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Militärische Bilder

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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madchen, ist es gut; willst du es nicht thun, so läßt du 
es eben bleiben.“ 
„Aber e3 ist doch wirklich Shade um den Schrank, 
der auf diese Weise muthwillig vuinirt werden soll“ 
wandte der Freund ein.“ 
„Ah was, das alte Gerümpel ist ja keinen Groschen 
werth; es hat mich schon lange geärgert und erfüllt 
no< am Besten seinen Zwe>, wenn es todtgeschossen 
wird. - Willst du also mitthun?“ 
Mit dem H. ist es nicht recht richtig, dac<hte der 
Freund. Aus diesem Grunde ist es am Gerathensten, 
ich bleibe als Wächter hier und betheilige mich an dem 
Zerstörung3werk. Denn anderenfalls hält der verrücte 
Kerl sich aus Versehen für den Schrank und schießt 
sich noch selbst todt. „Gut, ich schieße mit“ sprach er 
laut und kurz entschlossen. 
„Schön“ sagte Lieutenant H. „Hier ist ein ge- 
ladener Revolver. Wir schießen nun abwechselnd. Zu- 
nächst hast du einen Schuß, dann komme ih, dann 
wieder du und sofort.“ 
Und dann ging die Kanonade an, ein wahres 
Pelotonfeuer, so daß in kurzer Zeit die Scheibe wenig- 
sten3 hundert Treffer aufwies. 
„Nan ist es genug. I< will jezt nach meinen 
Kleidern sehen“ sprach mit der größten Seelenruhe der 
Lieutenant H. und schi>dte sih an, den Schrank zu 
öffnen. Doh der Freund fiel ihm ers<hre>t in den Arm 
und starrte ihm entsekht in das Gesicht. 
„Was sagst du? Deine Kleider? Mensc<enskind, 
du hast deine Kleider in dem erschossenen Schrank 
beherbergt?“ 
„So ist es, meine Civilkleidung wenigstens“, be- 
“
	        
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