Path:
Landpartieen und Kremserfahrten

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

gestanden. Aus diesem Grunde mußte der di>de Schmidt 
aus der Alten Jakobstraße sich allerlei anzügliche Reden3- 
arten und Sticheleien gefallen lassen. 
„Schmidt, det Bier is ja so matt, det et kaum aus 
det Jlas looft. Det Bier hat ja keene Jdee von Shaum 
nich,“ so spottete und urtheilte es in der Runde. 
Doch der phlegmatische Wirth ließ sich keinen Augen- 
bli&d aus der Ruhe bringen; er kannte seine Pappen- 
heimer und wußte ganz genau, auf welche Weise er 
mit ihnen fertig wurde. In dem sicheren Gefühle 
seiner Ueberlegenheit antwortete er denn auch ruhig: 
„Schaum können wir leichte jenug kriejen. Sobald 
wir wieder 'ne Landpartie machen, wer'k 'n- jroßen Topp 
voll Eiweißshaum mitnehmen. Und denn kriegt jeder 
'n Kla>s von den Eiweißsc<haum uff't Jlas. Nachher 
werd't ihr woll jenug Schaum haben.“ 
„Nee, nee Schmidt, det Kunststü& is jefährlich. 
Det selbije Stü> hat der Bierplantscher, der Dings3da 
aus de Hasenheide, ooh uffgeführt, aber det is 'n doch 
balde s<le<ht bekommen. Denn er wurde anjeklagt 
und sollte wegen Lebensmittelverfäls<ung verdonnert 
werden. So weit kam et aber doh nich, denn seine 
Jäste bezeugten ihm vor Jericht: se wollten det Bier 
mit den Eiweißs<haum haben.“ 
„Na, wenn ihr keenen Eiweißshaum nich wollt, 
müßt ihr det Bier drinken, wie et is. J> kann 't nich 
besser machen; denn i> hab't nich jebraut.“ 
Nach dem Frühstück gab e8 musikalische Zerstreuung: 
die ganze Gesellschaft sang unter der Begleitung der 
sech3 Musikanten das Lied: „Wer hat dich, du schöner 
Wald, aufgebaut so ho< da droben.“ 
In vollen, reinen Akforden shwamm die Melodie
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.