Path:
Restaurants, Weinstuben und Aehnliches

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

-= 149 -- 
Alle lachten. 
„3a, der Belly ist ein guter, lieber Kerl gewesen. 
Gott habe ihn selig! Aber er liebte den Wein über alles 
und war doch so ein kleines Stü> von einem Trunken- 
bold“ spra< der Doctor, 
„Zrunkenbold, ja“ mischte David Frankh sich in 
das Gespräch. „E3 giebt in der deuts<hen Sprache viele 
Zusammensezungen mit „bold“. 
„Viele Zusammensezungen mit bold?“ fragte 
zweifelnd ein Schweizer, so auch zur Tafelrunde gehörte 
und der wegen seiner meist eigensinnigen und quer- 
köpfigen Behauptungen sich den Beinamen „Stier von 
Uri“ erworben hatte. „I< kenne nur drei derartige Zu- 
sammenseßungen : Trunkenbold, Naufbold und Wikbold. 
Hat no<h Jemand einen weiteren Ausdruck anzuführen 2“ 
Niemand wußte einen anderen Bold zu nennen, nur 
Löshnigg-Pepi spraH nach kurzem Besinnen und mit 
s<lauem, überlegenem Lächeln: „J wüßt' shon noh 
'n Bold.“ 
„Also heraus damit!“ 
„Leobold“ jagte unter allgemeinen Halloh mit 
Seelenruhe der steirische Pepi. 
„3<h glaube gar, der österreichische Steiermärker 
will uns zum Besten haben“ meinte lachend der Oberst- 
lieuntenant von Sommerwald. „Aber zur Strafe für 
seine lezte, ganz unerhörte Leistung auf dem Gebiete der 
Sprachforschung darf er heute Abend kein Wort mehr reden, 
wenigstens nicht unaufgefordert. Und nun, lieber Freund,“ 
wandte er si<h an einen ihm zur Seite sißenden cor- 
pulenten Schwaben, „erzählen Sie etwas. Sie haben 
vor Kurzem eine drollige Geschichte zum Besten gegeben, 
vom Boden, der weder gehen noh fahren kann. Leider
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.