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Dritter Abschnitt. Brief 15-19. Einiges aus dem häuslichen Wirtschaftsleben Berlins Neunzehnter Brief. Wirtschaftliches V. - Eine andere Arbeiterfamilie - Einfluss von Krankheiten auf die Lage - Rückblicke und Vergleiche - Der Haushalt eines unverheirateten Arbeiters - Vergleiche mit andern Schichten - Schlußbemerkungen

Full text: Soziale Briefe aus Berlin / Leixner von Grünberg, Otto (Public Domain)

Eine Arbeiterfamilie. 
193 
Als Zweiunddreißigjähriger heiratete er ein fleißiges 
Stubenmädchen und bearündete sich ein bescheidenes Heim 
in einer Strre ner Vorstadt im Nordwesten 
Berlins 95860 lag im vierten Stock eines 
Hinterhaufe tu stend aus Stube und Küche. Beider 
Ersparnisse gengten, um auf einen sogenannten „Leih— 
Kontrakt“ eine größere Anzahlung zu leisten und die 
Wohnung einzuri3. 
Diese btzcn Möbel werden in Mengen erzeugt; 
obwohl aus !. schlechtem, weichem Holz gemacht, 
ahmen sie Ahen oden Pußzbaum nach und zeigen nicht 
ungefällige Bnrrnen DHer Preis jedoch t stets zu hoch, 
weil die .3 die Zinser ür die Stundung auf—⸗ 
schlagen (uz rrchschnitt 16 13 18 Prozent des bei 
Barzahlung gcrderten Pre 
Der Vaum crbeiteteeta der Werkstatt, die Frau 
nähte für ein groß— nateft, das billige Hemden 
ind Unterkleider erzerngt nSurden, die ihr der kleine 
Haushalt übrig ließ, faf cznan der Nähmaschine. So 
führten beide ein arborter-wen aber doch nicht freud— 
loses Leben, denn sic hatten sich gern und achteten ein⸗ 
ander. An den Sonntagen der guten Jahreszeit mach⸗ 
ten sie sich nach dem Gottesdienst auf und verbrachten 
den Tag in der Jungfernheide oder wanderten über 
Plötzensee hinaus, abwechselnd den Korb tragend, der 
x) Derselbe enthält die Hauptbestimereung, daß die Gegen— 
stünde so lange Eigentum des Vermieters bleiben, bis der ganze 
Betrag getilgt ist. Ein säumiger Zahler kann dadurch in die 
Lage kommen, alles zurückgeben zu müssen, trotzdem er schon ein 
Driltel oder über die Hälfte des Werts bezahlt hat. 
v. Leirner, Soziale Brieie. 10
	        
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