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II. Wohnung und Beköstigung

Full text: Straube's illustrierter Führer durch Berlin, Potsdam und Umgebung / Straube, Julius (Public Domain)

Rathaus, 57 
1563; Erbbegräbnis des Goldschmieds Männlich von Schlüter (1701). 
Im Innern der Kirche sind ausserdem die Grabdenkmäler des Freiherrn 
von Pufendorf (Historiograph des Gr. Kurfürsten (+ 1690) des Kanzlers 
Distelmeyer und des Kurfürstl. Amtskammerrats Straube (+ 1593) 
nebst ihren Familien, sowie des Joh. Porst (Gesangbuch), — An der 
Aussenmauer sind u. A. die Grabsteine von Schade, Spener, Spalding. 
Ner Fpandauerstrasse, woselbst Nr. 49 die Berliner 
Elektr7zitätswerke sich befinden, folgend, erreichen wir das 
Berliner Rathaus (H 6). Dasselbe ist nach dem Entwurfe Waese- 
manns in oberitalienischem Rohbau mit reicher Anwendung 
von Granit, Terrakotta und Sandstein ausgeführt. Es bildet 
ein nach allen Seiten 
freistehendes Viereck 
von 99,2 m Länge, 
27 m Höhe und 87,9 m 
Breite. Die inneren 
Säulen sind teils von 
Gusseisen, teils von 
Granit, die Pracht- 
treppe von ge- 
schliffenem Granit. 
Die‘ Säulen‘. und 
Pfeiler in den Hallen Mn 
und Prachträumen sind von: Sandstein, mit Succolustro 
überzogen. Ueber der Hauptfront erhebt sich ein 94,16 m 
hoher Thurm, dessen Fundament aus mächtigen Sand- 
steinquadern besteht. Von demselben geniesst man die 
beste Aussicht über Berlin. Seine Besteigung ist im 
Sommer täglich von 11—4 Uhr (Eingang vom Haupt- 
portal in der Königstrasse) gestattet. Eintritt 50 Pfg.. — 
Die Uhr ist die einzige erleuchtete Thurmuhr Berlins. 
Ihre Zifferblätter haben einen Durchmesser von 4,75 m. 
Die Balkonbrüstungen sind mit Reliefs von Calandrelli, 
Schweinitz u. A. geschmückt; in den Nischen des Haupt- 
portals sind die Eronze-Statuen Kurfürst Friedrich’s 7. von 
Encke, Kazser Wılhelm’s 7. von Keil aufgestellt. Die Ge- 
samtbaukosten betrugen einschl. Baustelle 10 Millionen M. 
— Besonders sehenswert sind die 8 Rathaussäle, von denen 
sich der Festsaal mit Marmorstandbildern, der Stadt- 
verordneten-Saal und der Magistrats-Saal mit den grossen 
Bildern der preussischen Regenten vorzugsweise auszeichnen. 
Besichtigung täglich unentgeltlich von 10—83 Uhr, ausser 
Donnerstag und Freitag. 
Längs der Front an der Königstrasse erstreckt sich der Ratskeller. 
Derselbe ist als besondere Sehenswürdigkeit zu verzeichnen und wird die 
darin befindliche Gastwirtschaft von Fremden und Einheimischen stark 
besucht. Er ist in drei Abteilungen geteilt, für Wein, echtes u. hiesiges Bier. 
Die Eingänge hierzu sind in der Spandauer- und in der Jüdenstrasse.
	        
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