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I. Vormärzliches

Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

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Und ist's erst fromm, so wird's allmählig, 
Wenn auch nicht hier, doch jenseits selig. 
Das ist ein Staat der Freiheit, Jugend, 
Der Schönheit, Wahrheit und der Tugend! 
Wo nicht das Gift des Hofs sich zieht 
Bis in die tiefsten Regionen, 
Wo man das Gute sieht belohnen. 
Wo die Gesellschaft, ungeschieden, 
Bewahrt die Achtung und den Frieden; = 
Nichts andere8 ein Amt verleiht, 
Als Wissen, Geist und Fähigkeit; 
Wo auch der kleinste Uebelstand 
Im Augenblicke wird bekannt, 
Und ihn zu mildern, ihn zu heben, 
Der Weisesten Beruf und Streben; 
Wo man den hochgebornen Fraß, 
Das faule, parfümirte Aas, 
Die Kleider von den schlimmsten Rackern 
Nicht höher achtet, als das A>kern; -- 
Wo Arbeit, Schaffen allerwegen, 
Gewinn und Ehre bringt und Segen; =- 
Wo nicht der Pfaffheit gift'ge Kröten 
Vertrauen, Freud' und Wahrheit tödten; = 
Wo nie das Elend und die Roth 
Das Eisen bricht und das Gebot -- 
Und man die abgelebten Greise 
Nicht stellt an frische Lebenskreise; 
Wo man Gedanken durch Gedanken 
Besiegen läßt nach klugem Zanken, 
Sich nicht beweist gedankenstärker 
Durch Polizeigewalt und Kerker! 
Von ähnlich oppositionellem Geiste durchweht ist Glasbrenner's 
an Heine'8s „Deutschland“ in der Form erinnerndes8 Gedicht:
	        
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