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Militärische Bilder

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

ZUOZ 
rund 1,400,000 Einwohnern an, so ist jeder 70. Mensch 
ein Soldat, und aus diesem Zahlenverhältniß ergiebt 
sich der Umstand, daß man in den Straßen Berlins 
auf Scritt und Tritt der Uniform begegnet. Noch 
mannichfaltiger gestaltet sich das Bild durc< die zahl- 
reichen Officiere des Generalstabes, de3 Krieg3ministeriums 
und dur< diejenigen Officiere, welche von außerhalb 
garnisonirenden Regimentern zur Dienstleistung nach 
Berlin commandirt worden sind. 
In der Hauptstadt stehen das zweite und dritte 
Garde-Regiment zu Fuß, das Kaiser Alexander- sowie 
das Kaiser Franz-Grenadier-Regiment und das Garde- 
Füsilier-Regiment. Die gelben Adsselklappen des zuleßt 
genannten Regiments, dem der Füsilier „Kutschke“ an- 
gehört haben soll, haben der Mannschaft den Spiznamen 
„die Maikäfer“ zugezogen. Die „Maikäfer“ sind eine 
besonders beliebte und populäre Truppe, ebenso das 
vierte Garde -Regiment zu Fuß, welches ganz in der 
Nähe Berlins, in der kleinen Festung Spandau, in 
Garnison liegt und meistens zu den großen Frühlings- 
und Herbstparaden herbeigezogen wird, welche der Kaiser 
auf dem Tempelhofer Feld abnimmt. In Folge der 
hellblauen Achselklappen, welche das Regiment trägt, 
hat der Volksmund e8 die „Veilchenbläuen“ getauft. 
Sonderbarerweise hat das vierte Garde-Regiment zu 
Juß in dem Feldzuge gegen Dänemark, in welchem es 
am 18. April 1864 an der Erstürmung der Düppeler 
Scanzen theilnahm, einem Gegner 'gegenüber gestanden, 
der sich gleichfalls eines Scherznamens in Blau erfreute, 
nämlich den sogenannten „Vergißmeinnicht“ oder wie 
der dänische Ausdru> lautet „Forglemmigei“, das heißt 
jenen Reserveleuten Dänemarks, die in Ermangelung 
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