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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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J. Bataillon: Stab, 1.4. und ein Theil der 2. Kompagnie: Mitry. 
Rest der 2. Kompagnie: Mory. 
3. Kompagnie: Compans. 
Füsilier-Bataillon: Stab, 11. 12. Kompagnie: Le Mesnil Amelot. 
9. 10. Kompagnie: Roissy.*) 
Die aufgeführten Quartiere, die dem Regiment aus der Zeit des ersten 
Anmarsches zur Eiuschliehung — 19. und 20. September 1870 zum Theil 
bekannt waren, lagen von Paris im Durchschnitt 22 Km, von den zu räumenden 
Standquartieren in der Luftlinie 33 Km entfernt. Das Regimentstagebuch schreibt 
über den 23. März: 
„Anstrengender Marsch nach den neuen Kantonnements von theilweise über 
10 kxm. welcher ohne irgend nennenswerthe Zahl von Maroden zurückgelegt wird.“ 
Es ist hier zu bemerken, daß das Wetter nach kurzem Umschlag (am 16. März 
war des Nachts Schnee gefallen) wieder seinen sommerlichen Charakter angenommen 
hatte; besonders am 23. war es heiß. Oberst v. Sommerfeld trug dieserhalb 
Sorge, daß unterwegs ein drei⸗ bis vierstündiger Halt gemacht und abgekocht wurde. 
Es erwies sich dies um so nützlicher, als die neuen Quartiere, je näher an Paris, 
desto mangelhafter waren. (Die bezügliche Meldung des Regiments besagt: „Die 
Zuartiere in Mitry, Mory und Billepinte sind schlecht. Lagerstroh ist zum 
Theil gar nicht vorhanden.“)**) 
Der Aufenthalt in den neuen Unterkunftsorten war wider Erwarten ein 
lurzer. Während die Führer der Kommune die Volksmassen in Paris zum Kampf 
gegen die bestehende Regierung ordneten und am 2. April den Bürgerkrieg durch 
eine Angriffsbewegung gegen Versailles eröffneten, zeigten sich beide Parteien in 
gleichem Maße bemüht, die guten Beziehungen zu den deutschen Truppen nicht zu 
stören. Daher konnte schon unter dem 30. März vom Oberkommando befohlen 
werden: „Da ein rascher Uebergang zu Feindseligkeiten von Seiten der augenblick— 
lichen Machthaber nicht zu erwarten fteht, kann seitens des Gardekorps die Zusammen⸗ 
ziehung der Truppen gegen Paris aufgehoben werden.“ J 
* Demgemäß wuͤrde die Rückkehr der 2. Garde-Infanterie-Division in die 
esseren Standquartiere des Departements Oise befohlen. 
Im Monat März waren folgende Personalveränderungen eingetreten: 
Durch A. K. O. vom 5. März wurde Unteroffizier v. Uechtritz zum 
behielt 7 NRegiment Alexander kam nach Thieux, Dammartin und Umgegend (ein Bauiuen 
das 8 die bisherigen Standquartiere besetzt), Garde-Schützen blieben in Comvibane. wo 
auptquartier des Kronprinzen von Sachsen verblieb. rehterm 
auch hi Bo die Wirthe bereits zurückgekehrt waren, gestalteten sich die ee eene 
—2 günstig, mitunter freundschaftlich. In Mitry z. B. fand der Stab a de 33 
ns n einer Zuckerfabrik — einem alten Ehepaar — zuvorkommende Aufna hme. ——— 
—* ir Annahme einer Geldentschädigung für die Verpflegung — die, ni ind ewn 
ie eren in Frankreich, gut war — nicht zu bewegen, obgleich die deuts ner 
** erwähnt, zur Zahlung verpflichtet waren. Die Einquartierung weranta 7 
e per der Wirthin ein großes Frühstück, zu dem Oberst v. Im — 
ue Auch anderweitig, in Tremblay, Compans u. s. w. ließen die, Bez 
iergebern nichts zu wünschen übrig. 
p. Altrog. Geschichte des Könidin Elisabeth Garde⸗Gren. Reats. Nr. 4.
	        
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