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Siebenter Abschnitt. Friedenszeit von 1871 bis 1896

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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Ein weiterer Schritt zur Erhöhung der Vertheidigungskraft der Infanterie 
war die Verdoppelung der den Kompagnien zugewiesenen Spaten auf 
100 Stück. 
Vor dem Frühjahrsexerziren rückte das Füsilier-Bataillon“*) des Regi— 
ments am 1. Mai 1879 in seinen nunmehrigen Standort Spandau ein. Die 
berittenen Offiziere der Grenadier-Bataillone empfingen die Füsiliere bei Paulstern, 
und ein Liebesmahl beschloß die Vereinigung des Regiments in Spandau. Das 
Füsilier-Bataillon wurde in den Kasernen 1, 4 und 8 und das J. Bataillon in der 
neuerbauten Schülerbergkaserne untergebracht. 
Die Herbstübungen führten das Regiment in die Gegend von Strauß— 
berg — Müncheberg. 
Den Tag der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares feierte das Regiment durch 
einen Gottesdienst und festliche Veranstaltungen. 
Am 2. Juni 1880 folgte ein weiteres frohes Ereigniß durch Verlobung 
Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen mit der Prinzessin 
Auguste Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg; 
die Hochzeit folgte am 27. Februar 1881. 
Am 6. Mai 1880 wurde ein neues Millitärgesetz veröffentlicht. Die 
bedeutenden Mehrforderungen begründete die Regierung damit, daß ein Zukunfts— 
krieg nach zwei Fronten zu führen sei, — die erste öffentliche Bestätigung, daß die 
Beziehungen zu Rußland erkaltet waren. 
Das Gesetz brachte die bedeutende Verstärkung des Heeres um 34 Infanterie— 
Bataillone, 40 Feld-Batterien, 2 Fußartillerie-Bataillone und 1 Ppionier-Bataillon. 
Bei der Infanterie wurden die Regimenter 97 bis 99 und 128 bis 132 neu 
gebildet. Das Gesetz trat am 1. April 1881 in Kraft. 
Die Ersatzreserve 1. Klasse**) sollte fortan zu einer zehnwöchentlichen, 
einer vierwöchentlichen und zwei zweiwöchentlichen Uebungen eingezogen werden, um 
bei einer Mobilmachung zunächst in die Ersatz-Bataillone eingestellt zu werden und 
demnächst zum Feldheere nachzugehen. 
Beim Regiment fanden im Mai 1880 Landwehrübungen statt, und im 
Juli folgte das Prüfungsschießen, bei dem drei Züge und eine Kompaqnie eines 
jeden Bataillons schossen. 
Die Manöver wurden bei Luckenwalde abgehalten, Kaisermanöver bei Teltow. 
Schon am 18. August 1880 hatte Seine Majestät der Kaiser anläßlich 
des zehnjährigen Erinnerungstages an die Schlacht von St. Privat, in der auch 
das Regiment bei Amanvillers erfolgreich kämpfte, einen Erlaß an den komman— 
direnden General des Gardekorps gerichtet: 
880. 
Zufolge A. K. O. vom 3. Dezember 1878. 
*x) Die Eintheilung der Ersatzreserve in 1. und 2. Klasse ist durch das Gesetz yvom 
8. Februar 1888 fortgefallen. Dieses Gesetz brachte auch eine Aenderung der uebungspflicht 
dahingehend, daß die Ersatzreservisten zu drei Uebungen von zehn-, sechs— und vierwöchentlicher 
Dauer verpflichtet ind — Neuerdinas werden auch Ersatzreservisten zu Uebunaen als Kranken⸗ 
wärter eingezogen.
	        
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