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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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So kam es zum Schluß in Lagny und Umgegend wiederholt zu Reibereien, wie 
sie in den früheren Quartieren unbekannt gewesen waren.*) 
Am nächsten Tage, dem 2. Juni, erfolgte von Lagny aus die Abfahrt nach 
Deutschland. Hiermit ging der Aufenthalt des Gardekorps — welches auf Aller— 
höchste Anordnung an dem gedachten Tage aus dem Verbande der Dritten Armee 
ausschied — und damit der des Regiments in Frankreich zu Ende. Derselbe hatte 
vom 8. August 1870, dem Tage der Grenzüberschreitung, bis zum 3. Juni 1871, 
dem Tag, an dem auf der Rückfahrt die neue deutsche Grenze überschritten wurde, 
10 Monate weniger 3 Tage oder genau 300 Tage gedauert. 
Den Gefühlen, welche beim Scheiden aus Frankreich jeden Einzelnen bewegten, 
Jab folgender Armeebefehl Ausdruck: 
„Soldaten des Gardekorps! 
Seine Majestät der Kaiser und König ruft Euch nach vollbrachter 
Arbeit in die Heimath zurück! 
Mit stolzer Befriedigung könnt Ihr auf Eueren Antheil an dem glücklich 
beendeten Werke zurückblicken. Ihr hadt den alten wohlbegründeten Ruhm des 
Gardekorps vermehrt, seiner denkwürdigen Geschichte glänzende Blätter hinzu— 
gefügt und Euch unter allen Verhältnissen, Euern ehrwürdigen Traditionen ent— 
sprechend, als Muster aller militärischen Tugenden bewährt. Die fröbhliche 
Heimkehr zu den Eurigen ist Euer wohlverdienter Lohn. 
Indem Ich Euch mit Betrübniß von Mir scheiden sehe, drängt es Mich, 
Seiner Königlichen Hoheit, dem kommandirenden Herrn General, den Herren 
Generalen und Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten des Korps Meinen 
tiefgefühlten kameradschaftlichen Dank auszusprechen. 
Lebt wohl, Kameraden! Meine aufrichtigsten Segenswünsche begleiten 
Euch in die Heimath. Die gemeinsam durchlebten großen Ereignisse vereinigen 
uns für alle Zeiten. 
Hauptquartier Margency, den 31. Mai 1871. 
Albert, 
Kronprinz von Sachsen.“ 
int Der kommandirende General, Prinz August von Württemberg, fügte 
erm 1. Juni folgenden Korpsbefehl hinzu: I 
si „Es erfüllt mich mit hoher Genugthuung, den Tagesbefehl Seiner König— 
ichen Hoheit des Kronprinzen von Sachsen vom 31. Mai 1871 aur Kenntniß 
des Korps bringen zu dürfen. 
* Ich habe unserm bisherigen Oberbefehlshaber für die darin mit so 
xmen Worten gezollte Anerkennung unserer Leistungen in unserer Aller Namen 
meinen herzlichen Dank bereits ausgesprochen. 
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auf d *) Noch während der Einschiffung des J. Bataillons erschien q dran V 
un Vahnhof, welche behauptete, ein Grenadier habe ihr ein Paar Ian w — * 
liche acuns des Tornisters führte zwar nicht zur Auffindung der Tauben. dag 
r Abfertigung der Klagccin
	        
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