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II. Berlin I. Lage, Grenzen, Entstehung und Umgebungen

Full text: Heimatkunde der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin / Thurn, Bernhard (Public Domain)

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(Pavillon8) gepflegt. Bei stattgehabten körperlichen Verletzungen 
geschieht die Untersuchung des Kranken im Operation8-Hause. Der 
Raum „ZT auf welchen die einzelnen Gebäude stehen, ist von einer 
Mauer umgeben. Innerhalb dieses Raumes findet man wohlge- 
pflegte? Parkanlagen. In diesem Krankenhause finden Arme und 
Reiche Aufnahme und Heilung ihrer Krankheit. Füc die Ver- 
pflegung der Kranken wird auf däs beste gesorgt. Die geschicktesten 
Aerzte behandeln jeden Kranken mit Umsi<ht und Sorgfalt 
(Dr. Hahn; Dr. Fürbringer). Am Eingange steht das Verwaltungs- 
gebäude, an der gegenüberliegenden Seite das Oekonomiegebäude. 
In der Nähe des letzteren steht das „Victoria-Haus“. (Asyl 
für die frommen Schwestern.) 
Für die Kinder der im Centrum gelegenen Schulen bietet der 
Tiergarten einen geeigneten Aufenthalt zur Erholung und Erfrischung. 
Der Tiergarten breitet sih im Westen Berlins aus und 
füllt den Raum zwischen den Städten Berlin und Charlottenburg. 
Die Entfernung beträgt ungefähr 3000 Meter. Diese Parkanlage 
nimmt mit ihren Sehenswürdigkeiten unter der öffentlichen Anlagen 
der deutschen Reichshauptstadt unstreitig den ersten Rang ein. 
Der Tiergarten wird von der nac< Charlottenburg führenden 
Chaussee durchschnitten. (Mittelpunkt der „große Stern“.) In 
südwestlicher Richtung gelangen wir vom „großen Stern“ aus nach 
dem durch seinen Reichtum von Tieren aller Art beliebten „Zoologischen 
Garten“. 
In früherer Zeit war der Tiergarten ein prächtiger Wald. 
Im Anfange des sechzehnten Jahrhunderts dehnte er sich bis zu 
dem Plaße, auf welchem gegenwärtig die Ruhmeshallc steht 
und bis zum Dönhoffsplaße aus. Unter dem Kurfürsten Joachim Il., 
einem Freunde der Jagd, wurde er mit Wild bejegt und eingehegt. 
Friedrich der Große, dessen Geschma>ksrichtung sich dem Kunstsinne 
züwendete, verwandelte ihn in einen Lustgarten für die Berliner 
Bevölkerung und ließ Straßen und Fußwege anlegen. Dieser 
Fürst legte den großen Stern an und das Halbrund an den Zelten. Sein 
jehiges Aussehen verdankt der Tiergarten der Fürsorge des Garten- 
direktors Lenne. Die schönsten Promenaden finden wir am Gold- 
fischteich, an der Luisen= und Rousseauinsel und am „Neuen See“. 
Die herrlichste Zierde des Tiergartens sind indessen die in demselben 
errichteten Denkmäler. 
Die weithin leuchtende Siegessäule findet bei der Behandlung 
der Denkmäler Berlins eingehende Beachtung. 
Von dem Brandenburger Thor aus führt - ein gepflasterter 
Weg nach dem auf der Luisen-Jnsel errichteten Marmordenkmal 
der Königin Luise. Das Denkmal ist von der Stadt Berlin er- 
richtet und vom Bildhauer Erdmann Enke in musterhafter
	        
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