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III. Berliner politische und satirische Zeitschriften

Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

9. Berliner Großmaul. Unter Verantwortlichkeit der Verlag3- 
handlung. Berlin. (Verlag von Ferd. Reichardt & Co.) 
Nr. 1 vom 12. August 1848. 
Blätter, von denen nur wenige Nummern erschienen: 
10. Der Satyr. Blatt für offene Meinung und freies Wort. 
Redigirt von Max Cohnheim und Adolph Reich. Verfasser 
des konstitutionellen KatechiSmus. Berlin. Erste und lette Nr. 
l. Mai 1848. 
11. Der Volk3-Tribun. Redigirt unter Verantwortlichkeit der 
Verlag8handlung. Berlin. (Verlag von S. Löwenherz.) Nr. 1 
vom 5. September 1848. 
12. Feuerbrände von L. Börnes Schatten. Berlin. Commissions- 
verlag von F. S. Schneider & Co.) Mai 48. 
13. Der Teufel in Berlin. Verantwortlicher Redakteur A. Hopf. 
Berlin. (Verlag von Louis Hirschfeld.) 
14. Zeltengedanken ohne Mißverständnisse. QHerausgeber 
C. W. G. Müller. Berlin. Nr. 1 vom 26. Juli 1848. 
Berliner Charivari erschien anfangs in monatlichen Heften, 
später häufiger. Mit Nr. 6 ist er, soweit feststellbar, eingegangen. In 
dem ersten Hefte hieß e8: „Satans Charivari wird Züge aus dem 
Menschenleben in allen seinen Schattirungen bieten. . . . Hierzu 
ist Niemand geeigneter als Satan, denn von seinem Standpunkte 
aus übersieht er Alles, er dringt in die geheimsten Falten der 
Herzen ein . . . Er hat vor nichts Respect =- Er schreibt weder 
für das Brot noch um das Brot, darum hat er keine Rücksichten auf 
hohen Adel und geehrtes Publikum zu nehmen, wie das beklagens- 
wertheste menschliche Wesen =- Literat. Er schäßt es sich überhaupt 
zur Ehre, nicht Mensch zu sein und weist den Vierbeinigen in seiner 
Liebe eine viel höhere Stellung an als den Zweibeinigen, die bei 
ihm mit den Sechsbeinigen rangiren.“ =- So radikal wie dieses 
Programm war die Zeitschrift selbst nun nicht. Sie reichte weder 
in Wik noch in Satire an ihr Pariser Vorbild heran. Die erste 
Nummer enthielt lediglich einen Angriff auf die Verschleppung 
deutscher Auswanderer nach Brasilien und Texas nebst einem 
poetischen Sehnsuchtsruf an den König Friedrich Wilhelm IV wegen 
Schöpfung einer deutschen Flotte: 
„Gieb uns die Flotte nun, Herr König, 
Der Deutschen erster König, Du! 
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