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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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mando im Dorf — eintrafen, wurde jene an die Dugny-Barrikade vorgezogen, da 
die feindlichen Kolonnen südlich des Moleret-Baches nunmehr gegen den Westrand 
vorgingen. Der Angriff kam aber, gegenüber dem Feuer der diesseitigen und der 
Kompagnien des Regiments Franz, die inzwischen an der Wiedereroberung des 
Westparks arbeiteten, bald zum Stehen. Eine kleine französische Abtheilung von 
etwa 80 Mann hielt sich noch hinter der Mauer des sogenannten Dugny-Gartens 
(alter Kirchhof außerhalb des Dorfes, nördlich des Weges nach Dugny). Gegen 
diese trat die 6. Kompagnie, über den Westrand hinaus vordringend, in den Kampf 
und nöthigte dieselben, die Gewehre zu strecken. Die betreffende Mauer wurde 
dann von der 7. Kompagnie besetzt, die so von hier aus den Westrand von Bourget 
lankiren und den noch nicht wiedereroberten neuen Kirchhof unter Feuer nehmen 
konnte. Auch die 8. Kompagnie wurde über die Barrikade hinaus auf den Weg 
nach Dugny soweit vorgeführt, daß sie an letzterem entlang ausschwärmen, also 
gleichfalls flankirend wirken konnte, da der Feind wiederum Miene machte, vom 
Moleret⸗Bache aus vorzudringen. 
Doch auch dieser Angriff wurde nicht durchgeführt. Die Willenskraft der 
feindlichen Infanterie war so vollständig erloschen, daß sie die Kameraden, die sie 
innerhalb des Dorfes im Kampf wußte, ihrem Schicksal preisgab. Nicht minder 
überschütteten die Forts Freund und Feind in gleichem Maße mit Geschossen.*) 
Hierbei wurde Hauptmann v. Jena durch einen Granatsplitter verletzt, Haupt⸗ 
wann Frhr. v. Plotho am linken Fuß verwundet. Beide Chefs blieben bei ihren 
Kompaqnien. 
Dieses feindliche Artilleriefeuer hinderte die diesseitigen Verstärkungen nicht, 
in stetem Vordringen zu bleiben. Auf der Ostseite gingen die 9. Kompagnie 
Alexander und Theile des J. Bataillons Franz bis an die Glasfabrik, in der Mitte 
auf der großen Straße weitere Theile des Bataillons Franz und Garde-—Schützen 
egen Kirche und Park, in der Westhälfte endlich Grenadiere Franz, Garde— 
Schützen und die drei Kompagnien II. Bataillons Elisabeth an die Dugny-Straße 
und gegen den Kirchhof vor. „In langem blutigen Ringen, Mann gegen Mann, 
wurde so der Ort vom Feinde gesäubert“, bemerkt das Generalstabswerk. Gegen 
T Uhr waren die letzten französischen Abtheilungen aus dem Westpark und den 
angrenzenden Baulichkeiten vertrieben. Schon vorher hatte die diesseitige 7. Kom— 
pagnie den Kirchhof zurückerobert, — derselbe wurde von dieser und einem Zuge 
der 2. Kompagnie (Lieutenant v. Rohrscheidt) besetzt. Der Feind war theils 
desaugen genommen und hierbei diesseitige Gefangene befreit, theils gezwungen 
orden, seine Rettung in schnellem Rückzuge zu den außerhalb stehenden französischen 
Kolonnen zu suchen.*X) 
mit den x Außer den massenhaft einschlagenden „Zuckerhüten“ wurde Bourget am 21. Dezember 
die a derschiedenartigsten Geschossen bedacht. So wurden später große runde Bomben gefunden, 
Straße atenn glatten Mörsern geworfen zu sein schienen. In einem Hause in der großen 
Samnnn en, wie schon früher erwähnt, Mannschaften der Vorposten-Bataillone eine vollständige 
s verschiedener Hohlgeschofse an. 
heit, si Diese Veränderung der Lage gab auch manchen unserer gefangenen Leute Gelegen- 
sich selbst zu befreien und mit ihren Wachtern die Rollen zu tauschen. So waren vier 
v. Altrock, Geschichte des Königin Elisabelb Garde-Gren. Reqgts. Nr. 3. 
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