ashta Shpk 100,00% Lestin & Co. Tauch- und Bergungsunternehmen Gesellschaft m.b.H Gemeinschaftsunternehmen, Equitybewertung Nicht konsolidiert Ergebnisabfuhrvertrag 100,00% VERBUND Wind Power Deutschland GmbH 65,29% Infrastrukturgesellschaft Bischheim GmbH & Co KG 85,00% Infrastruktur Oberheimbach I GmbH & Co KG 100,00% Windpark Dörrebach GmbH & Co KG 100,00% Windpark Utschenwald GmbH & Co KG 100,00% Windpark Seibersbach GmbH & Co KG 100,00% Windpark Stetten I GmbH & Co KG 100,00% Windpark Schönborn GmbH & Co KG 100,00% Windpark Rheinböllen GmbH & Co KG 100,00% Windpark Hochfels GmbH & Co KG 100,00% Windpark Dichtelbach GmbH & Co KG 100,00% Windpark Eichberg GmbH & Co KG 100,00% Windpark Ellern GmbH & Co KG * ) in Liquidation **) die Gesellschaft hat gegenüber ihren Gesellschafter(n) eine anteilige Verlustabdeckungsvereinbarung 1) Die VERBUND AG hält an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG einen Anteil von 99,9972 % und die VERBUND Thermal Power GmbH einen Anteil von 0,0028 %. Aktionärsstruktur: Vorstand: – Republik Österreich (51,0 %) Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender), Herausgeber: VERBUND AG – Syndikat (> 25,0 %) bestehend aus EVN AG Michael Strugl (stv. Vorsitzender), Am Hof 6a, 1010 Wien (deren Aktionäre sind: Niederösterreichische Peter F. Kollmann, Landes-Beteiligungsholding GmbH, 51 %, Achim Kaspar IMPRESSUM & OFFENLEGUNG Dieser Integrierte Geschäftsbericht EnBW Trust e.V., 30,0 %) und Wiener Stadt- wurde inhouse mit firesys produziert. werke (deren Alleingesellschafter die Stadt Aufsichtsrat: Diagramm- und Tabellenkonzept: Wien ist) Thomas Schmid (Vorsitzender), Martin Roman Griesfelder, aspektum gmbh – TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (> 5,0 %, Ohneberg (1. stv. Vorsitzender), Elisabeth Kreativkonzept: Brainds, Marken und deren Alleinaktionär das Land Tirol ist) Engelbrechtsmüller-Strauß (2. stv. Vorsit- Design GmbH – Streubesitz (< 20,0 %): Zu den Eigen- zende), Harald Kaszanits, Werner Muhm, Grafik: Kathi Reidelshöfer, Schreibagentur tümern der Aktien, die sich im Streubesitz Susanne Riess, Jürgen Roth, Beratung: Ute Greutter, UKcom Finance befinden, sind uns keine näheren Daten Stefan Szyszkowitz, Christa Wagner, Übersetzung und Sprachberatung: bekannt. Peter Weinelt, Doris Dangl, ASI GmbH – Austria Sprachendienst Isabella Hönlinger, Kurt Christof, International Hinweis zu gesetzlichen bzw. Produktion: Lindenau Productions GmbH satzungsmäßigen Wolfgang Liebscher, Veronika Neugeboren Stimmrechtsbeschränkungen: Besondere gesetzliche Grundlagen: Kontakt: VERBUND AG Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften Österreichisches Elektrizitätswirtschafts- und Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich und Unternehmungen, an denen -organisationsgesetz mit den dazugehörigen Telefon: +43 (0)50 313-0 Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % Verordnungen und Ausführungsgesetzen. Fax: +43 (0)50 313-54191 beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Die angeführten gesetzlichen Grundlagen E-Mail: information@verbund.com Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % können über das Rechtsinformationssystem Homepage: www.verbund.com des Grundkapitals beschränkt. des Bundeskanzleramts unter Firmenbuchnummer: FN 76023z www.ris.bka.gv.at abgerufen werden. Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien Aufsichtsbehörde/Berufsverband: UID-Nr.: ATU14703908 E-Control GmbH/E-Control Kommission DVR-Nr.: 0040771 Bundesministerium für Finanzen Unternehmenssitz: Wien, Österreich Wirtschaftskammer Österreich Oesterreichs Energie Investor Relations: Andreas Wollein Unternehmensgegenstand: Dieses Druckwerk wurde nach der Richtlinie Telefon: +43 (0)50 313-52604 Der Unternehmensgegenstand liegt „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen E-Mail: investor-relations@verbund.com schwerpunktmäßig in Erzeugung, Transport, Umweltzeichens bei der Druckerei Handel und Vertrieb von elektrischer Energie Bösmüller Print Management GesmbH & Unternehmenskommunikation: und sonstiger Energieträger sowie im Anbie- Co KG (UW-Nr. 779) gedruckt. Corinna Tinkler ten und Durchführen von Energiedienst- Telefon: +43 (0)50 313-53702 leistungen. E-Mail: media@verbund.com GRI 102-53
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