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Erster Abschnitt III. Das 3. Garde-Grenadier-Regiment und das 3. Garde-Grenadier-Regiment Königin Elisabeth bis Ende 1862

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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Fahnen⸗ 
oerleihung. 
kinweihung der 
fjahnen am 17., 
18. Jan. 1861. 
Am 2. Januar 1861 starb Seine Majestät König Friedrich 
Wilhelm IV. 
Ein bedeutungsvoller Gnadenbeweis des Allerhöchsten Kriegsherrn sollte dem 
Regiment bald durch die Verleihung von Fahnen zu Theil werden. In den 
A. K. O. vom 15. Oktober und 27. November 1860 war die diesbezügliche Aller— 
höchste Absicht kund gethan worden. Zufolge der A. K. O. vom 29. November 1860 
sollte die Nagelung dieser Fahnen am 17. Januar 1861 im Königlichen Schlosse, 
die Einweihung derselben aber am 18. Januar vor dem Denkmal Friedrichs 
des Großen in Berlin stattfinden. 
Zu der Feier in Berlin waren vom Regiment der Regimentskommandeur, 
die Aeltesten der Chargen und eine Abordnung*) zugegen. Die Theilnehmer 
durften am 17. Januar im Königlichen Schloß die Nägel in die Fahnen einschlagen 
mit demselben Hammer, den der Allerhöchste Kriegsherr geführt hatte. 
Die Einweihung der Fahnen am 18. Januar 1861 gestaltete sich zu einem 
Schauspiel von überwältigender Wirkung. 142 Fahnen und Standarten sollten 
geweiht und ihren Truppentheilen übergeben werden! Diese Feier fand statt vor 
dem Standbild Friedrichs II. jenes großen Preußenkönigs, der als erster Kriegs— 
held seiner Zeit Preußens Großmachtstellung begründete. Der Raum zwischen der 
Friedrichstraße und dem Dom war eingenommen von Truppen und Abordnungen 
der militärischen Institute. Vor dem Denkmal Friedrichs des Großen stand 
ein Altar. Zu beiden Seiten und hinter demselben hielten die Abordnungen der⸗ 
jenigen Truppen, die ihre Fahnen empfangen sollten. Die Mitte der Straße 
„Unter den Linden“ war freigelassen, ihre beiden Seiten aber von Truppen und Zu— 
schauern besetzt. Um 12 Uhr mittags trat Seine Majestät der König, ge— 
folgt von den Prinzen des Königlichen Hauses, den fremden Fürstlichkeiten und der 
gesammten Generalität aus dem Palais und empfing den Frontrapport Seiner 
Königlichen Hoheit des Kronprinzen, Höchstwelcher die ganze Aufstellung kom— 
mandirte. Von brausendem Hurrah begleitet, schritt der Allerhöchste Kriegsherr die 
Front der Truppen ab und begab sich zurück zum Altar. Gegenüber am alten Königs— 
schloß standen die neuen Fahnen und Standarten und zwar: im ersten Gliede 46 Fahnen, 
davon 14 Gardefahnen, 10 Standarten, 8 Fahnen der Füßsilier-Regimenter, 
6 Fahnen der Jäger- und 8 Fahnen der Pionier Bataillone; im zweiten Gliede: 
48 Fahnen für die Infanterie-Regimenter Nr. 41 bis 56; im dritten Gliede: 
18 Fahnen für die Infanterie-Regimenter Nr. 57 bis 72. 
Nun folgte der Vormarsch dieser 142 Fahnen, begleitet von der Leib-Kompagnie 
des 1. Garde-Regiments z. F., „unter rauschender Musik — es war der NYorcksche 
Marsch, der so oft zum Siege geführt hatte — über die ganze Ausdehnung des Platzes: 
ein Schauspiel, das sich in seiner Ungewöhnlichkeit und Großartigkeit nur schwer 
beschreiben läßt. Es war ein Wogen und Wehen der Fahnen, ein so bewußter, 
kerniger Schritt der Fahnenträger und Grenadiere, eine so berauschende Musik, ein 
*) Oberstlt. v. Winterfeld, Hptm. v. Schildt, Pr. Lt. v. Knobelsdorff, Sek. Lt. v. Hacke⸗ 
witz, Feldw. Müller 1. Komp., Serg. Putz vom Füs. Bat., Unteroff. Groll vom II. Bat, die 
Gefr. Winter, Riemer, Leetz vom J., II. und Fus. Bat. Außerdem nahmen Theil die nach 
Berlin beurlaubten Offiziere: Maj. v. Zychlinskti und Sek. Lt. v. Wedelstaedt.
	        
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