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Die Hasenheide

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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hatte si< diese eines schönen Tages in eine Riesen- 
Reitbahn verwandelt, allwo reitlustige Menschen das 
zweifelhafte Vergnügen eines sogenannten Bauernreitens 
in vollen Zügen genießen konnten. Die Pferde vulgo 
Klepper, welche in der Reitbahn herumtrabten und 
sogar ab und zu den schüchternen Versuch machten, in 
Galopp zu verfallen, wurden bisweilen bockig, nämlich 
dann, wenn der Reiter nicht so wollte, wie sie wollten. 
Diese Zwietracht trat ein, sobald der Reiter keinen 
„Bferdeverstand“ hatte, und wenn diese wichtige Eigen- 
jhaft ihm mangelte, so vergaß er sich wol und titulirte 
die eigenwillige Rosinante „Biest“ oder auch „infamtet 
Biest“. Menschen fühlen si< gewöhnlich durch solc<e 
und ähnliche Ausdrücke beleidigt und erklären sie für 
sogenannte Schimpfwörter. Wenn nun der bocige 
Gaul diese allgemeine menschliche Ansicht theilte, so war 
es ihm nicht zu verdenken, daß er sich auf die Hinter- 
beine und den unverständigen Reiter in den Sand 
jekte. Je mehr Reiter aber mit diesem Bekanntschaft 
machten, desto höher stieg das Entzücken, desto größer 
war der Jubel des zus<hauenden Pudlikums. Dieses 
war“ selbstverständlich sehr zahlreich, sintemal das Zu- 
schauen um die Hälfte billiger war als die Pferdearbeit 
des Reitens. 
Damit es des Guten nicht zu viel werde, rathe 
ich als einigermaßen erfahrener Fremdenführer, Abschied 
zu nehmen von der sc<wedischen Ei8bahn und die 
„ebrüder Beeneke“ --- sonst gewöhnlich Beine genannt -- 
wieder in Bewegung zu seen. An den Straßen erheben 
fich Buden jeder Größe, aller Farben und aller Arten: 
die indisc<e Bonbonküche, die indische Fruchtstangen- 
bereitung und zahlreiche Obststände, in denen je nach
	        
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