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Die Hasenheide

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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als an den vergangenen sonnigen Vormittagsstunden, in 
denen Luft und Licht und Walde3grün alle s<hlummernden 
und alle halberschlossenen Kno3pen der Freude und Lust zu 
hellem, jubelnden Leben erwet hatten. Die hochgehenden 
Wogen der Freude legten sich und glätteten sich allmälig 
in dem beruhigenden und ermüdenden Einfluß, welchen die 
frische Luft auf Stadtkinder, die selten einen ganzen Sonn- 
tag im Freien verbringen, allzeit geltend macht. 
Später stieg der Mond herauf an dem dunklen 
Nachthimmel , und die funkelnden Sternbilder in ihrer 
leuchtenden Pracht traten eins nah dem anderen hervor 
aus dem weiten Rahmen, der die Erde umspannte. 
Endlich war auc< das Abendbrot beendet, und nun 
trieb der Scornsteinfegermeister zum Aufbruch. Der 
Weg nach der Stadt wurde zu Fuß zurügelegt. Auf 
dem Blücherplaß machte die ganze Gesellschaft Halt, um 
siH hier von einander zu verabschieden. Die jugendliche 
Welt dankte dem guten Onkel Feldtrappe aufrichtigen 
Herzens für die treue Sorgfalt und Güte, welche er 
heute wie immer seinen kleinen Freunden und Freun- 
dinnen bewiesen hatte. Und dann kam ein nicht enden- 
wollende3 Händeschütteln und Gutenahtsagen, und dann 
gingen die Einen rechts, die Anderen links, um ihre 
Heimstätten aufzusuchen. 
Onkel Feldtrappe lieferte seinen „Neffen Ouerüber“ 
und „die Kinder“ erst no<F daheim ab und dann suchte 
er seine einsam stille Junggesellenwohnung auf, gedachte 
des Tages blausonniger Lust und überlegte, auf welche 
Weise er der munteren Kinderschaar möglichst bald eine 
neue Freude zu bereiten im Stande wäre. --
	        
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