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Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

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(1891), „Für gewöhnliche Leute“, „Von Einem zum Andern“. 
Von den illustrirten, reizenden Kinderbüchern -- die beste Gabe 
für die Kleinen -- nenne ich „Durch Feld und Wald“, „Das Kind 
und seine kleine Welt“, „Spiel und Leben“ und „Kinderlust“. 
Aus allen diesen Schriften kann man ihn kennen lernen, den 
Dichter des frohen Gemüths. Mir ist immer, wenn ich darin lese, 
als hätte jemand ungesehen einen Strauß Feld- und Waldblumen 
dazu gestellt, und ihr frischer Hauch belebe die Liebe zu dem Lande, 
dem sie entsprossen, die Liebe zum Vaterlande.“ 
Wilhelm Polstorff 
wurde am 31. August 1843 in Kirchdorf am Deister in der Provinz 
Hannover geboren, woselbst sein Vater Pastor war. Von seinem 
12. Jahre an besuchte er das Gymnasium zu Hannover und studirte 
dann von 1863-1866 in Göttingen Philologie. Nach vollendetem 
Studium wurde er Gymnasiallehrer in Hannover und wirkte als 
Solcher bis 1883, in welchem Jahre sein Eintritt in die Redaktion 
des Kladderadatsch erfolgte. Aber schon seit 1874 lieferte er regel- 
mäßig Beiträge für das Blatt. 
Mit Polstorff wurde dem Kladderadatsch eine ganz eigenartige 
Kraft gewonnen. In Bezug auf satirische Veranlagung und streit- 
bares Naturell zeigt sich bei ihm eine gewisse Aehnlichkeit mit Ernst 
Dohm, doch verbindet Pols8torff = im Gegensaß zu Dohm -- mit 
jenen für den Redakteur eines politisch -satirischen Wikzblattes nicht 
unwerthen Eigenschaften den Besitz eines behaglichen, wohlthuenden 
Humors, welcher sowohl im geselligen Verkehr wie auch im 
Kladderadatsch selbst häufig zu schönstem Ausdru> gelangt. 
Der an früherer Stelle dieser Schrift zum Abdruck gekommene 
Artikel aus Nr. 40 vom 1. September 1889: „Der Gattin Heimkehr" 
=- nur einer unter den vielen -- giebt uns ein Beispiel dieser 
liebenSwürdigen Polstorff'schen Eigenart und in gleicher Weise wirken 
die zahlreichen von Polstorff in reinstem klassischen Ver8maße ge- 
schriebenen „Episteln“, wie 3. B. die „Episteln aus Marienbad“ (1888) 
und die „Strandepisteln“ (Ende der 70er Jahre) sowie die in fünf- 
füßigen reimlosen Jamben verfaßten „Episteln an einen Land- 
bewohner", in denen allerdings meistens politische Tage sfragen mit 
behandelt werden. 
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