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Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

kfommene Aufträge, die ihm Einnahmen =- mochten sie 
zunächst auch kärglich und sc<wankend sein -- und Unterhalt 
gewährten. 
Als Mitglied des „Rütli“-Vereins ward er Illustrator der 
„Rütli“-Zeitung und seine geistreichen und überaus wißigen Zeich- 
nungen in jenem „Verein8-Organ“ schufen ihm Freunde und machten 
die Buchhändler auf ihn aufmerksam. 
Die erste größere Arbeit, mit der Scholz an die Oeffentlichkeit 
trat, war ein in Gemeinschaft mit Ernst Kossak herausgegebenes 
Werk, welches im Verlage von Albert ' Hofmann unter dem Titel: 
Die Berliner Kunstausstellung im Jahre 1846 
Humoristisch-satyrische Bilderschau 
1847 in Berlin erschien. 
Das Buch, welches über verschiedene Künstler und ihre aus- 
gestellten Werke ein grausames Gericht hielt, erregte damals großes 
Aufsehen und fand die weiteste Verbreitung. Es trug Scholz, 
dessen in den Zeichnungen zum Ausdru> gekommener lieben8- 
würdiger Humor die von Kossak geübte Kritik und rücksichtslose 
Verspottung in wohlthuender Weise milderte =-- große An- 
erfennung ein. Er machte sich mit diesem Erstling8werk einen 
Namen! 
Es wird vielleicht nicht ohne Interesse sein, einige Proben 
aus diesem sehr selten gewordenen Buche hier vorzuführen. 
Das erste der beiden hier folgenden Bilder bezieht sich auf 
ein von dem Maler Schorn in München gemaltes Kolossalgemälde, 
welches in den Ausstellungsräumen schlecht untergebracht, einen 
richtigen Ueberbli> dem Beschauer nicht gewährte. 
In seiner Zeichnung stellt Scholz die Beschauer auf den Plat 
Unter den Linden, auf welchem später das Denkmal Friedrich des 
Großen errichtet wurde; das Bild lehnt er an das Brandenburger 
Thor und zur freien Durchsicht legt er die Bäume der Linden- 
promenade nieder. 
Zu dem zweiten Bilde „Waldfrevel“ heißt es im Text: 
„Es mag nun einmal Gebrauch sein, einen Maler, der 
eine Landschaft malt, einen Landschafter zu nennen; wir 
wollen hierzu noch den Mißbrauch fügen, eine Klasse 
gewisser Maler von dem Stammwort Landstrich: Land- 
streicher zu taufen. 
Eine besondere Spezies, die zwischen Landschafter und 
Landstreicher mitten inne steht, ist der Waldfrevler. 
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