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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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Dritter Cheil. 
Waffenstillstand. Friede. Heimkehr. 
J. Waffeuruhe. Unterkunft im Fort d'Aubervilliers und in Bouraet. 
Parade auf dem Longchamps. 
Allgemeine 
Waffenstillstands⸗ 
bedinqungen. 
Am 30. Januar ging sämmtlichen Einschließungstruppen Abschrift des am 
28. Januar 1871 zwischen Graf Bismarck und Jules Favre abgeschlossenen 
Waffenstillstands- und Kapitulationsvertrages zu, der in 15 Artikeln hauptsächlich 
Folgendes festsetzte: J 
„Waffenruhe dauert 21 Tage, d. h. für Paris vom 28. Januar bis 
19. Februar mittags. Zweck: Berufung einer französischen Nationalversammlung 
zur Feststellung des Friedens nach Bordeaux. 
Bedingungen: Uebergabe der Forts, des Kriegsmaterials. — Tracirung einer 
Demarkationslinie (französischerseits längs der Hauptenceinte von Paris, deutscher⸗ 
seits gegenüber und parallel nach besonderer Vereinbarung, dazwischen neutrales 
Terrain). — Besatzung der Forts und Besatzung von Paris wird kriegsgefangen, 
entwaffnet, vorläufig in Paris konsignirt. — Auslieferung aller Waffen, mit Aus— 
nahme derer der Nationalgarden, in die Forts. 
Verpflegung von Paris wird freigegeben, Verkehr von und nach der Stadt 
dagegen nur auf Grund von Scheinen der französischen Militärbehörden, die von 
den deutschen Vorposten zu visiren sind (Artikel 109 und nur auf vier Straßen 
erlaubt. — Zahlung von 200 000 000 Francs seitens der Stadt Paris. — Aus⸗ 
lieferung der Kriegsgefangenen, Kopf für Kopf, Charge für Charge.“ 
Vom Generalkommando des Gardekorps wurde in den Ausführungsbestim— 
mungen zu vorstehendem Vertrage befohlen: 
„Es sind längs der Demarkationslinie des Korps Vorposten auszusetzen, die 
den Zweck haben, eine rückwärts derselben einzurichtende Hauptcernirungslinie 5 
von der Stadt St. Denis über die Forts de l'Est und d'Aubervilliers nach 
dem Ourcq-Kanal — zu sichern, ferner jeden Verkehr von und nach Paris auf die 
Route de Lille zu beschränken, und die Passage auch hier nur solchen Personen zu 
gestatten, die Erlaubnißscheine der Behörden haben. Zur Kontrole dieser Passir⸗ 
scheine ist an der Route de Lille ein befonderer, der französischen Sprache mächtigen 
Offizier zu etabliren. Sämmtliche Straßen nach Paris sind da, wo sie die 
Demarkationslinie schneiden, zu verbarrikadiren, die Barrikaden von den Vorposten 
zu bewachen. Der Verkehr in den Orten rückwärts der Demarkationslinie (ein— 
schließlich St. Denis) ist den Franzosen — auch uniformirten, wenn unbewaffnet — 
pollftändig freizugeben. Verkehr unserer Vorposten u den nhhese inwohnern is 
verboten. Verletzungen der Demarkationslinie eventuell durch die Schußwaffe zu 
hindern.“*) 
ns 
*) Laut Meldung vom 5. Februar wurde ein Franzose, der trotz wiederholten Anrufe 
das neutrale Gebiet zu überschreiten suchte, von einem Grenzposten erschossen.
	        
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