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Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

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Darum habe ex auch, als im blutigen Kampf sich die Jdeale seiner 
Jugend erfüllten, als die Einheit Deutschlands begründet wurde, in 
begeisterten und begeisternden Gedichten, welche durch die Wucht 
einer tiefen Ueberzeugung wirkten, diese Erfüllung gefeiert. Zugleich 
aber habe der unerschro>ene Kämpfer im politischen Leben eine 
ungewöhnliche Empfänglichkeit für die Reize der Natur, eine kindlich 
harmlose Genußfähigkeit sich bewahrt und dichterisch bekundet. Seine 
Lieder, die dieser Ausdruck geben, und seine Kinderlieder, die von 
jenem Worte des Erlösers beseelt erscheinen: „Denn ihnen ist das 
Himmelreich“, hätten viele Tausende erhoben und erquickt, seien die 
erste edlere geistige Nahrung unzählicher Kinder gewesen. Der 
Kämpfer im politischen Leben, der harmlose Beobachter und Freund 
der Natur, und der Kleinen -- 28 sei immer derselbe gewesen, dessen 
Wesen Aufrichtigkeit und Lauterkeit war und dem es Gott daher 
habe gelingen lassen. Der Lohn für sein Wirken und Streben sei 
ihm in dem Glück, das er daheim in seiner Familie, bei der Frau 
und den Kindern gefunden, zu Theil geworden, und so könne man 
beim Abschluß dieses Lebens wohl sagen, er habe es ausgelebt, 
habe das Beste was er vermocht, der Welt gegeben, und so müsse 
man ihm die Ruhe gönnen, die er nun in Gott gefunden, den Flug, 
den feine Seele nun zum Höchsten genommen.
	        
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