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III. Berliner politische und satirische Zeitschriften

Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

„1'403 2 
Nummer 9 enthält eine Anzeige: „Sollten Personen, die das 
Nichtsthun lieben, gesonnen sein, eine solche Stelle mit 3 Thlr. 
Diäten anzunehmen, so werden sie ersucht, ihre Adressen bei dem 
Portier der Singakademie einzureichen.“ In derselben Nr. ist ein 
Gedicht: 
„E87 werflichii ga sau 
Soll mer Gott helfen, ich känn's nischt begreifen, 
Wie jekt die Menschen meschugg uff de Welt! 
Ober was helft mer das Zanken un Kaifen ? 
Jau, mer verdient damit eppes ä Jeld! 
Kenn'n von der Fraihait nischt Rühmens g'nug machen, 
Gaihen capores vom Kopp bis zur Zaih! 
Was soll norr de Fraihait? Uff Ehre ßum lachen, 
Wenn mer muß hungern, un hungern thut waih! 
Trogen Kokarden an Hüthe unn Müßen, 
Globen Kokarden se machen schaun frai, 
Waih mer geschriegen, soll Gott uns beschitzen, 
Gott was vorr Menschen, auh waih mer, auh waih! 
Schwarz, roth, güld also, verstaiht mich Ihr Laite, 
S'is doch ganz richtig, so wie ich's verstaih, 
Haißt doch nischt anders als „Waih, wir sind plaite“ 
Mit Schuh unn mit Schtrümpe, auh waih mer, auh waih! 
Sehr hübsch wird in Nr. 10 die Auflösung der Gens8darmerie 
und Einführung der Konstabler in Bildern von W. Scholz behandelt. 
Auf dem ersten sieht man den lezten Gendarm tief betrübt da- 
jtehen; darunter der Vers: 
Ford're Niemand mein Schicksal zu hören, 
Dem das Leben noch wonnevoll winkt: 
Ach! i< muß Euch ja Bilder beschwören, 
Deren jedes mich schmerzlich durchdringt! 
Zwanzig Jahr' bin Gensdarm ich gewesen, 
Diente Dunkern getreulich ich Thor -- 
Und zum Lohn muß ich jezo nun lesen: 
Daß man auflöst dies ehrwürd'ge Corps! 
In Bildern und Versen wird dann das Walten der Gen3darmen 
auf Straßen, bei Auflaufen, gegen Tabakraucher im Freien humoristisch 
vorgeführt. Zulekßt versenkt der Gen8darm seine Uniform ins
	        
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