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Militärische Bilder

Full text: Berliner Kinder / Haering, Oskar (Public Domain)

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Premier-Lieutenant beigegeben, dem es nun oblag, die 
Hoheit so gut als möglich zu unterhalten. Mit dieser 
Aufgabe wußte der muntere, wißige Officier, der fein- 
gebildete Weltmann, sich derart vortrefflich abzufinden, 
daß der Herzog an der Unterhaltung den größten Ge- 
fallen fand und sich hö<hlich amüsirte über die Späße 
und Schnurren, welche der Premier-Lieutenant gleich 
einem Brillant-Feuerwerk abbrannte. Scließlih be- 
gleitete der junge Fürst den Officier auf dessen Zimmer. 
Dort entdeckte der Herzog unter einer ungezählten Menge 
aller möglichen Raritäten das ziemlich große und vor- 
trefflich gearbeitete Modell eines Geschüßes. Dieses 
hatte ohne Zweifel des Herzogs höchstes Interesse er- 
wet, denn nachdem er die kleine Mordwaffe eingehend 
geprüft hatte, fragte er: 
„Herr Premier, kann man schießen mit dem Ge- 
s <hüß?“ 
„Gewiß, Hoheit,“ antwortete dieser. „Es ist auch 
schon sehr häufig daraus geschossen worden. I< führe 
nämlich das kleine Geschüß mit, wenn ich auf Remonte- 
Kommando mich befinde. Bei diesem Dienst erset es 
mir den Signal-Trompeter.“ 
„Wie so das?“ fragte neugierig der Herzog. 
„Nichts ist einfacher,“ entgegnete der Premier- 
lieutenant. „Ein Trompeter wird meinem Kommando 
nicht beigegeben, und troßdem soll ich und muß ich in 
kleinen Städten und Dörfern zum Sammeln blasen lassen. 
Ohne Trompeter ist das aber ein Kunststü>, aber doch 
ein solches, für das es Abhülfe giebt. Diese nun ge- 
währt mir die kleine Bestie dort. Sie wird mit einem 
Graspfropfen geladen bi38 zur Mündung und abgefeuert,
	        
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