Path:
1. Die Vorbereitungen zur Reise

Full text: Sängerreise der Berliner Liedertafel nach Italien (Public Domain)

machte man sich auch die Schwierigkeiten eines solchen Unter- 
nehmens klar, so erregte derselbe doch das allergrösste Interesse. 
So wurde beschlossen, der Generalversammlung im April 1898 
den Vorschlag zur: Beratung und Beschlussfassung zu unter- 
breiten. . Zahlreich erschienen. die Mitglieder am 29. April, um 
sich über die Reisepläne zu unterrichten. Der vom Vorsitzenden 
vorgetragene, von Herrn Lachmann weiter ausgeführte Plan 
fand überaus freudige, ja begeisterte Zustimmung. Wurden auch 
Bedenken: laut, ob-es möglich; sein... werde, in ‚einem Lande, 
wo der Männergesang keine Heimstätte hat, künstlerische Er- 
folge zu erzielen, wurde auch erwogen, ob es anginge, gerade 
in der Hochflut der Saison eine Reisegesellschaft von über 
200 Personen überall unterzubringen: es siegte schliesslich das 
unbegrenzte Vertrauen auf die fortreissende, bezwingende Zauber- 
macht des deutschen Liedes; ebenso wurden auch die tech- 
nischen Schwierigkeiten als überwindbar bezeichnet; ‘der Reise- 
plan wurde gutgeheissen, und von den anwesenden 134 aus- 
übenden Mitgliedern erklärten sich sofort 128 zur Teilnahme 
bereit. Damit war die Möglichkeit gegeben, der Angelegenheit 
ernstlich näher zu treten. Der Vorstand wählte eine Reise- 
kommission, bestehend aus den Herren: Friedrich, Cor- 
nelius, Lachmann, Beck und Köhler. Als Reisemarschall 
wurde Herr Lachmann gewählt, während Herr Köhler sich 
bereit erklärte, die schwierige Eisenbahnfrage zu bearbeiten. Es 
galt nunmehr überall die Fäden auszuspinnen, Verbindungen und 
Beziehungen anzuknüpfen und den Reiseplan zu spezialisieren. 
Dem Auswärtigen Amt, der Botschaft in Rom, Excellenz 
v. Keudell, dem früheren Botschafter in Rom, sind wir für über- 
aus liebenswürdiges Entgegenkommen und Förderung unseres 
Vorhabens zu lebhaftestem Dank verpflichtet. So ging unter 
mancherlei Arbeiten der Sommer ins Land. Die Eisenbahn- 
frage gestaltete sich sehr schwierig und schritt nur sehr lang- 
sam der Lösung entgegen. Det Winter kam heran, und es 
galt nun an Ort und Stelle die bindenden Verhandlungen ein- 
zuleiten und abzuschliessen. Die Reise. sollte nunmehr über 
Leipzig, München, Innsbruck, den Brenner gehen und in Italien
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.