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Der Kladderadatsch. 1848-1898

Full text: Der Kladderadatsch und seine Leute 1848-1898 / Hofmann, Rudolf (Public Domain)

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hatte, um dann unter freundlicherem Himmel mit ihm einzulaufen 
in das breite, ruhigere Fahrwasser einer neuen großen Zeit. 
Gregor Heinrich Albert Hofmann wurde am 8. März 
1818 zu Berlin geboren als fünftes Kind des Kaufmanns Johann 
Hofmann und seiner Ehefrau Caroline Friederike Wilhelmine geb. 
Hirsekorn. 
Johann Hofmann war im Jahre 1797 aus Görkau in Böhmen 
nach Berlin eingewandert und etablirte in Berlin in der König- 
Straße Nr. 3 eine Kunsthandlung unter der Firma: „Magazin für 
Kunst, Geographie und Musik“. Reichthümer scheint er bei diesem 
Unternehmen nicht erworben zu haben, denn als er 1832 das Zeit- 
liche gesegnet hatte, kamen die bescheidenen Vorräthe des Verlages 
unter den Hammer, und der Erlö8 wird grade ausgereicht haben, 
die sechs Kinder, von denen das jüngste damals zehn Jahre zählte, 
vor dem Verhungern zu bewahren. 
Albert Hofmann trat 1832 =- zwölf und ein halbes Jahr 
alt =- als Lehrling in die Buch- und Kunsthandlung von E. H. 
Schröder in Berlin ein, in welcher er bis 1. April 1840 thätig war. 
Schon früh zeigte sich bei ihm ein ausgeprägter Unterneh- 
mung8geist und ein mit großem Jdeenreichthum verbundener 
Schaffen8drang, dem die gleichmäßige und in enggezogenen Grenzen 
sich haltende Thätigkeit eines Buchhandlungsgehilfen allein nicht 
genügen fonnte. Er gehörte zu jenen Menschen, denen die Zuweisung 
und mechanische Erfüllung von Arbeits - Pflichten nicht genügen 
können, die vielmehr das Streben haben und die Kraft in sich fühlen, 
sich selbst die Aufgaben für's Leben zu stellen. Fleißig holte Hofmann 
zunächst durch gründliches Selbststudium nach, was ihm an klassischer 
Schulbildung mangelte; dann aber begann er -- selbst sc<haffend = 
hervorzutreten. 
Schon als zwanzigjähriger Buchhandlungsgehilfe gab er ein 
Unternehmen heraus unter dem Titel: 
Champaanerschaum 
geschöpft und auf Flaschen gezogen für Freunde des Scherzes und 
der ungeheuren Heiterkeit. 
Eine pikante Sammlung des Neuesten und Interessantesten 
auf dem Gebiete des Jocosus 
herausgegeben vom 
Bruder Chamäleon, 
Mitglied des Pi>wiker-Klubb 1.--I1]1. Batterie.*) 
*) Bei E. H. Schröder in Berlin 1838 erschienen.
	        
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