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6. Rom

Full text: Sängerreise der Berliner Liedertafel nach Italien (Public Domain)

Schleier um all die Schönheiten der prachtvollen, italienischen 
Landschaft. Wir näherten uns der „ewigen“ Stadt, die wir 
gegen 9 Uhr abends erreichten. Von der deutschen Botschaft, 
sowie vom „deutschen Künstlerverein“ in Rom hatten sich 
zahlreiche Herren eingefunden, um die Landsleute herzlich zu 
begrüssen. Bald wurden die Omnibusse und Droschken be- 
stiegen, und — ‚es war kein Traum, — wir waren in Rom. 
Ganz anders hatte sich die Phantasie das „alte“ Rom ausgemalt. 
Breite Strassen, moderne Häuser von drei und vier Stock Höhe, 
rauschende Springbrunnen, deren Wasser im Schein des elek- 
trischen Bogenlichts glänzten und glitzerten: das waren die 
ersten Eindrücke, die uns auf der Fahrt zum Hötel entgegen- 
traten. Dazwischen die elektrischen Wagen der Trambahn 
mit ihrem Geklingel — alles ganz wie bei uns. Allerdings 
lag das Hötel „Germania“, das einen grossen Teil der Reise- 
gesellschaft aufnahm, im modernen Viertel Roms. Ausserdem 
waren noch‘ belegt: Grand Hötel de Rome, Grand Hötel du 
Quirinal, Hötel Anglo Americain, Eden-Hötel. — 
Auf Einladung der Herren vom Vorstande des deutschen 
Künstlervereins begaben sich die Mitglieder des Vorstandes 
der Liedertafel in das Vereinshaus desselben. Von den Herren 
Professor Gerhardt, Dr. Noack, Dr..Claar, Dr. Mason.u.a, 
auf das liebenswürdigste empfangen, wurden noch die Ver- 
abredungen für die in den nächsten beiden Tagen stattfindenden 
Besichtigungen getroffen, bei denen sich die genannten Herren 
in zuvorkommendster Weise zur Verfügung stellten. Wir müssen 
diese Bereitwilligkeit um so höher und dankbarer anerkennen, 
da die Herren durch den zu derselben Zeit tagenden „Journa- 
listen- und Schriftsteller-Kongress“ ebenfalls lebhaft in Anspruch 
genommen waren. 
Trotz später Stunde wandelten die Liedertäfler noch durch 
die Strassen Roms. Freilich, zu sehen gab es nicht mehr viel, 
doch suchte man heute auch mehr zu essen und zu trinken. 
Da waren denn bald die „Quellen“ gefunden. Neben ein- 
heimischen Restaurants machte besonders die „Gambrinushalle“ 
am Corso sehr gute Geschäfte. 
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