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Landpartieen und Kremserfahrten

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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kurze Kniehosen, die augenscheinlich zu eng waren; und 
an den Füßen schwere Holzpantoffeln. 
„Willem, Junge,“ rief Feldtrappe ihm zu, „du siehst 
ja aus, als ob du reeneweg verrückt jeworden bist. Der 
reene NRahmkater! Nee so wat lebt nich mehr!“ 
Als der Scornsteinfegermeister Behrendt seinen 
Erstgeborenen in dem höchst sonderbaren Aufzug zu Ge- 
siht bekam, ward er sehr ernst und richtete sich zu seiner 
vollen Höhe auf. Er war ein schöner, s<hlanfer Mann 
mit langem blonden Vollbart, eine stolze Erscheinung, 
als er so hoch erhobenen Hauptes dastand. 
„Wilhelm, komm' einmal her zu mir!“ sprac<ß er 
ruhig aber bestimmt. 
Wilhelm kannte den Ton genau; er wußte, daß 
in diesem Fall keine Widerrede, keine Ausflüchte halfen, 
und so ging er denn mit langsamen Schritten und ge- 
senkten Blies zu seinem Vater. 
„Wie kommst du zu dem Anzug Wilhelm? Was 
hast du gemacht?“ 
„Sä, i> . . . . wollte de Mieze 'n bisken jondeln, 
und dabei kamen wir an 'ne Stelle, wo Schmatkeduzien 
und Bommelietshen wuchsen, und da flog denn ooc< 'n 
jroßer Schiddebold, und den wollt' i> de Mieze kriejen. 
Da jriff i> denn nach den Schiddebold, verlor dabei 
aber det Jleichgewicht, und Pladaußz! lag i> im't 
Wasser. +. “ 
„Wilhelm, ich bin nicht im Stande, dich zu verstehen, 
nur das habe ich begriffen, daß du in's Wasser gefallen 
bist; sonst sprichst du in Räthseln. Erkläre mir um 
Himmelswillen die Ausdrücke! Was sind Shmaceduzien, 
was Bommeliets<en und was ist endli< ein Scidde- 
bold, oder wie du sonst das Ding genannt hast ?“ fragte
	        
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