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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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Dugny-Straße befand sich die, vordere Dugny-Barrikade“. Etwa 50 Schritt dahinter 
war die nach Dugny führende Dorfstraße selbst durch eine zweite — die Haupt⸗ 
Dugny-Barrikade“ gesperrt, welche sich ihrerseits wieder an ein großes, zwischen 
bark und Dugny-Weg gelegenes Gehöft anlehnte.*) 
Rückwärts (also nördlich) des Weges nach Dugny war das durchweg von 
zahlreichen massiven Gebäuden oder Mauern eingefaßte Nordwestviertel mit besonderen 
Vertheidigungseinrichtungen nicht versehen, vielmehr, wie schon erwähnt, die 
Mauern u. s. w. am Nordende zum Theil niedergerissen. 
Für Befestigung der östlichen Dorfseite war Folgendes geschehen: Zum An— 
ichluß an die Westhälfte war vor der Gasanstalt nach links (Osten) bis zu einem 
zegenüber gelegenen Gehöft (dem „Schützenhof“) eine große, die Haupt⸗ Dorfstraße 
perrende Barrikade aus Pflastersteinen mit Erdanschüttung (Schützenbarrikade) ge⸗ 
zogen. Die Sicherung derselben lag, wie erwähnt, den Garde⸗Schützen ob. Der 
„Schützenhof“ stand mit der südöstlich davor gelegenen Wachstuch- und Pommaden⸗ 
abrik in keiner unmittelbar befestigten Verbindung. Dagegen war vorwärts der 
etzteren großen Gebäude der Bahnhof, um freies Schußfeld zu erhalten, gesprengt 
uind der in das Dorf führende Weg durch eine Barrikade (Bahnhofsbarrikade) ge⸗ 
perrt worden. Von hier war längs dieses Weges nach rückwärts bis zu der 
Häufergruppe an der Drancy-Chaussee eine Anschlußlinie aus Pflastersteinen, jedoch 
ohne Erdanschüttung, hergestellt. Die weitere Fortsetzung dieser Linie nach der 
Chaussee zu bildete, außer der erwähnten Häusergruppe, eine mit Scharten verfehene 
Mauer; — die Chaussee selbst war durch eine Barrikade gegen Osten gesperrt. 
Rückwärts dieser letzteren (der „großen Drancy-Barrikade“) lag — (ent⸗ 
prechend der Lücke im westlichen Dorfrand) gleichfalls ein freies Feld von etwa 
300 Schritt Breite. Dasselbe war theils durch eine Blendung von Thüren und 
Brettern (gegen Gewehrkugeln nicht widerstandsfähig), theils durch eine Mauer 
mit Scharten, theils endlich durch einen Schützengraben von schwachem Durchschnitt 
ibgeschlossen. 
Längs dieses freien Feldes laufend, zweigte von der Hauptstraße aus ein 
‚weiter Weg nach Drancy ab. Da gegenüber auch der Weg von Courneuve 
her einmündete, so war die Dorfftraße hier durch eine innere Barrikade gesperrt 
„große Steinbarrikade“), und es ergab sich so rückwärts der beiden unbebauten 
Felder ein zweiter, nach Süden gerichteter Vertheidigungsabschnitt. Für vollftändige 
Besetzung desselben fehlte es an Kräften. Daher war ein hier gelegenes großes 
Gehöft, der sogenannte „Hammelstall“, mit besonderen Vertheidigungseinrichtungen 
x) Die breite, aus Pflastersteinen erbaute und mit einem eisernen Gitter gekrönte Haupi⸗ 
Dugny-Barrikade schloß sich an das im Text erwähnte, diesseits nicht besetzte Gehöft derart vn 
daß letzteres das Schußfeld nach dem links vorwärts gelegenen Kirchhof und darüber une 
ins Vorgelände wesentlich beschränkte. Um diesen Nachtheil auszugleichen, war ein unmittel « 
rechts an die Barrikade stoßendes Haus in beiden Stockwerken zur Vertheidigung eingerichtet un 
im 21. von 1 Unteroffizier, 8 Mann besetzt worden. Diese Abtheilung erwies sich indeß a⸗ 
aicht ausreichend, um die Besatzung des Kirchhofs wirksam zu unterstützen und den Feind 
hindern, nach Eroberung desselben in das oben erwähnte große Gebäude, links, einzudringen, 
und von hier aus die Barrikadenbesatzung zu flankiren.
	        
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