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Kleines Volk

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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Dienst der fleißigen Kleinen, wenn zwar keine8wegs ein 
leichter, so do< auch kein übermäßig besc<werlicher und 
lästiger , wenn auch die Zeitungsträger zum Theil sehr 
weite Wege zurückzulegen haben. Leichter als diese 
haben es die Ueberbringer von Ba>waaren und Milch, 
weil in den weitaus meisten Fällen ihre Besorgungen 
sich nur auf die Nachbarschaft der Bäckerei, der Mol- 
kerei, ves „Milc<- und Sahne-Bureaus“ beschränken. 
Außerdem ist die Thätigkeit selten auf mehr als auf 
zwanzig bis dreißig „Beutelkunden“ ausgedehnt. Wenn 
aber die Herbstregen und die dunklen Wintertage herein- 
brechen mit Schneegestöber und Kälte, dann ziehen die 
Kleinen längst nicht mehr so frohgemuth von dannen als 
im Sommersonnenschein; das muntere Pfeifconcert ist 
verstummt, und eilig huschen sie von Haus zu Haus. 
Sie müssen die warmen Betten verlassen zu einer 
Stunde, wo sie gerne noch schlafen möchten, und wenn 
glücklicherweise auch die Fälle selten sind, so muß doch 
wol der Eine oder Andere in dünner Kleidung und mit 
zerrissenen Stiefelsohlen hinaus in Dunkelheit, in Nässe 
und Kälte. Noch schläfrig beginnen die Kinder ihr Tage- 
wert, halb schlafend sien sie oft auf den dunklen, 
kalten Treppen, wenn beim ersten Klopfen oder Klingeln 
die Thüre nicht sofort geöffnet wird. Während der 
furzen Herbst- und Wintertage tragen sie in der Regel 
eine kleine Laterne mittelst eines Lederriemens um den 
Leib befestigt, deren freundlicher Schein die finsteren 
Treppen wenigstens etwas erhellt. 
Nachdem die Schulstunden vorüber sind, und das 
Mittagbrot verzehrt ist, giebt es für die große Mehr- 
zahl der Kinder eine Menge häuslicher Verrichtungen 
und Beschäftigungen, dur< welche sie oft stundenlang
	        
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