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Restaurants, Weinstuben und Aehnliches

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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als Gastwirth gar bald" in der Tasche hat. Dann sorgt 
der Rentier dafür, daß eine große, leistungsfähige 
Brauerei seinem Protegs einen beschränkten Credit ein- 
räumt; darauf begleitet ex seinen Schütkling in eines 
der großen Geschäfte, welche die Lieferung der gesammten 
Einrichtung für Restaurants übernehmen und empfiehlt 
ihn dort sehr warm. Diese Fürsprache genügt, daß der 
neue Gastwirth die Einrichtung und das Jnventar auf 
Abzahlung erhält. Nachdem noh ein Kellner und das 
unbedingt gebotene sonstige Dienstpersonal engagirt 
worden, sind alle Vorbedingungen zu dem lustigen und 
fröhlichen Gedeihen des Geschäftes erfüllt, und dasselbe 
wird denn auch so bald als irgend möglich eröffnet. 
Die Einrichtung ist obgleich einfach so doch freundlich 
und zwe>mäßig, die Tischwäsche ist blendend weiß und 
sauber, die Getränke sind durchweg gut, die Speisen 
vortrefflich, der Wirth ist zuvorkommend, liebenswürdig 
und unterhaltend und die Bedienung aufmerksam und 
schnell. Alle diese Umstände wirken zusammen, daß sich 
die Gäste bald heimisc< fühlen in dem neuen Local, 
daß sie sich mehren von Tag zu Tag so, daß an vielen 
Abenden kein Apfel zur Erde kann. Der „Onkel“ Rentier 
plaudert zum Aerger seiner „Ollen“ gerne mit der 
hübschen jungen Wirthsfrau, die dankbaren Herzen3 dem 
alten freundlichen Herrn die ausgesucht besten Bissen 
vorsezt, der als Gegenleistung den Ruf der Kochkunst 
der schönen Wirthin auf das Weiteste verbreitet, Unter 
solchen Verhältnissen kann es nicht Wunder nehmen, 
daß das Restaurant bald in voller Blüthe steht, so daß 
der junge Anfänger nicht nur im Stande ist, die Miethe, 
die Brauerei, den Fleischer, Bäcker und sonstige Liefe- 
ranten prompt zu bezahlen, sondern in kurzer Zeit auch 
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