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Die Nicolaische Buchhandlung

Full text: Beiträge zur Kulturgeschichte von Berlin (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

um seine Fenster und men * hinaus in den Garten, in 
welchem Linden stehen un' s5875 bis vor einem oder zwei 
Jahren, ein Nußbaum stand den Nieolai selbst noch ge— 
pflanzt hatte. Ueber dem Sofa hängt sein Pastellbild, das 
ihn als hohen Sechziger darstellt und mit den beiden an— 
deren Porträts aus seinem mittleren Lebensalter, dem Knie— 
stück von Graff und der Bleistiftzeichnung von Chodowiecki*) 
verglichen uns auch im Greise noch dieselben charakteristischen 
Züge zeigt: die zurücktretende hohe Stirn, den vorspringenden 
Unterkiefer, den klugen Blick, den Ausdruck von Thatkraft, 
ja Hartnäckigkeit um den Mund und den von Wohlwollen 
im ganzen Gesicht. So sieht er, in blauem Frack mit über— 
geschlagener weißer Weste, der Tracht vom Ende des acht⸗ 
zehnten Jahrhunderts, auf das junge Geschlecht vom Ende des 
neunzehnten hernieder, das in ihm einen geistigen Ahnherrn 
ehrt — den „Achtung gebietenden Vertreter des Fridericiani— 
schen Berlinertums“, wie Professor Erich Schmidt ihn genannt 
hat in der Festrede zur Enthüllung unseres Lessing-Denkmals, 
das an einer seiner Seitenflächen neben dem Relief Moses 
Mendelssohns auch das Friedrich Nicolais zeigt, mit Zopf 
und Perrücke, die beide ihm gar wohl anstehen. — 
Nach einer modernen, durchaus unserer Zeit eigentüm— 
lichen Richtung hin hat der andere Zweig des Geschäftes, das 
Sortiment, das uns jetzt unter dem Namen der Nicolaischen 
Buchhandlung betkannt ist, sich entwickelt. Von 1858 bis 
1863 zweimal die Besitzer wechselnd — zuerst M. Jagielski 
— 
num in den Mitbesitz und 1869 in den Alleinbesitz des Mannes, 
der ihr die heutige Signatur gab. Fritz Borstell hatte schon, 
als die Firma noch Wreden u. Borstell war, mit der Ver— 
») Eine gute Reproduktion bei Friedel, a. a. O. & 
vergl. D. 46
	        
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