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Restaurants, Weinstuben und Aehnliches

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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Mittheilung des steirisc<en Spaßvogels. Und David 
Frankh glaubte den Scherz und colportirte denselben 
am nächsten Tage in seiner Stammbierkneipe, wie auf 
dort eingezogene Erkundigung Pepi erfuhr. Dieser 
begann von Neuem: „Wann's sich übrigens interes- 
siren für die Fisch', Herr Professor, nachha müssen's 
a mal in die Fischerei-Ausstellung gehen. Dorten 
können's a schre>lihe Meng' und sc<hre>lich viel" Sorten 
von Fischen betrac<ten. Und Hummer und Krebs' hat's 
da: grüne, rothe und blaue. Und dann die Nasen- 
krebs! und die Magenkrebs!, die müssen's sich anschauen!“ 
Nasenkrebse und Magenkrebse ? Daß diese beiden 
Kreb3arten unter die Crustaceen gerechnet werden, war 
David Frankh etwas Neues, indessen mochte er sich 
erinnern, daß man von Krebsnasen spricht, und um 
sich keine Blöße zu geben, ließ er die Nasenkrebse wohl- 
weislich aus dem Spiel, indem er fragte: „Ein Magen- 
krebs, ist denn das ein richtiger Krebs?“ 
Diese verfänglihe Frage, welche er nicht erwartet 
hatte, brachte den Desterreicher doc< ein wenig in Ver- 
legenheit, sein Busenfreund aber, der Componist Sasse, 
welcher auß am Tische saß, kam ihm mit unvergleich- 
licher Geiste8gegenwart zu Hülfe, indem er also sich ver- 
nehmen ließ: „Ein Magenkrebs ist ein richtiger Magen- 
freb3, so gut wie ein Taschenkrebs ein Taschenkrebs ist.“ 
Diese geistvolle und erschöpfende Erklärung leuchtete 
David Frankh ein, der schon einmal von Taschenkrebsen 
gehört haben mochte, so daß er auf jede weitere Er- 
örterung des Themas verzichtete. 
- „Nun ist es aber genug mit dem Zeug,“ sprach 
der Doctor. „Lösc<hnigg, erzählen Sie einmal etwas 
Andere8.“ 
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