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Full text: Ein Spaziergang von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis zur Weltausstellung / Fontane, Friedrich (Public Domain)

==.208 min 
geführt worden, dessen imponirende Fronten jekt erst zur vollen 
Geltung gelangen. An Stelle der Hofapotheke ist eine neue 
bauliche Shloßanlage mit großem Bankettsaal getreten. Zwischen 
dem Schloß und dem Lustgarten befindet sich der Begasbrunnen, 
der die Leere des Plaßes in gefälliger Weise unterbricht. Auf 
der Ostseite des Lustgartens, dort, wo früher der Dom, das 
Campo Santo und das Gebäude, welches das Orientalische Seminar 
beherbergte, sich befanden, erhebt sich jeht eine Parochialkir<e, 
die dem Gottesdienste für den Hof und die Bevölkerung des 
Stadtviertels gewidmet ist. Das Dombauprojekt hat, wie Du 
siehst, große Veränderungen durchmachen müssen, ehe eine definitive 
Entscheidung sich ergab. Seit Jahrhunderten war man bemüht 
gewesen, auf der Ostseite des Lustgartens eine großartige Kirche 
zu errichten, aber stets hatte die Einsicht, daß der Plaß nicht 
ausreiche, die Oberhand gewonnen. Man ist schließlich zu einem 
praktischeren und den Verhältnissen des Plates angemesseneren 
Kirchenbau übergegangen, der den gewünschten Abschluß für die Ost- 
seite des Lustgartens ergiebt. Die eigentliche Festkirche, deren Be- 
nußung bei feierlichen Gelegenheiten stattfindet, ist, wie Du später 
erfahren wirst, in der Nähe des Reichstagsgebäudes aufgebaut 
worden. Der Spree, welche durch die Fundamentbauten de3 
Domes eingeengt war, ist ihre volle Breite wiedergegeben; der 
Blick von der Kaiser-Wilhelm3-Brücke auf den Fluß ist nach rechts 
und links gleich großartig. 
Weiter gegen Norden erheben sich die Museumsbauten auf 
der Museumsinsel als Wahrzeichen des neuen Aufschwungs unserer 
Kunstverhältnisse. Die Museumsinsel, welche einst, wie Dir aus 
der Konkurrenz zur Bebauung der Museums - Insel no< in 
Erinnerung sein wird, ein ausreichendes Terrain für die Be- 
wältigung der Aufgabe, die neuen Museen unterzubringen, 
zu sein schien, erwies sich bei Durchführung des Planes als 
nicht groß genug, und in sinnreicher Weise zog man Park und 
Schloß Monbijou mit in die Bebauungsfläche hinein. Auf diesen 
beiden mit einander vereinigten Terrains erheben sich jeht das 
Pergamon-Museum, das Museum für die Gypsabgüsse uud die
	        
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