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II. Berlin IV. Denkmäler

Full text: Heimatkunde der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin / Thurn, Bernhard (Public Domain)

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für unser Vaterland. Friedrich I., Burggraf zu Nürnberg, ist der 
Begründer der Hohenzollerschen Herrschaft in der Mark Branden- 
burg. Er wurde im Jahre 1411 zunächst als Statthalter in die 
Mark gesendet und bekam die Mark Brandenburg vom Kaiser 
Sigis8mund, der zugleich Kurfürst von Brandenburg war, für geleistete 
Dienste geschenkt. Friedrich I. hatte eine hohe, ritterliche Gestalt; 
er war einer der schönsten Fürsten seiner Zeit. Gottesfurc<t, Demut 
und Achtung vor dem Gese waren seine fürstlichen Tugenden. 
Zur Zeit des Faustrechtes stellte er Ordnung und Sicherheit im 
Lande her. Die Raubritter zogen plündernd im Lande umher und 
versagten den Gehorsam. Sie nannten den Fürsten „Tand von 
Nürnberg“ und sprachen die verwegenen Worte: „Wenn es ein 
ganzes Jahr lang Burggrafen regnen sollte, so wollen wir sie doch 
in der Mark nicht aufkommen lassen.“ Friedrich aber war nicht 
der Mann, der mit sich scherzen ließ. Er verschaffte sich ein schweres 
Geschüß und ließ Steinkugeln dazu schlagen, rüstete sich mit den 
getreuen Städten und Rittern und sc<loß Bündnisse mit benachbarten 
Fürsten. Friedrich besiegte nun die Raubritter und zerstörte ihre 
Burgen. Die Quitzow's, Führer der Raubritter, hausten in den 
festen Schlössern Friesa& und Plauen. Sie überfielen wehrlose 
Leute, nahmen sie gefangen, führten sie in ihre Burgen und gaben 
sie nur gegen ein schweres Lösegeld wieder frei. Auch diese stolzen 
Ritter wurden gedemütigt. Dietrich entkam, fand aber später ein 
klägliches Ende; Hans wurde gefangen geseßt, nachher begnadigt. 
Durc< das Schwert oder durch Milde unterwarf Friedrich auch die 
übrigen Widerspenstigen und stellte im ganzen Lande die Ruhe und 
Sicherheit wieder her. 
Eine große Gefahr für die Mark brachte im Jahre 1432 
der Einfall der Hussiten. So nannten si< die „Anhänger des 
böhmischen Predigers Huß,“ der gegen den Papst in Rom aufgetreten, 
dafür aber mit Zustimmung des Kaiser8 Sigi8mund verbrannt 
worden war. Unter Procops des Großen Führung fielen sie in 
die Mark ein, brannten die Dörfer nieder und ermordeten die 
Einwohner. Sie gelangten bi82*vor Bernau, wo fich jedoch die 
brave Bürgerschaft ruhmvoll verteidigte. Da machte Markgraf Johann, 
der älteste Sohn des Kurfürsten, 'in der Schlacht bei Angermünde 
in Gemeinschaft mit dem Herzoal Kasimir von Stettin den Plün- 
derungen der Hussiten in der Mark vollend38 ein Ende. 
Brü 2. Da3 Reiterbild des großen Kurfürsten auf der Kurfürsten 
rücke. 
Friedrich Wilhelm nur der Große 
Kurfürst allzeit wird genannt, 
Weil er vor Gefahren schirmte 
Einst sein Brandenburger Land, 
Weili ex mit dem Zollerns<werte 
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