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II. Wohnung und Beköstigung

Full text: Straube's illustrierter Führer durch Berlin, Potsdam und Umgebung / Straube, Julius (Public Domain)

Unter den Linden: Sing-Akademie, Neue Wache, Universität. 63 
Im Hintergrunde am Festungsgraben befindet sich die 
Sing-Akademie G 6), 1825—27 erbaut. Diese ist das einzige aus- 
schliesslich zu Konzert-Zwecken bestimmte Gebäude Berlins, 
da die meisten grösseren Konzert-Lokale zugleich als Fest- 
räume für Bälle, Banketts u. s. w. benutzt werden. — Der 
Hauptsaal ist 26,5 m lang, 183,25 m breit und fasst mit dem 
Vorsaal, der nur durch einige Säulen abgegrenzt ist, etwa 
1200 Personen. — Die vorzügliche Akustik ist berühmt. 
Die Neue Wache (G 6), zwischen der Universität und dem 
Zeughause, wurde 1818 von Schinkel erbaut. Sie bildet ein 
Viereck, welches einen kleinen Hof umschliesst. Vorn sind 
6 dorische Säulen, hinter welchen 4 Säulen und 2 Pilaster 
stehen. Hinter diesen ist eine dritte Reihe von Pilastern, 
welche die Thüren und die Fenster bildet. Die ganze 
Decke des Peristyls ist aus Stein zusammengesetzt ohne 
Anwendung von Balken. Die Idee eines römischen Castrums 
war beim Bau zu Grunde gelegt. Das Gebäude ist im 
Ziegelrohbau aufgeführt; sämtliche Eckpfeiler jedoch, sowie 
die ganze Vorderfassade mit der doppelten dorischen Säulen- 
stellung sind von Sandstein. 
Das Giebelrelief mit seinen Gruppen: Streit und Flucht, 
Sieg und Wehklage, ist gleichfalls von hoher Schönheit. 
Vor der Neuen Wache wurden die in Marmor aus- 
geführten Standbilder Bülow’s und. Scharnhorst’s 1822 auf- 
gestellt. — 
Die Königliche Friedrich-Wilhelms-Universität (G 6), ehemals 
Palast des Prinzen Heinrich von Preussen, Bruder Friedrichs 
des Grossen, wurde von Bou- 
mann (Vater) 1754—1764 teils 
in antikem, teils in romani- 
schem Stil erbaut. Das Ge- 
bäude ist eins der grössten 
Berlins und misst in derHaupt- 
front 150,5 m bei einer Höhe a 
von ©3 m. .— Das hierin be- 
findliche Anatomische-, sowie das Christliche Museum ist 
nur mit hesonderer Erlaubnis des Direktors zu besichtigen. 
Vor dem Gebäude seit 
1898 die Standbilder Wt/- 
"elm von Humboldt von 
Otto, Alexander von 
Humbolc* von Reinh. Be- 
gas,-beide sitzend darge- 
I stellt, in Marmor. aumo
	        
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