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schaften strömen in der Carlstraße alle aus sämmtlichen
Provinzen des Preußischen Staates sowie auc<h in
Elsaß-Lothringen für das Garde-Corps angemusterten
Leute zusammen. Denn dieser Elite-Truppe werden die
schönsten und größten Rekruten zugewiesen. Vor der
Vertheilung an die verschiedenen Regimenter stehen die
Mannsc<aften dann auf dem großen Exercirplate in
Gruppen , in Reihen oder einzeln da und harren entweder
doch ein wenig niedergeschlagen, oder auch lustig
und übermüthig, manche etwas angeheitert, der ihnen
völlig neuen Verhältnisse und Dinge, so da kommen
werden. Die berliner Kinder rü>en zumeist in Begleitung
ihrer Angehörigen an, und so erscheinen denn
Vater, Mutter, Geschwister und wol auch die Frau
Liebste, falls der Rekrut in seinem jugendlichen Alter
sich eine solche bereits zugelegt hat. Diese Begleitmannschaft
darf selbstverständlih den Exercirplaß nicht betreten,
fondern hält si<h außerhalb des Gitters auf,
welches den Pla von der Straße abschließt. Durch
die Stäbe de3 Gitters plaudert es sich aber ganz prächtig,
und die Unterhaltung wird bis zum letzten Augenblick
fortgeseßt. Natürlich fehlt es keineswegs an allerlei
wißigen, launigen Raths<lägen und losen Scerzen
und RedenZarten. Denn der richtige Berliner hilft sich
über die unangenehmsten und selbst gefahrvollsten Lebenslagen
mit seinem urwüchsigen Humor hinweg. Sein
munteres, glü>lihes Temperament heitert zugleich auch
den am Meisten niederges<lagenen Rekruten auf. So
hört man denn wol folgende Reden3arten: „Na, Fritze,
1U halt die Ohren steif. =- Paß' mal uff, Aujust, Dir
werden se aber schleifen. =- Nu derfst Du Hanf kloppen“.
Hinter dieser mysteriösen Prophezeiung verbirgt sich die
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