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III. Berliner politische und satirische Zeitschriften

Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

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Denn dort kann der Pöbel nicht 
Seinen Einfluß üben. 
Nur die Camarilla kann 
Fischen dort im Trüben.“ 
Aber ach, aber ach! 
Unsre VolkS3vertreter 
Wollen nicht solch' bitt're Schmach, 
Sagen: davon später! 
Nein, wir bleiben in Berlin, 
Hier nur kann die Freiheit blüh'n, 
Edles Volk, steh' du uns bei, 
Bleibe den Vertretern treu, 
Und du, tapf're Bürgerwehr, 
Büchsen jekt geladen, 
Denn wir brauchen jetzt die That, 
Fort mit den Tiraden.“ 
Die nächsten Strophen schildern, wie Wrangel kommt, die 
Bürgerwehr auflöst, wie alle Klubs und Volksredner still werden. 
„Und verstummt sind, kaum gedacht, 
Alle großen Suaden.“ 
„Schwerter sind, liebes Kind, 
Haarscharf jekt geschliffen, 
Kugeln in den Läufen sind, 
Haben sc<on gepfissen ! 
In den Straßen wächst auch Gras. =- 
Lieber Feldherr, weißt du was, 
Fürchten uns noch lange nicht, 
Droh'st du auch mit Kriegsgericht. 
In der Stille spinnen wir 
Demofkrat'schen Faden, 
Wird der Faden etwas di> = 
Ist's nicht unser Schaden!“ 
Alle die andern politisch-satirischen Blätter jener Tage sind 
nicht über die ersten Nummern hinausgekommen. Der Bedarf war 
schon ohne sie reichlich gede>t; sie vermochten weder an Wiß noch 
demokratischer Gesinnung etwas Neues oder Stärkeres8 zu bieten. 
Das Wißzigste was die einzige Nummer des „Satyr“ bringt, 
ist noch ein Spottgedicht auf den damals sehr unbeliebten, in den 
Märztagen gestürzten Kultusminister von Eichhorn. 
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