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I. Die Mark Brandenburg X. Die wichtigsten Bodenerhebungen mit ihren Mineralien und Produkten

Full text: Heimatkunde der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin / Thurn, Bernhard (Public Domain)

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Die bedeutendsten Waldungen finden wir in der Neumark 
zwischen den. Städten Küstrin, Soldin, Lands8berg a. W. und 
Friedeberg. Dort finden wir zwischen schönen. Kiefernwäldern 
große, grasSreiche Erlenbrüche von bedeutender Ausdehnung. Das 
Waldkonzert der Vögel ist dort im Frühling und im Sommer 
wunderbar sc<ön. Weil in jenen Gegenden kein Wassermangel ist, 
so sind alle Arten der Singvögel reichlich vertreten. 
Von Köpeni> aus begleiten zur Linken die kölnische, zur 
Rechten die Wuhlheide die Ufer der Spree. Diese Forsten werden 
ebenfalls von Berlinern besucht. Die Stationen Sadowa und 
und Johannisthal sind bequem mit der Bahn zu erreichen. Eben- 
falls ist eine Fahrt mit dem Dampfer nach den an den Ufern der 
Spree gelegenen Vergnügungsorten zu empfehlen. Die Schönheit 
des Spreewaldes haben wir bereits besprochen. Die Viehzucht 
gedeiht in der Mark vortrefflich. Namentlich giebt es - schönes 
Rindvieh in den Bruchgegenden. Schafzucht und Bienenzucht sind 
nicht unbedeutend; auch wird in manchen Gegenden der Seiden- 
bau betrieben. Die Fischerei wird überall mit Erfolg betrieben 
und liefert viele Arten der Süßwasserfische, ferner Moränen im 
Soldiner See und Forellen in der Plane. 
In der Mark finden wir in verschiedenen Gegenden wichtige 
Mineralien: Kalk bei Rüdersdorf, Gips bei Sperenberg, Braun- 
kohlen bei Rauen und an anderen „Orten, Torf an sehr vielen 
Stellen, besonders im Rhinluche (Linum), im Warthe- und Neße- 
bruche. Guten Töpferthon haben die Kreise Lebus, Angermünde 
und Sorau; auc< der Kreis Ost-Havelland bei dem Dorfe Velten. 
Vorzügliche Ziegelerde ist nicht selten, namentlich an der Havel 
(von Werder bis Rathenow) giebt es viele Ziegeleien. Raseneisen- 
stein wird in den östlichen Gegenden gefunden (3. B. Pleiske-Hammer, 
Kreis Krossen) , Alaunerz bei Gleißen, Kreis Ost-Sternberg. hart 
an der Grenze von Posen. 
Die Rüdersdorfer Kalkberge. 
Der Bergbau bei Rüdersdorf wird in folgender Weise be- 
trieben. Man unterscheidet einen Hochbau und einen Tiefbau. 
Das Kalksteinlager hat eine Mächtigkeit von 80 m und liefert seit 
Jahrhunderten brauchbares Baumaterial. Die im Hochbau ge- 
wonnenen Kalksteine werden in Spree= und Elbkähne verladen und 
weiter befördert. Ein Kanal führt durch einen Tunnel bis an die 
Wände des Bruches. Dieser Kanal steht mit dem Kalk-See in 
Verbindung. Die Wolter3dorfer Schleuse verbindet den Kalk-See 
mit dem Flaken-See. Auf diese Weise wird die Verbindung mit 
der Spree hergestellt. Der Tunnel mußte angelegt werden, weil
	        
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