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3. Mailand

Full text: Sängerreise der Berliner Liedertafel nach Italien (Public Domain)

Salve, d’Italia nobil suolo eletto, 
Culla della sapienza e d’arti belle! 
Indissolubil vincolo d’affetto 
Leghi per sempre le nazion sorelle! 
Salve tu bella, tu ridente Italia, 
D’amica un saluto t’invia l’Allemagna. 
(Traduzione di E. v. Pirani). 
Der Kommers. 
Hier in Mailand war von unsern lieben‘ Freunden auch 
nach echt deutscher Art ein feuchtfröhlicher Sängerkommers 
veranstaltet. worden, wozu der. „Veloce-Club“ seinen Saal 
freundlichst bewilligt hatte. Über den äusserst lebhaften, 
herzlichen Verlauf dieses unvergesslichen Abends berichtete 
der „Corriere della Sera“ vom 4./5. April folgendes: 
„Die deutsche Kolonie arrangierte gestern Abend zu Ehren der Gäste 
einen Festkommers, einen Empfang, der, wie alle mit Lust und Liebe 
begonnenen Unternehmungen, vorzüglich gelang. —. Der grosse Saal des 
„Veloce-Club“ war gütigst für die Festlichkeit bewilligt worden; es wäre 
sonst vielleicht auch schwer gewesen, in Mailand ein Lokal zu finden, 
worin mehr als 500 Personen — 240 Gäste und ebensoviel oder mehr 
Mitglieder der hiesigen deutschen Kolonie — Platz hätten finden können. 
Die Wände waren mit italienischen und deutschen Fahnen geschmückt; 
ebenso erblickte man dort die Wappen vieler deutschen Staaten und die 
Bilder der Herrscher Italiens und Deutschlands. Gastgeber und Gäste 
liessen sich an drei langen Tafeln nieder, woselbst sie fortwährend mit 
Sschäumendem Bier bedient wurden. 
Die Bedienung wurde mit gewohnter Sorgfalt von Herrn Cesare 
Consonni vom Restaurant „Orologio“ („zur Uhr“) ausgeführt, der per- 
sönlich die Aufsicht übernahm, damit alles gehen sollte wie ein „Uhr- 
werk“. Viele Herren betrachteten und bewunderten von der Loge aus 
den grossartigen Anblick, welcher an das Gemälde vor dem Bankett auf 
dem „Sieba-Ball“ erinnerte. 
Von der Lebhaftigkeit, gepaart mit Ordnung, von der Begeisterung, 
verbunden mit fester Disciplin, von der Herzlichkeit, vereint mit tiefem 
Ernste, die all’ diese deutschen Feste auszeichnen, kann man kein Bild 
entwerfen für die, die nicht dabei waren. Ebenso überflüssig wäre es, 
für die darüber zu sprechen, die dabei waren, ohne darüber nachzudenken. 
— Und das, was noch mehr anzieht und zum Nachdenken anregt, ist 
die Betrachtung, dass man bei solchen Festen jede Regung kleinlicher
	        
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