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Die Hasenheide

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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der von edler Race war und in den sonnigen Tagen 
der Jugend viele Triumphe gefeiert haben mochte, erhob 
fich jeht auf die Hinterbeine und nahm das Hinderniß. 
Lauter Beifall ward ring3um laut, als der jugend- 
liche Held voll stolzen Selbstbewußtseins sich auf dem 
s<naubenden Rosse wiederum grüßend verneigte. „Das 
mödte ich gerne noh einmal versuchen, Herr Director,“ 
sprach er erregt und mit hohrothen Wangen. 
„Nein, es ist jezt genug,“ erwiderte der Director, 
„iG mödte dem Schimmel keine übermäßigen Anstren- 
gungen zumuthen. Denn er ist schon bei Jahren.“ 
„Ah, bitte, Herr Director, nur noh ein einziges 
Mal !“/ 
„Na meinetwegen,“ lautete die Antwort. „Halten 
Sie aber den Schimmel sofort nach dem Sprunge mit 
aller Kraft fest im Zügel! J< fürcte fast, es wird 
zu viel; das Thier scheint sehr ehauffirt zu sein. Vor- 
wärts denn!“ 
Dahin sprengte der heldenmüthige Junge. Jett 
sezte das Pferd an zum Sprunge, stieg kerzengerade 
auf und sprang abermals hinweg über beide Leitern. 
In demselben Moment aber strauchelte auch der Schimmel, 
der mit dem rechten Hinterfuß in den Sprossen der 
einen Leiter hängen geblieben war, kam zu Falle und 
begrub seinen jugendlichen Reiter unter sih. Ein all- 
gemeiner Schrei des Entsetzens ertönte; von allen Seiten 
eilten Leute zur Hülfe herbei, um Wilhelm von der 
Last des Pferdes zu befreien. Weder dieses noh der 
Reiter hatten Schaden genommen. Wilhelm war nur 
ein wenig bleich. geworden, und sein Anzug war mit 
Sand und Staub bedect. 
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