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Restaurants, Weinstuben und Aehnliches

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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und Kochstaat bekleidet das Maschinenmädc<hen, dessen 
Titel auf die Thätigkeit an der Kochmasc<ine zurüc- 
zuführen ist, an welchem heißen Orte e8 dem Ober- oder 
Chefko<h stet8 zu Händen sein muß. Von großer Wichtig- 
keit ist das „Reservemädchen“, das gleich jeder anderen 
Reserve zur Entscheidung dort herangezogen wird, wo 
die Schlacht am Heißesten entbrannt ist. Ein verant- 
wortliches und viele Umsicht erxforderndes Amt ist das- 
jenige des „Was<bären“, dessen Oberstinhaber gleichfalls 
ein Femininum ist, und das in der Beaufsichtigung, im 
Waschen und AuSbessern der Tischwäsche besteht. Neben 
diesen oberen Chargen giebt es dann die kleineren, unter- 
geordneten Aemter. Die „Federlise“ rupft das Geflügel 
und wird vom fortgeseßten Rupfen oft „ruppig“, welche 
Eigenschaft sich in bedenklicher Zungenfertigkeit äußert, 
jobald die Federlise gehänselt wird, was nicht gerade zu 
den Seltenheiten gehören mag. Die „Spinatwachtel“, 
die „Kohlraupe“ und die „Salatschne>e“ verbringen ihr 
Dasein bei grünem Gemüse, das diesen Geschöpfen 
teminini generis nicht etwa als Nahrung, sondern zum 
Putzen und Vorrichten überwiesen ist. = =- 
Die vorstehenden Berichte und Bilder aus dem 
Trink-, Kneip- und Restaurantleben Berlins sind un- 
vollständig und müssen lüdenhaft sein, weil der Stoff 
derart reichhaltig ist, das er genügen würde, ein di>es 
Buch zu füllen. Aus diesem' und aus noch zwei an- 
deren Gründen habe ich die Schilderungen beschränkt. 
Der eine dieser zwei lezteren Gründe ist: iM hatte nur 
die Absicht, einige Streiflichter auf das Kneipleben der 
Weltstadt fallen zu lassen, damit ein Jeglicher in der 
Lage sei, Betrachtungen und Vergleiche anzustellen mit 
dem Kneipleben anderer Städte, anderer Orte. Denn 
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