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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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Bourget zu halten; dieselbe war nur etwa 1800 Schritt von dem großen, diesseits 
nicht besetzten Dorf Drancy entfernt. Ihre an sich gefährliche Lage wurde noch 
schwieriger, als im Laufe des Dezember der Feind sich dauernd in Drancy fest— 
setzte und hier später eine vorgeschobene Batterie aufstellte. Die linke Flügelwache 
Nr. 10, 1 Unteroffizier, 18 Mann stark, anfänglich von einem Offizier kommandirt, 
lag am Schnittpunkt der Bahn und der Straße nach Grosley Ferme. Im letzt— 
genannten Gehöft erschien zur Zeit nur hin und wieder eine feindliche Patrouille. 
Dasselbe war diesseits gründlich zerstört worden,“) während der wiederholt ge— 
machte Versuch, Drancy in Brand zu stecken und so den Feind zu vertreiben, an 
der starken Bauart der Häuser scheiterte. 
Am 30. November regelte ein Armeebefehl die neue Belegung endgültig 
wie folgt: Die 3. Garde-Infanterie-Brigade hatte den Abschnitt von einschließlich 
Pont Iblon über Blanc Mesnil bis Aulnay, unser Regiment letzteren Ort mit 
zwei, Gonesse mit einem Bataillon zu besetzen. Das Generalkommando blieb unver— 
ändert in Gones se, der Divisionsstab kam nach Séevran. Das Regiment Alexander 
wurde mit Stab und sechs Kompagnien nach Blanc Mesnil, mit sechs Kom— 
pagnien nach Ville Pinte**) gelegt. In letzteren Ort kam auch das Garde-Schützen— 
Bataillon mit Ausnahme einer Kompagnie, die auf je 48 Stunden nach Bourget 
rückte, welches im Uebrigen vorläufig ein Bataillon der 4. Garde-Infanterie-Brigade 
— iedoch unter Verantwortlichkeit der 3. Brigade — besetzte. 
Dementsprechend rückte am 30. früh 10 Uhr das II. Bataillon wieder nach 
Vonesse zurück, während die Füsiliere in Aulnay auf Vorposten blieben und das 
Bataillon hier Ruhequartier erhalten sollte. 
Letztere Aussicht erwies sich als trügerisch. Während des ganzen Tages 
hörte man von Osten her Gewehr-, Geschütz- und Mitrailleusenfeuer. Von dem 
I des Schlosses aus waren jenseits des Waldes von Bondy deutlich Rauch— 
Teen platzender Granaten und ebenso, wenn auch nicht das Gefecht, so doch 
uppenbewegungen zu erkennen. (Wahrscheinlich die Märsche der 4. Garde— 
auterie⸗Vrigade. Es wurde bekannt, daß das sächsische Armeekorps seit frühem 
aen vor dem Mont Avron und im Marne-Thal (also etwa 11 Rm südöstlich 
en im Kampf stehe und daß die 4. Garde-Infanterie-Brigade, demnächst 
dey ae 3. zur Unterstützung bestimmt seien. Von den Vorposten wurde 
— daß auch vor der diesseitigen Front, zwischen Aubervilliers und 
igny, am Morgen französische Truppen gelagert hätten. Mittags um 12 Uhr 
n dem Regiment von einem sächsischen Beobachtungsposten, der in dem hoch— 
* genen Aussichtsthurm bei Vert Galant (etwa 8 kmöstlich Aulnay) aufgestellt 
r, folgende Mittheilung zu: „Im Marne-Thal größerer Ausfall; mehrere 
S5chlacht bei 
Villiers im 
Marne⸗Thal 
vom 30. No⸗ 
ember bis 2. De⸗ 
zember 1870. 
Diesseitige 
Vorpostenstellung 
in Aulnay und 
Bourget. 
tennen ) Im Waffenstillstand lernten Offiziere des Regiments den Besitzer von Grosley Ferme 
Main Derselbe tröstete sich über den Zustand seines Besitzthums außer mit dem bekannten 
gt ur Pour nous et pour vous mit dem Gedanken: C'est que ma ferme était Jun point 
ratégique“. 
in zw 7 Vom Regiment Alexander wurde ein Bataillon vom 6. Dezember an mit nach Aulnay 
Auße Linie gelegt, um von hier aus den Vorpostendienst in Blanc Mesnil zu versehen. 
rdem erhielt die 6. schwere Balterie in Aulnay Unterkunft.
	        
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