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2. Von Berlin bis Mailand

Full text: Sängerreise der Berliner Liedertafel nach Italien (Public Domain)

Wohlan, so bringet jenen Regionen 
Den Frühlingssang des Nordens schmetternd dar! 
Es zieht mit Euch der Freunde schönster Gruss, 
Vergesset ihrer nicht am Tiberfluss. 
Mit deutschem Sange — wo ist seines Gleichen — 
Wollt dort Ihr stürmen jedes Ohr und Herz, 
Und siegend werdet Ihr das Ziel erreichen 
Dort, wie zu Haus, wie hier und allerwärts. 
Entbietet Eure ganze Macht und Fülle, 
Den Feldherrn habt Ihr ja fürwahr dazu! 
Ein Jeder sei ein neuer Winkelried, 
Der eine Gasse bricht dem deutschen Lied!“ 
Herrn Wohlgemuth, dem Dirigenten des „Leipziger Männer- 
chors“, wurde von den Berlinern ein kostbarer Strauss aus La France- 
Rosen, Flieder und Veilchen gespendet. Nachdem der „Leipziger Männer- 
chor“ ein Abschiedslied gesungen und Herr Wohlgemuth, sowie Chor- 
meister Zander sich noch besonders herzlich verabschiedet hatten, setzte 
sich der Zug zur Abfahrt in Bewegung. Allen Teilnehmern wird der von 
lebendiger Begeisterung getragene Begrüssungsakt für alle Zeiten unver- 
gesslich bleiben. 
Wir fügen noch hinzu, dass wir über diesen ausserordent- 
lich herzlichen Empfang, sowie über die uns gespendeten sin- 
nigen Aufmerksamkeiten tief bewegt und hocherfreut waren. 
Die Blumensträusschen, die uns die reizenden jungen Damen 
überreichten, trugen Bänder in den Leipziger Farben mit der 
Inschrift: „Glückliche Reise! Gut Gelingen!“ Die Postkarten 
zeigten neben der wiedergegebenen poetischen Widmung einen 
die Harfe schlagenden Barden. Sie wurden als hochwillkommene 
Gaben begrüsst und gingen auf den Stationen Hof und Regens- 
burg als erste Grüsse an die Lieben daheim ab. Dem „Leip- 
ziger Männerchor“ aber, der uns in so liebenswürdiger Weise 
den ersten Gruss auf unserer Reise darbrachte und so die alte 
Freundschaft neu befestigte, den schönen jungen Damen, die 
uns so freundlichen. Blumengruss boten, sei auch an dieser 
Stelle nochmals herzlicher Dank und fröhliches „Grüss Gott!“ 
zugerufen. Gern hätten wir bei den lieben alten Freunden etwas 
länger verweilt; aber mitten im Grüssen, unbarmherzig hier 
und dort manch fröhliches Geplauder unterbrechend, ertönte 
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