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Restaurants, Weinstuben und Aehnliches

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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„Männeken, wenn i> Miethe bezahlen wollte, denn 
könnt! i> ooch unter de Linden wohnen. Det Jeschäft 
rentirt sich nozg nich, und wenn Se mir nich wollen 
länger vor umsonst wohnen lassen, denn zieh' i> 
lieber aus.“ 
„Aber mein Gott,“ wendet der Hauswirth ein, 
„Sie haben mir doh ausdrücklich versprochen, Miethe zu 
bezahlen, sobald das Geschäft ginge.“ 
„Zeht denn die Wasserkunst?“ mischt sich mit in 
die Seite gestemmten Fäusten das ebenso häßliche als 
freche Weib des Gastwirth8 in das Gesprä<. „Nennen 
Sie det jehen? Nennen Sie die paar lumpigen Stamm- 
jäste 'n richtijen Besuch? Und vor det leere Lacal ver- 
langen Se Miethe? Se sind woll nich von hier? Oder 
jind Se beebeet oder vielleicht bedibbert, Sie olle Paß- 
bulette, Sie? Nee, mein Oller hat schonst janz Recht: 
wenn wir Miethe bezahlen wollten, könnten wir unter 
de Linden wohnen.“ 
Der anmuthige Nedefluß hat dem unglücklichen Haus- 
eigenthümer klar gemacht, daß er von diesem Wirths8paar 
niemals einen Pfennig Miethe erhalten wird und aus 
diesem Grunde kündigt er den sauberen Eheleuten an, daß 
sie sein Haus binnen drei Tagen zu räumen hätten. Und 
wie lautet die Antwort des unersc<hro>enen Gastwirthes 
nun? „J> jloobe jar, Se wollen mir uzen? Jä> ziehe 
vor det nächste Vierteljahr nich aus. Se haben mix 
det Lacal von drei Monate uff drei Monate jratis ver- 
miethet und Se können mir nich ohne Weiteres an de 
Luft sezen, sondern müssen wenigstens den jeseßlichen 
Kündigungstermin respectiren. Wenn Se det aber nich 
wollen oder unter Ihre injebildete Würde halten, denn 
müssen Se mir 'ne anständije Entshädijung bezahlen.“
	        
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