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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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lösung durch das Regiment Alexander. Das J. Bataillon rückte nach Gonesse, 
II. und Füsilier-Bataillon (letzteres erst am Abend) nach Arnouville. 
Es sind aus diesen Tagen einige Personalveränderungen nachzuholen. Am 
5. November war Major v. Thümmel vom Regiment, bisher überzähliger Stabs— 
offizier in der Garde-Landwehr-Division, beim Regiment in Garges eingetroffen. 
Derselbe wurde dem Regimentsstabe zugetheilt, bis eine am 15. November eingehende 
Kabinets⸗Ordre seinen Rücktritt zum Regiment endgültig anordnete, worauf Major 
v. Thümmel die Führung des II. Bataillons übernahm. Hauptmann v. Tippels— 
kirch trat demgemäß zur 5. Kompagnie zurück. Am 6. November kehrte Lieutenant 
v. Frangois von der am 18. August erhaltenen Wunde geheilt zurück und trat 
zur 4, später zur 1. Kompagnie. 
Die folgende sechstägige Ruhezeit in Arnouville — Gonesse verging ohne 
Ereigniß von Bedeutung. Dieselbe wurde, soweit die Schanzarbeiten in Dugny und 
Bourget (täglich 50 bis 100 Mann) und die nächtliche Besetzung des Pierrefitter 
Gypsbruches die Kräfte nicht in Ansprach nahmen, zum Exerziren verwendet. 
e In derselben Weise wie bisher fand am 10. Novemder die Abidsung des 
in Garges unß Regiments Alexander in Garges durch das J. und II. Bataillon, in Dugny durch 
auf — in das Füsilier-Bataillon statt. Letzteres wurde seinerseits am 18. abends durch das 
II. dieses am 20. abends vom L. Bataillon abgelöst. 
Die Ruhe, die bisher bei den Vorposten geherrscht hatte, erfuhr am 19. No⸗ 
vember eine Unterbrechung. Ohne wahrnehmbaren Anlaß beschossen die Forts von 
früh 4 bis 8 Uhr Bourget, Dugny, Garges und Stains. Abends 11 Uhr 
wiederholte sich das Feuer besonders heftig gegen Bourget. Auch unternahm der 
Feind einige Infanterieerkundungen gegen unsere Vorposten. 
In dieser Zeit gingen beim Oberkommando immer wieder Mittheilungen 
ein, wonach ein feindlicher Ausfall andauernd in Aussicht schien. Ein Armeebefehl 
vom 16. forderte deshalb die Vorposten auf, möglichst viel Nachrichten, wenn thunlich 
auch durch Bestechung von Ueberläufern aus Paris, zu beschaffen. Ferner wies ein 
Parolebefehl darauf hin, daß in den nächsten Tagen ein Spion versuchen werde. 
durch unsere Linien hindurchzukommen. Auf seine Ergreifung wurden 100 Thaler 
ausgesetzt. Unser zur Zeit auf Vorposten befindliches II Bataillon fahndete vergeblich 
nach dieser Beute.*) 
Der 21. November brachte eine veränderte Belegung der Ortschaften und 
damit zum Theil neue, wenn auch nicht bessere Unterkunftsorte. 
Anlaß hierzu gab der Umstand, daß durch Armeebefehl vom 21. November 
das bisher vom sächsischen Korps besetzte Dorf Aulnay links (östlich) von Blan⸗ 
Mesnil der 2. Garde⸗Infanterie-Division überwiesen, dagegen zur Erleichterung der 
letzteren außer der Besetzung von Stains auch die des Gypsbruches von Pierrefitte 
der 1. Garde-Infanterie-Division übertragen wurde. 
21. bis 29. No 
vember 1870. Re— 
giment in Garges 
— Bonneuil mit 
Vorposten in 
Dugny. Aufhören 
des Unterkunfts 
Wechsels mit dem 
Regiment 
Alerander. 
*) Dagegen wurde einige Tage spä i ä ier 
gegen ge später ein Ueberläufer in das Regimentsstabsquartie 
gebracht der Flugblatter kommunistischen Inhalts mit sich führte. ee mit dem 
Bilde einer Weltkugel geschmückt, forderten die deutschen Soldaten auf, gemeinsam mit den 
eeen Brüdern nach Vertreibung ihrer Tyrannen die Weltrevublte und den Welttrieden 
erzustellen.
	        
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