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Dritter Abschnitt. Der Krieg gegen Dänemark 1864

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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zurück und pflanzte nach sechs Minuten ihre schwarz-weiße Sturmfahne — das 
Zeichen des Sieges — auf Schanze J auf. 
Die ihr als Reserve zugetheilte 5. Kompagnie Elisabeth verlor beim 
Vorstürmen einige Verwundete durch Kartätsch- und Infanteriefeuer. Hauptmann 
v. Hahnke führte seine 5. Kompagnie an der bereits genommenen Schanze J 
vorbei gegen die nach dem Strande zu führende Vertheidigungslinie. Hier nahm 
die Kompagnie im Nahkampf mit der dänischen Besatzung zwei Espignolen,*) so— 
genannte Amüsetten, und hatte dabei zwei Verwundungen. Hauptmann v. Hahnke 
sammelte hier seine beim Vorgehen über die Hindernisse etwas auseinandergekommenen 
Leute und führte dieselben über die Verbindungsgräben am Strande hinweg etwa 
500 mm gegen die zweite Linie der Dänen vor, als er Befehl erhielt, zur Besatzung 
von Schanze J unter Befehl des Hauptmanns v. Stülpnagel vom 4. Garde—⸗— 
Regiment zu Fuß zu treten. Wenn auch der Feind keinen Versuch zur Wieder— 
gewinnung der Schanze machte, so erschien doch das gefürchtete dänische Panzerschiff 
„Rolf Krake“ xx) und warf einige Bomben in die Schanze, ohne aber Schaden 
anzurichten. Das Feuer der Schanze aus dänischen Geschützen und die Wirkung 
unserer schweren gezogenen Geschütze zwangen das Panzerschiff bald zum Rückzug. 
pr. Lt. Fri 
Pion. Vats Ner ge Pr. Lt. Fritze, 
5. 
¶ Garde⸗Regts. z.5 3. F Hptm. V. Wolfradt, 
4. 
¶ Garde⸗Regts. J Hptm. V. Stülpnagel, 
5. 
3. Garde⸗Regts. z. F. Hptm. D. Petery, 
1. 
Reserve-Kompagnien: 3.Garde Regts. .F Hptm. v. Seegenberg, 
5. 
36. Gr Regis KöElifabeth' Hptm. v. Hahnke, 
Festungs-Art. Abtheil. von der Art. Brig. Nr. 7, Sek. Lt. Schmölder. 
*) Eine aus acht Flintenläufen zusammengestellte Waffe, die mittelst Zündschnur zur 
Entladung gebracht wurde und geringen Werth hatte, 
*x) Der „Rolf Krake“, ein Panzer-Kuppelschiff, war im Herbst 1863 von England nach 
Kopenhagen überführt und erst am 7. Februar 1864 zum Auslaufen fertig gemacht worden. 
Es spielte während der Belagerung eine große Rolle, erschien oft unvermuthet im Wenningbund, 
beschoß von der Flanke her die Belagerungsanlagen und verursachte häufig erhebliche Verluste. 
Unsere Leute kannten ihn genau und nannten ihn „Rolf Racker“. Am 18. April erschien 
er etwa um 101/2 Uhr früh im Wenningbund, als der Besitz der zweiten Linie der Be— 
festigungen für uns bereits gesichert war, und beschoß die Schanzen J bis VI. Er wurde sofort 
aus den gezogenen 12- und 24Pfdern der Gammelmark-Batterien und den Batterien 28 und 31 
derart unter Feuer genommen, daß er bedeutende Beschädigungen erlitt und den dritten Theil 
seiner Besatzung verlor. Außerdem gerieth er mit der Schraube in die für ihn im Wenning-— 
bund ausgespannten Netze, so daß er nur mit Mühe freikam und nach einer Stunde ziemlich 
erfolglosen Feuerns wieder abdampfte. Am 29. Juni 1864 beim Uebergang nach Alsen ver— 
agte der „Rolf Krake“ vollständig, da er es versäumte, rücksichtslos in die übersetzenden preußischen 
Staffeln hineinzufahren, und später vor dem überlegenen Feuer der preußischen Strand-Batterien 
bald das Weite suchen mußte.
	        
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