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II. Berlin IV. Denkmäler

Full text: Heimatkunde der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin / Thurn, Bernhard (Public Domain)

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IIL Das Reiterstandbild Friedrichs des Großen. 
Friedrich mit den blauen Augen, 
Großer König wird genannt, 
Weil in dreißig blut'gen Schlachten 
Seinen Feind er überwand ; 
Gegen eine Welt in Waffen 
Stand er wie ein Fels im Meer, 
Wie er selbst war, er auch machte 
Preußen mächtig groß und hehr. 
Seinen Preußen war er Vater, 
Ihm war gleich jedweder Stand, 
Und den Bau zu Deutschlands Größe 
Er zu fördern wohl verstand. 
Das Reiterstandbild Friedrichs des Großen steht am Anfange 
der Straße „Unter den Linden“. Es ist aus Erz gegossen, ent= 
worfen von Rauch, gegossen von Friebel. Am Postamente sind die 
Krieg8- und Zeitgenossen des Königs angebracht. Es sind meist 
kriegerische Größen, aber auch Dichter und Philosophen. Die Reiter 
an den Eden stellen vor: den Prinzen Heinrich von Preußen, den 
Herzog Ferdinand von Braunschweig, die Reitergenerale Ziethen 
und Seydlizp. Das Reiterstandbild Friedrichs des Großen wird 
gewöhnlich „der alte Friß“ genannt, so lebt sein Name im Munde 
des Volkes. Er erscheint hier, wie ihn alle Wekt kennt, mit Zopf, 
Dreistußer und Krücsto>. Ein merkwürdiges Aeußere zeichnete 
Friedrich den Großen aus, das man nicht vergessen kann, wenn man 
es einmal nach einer guten Abbildung gesehen hat. Dieser Mann 
mit dem dreie>kigen Hute, den breiten Rockschößen , dem spanischen 
Rohre läßt uns in seinem ausdru>svollen Gesicht mit den großen 
blauen Augen, deren Bli> fast niemand ertrug, ohne die seinigen 
niederzuschlagen, seine Heldenseele erkennen. Friedrich der Große 
gewann die Herzen aller derer, die er freundlich anblicte, im 
Zorne leuchteten seine Augen wie ein niederschmetternder Bliß. 
Er regierte von 1740--86. 
1. Die Jugendzeit Friedrichs des Großen. 
Friedrich der Große ist der Sohn des sparsamen, ordnungs- 
liebenden und thatfräftigen Königs Friedrich Wilhelms 1. In 
diesem Sinne sollte auch Friß erzogen werden. Der strenge Vater 
wollte seinen Sohn zu einem wahren Christen, zu einem tüchtigen 
Soldaten und zu einem sparsamen Wirt heranbilden. Friß liebte 
die Musik und die Dichtkunst. Es entstand daher zwischen Vater 
und Sohn eine große Mißstimmung, welche einen hohen Grad er- 
reichte, da der König die geistige Eigenart seines Sohnes verkannte.
	        
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