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Die Entwickelung des Buchdruckes in Berlin während der letzten fünfzig Jahre

Full text: Beiträge zur Kulturgeschichte von Berlin (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Erfolge haben dürite rrantilen Areidenzdruck über— 
trifft Berlin die me rxrenzplätzc, da ihm die Welt— 
stadt ein Arbeit«se' 25das sogar viele auswärtige 
Fachgenossen veranlaß: es gleichfalls auszunutzen. Im 
ganzen genommen würde der hiesige Buchdruck jedem fremden 
Wetteifer gewachsen sein, wenn nicht manche Arbeitsbedingungen 
den leidigen Billigkeits-Fanatismus des deutschen Gemüts 
veranlaßten, die Provinz auf Kosten der Metropole zu 
bevorzugen. 
Von allen Zweigen der Druckindustrie ist aber seit den 
letzten fünfzig Jahren, speziell seit 1848, die Berliner Zeitungs— 
presse am meisten gewachsen, und einige Glieder derselben 
haben es schon zu kolossalen Auflagen gebracht. Das hat 
wiederum hier in Berlin die Ausbildung und Vervollkomm— 
nung der Stereotypie zur Folge gehabt. Die unter diesem 
Namen verstandene Herstellung ganzer Platten von dem in 
Kolumnen ceformten Typensatz reicht mit ihren Anfängen 
bereits bis in das Ende des siebzehnten Jahrhunderts hinauf, 
wo in Holland Versuche zu ähnlichem Zwecke gemacht wurden, 
die damals und auch bei späterer Wiederholung erfolglos 
blieben. Erst der Franzose Genoux erhielt um 1830 günstige 
Resultate mit der Stereotypie in Papier, nachdem man schon 
einige Jahre vorher Platten in Gips geformt und gegossen 
hatte. Letztere Methode, obgleich sie sehr genaue Reproduk— 
tionen lieferte, gab man nach drei Jahrzehnten etwa wieder 
auf, da beim Guß die Matrize jedesmal verloren ging, während 
die Papiermatrizen 8 bis 10 Güsse aushalten, die Platten 
beliebig zu *igen —estatten, und bei der Aufbewahrung 
wenig Rau—s c.. Nachdem man in neuester Zeit 
durch sogen tercotypiccJ noch das früher oft 
lästige Jusatnnen 5 der Matrizen Leseitigt hat, ist man 
hier in Berlin we91 jedem Anspruch an Güte und schnelle
	        
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